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"Kritisches" Datensendeverhalten

Stiftung Warentest warnt vor Grindr, Romeo & Co.

Die Tester haben insgesamt 22 Dating-Apps erstmals unter Datenschutzaspekten unter die Lupe genommen, darunter mit Grindr, Romeo und Lesarion auch drei nur für Schwule bzw. Lesben.


Grindr sende schon beim ersten Start Standortdaten an Dritte, kritisiert die Stiftung Warentest
  • 21. Februar 2018, 07:01h 29 2 Min.

Die meisten der in Deutschland verbreiteten Dating-Apps gehen "kritisch" mit dem Schutz der User-Daten um. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Auswertung der Stiftung Warentest, die am Donnerstag in der März-Ausgabe der Zeitschrift "test" erscheint. Die Tester haben dafür von November bis Januar insgesamt 22 grundsätzlich kostenlose Kennenlern-Dienste unter die Lupe genommen, darunter neben Tinder, Lovescout24 oder Parship auch die beiden Apps Grindr und Romeo nur für Schwule sowie Lesarion für Lesben.

"Aus Datenschutzsicht zeigen viele Apps erhebliche Schwächen", heißt es im Testbericht. "Sie verraten Daten, die für ihre Nutzung unnötig sind. Zahlreiche Anbieter behalten sich vor, diese Informationen mit 'Dritten' zu teilen." Spätestens dann verliere der Nutzer die Kontrolle über seine Daten, warnt die Stiftung Warentest. Wer in welchem Umfang welche Infos erhalte, bleibe "nebulös". Die "Dritten", erklärt sie weiter, "sind große Werbefirmen, die gekoppelt mit einer Gerätekennung des Smartphones Nutzerprofile bilden können. Diese vermarkten sie für personalisierte Werbung."

Gefährliche Nutzung in Verfolgerstaaten

Bei Grindr kritisieren die Tester, dass die App schon beim ersten Start Standortdaten sende: "In schwulenfeindlichen Ländern kann das zur Bedrohung werden", heißt es in der Auswertung. Die iOS-App schicke zudem Alter und Geschlecht des Nutzers an Werbefirmen. Der Name des Mobilfunkbetreibers und Benutzungsstatistiken gingen an Facebook.

Romeo sende nur in der Android-App keine unnötigen Daten, erklärt die Stiftung Warentest. Die iOS-Version übermittle dagegen den Mobilfunkanbieter an Facebook sowie "zahlreiche Detailinfos zum Gerät" an Microsoft. Sowohl bei Grindr als auch bei Romeo liege die Datenschutzerklärung nur in englischer Sprache vor, monieren die Tester.

Lesarion: Daten schon vor Absenden übermittelt

Das Datensendeverhalten von Lesarion wird in der Auswertung als "ärgerlich" bezeichnet: "Schon bei der Eingabe der Email-Adresse wird sie übermittelt, ohne dass der Nutzer auf den Sende-Button drückt." Auch die Datenschutzerklärung sei "sehr ungenau", so fehlten etwa Infos zum Löschen.

Die allgemeinen Dating-Dienste schneiden im Test nicht besser ab. Einzig die Apps von Bildkontakte in der iOS- als auch in der Android-Version seien "aus Datenschutzsicht akzeptabel", weil sie "keine unnötigen Daten" versendeten. Der Rat der Tester: "Nutzer sollten sparsam mit ihren persönlichen Daten umgehen, weil sie öffentlich zugänglich sind."

Den kompletten Testbericht bietet die Stiftung Warentest auf ihrer Homepage zum Preis von einem Euro zum Download an. (cw)

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-w-

#1 Sven100Anonym
  • 21.02.2018, 09:01h
  • Bis vor einigen Jahrzehnten gab es in Deutschland noch sog. Rosa Listen, in denen die Namen und Anschriften von Homosexuellen gespeichert wurden. Darauf konnte der Staat (besonders in der Nazi-Zeit) jederzeit zurückgreifen. Heute gibt es in unserem Land -Gott sei Dank- keine Rosa Listen mehr, dafür aber blaue. Sollte es -wider Erwarten- wieder zu einer Verfolgung von schwulen Männern kommen, so wären diese Blauen Listen in Form von Gay Romeo jederzeit aktivierbar.
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#2 PatroklosEhemaliges Profil
  • 21.02.2018, 09:06h
  • Die Stiftung Warentest liefert mal mehr den Beweis dafür, daß solche Apps überflüssig und die reinste Abzocke sind! Auf meinem Mobiltelefon sind solche Apps überhaupt nicht vorhanden und werden es in Zukunft auch nicht sein!
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#3 maerzhaseAnonym
  • 21.02.2018, 09:21h
  • Etwas sarkastisch, gebe ich zu, aber: Das Thema, wie andere Datenschutzthemen zuvor auch, sollte einmal ausgiebig auf Facebook diskutiert werden...

    Aber die Gesellschaft kann nur etwas ändern, wenn Sie etwas unternimmt - z. B. wieder wie Oma und Opa in die Kneipe gehen anstatt "gesellschaftliche Zusammenkünfte" im Netz abzuhalten.
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