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Einzelkommentar zu:
Kita-Broschüre wird nachgedruckt – Hetze geht weiter


#6 AndreasKAProfil
  • 23.02.2018, 17:34hKarlsruhe
  • Über zwei Punkte des Beitrags bin ich besonders gestolpert:

    Haltung der FDP:

    ... ob die Broschüre auf "den Erziehungs-Vorrang der Eltern bei dem Thema sexuelle Vielfalt" genügend Rücksicht nehme.

    Tja da wäre wieder das Dilemma der Erziehung"hoheit". Als ob Eltern nicht falsch liegen können hinsichtlich ihres Weltbildes!

    Genausowenig wie wir Eltern abverlangen, dass die Algebra oder Physik vermitteln, liegt der Fall auch in der Darstellung von Weltbildern oder Lebenswirklichkeiten die im Familienhaushalt so nicht gelebt werden. Sollte das Familien-Weltbild sich auf Dauer durchsetzen - meinetwegen. Aber Kinder und Jugendliche sollten auch die Möglichkeiten haben, über den vorgegebenen Tellerrand hinaus zu schauen. Alle sind sich hier einig, wenn das etwa beim Hinterfragen patriarchaler repressiver Haltungen etwa gegenüber Rechten der Frauen der Fall ist. Oder bei Fragen "Kreationismus vs. Evolution". Was spricht dagegen, wenn auch die sexuelle Vielfalt (altersgerecht, logo) thematisiert wird? Auch wenn Eltern das anderes sehen würden.

    Würden wir diese Ambition aufgeben, wären wir schnell wieder dort, dass etwa Mädchen aus streng-traditionellen muslimischen Familien keinen Schwimmunterricht mitmachen dürfen.

    Die Haltung der AfD:

    Liberalismus bedeute zudem
    "nicht, dass gleichgeschlechtliche Orientierte nicht von der Gesellschaft kritisiert werden dürften", stattdessen könne verlangt werden, "die eigene Lebensweise ethisch zu rechtfertigen".

    Das ist absolut kein Problem - ich nehme jederzeit gern an einer Podiumsdiskussion zu diesem Thema teil (... auch wenn ich nicht sehe, dass das von mir verlangt werden kann...), wenn auch ein heterosexueller Mensch seine Lebensweise ethisch rechtfertigt.
    Die Ethik ist nicht religiös gebunden (... das ist der Unterschied zu "Moral"!). Sie lässt sich mühelos mit den Menschenrechten vereinbaren. Einer solchen Diskussion können wir gelassen entgegen sehen.

    Aber - Moment mal ... wieso müssen wir eigentlich etwas Selbstverständliches rechtfertigen?

    Naja, geschenkt - wenn man damit den AfD-lern Wind aus den Segeln nehmen kann und sie einmal mehr entlarven würde als Diskutierer die grundsätzlich zu kurz greifen, würde der Zweck die von der AfD zu Unrecht geforderten Mittel rechtfertigen.

    Es ist mühsam, so mit dieser Partei umzugehen. Aber ich fürchte, ignorieren wäre der falsche Weg. Besser ist es, wo immer es geht (im Bekanntenkreis geht's schon los), Stück für Stück herauszuarbeiten, wo sie in ihrer Argumentation falsch liegt. Und das dürfte ja wohl möglich sein.
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