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Aktionsplan "Queeres Brandenburg"

Familie ist der Hauptort von Diskriminierung

Laut der ersten Brandenburger Studie zur Lebenssituation von LGBT beklagt jeder zweite Betroffene Abwertung und Ausgrenzung.


Weihnachten "im Kreise der Lieben" ist für viele LGBT nicht immer eine angenehme Erfahrung
  • 27. Februar 2018, 06:56h 44 2 Min.

Laut einer am Montag in Potsdam vorgestellten Studie (PDF) haben 48 Prozent der LGBT in Brandenburg innerhalb der vergangenen fünf Jahre Diskriminierung erfahren. Am häufigsten waren trans Menschen (77 Prozent) betroffen, gefolgt von Lesben (54 Prozent), Schwulen (41 Prozent) und Bisexuellen (32 Prozent). Die Befragung, die allerdings nur auf den Angaben von 314 Teilnehmern einer Onlineumfrage beruht, wurde im vergangenen Jahr im Rahmen der Erarbeitung des Aktionsplans "Queeres Brandenburg" durchgeführt (queer.de berichtete).

Gefragt nach den Orten, an denen die Teilnehmer Diskriminierung erfahren haben, ist die Familie (43 Prozent) der meist genannt Ort. Je jünger die Befragten, desto häufiger wurden die negativen Reaktionen in der Familie erlebt. Trans Menschen machten in den vergangenen fünf Jahren sogar zu 78 Prozent negative Erfahrungen.

Laut der Umfrage sind die lesbischen und schwulen Befragten zum überwiegenden Teil, nämlich zu jeweils etwa drei Vierteln, voll geoutet. Hingegen hat die Mehrheit der trans Menschen (54 Prozent) und Bisexuellen (59 Prozent) sich nur einem kleinen Teil der ihnen nahestehenden Menschen anvertraut.

Kampf gegen Homo- und Transphobie auf Sparflamme

Parallel zu der Online-Befragung haben im vergangenen Jahr die ersten Maßnahmen des Aktionsplanes "Queeres Brandenburg" begonnen, so zum Beispiel das Projekt "Regenbogenfamilien in Brandenburg stärken". Nach Angaben des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie investierte das von SPD und Linke regierte Bundesland 100.000 Euro in Maßnahmen des Aktionsplans.

Für den LSVD Berlin-Brandenburg ist das zu wenig: "Der Kampf gegen Transphobie und Homophobie muss auch in Brandenburg noch stärker unterstützt werden", erklärte Geschäftsführer Jörg Steinert. Er erinnerte daran, dass für den Berliner Aktionsplan in den ersten beiden Jahren 2,1 Millionen Euro zur Verfügung standen.

In den nächsten Monaten wird der Doppelhaushalt 2019/20 im Brandenburger Landtag debattiert und beschlossen. Bislang gibt es keine näheren Informationen zu den geplanten Fördersummen ab 2019.

Laut dem im Dezember durch die Landesregierung vorgestellten Aktionsplan soll die Beratungsarbeit ausgebaut werden (queer.de berichtete). Unter anderem ist die Einrichtung und Finanzierung eines Regenbogenfamilienzentrums geplant. Nach Berlin, München und Wien wäre das Brandenburger Regenbogenfamilienzentrum das vierte Beratungszentrum dieser Art im deutschsprachigen Raum. (cw/pm)

-w-

#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 27.02.2018, 09:10h
  • In Familien ist das sicherlich auch der Fall, aber ich habe eher den Eindruck, dass der Arbeitsplatz der Hauptort für Diskriminierung ist. Ich höre das immer wieder und ich bin wirklich entsetzt darüber.
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#2 PeerAnonym
  • 27.02.2018, 09:36h
  • "Kampf gegen Homo- und Transphobie auf Sparflamme"

    Da hat sich die Landesregierung aus SPD und Linken bisher wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert.

    Es genügt nicht, immer nur zu sagen, dass man Homo- und Transphobie bekämpfen will, sondern man muss es auch tun. Und bereit sein, dafür auch etwas Geld in die Hand zu nehmen.
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#3 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 27.02.2018, 10:53h
  • Antwort auf #2 von Peer
  • So ist es.
    Nur leider dreht sich da alles wieder im Kreis. Solange die CDU an der Regierung ist, tut sich diesbezüglich nichts.
    Ich finde es ganz entscheidend, dass die Wähler umdenken und verstehen, dass andere Parteien regieren müssen.
    Mit CDU und SPD wird das niemals was. Da müssen die Grünen und die LINKE mehr Stimmen erhalten.
    Die FDP wra übrigens eine Partei, die früher gegen das AGG gestimmt hat und letzten Herbst die Jamaika-Koalition platzen ließ. Diese Partei ist ebenfalls nicht wählbar.
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