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"Große Hoffnungen"

LSU stellt sich hinter Kramp-Karrenbauer

Die saarländischen Lesben und Schwulen in der Union freuen sich über den Aufstieg von Annegret Kramp-Karrenbauer – trotz ihrer Inzest- und Polygamie-Vergleiche, an denen sie auch in aktuellen Interviews festhält.


Annegret Kramp-Karrenbauer macht keinen Hehl daraus, dass sie nichts von der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben hält – die Aktivisten von der LSU stört das nur wenig (Bild: Staatskanzlei Saarland)

Der Landesverband Saar der Lesben und Schwulen in der Union hat am Dienstag begrüßt, dass die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer neue Generalsekretärin der Bundes-CDU werden soll. "Mit Annegret Kramp-Karrenbauer wird das Profil der CDU gestärkt, sie arbeitet für die Zukunft der CDU als starke Volkspartei der Mitte. Gerade deshalb setzen wir auch bei den LGBTI-Themen große Hoffnungen in sie, denn als Landesmutter hatte sie immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen gehabt, auch wenn die ein oder anderen Meinungen etwas auseinander gelegen sind", erklärte LSU-Landesvorsitzender Christian Düppre in einer Pressemitteilung.

Kramp-Karrenbauer war 2015 von vielen LGBTI-Aktivisten für homophobe Äußerungen scharf kritisiert worden: Damals lehnte sie die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare mit der Begründung ab, dass ein solcher Schritt auch zur Anerkennung von Viel- oder Verwandten-Ehen führen könne (queer.de berichtete). Als die Ehe für alle im letzten Sommer schließlich beschlossen wurde, kartete Kramp-Karrenbauer sogar nach – und erklärte, wenn Schwule und Lesben heiraten dürften, müsse man im Blick behalten, "dass das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts dadurch nicht schleichend erodiert" (queer.de berichtete).

Dennoch hält die LSU Saar die Politikerin für eine gute Wahl: "Sie hat die LSU von Anfang an als wichtigen Teil der Partei gesehen und unseren Verband aktiv in die CDU Saar integriert", behauptete Düppre, der auch dem Landesvorstand der Partei angehört.

Der LSU-Bundesverband erklärte via Facebook: "Wir wünschen Annegret Kramp-Karrenbauer viel Erfolg und eine glückliche Hand für ihre neue Aufgabe und hoffen, dass wir auch mit ihr sehr bald persönlich einen Gesprächsfaden knüpfen können." Gleichzeitig lobte der Verband den scheidenden Generalsekretär Peter Tauber, der im vergangenen Jahr im Bundestag für die Ehe-Öffnung gestimmt und die LSU vor einigen Jahren in der Parteizentrale empfangen hatte (queer.de berichtete).

Wir, die LSU, danken Peter Tauber für seine geleistete Arbeit als Generalsekretär der CDU Deutschlands und wünschen ihm…

Posted by LSU Bundesverband on Montag, 19. Februar 2018
Facebook / LSU Bundesverband

Kramp-Karrenbauer bekräftigt homophoben Vergleich

Die designierte CDU-Generalsekretärin bleibt derweil bei ihrer Haltung zu gleichgeschlechtlichen Paaren. Am Montagabend erklärte sie in den ARD-"Tagestehemen", als sie von Moderatorin Caren Miosga auf die Ehe für alle angesprochen wurde: "Wir haben hier eine Rechtslage, die gilt. Dass ich persönlich eine andere Auffassung habe, ist bekannt." Als Miosga nach dem Mehr- und Geschwisterehevergleich fragte, antwortete Kramp-Karrenbauer: "Wenn ich sehe, dass es vor kurzem in einer überregionalen Tageszeitung einen großen Artikel etwa der liberalen Jugendorganisation gab, die genau das gefordert hat und gesagt hat, man kann nicht einsehen, warum eine Partnerschaft und eine Ehe auf zwei Menschen begrenzt ist, dann hab ich mit diesen Diskussionen nicht ganz falsch gelegen."

In einem "Tagestehemen"-Kommentar erklärte daraufhin die ARD-Journalistin Tina Hassel, dass Kramp-Karrenbauer mit ihrer Haltung, gegen gleiche Rechte für Homosexuelle zu werben, aber sich gleichzeitig in anderen Themen weltoffen zu geben, offenbar enttäuschte Wähler zurückgewinnen will: "Gesellschaftlich konservativ, aber sozialpolitisch liberal – gegen Homoehe, aber für die Frauenquote – in dieser Mischung liegt viel Potenzial, um verprellte Wähler zurück zu holen. Wähler, die das Merkelsche 'Weiter so' nicht mehr ertragen."

