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Olympische Winterspiele

Acht Medaillen für das Team LGBTI

Die Medaillenausbeute der LGBTI-Sportler in Pyeongchang lässt sich sehen: 16 Sportler holten acht Medaillen, darunter auch zwei aus Gold.


Die Niederländerin Ireen Wüst ist die erfolgreichste Athletin des Teams LGBTI (Bild: Instagram / ireenw)

Wäre das inoffizielle, internationale Team LGBTI ein Land, würde es im Medaillenspiegel am Ende der Spiele von Pyeongchang auf Rang 14 liegen – knapp hinter den russischen Athleten, aber noch vor Ländern wie Finnland oder Großbritannien. Insgesamt gewannen die 16 LGBTI-Sportlerinnen und -Sportler, die ihre sexuelle Orientierung nicht versteckten, acht Medaillen – darunter zwei Mal Gold, drei Mal Silber und drei Mal Bronze.

Anders als vor vier Jahren in Sotschi, als die homophoben Gesetze des Gastgeberlandes die Atmosphäre vergiftet hatten, wurde die sexuelle Orientierung von Sportlern in Südkorea nicht problematisiert. Das Team LGBTI war deshalb auch doppelt so groß wie in Russland.

Erfolgreichste Vertreter des Teams LGBTI waren die bisexuelle Eisschnellläuferin Ireen Wüst aus den Niederlanden und der schwule Eiskunstläufer Eric Radford aus Kanada. Wüst sicherte sich die Goldmedaille über 1.500 Meter und wurde über 3.000 Meter Zweite. Gemeinsam mit dem niederländischen Team sicherte sie sich außerdem eine weitere Silbermedaille. Vor vier Jahren in Sotschi hatte sie sogar zwei Goldmedaillen und drei Mal Silber gewinnen können – Wüst ist nun die erfolgreichste Eisschnellläuferin bei Olympischen Winterspielen.

Radford konnte gemeinsam mit seiner Partnerin Meagan Duhamel im Eiskunstlauf eine Bronzemedaille ergattern. Er geht damit in die Geschichte ein: Der 33-Jährige ist der erste offen schwule Athlet, der seit Beginn der olympischen Winterspiele im Jahr 1924 eine Medaille nach Hause bringen konnte. Nach dieser historischen Entscheidung gleich am zweiten Tag der Spiele gewann er gemeinsam mit seinen kanadischen Landsleuten sogar Gold im Teamwettbewerb. Danach erklärte Radford, dass er nun alles erreicht habe und in Rente gehen wolle.

Weitere Medaillen für das Team LGBTI: Silber holte sich die Eishockeyspielerin Brianne Jenner mit dem kanadischen Team, das im Finale den Vereinigten Staaten unterlag. US-Eissschnellläuferin Brittany Bowe sicherte sich im Teamwettbewerb mit ihren amerikanischen Mannschaftskolleginnen eine Bronzemedaille – knapp hinter Wüsts niederländischem Team. Außerdem konnte US-Eiskunstläufer Adam Rippon im Teamwettbewerb eine Bronzemedaille gewinnen.

Auch politisch waren die Spiele insbesondere für die beiden schwulen amerikanischen Teilnehmer ein Event. Bronzemedaillengewinner Adam Rippon und US-Snowboarder Gus Kenworthy, der mit einem gebrochenen Daumen und Hüftproblemen immerhin den zwölften Platz erreichte, zeigten innerhalb ihres Teams Flagge gegen Homophobie – das beinhaltete auch, dass sie ihren homophoben Delegationsleiter Mike Pence scharf kritisierten (queer.de berichtete).

Zum Abschluss der Spiele machte Kenworthy noch eine scharfe Bemerkung gegen Präsidententochter Ivanka Trump, die bei der Abschlussveranstaltung ihr Land offiziell vertrat. "Jeder hier hat so hart gearbeitet, um es zur Olympiade zu schaffen und die Möglichkeit zu haben, bei der Abschlussveranstaltung mitzumarschieren. Nun ja… Jeder außer Ivanka. Jetzt mal ehrlich, was macht sie hier?" lästerte der 26-Jährige auf Twitter.

Twitter / guskenworthy

Nun müssen sich Olympiafans knapp zweieinhalb Jahre gedulden, bis in Tokio wieder das Feuer entzündet wird. Die nächsten Winterspiele folgen 2022 in Peking.



#1 Patroklos
  • 26.02.2018, 21:28h
  • Deutschland belegt im Medaillenspiegel Platz Zwei und leider war kein offen schwuler Teilnehmer und keine offen lesbische Teilnehmerin im Kader. Somit wäre es toll, wenn sich das in vier Jahren, wenn es in Peking die nächsten Winterspiele gibt, ändern würde. Gleiches gilt auch für Norwegen, das dank Marit Bjørgen den ersten Platz noch verteidigte.
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