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EU-Gesetzgebung

Hakim darf seinen Freund nicht nachholen

Ein aus Syrien stammender Mitarbeiter der Ruhrwellness-Sauna sucht die Öffentlichkeit, weil er nicht von seiner großen Liebe getrennt leben möchte.


Hakim zeigt ein Bild seines Freundes Zeydan auf dem Handy, im Hintergrund Felix von der Leitung der Ruhrwellness-Sauna

Er ist sympathisch und freut sich sichtlich über das Interesse der queeren Medien: Hakim, 30, arbeitet in Teilzeit mit viel Freude in der Ruhrwellness-Sauna in Mülheim.

Im Herbst 2015 ist er aus Syrien wegen der Zerstörung seiner Heimatstadt Aleppo und wegen seiner Homosexualität geflohen und genießt zurzeit subsidiären Schutzstatus. Er spricht inzwischen sehr gut Deutsch. Doch er hat ein Problem, und er ist deswegen sehr unglücklich: Sein Freund Zeydan (28) kann nicht nach Deutschland kommen, er sitzt ohne Papiere in Serbien fest, wo die Grenze für Flüchtlinge wie ihn geschlossen wurde.

"Ich bin zwar vorläufig anerkannt, aber habe keinen Pass", erklärt Hakim. "Ich vermisse meinen Freund Zeydan sehr, aber ich kann nicht zu ihm und er nicht zu mir."

Auf getrennten Wegen geflüchtet


Der Text ist eine Vorabveröffentlichung aus der März-Ausgabe des NRW-Magazins "Fresh"

Das Unglück begann bereits, als das Paar auf getrennten Wegen flüchtete. Zeydan war beim Militär und hatte alle Papiere abgeben müssen. Hakim wartete mehrere Monate in der Türkei auf ihn. Leider vergeblich: Daraufhin musste Hakim alleine weiter nach Deutschland die Reise zu Fuß antreten. "Er sagte mir, die Gesetze lassen es derzeit nicht zu, dass er zu mir kommen kann, auch wenn wir ein Liebespaar sind. Schließlich seien wir ja keine Familie", so Hakim.

Selbst für den klassischen Familiennachzug gibt es schon strenge Regeln in Deutschland. "Sich als schwul zu outen in einem südeuropäischen Land ist zudem meist sehr gefährlich", so Hakim. Über sein Geburtsland sagt er: "Als offen schwuler Mann in Syrien bist du ganz schnell tot, selbst die eigene Familie kennt da kein Erbarmen." Hakim bekommt dabei Tränen in den Augen.

Die Arbeit ist für ihn eine Ablenkung von den traumatischen Erlebnissen. Er ist sehr freundlich, und sein Job macht ihm Spaß. Hakim ist hier prima integriert. Er hat nur einen Wunsch: "Wer kann mir helfen? Ich denke jeden Tag an Zeydan und mache mir natürlich immer Sorgen um ihn."

Auch Felix von der Ruhrwellness-Leitung steht hinter Hakim: "Wir suchen die Öffentlichkeit. Wir hoffen, dass sich jemand findet, der helfen möchte – und kann." Hakim will nicht aufgeben: "Denn ich vermisse meine große Liebe sehr."

Kontakt zu Hakim kann man per Email an info@ruhrwellness.de oder unter Tel. (0208) 302 48 11 aufnehmen.



#1 RobinAnonym
  • 24.02.2018, 16:50h
  • Es kann doch nicht sein, dass sein Freund, der ebenfalls vor Krieg und LGBTI-Hass geflohen ist, jetzt in einem nicht minder homophoben Land festsitzt und nicht zu seinem Freund kann.

    Aber es geht nicht nur darum, diesen Einzelfall zu einem glücklichen Ende zu bringen, sondern auch die zig weiteren Fälle, die ähnlich dramatisch sind, aber nicht dieselbe Öffentlichkeit finden.

    Wir brauchen endlich ein generelles Asylrecht für verfolgte LGBTI. Und ähnlich dem Familiennachzug für Heteros eine ähnliche Möglichkeit für LGBTI. Alles andere wäre Diskriminierung.

