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SB 375
Wegen Homophobie: Hollywood droht erneut mit Georgia-Boykott
Wie schon vor zwei Jahren versucht sich der Heimatstaat von Coca-Cola und CNN an einem homophoben Gesetz – erneut gibt es Widerstand von der florierenden Filmindustrie.

Werden die Zombies aus "Walking Dead" Georgia verlassen, wenn der Bundesstaat zu homophob wird? (Bild: AMC)
- 27. Februar 2018, 12:42h 3 Min.
Mehrere Akteure aus der Hollywood-Filmindustrie drohen dem US-Bundesstaat Georgia einen Boykott an, sollte das Regionalparlament in Atlanta homophobe Gesetze beschließen. Der Südstaat hat sich in den letzten Jahren zu einer der beliebtesten amerikanischen Film-Locations außerhalb Kaliforniens entwickelt – im "Hollywood of the South" werden unter anderem Serien wie "The Walking Dead" und "Stranger Things" oder Blockbuster wie "Black Panther" produziert.
Anlass ist der Gesetzentwurf SB 375, das steuerfinanzierten Adoptionsagenturen erlauben soll, homosexuelle Paare ausschließlich wegen deren sexueller Orientierung abzulehnen. Die Agenturen müssen laut dem Entwurf ihre Ablehnung mit religiösen Bedenken begründen. Der von Republikanern kontrollierte Senat stimmte erst am Sonntag mit 35 zu 19 für den Entwurf – alle Senatoren der oppositionellen Demokraten votierten dagegen. Nun soll SB 375 im Repräsentantenhaus beraten werden.
Zu den Kritikern des Gesetzes gehört unter anderem der Drehbuchautor und Produzent Ben Wexler ("Arrested Development"). Er schrieb am Sonntagabend kurz nach der Verabschiedung des Gesetzes im Senat auf Twitter: "An die anderen Showrunner: Wenn dieser dumme Entwurf Gesetz wird, lasst uns damit aufhören, in Georgia TV-Sendungen zu filmen."
/ mrbenwexlerTo my fellow showrunners: if this dumb bill becomes law, lets be done filming television shows in Georgia https://t.co/d5Vd5bj8Rp
Ben Wexler (@mrbenwexler) February 26, 2018
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Auch der mit einem Emmy ausgezeichnete schwule Drehbuchautor und Schauspieler Dan Bucatinsky ("Scandal"), der mit seinem Ehemann zwei Kinder großzieht, kritisierte die Politiker des Südstaates. Der Gesetzentwurf "bringt meine Familie und viele andere amerikanische Familien in Gefahr", schrieb der 52-Jährige auf Twitter. "Lasst uns bitte die Produktion in Georgia boykottieren." Er spreche sich dagegen aus, Georgia wirtschaftlich zu unterstützen, wenn der Bundesstaat gleichzeitig "Gift versprüht". "Es macht mich krank, wenn ich daran denke, dass ich dort schon gefilmt habe. Und die hassen uns."
/ danbucatinskyThreatens my family & so many other American families. Lets please boycott so much production in Georgia fattening their economy to help fertilize poison like this. Sickens me to think of the time I shot there. And they hate us. #BoycottGeorgia https://t.co/sZKp3HaS3A
Dan Bucatinsky (@danbucatinsky) February 26, 2018
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Oscarpreisträger Dustin Lance Black ("Milk") warnte, die Homophobie der Politiker in Atlanta könne Auswirkungen auf die regionalen Arbeitnehmer haben, "wenn Unternehmen den Staat als zu intolerant einschätzen, um dort zu Hause zu sein".
/ DLanceBlackThis "solution" in search of problem (where none exists) could create real problems for the working people of #Georgia when businesses deem the state too intolerant to call it their home. https://t.co/bZRwseY8fu
Dustin Lance Black (@DLanceBlack) February 26, 2018
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Auch amazon.com könnte Georgia links liegen lassen
Laut dem Wirtschaftssender CNBC könne das homophobe Gesetz auch einen Milliardendeal mit dem Großunternehmen amazon.com gefährden, das bis Ende des Jahres nach einem zweiten Nordamerika-Sitz neben Seattle sucht. Atlanta gehört neben Städten wie Los Angeles, Toronto und Washington, D.C. zu den Finalisten.
Außerdem befürchten viele Großunternehmen, die ihren Hauptsitz in Georgia haben, ebenfalls Ziel von Boykottaufrufen zu werden. Dazu gehören unter anderem der Nachrichtensender CNN, der Postdienstleister UPS und der Brausehersteller Coca-Cola.

Am Ende könnte erneut Gouverneur Nathan Deal entscheiden, ob sein Staat mit Boykottaufrufen überzogen wird (Bild: Public Information Office / flickr)
Bereits 2016 musste sich Georgia wegen eines homophoben Gesetzentwurfes mit Boykottaufrufen auseinandersetzen. Damals wurde in beiden Kammern des Parlaments ein Gesetz beschlossen, das staatlich geförderten religiösen Einrichtungen die Diskriminierung von LGBT ausdrücklich erlauben sollte (queer.de berichtete). Schließlich legte der republikanische Gouverneur Nathan Deal sein Veto ein und beendete damit die Boykottforderungen (queer.de berichtete). Deal ist nach wie vor im Amt, hat sich aber zum vorliegenden Gesetzentwurf noch nicht geäußert. (dk)













"Homophobie macht hässlich"
So sieht jemand wahrscheinlich dann aus, wenn er/sie ein Leben lang homophob ist und nichts dagegen tut :-)