Am gleichen Abend äußerte sie sich auch im ZDF-"Heute Journal" über ihre Ansichten zu Schwulen und Lesben: "Meine Haltung, zum Beispiel zum Thema Ehe für alle, ist bekannt. Und ich bin sehr strikt in meinem Weltbild, was das Thema Lebensschutz am Anfang und am Ende des Lebens anbelangt, und als langjährige ehemalige Innenministerin weiß ich eben auch, dass die Akzeptanz, dass das Vertrauen der Menschen in den Staat eben auch daran hängt, dass sie den Eindruck haben, dieser Staat ist konsequent in seinem Handeln." (dk)

Sie war gegen die "Ehe für alle" und fordert konsequente Abschiebungen vom Staat. Die designierte CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer im heute journal:

Posted by ZDF heute on Dienstag, 20. Februar 2018
Facebook / ZDF heute

Update 12.50 Uhr: Ergänzt um das "Tagesthemen"-Interview

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#1 PfuiAnonym
  • 20.02.2018, 12:36h
  • Was für Speichellecker diese Saar LSU.
    Armselige Anhängsel einer in weiten Teilen schlicht reaktionären und homophoben Partei.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TraffitoAnonym
  • 20.02.2018, 12:39h
  • @Queer-Redaktion:
    Ich fänds gut, wenn ihr sowohl das Tagesthemen- als auch das Heute-Journal-Interview eigenständig herausarbeiten würdet. Denn das, was sie gestern geäußert hat, ist mehr als nur nachkarren.
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  • Anm. d. Red.: Danke für den Hinweis. Wir haben den Artikel ergänzt.
#3 Carsten ACAnonym
  • 20.02.2018, 12:46h
  • Jemand, der Schwule und Lesben in einer Reihe mit Inzest und Polygamie stellt und sich bis heute nie dafür entschuldigt hat, hat in diesem Amt nichts zu suchen. Punkt.

    Dass die LSU sich hinter Kramp-Karrenbauer stellen, belegt nur wieder mal, dass auch die LSU im Zweifel letztlich doch umkippen und brav der Partei-Disziplin folgen.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 20.02.2018, 12:47h
  • "Gerade deshalb setzen wir auch bei den LGBTI-Themen große Hoffnungen in sie"

    Also, gerade weil ich angesichts der deutschen Verhältnisse kein Mann verstiegener Maximalforderungen bin, kann ich hier feststellen:

    Das ist eine Sklavenmentalität von Leuten, die dankbar sind, dass die Herrscherin sie am Leben lässt.

    Man muss auch bei der Bewertung von Gestalten wie AKK ja ihr soziales Umfeld berücksichtigen:

    Die Frau lebt nicht in Ostpolen, Ostsachsen oder der Walachei, sondern hat als Regionalpolitikerin die zivilisierte Welt direkt vor ihrer Nase, in der Homosexualität seit weit über 200 Jahren nicht mehr strafbar ist und natürlich die Ehe für alle vor dem Land des rosa Winkels eingeführt wurde.

    Auch dort sind die Leute übrigens katholisch.
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#5 LorenProfil
  • 20.02.2018, 12:57hGreifswald
  • Manche sind sich halt für keine Peinlichkeit zu schade, wenns dem Wohl der eigenen Partei dient (und vielleicht auch der eigenen Parteikarriere).
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#6 PierreAnonym
  • 20.02.2018, 12:59h
  • Dass selbst die CDU-Mitglieder, die noch weit rechts von Angela Merkel stehen (was schon was heißt) jetzt Kramp-Karrenbauer bejubeln, zeigt ganz klar, wohin die Reise für die CDU gehen soll.

    Angesichts des Erfolgs der AfD will die CDU wieder deutlich nach rechts rücken. Und die LSU macht mit.

    Dabei vergessen die, dass man Rechte nur noch stärker macht, wenn man sie imitiert, statt die Ursachen für den Rechtsruck zu bekämpfen (wachsene soziale Ungerechtigkeit, immer mehr Armut, etc.).
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#7 FennekAnonym
  • 20.02.2018, 13:02h
  • Antwort auf #6 von Pierre
  • Man könnte das ganz schnell beenden, wenn die SPD nicht die GroKo eingeht. Denn dann wären Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer, etc. ganz schnell weg vom Fenster. Und es könnte eine Erneuerung der CDU stattfinden. (Mal ganz abgesehen davon, dass man mit Rechtspopulisten eh nicht koalieren sollte.)

    Aber dafür muss die SPD endlich mal Rückgrat zeigen und zu ihren Versprechen stehen.

    Die SPD muss doch angesichts der stetig sinkenden Umfragewerte mal langsam kapieren, dass niemand die GroKo will. Oder muss die SPD erst im einstelligen Bereich landen, ehe sie endlich mal aufwacht?
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#8 goddamn liberalAnonym
#9 RobinAnonym
  • 20.02.2018, 13:05h
  • Annegret Kramp-Karrenbauer hat jetzt nochmal ihre Aussagen erneuert, dass sie nicht Politik für einzelne "schrille" Minderheiten machen will.

    Damit übernimmt sie das CSU-Vokabular, das GLBTI runterputzen soll und außerhalb der "normalen" Gesellschaft schieben soll.

    Wenn die CDU so eine Person wählt, ist das ihr Ding. Aber wenn jetzt auch noch die SPD mit so einer immer weiter nach rechts driftenden Union wieder eine erneute GroKo eingeht und diesem Gedankengut erneut zu Mehrheiten verhilft, werde ich das der SPD niemals verzeihen können. NIEMALS.
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#10 TimonAnonym
  • 20.02.2018, 13:13h
  • Dass diese Madame jetzt nochmal ihre Hetze gegen gleichgeschlechtliche Paare wiederholt, sagt alles.

    Will die SPD wirklich mit dieser Partei nochmal (und entgegen ihrer Versprechen) koalieren und solches Gedankengut nochmal an der Macht halten?!
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