    Leider hat die SPD ja in den Koalitionsverhandlungen alle LGBTI-Versprechen aufgegeben, um bei der Union noch ein paar Pöstchen mehr rauszuholen. Dabei wären Inhalte so viel wichtiger gewesen als die Anzahl der Ministersessel - nicht nur für die Glaubwürdigkeit der SPD, sondern auch für Deutschland und für Verfolgte wie Hakim und Zeydan.
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#2 Markusbln11Anonym
  • 24.02.2018, 16:57h
  • Eigentlich sollte Familien-zsammenführung das TOP-Thema auf der Agenda von Herr Seehofer sein. Einst war die CSU die Familienpartei. Sie will es aber nicht mehr sein.

    Familie, Heimat und die Werte Deutschlands vertritt heut Cem Özdemir!

    Auch zwei schwule Männer sind Familie, auch wenn Syrien die Partnerschaft nicht anerkennt. Und ihre Heimat ist dort, wo sie frei leben können.
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#3 PfuiAnonym
#4 vulkansturmAnonym
  • 24.02.2018, 17:17h
  • Antwort auf #1 von Robin
  • Beim Familiennachzug gibt es keinen Unterschied zwischen Homo-und Heterosexuellen. Allerdings sieht es, was den Familiennachzug für Flüchtlinge düster aus, wenn man sich die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen ansieht. Dazu kommt noch das Problem, wie die beiden heiraten können. Da fehlt erst einmal ein Ersatz für den fehlenden Pass, dann kann der eine nicht nach Serbien, der andere nicht nach Deutschland. Hoffentlich haben die beiden einen guten Rechtsanwalt.
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#5 JadugharProfil
  • 24.02.2018, 17:17hHamburg
  • Hier zeigt sich was human ist. Humanität zählt nicht! Die Politiker verhalten sich gegenüber den Homosexuellen wie die NS-Schergen bei der Verfolgung der Juden - Einzelschicksale zählen nicht!
    Da wurden damals ebenfalls Familien auseinandergerissen, um sie zu vernichten. Findet sich da irgend noch jemand in der Regierung, der nicht psychopathisch ist? Jemand der noch Erbarmen, Mitgefühl und Humanität besitzt?
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#6 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 24.02.2018, 17:22h
  • Große Güte, ist das furchtbar.
    Hoffentlich findet er Hilfe, damit sie wieder zusammen kommen. Und hoffentlich geht es seinem Partner gut.
    Wenn sein Partner alle Papiere abgeben musste, dann vielleicht auch sein Handy. Denn sonst könnten sie ja wenigstens Kontakt halten.

    Da soll mal noch einer sagen, die Maghreb-Staaten seien sicher - selbst in Europa treten Schwierigkeiten auf. Und selbst für Hetero-Paare ist der Nachzug problematisch.

    Tja, die Union-Wähler nehmen es angeblich in Kauf :-/
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#7 Tom das PferdAnonym
  • 24.02.2018, 17:48h
  • Ist die Weltgemeinschaft nicht in der Lage, den Grossmächten bei diesem perfiden Stellvertreterkrieg ein für allemal die Rote Karte zu zeigen? Die wollen die Führer dieses Planeten sein? Dann sollen sie sich auch gefälligst auch so verhalten!

    Dieser Krieg muss sofort aufhören!

    Und niemand muss mehr flüchten...
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#8 RobinAnonym
  • 24.02.2018, 18:37h
  • Antwort auf #4 von vulkansturm
  • "Beim Familiennachzug gibt es keinen Unterschied zwischen Homo-und Heterosexuellen."

    Was Eltern, Geschwister, o.ä. angeht vielleicht nicht. Aber beim Partner eben wohl, weil die in solchen Staaten natürlich keine Ehepartner sein können.

    Deswegen muss es auch für diese Fälle endlich explizite Regeln geben. Jede Regierung, die das nicht tut, hat Blut an ihren Händen.
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#9 RobinAnonym
#10 Patroklos