https://queer.de/?30721
Texas
Unter Buhrufen: Transmann erneut Ringer-"Meisterin"
Mack Beggs würde lieber gegen Jungs kämpfen, das wurde ihn aber im konservativen Texas verboten.

Mack Beggs wird dafür angefeindet, Schulsport machen zu wollen
- 26. Februar 2018, 11:43h 2 Min.
Zum zweiten Mal in Folge hat der 18-jährige Transmann Mack Beggs am Samstag die texanische Ringer-Meisterschaft der Schülerinnen in der Gewichtsklasse bis 50 Kilogramm gewonnen. Der Zwölftklässler, der bereits 2015 mit seiner Geschlechtsanpassung begonnen hatte, schlug bei der Landesjugendmeisterschaft in Cypress bei Houston im Finale wie schon im Vorjahr seine Kontrahentin Chelsea Sanchez.
Der Sieger wurde von den Zuschauern wegen seiner Geschlechtsidentität ausgebuht. Bereits bei seinen Kämpfen zuvor waren immer wieder Buh-Rufe aus dem Publikum zu hören.
/ HowertonNews | Nach dem Sieg von Mack Beggs zeigt das Publikum seine TransphobieWATCH: in a dramatic finish, transgender wrestler Mack Beggs rolls out of a possible pinfall to avoid defeat and win state. Met with boos from the crowd. @wfaa pic.twitter.com/72xRpzsQGN
Matt Howerton (@HowertonNews) February 24, 2018
|
Schon im letzten Jahr war die Teilnahme des Transmannes kontrovers. Eltern von Konkurrentinnen hatten gegen Beggs mobil gemacht und wollten ihn sogar per Klage aus dem Wettbewerb entfernen (queer.de berichtete). Ihre Argumentation: Transsexuelle Sportler sollten, wenn sie Hormone einnehmen, grundsätzlich von sportlichen Wettbewerben ausgeschlossen werden.
Beggs würde lieber mit Jungs ringen
Beggs selbst sagte immer wieder, er wäre lieber bei den Jungs angetreten. Das widerspricht allerdings den Regularien des Wettbewerbs, das den Eintrag in der Geburtsurkunde als entscheidendes Kriterium für die Zuordnung zum Geschlecht macht. Der Veranstalter des Events, die University Interscholastic League, wollte für Beggs keine Ausnahme machen.
Gegenüber den "Dallas Morning News" beklagte Beggs, dass seine sportliche Leistung nicht ernst genommen werde. "Ich wollte nicht in diese Position gebracht werden und lieber mit Jungs ringen, aber ich musste mit Mädchen ringen", so Beggs. "Was kann ich sagen? Ich kann das texanische Parlament auffordern, die Regeln zu ändern, aber das geht nicht so schnell. Ich kann jetzt nur hoffen, dass die irgendwann mal merken, wie dumm die Regeln im Augenblick sind und dass man sie ändern muss, um Menschen in meiner Position Rechnung zu tragen."
Einige Gegnerinnen griffen Beggs persönlich an und warfen ihm vor, sich wegen seiner Hormontherapie Vorteile verschafft zu haben. So erklärte seine Halbfinalgegnerin Kayla Fitts, dass ihr Duell mit Beggs unfair gewesen sei. "Ich verstehe ja, wenn man sein Geschlecht ändern will, aber es gibt einen Ort und eine Zeit für alles. Man kann das nach der Highschool tun. Oder wenn man es tut, sollte man mit Sport aufhören." Eine andere Gegnerin weigerte sich sogar, gegen den 18-Jährigen anzutreten – angeblich aus Angst vor Verletzungen. (dk)
|














