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Queeres Haus?

"Süddeutsche": 43 Abgeordnete sind homo oder bi

Anders als Migranten, Menschen mit Behinderung oder Dorfbewohner seien Nicht-Heterosexuelle im Bundestag fast angemessen repräsentiert, hat die Münchner Tageszeitung errechnet.


Plenarsaal des Deutschen Bundestags: Wie groß ist die Queerfraktion? (Bild: Deutscher Bundestag / Thomas Trutschel/photothek.net)

Noch nie zuvor haben sich so viele Abgeordnete in den Plenarsaal quetschen müssen: 709 Mitglieder zählt der neue Deutsche Bundestag. Geht man nach der Zehn-Prozent-Formel, dürften also mindestens 70 Parlamentarier zur inoffiziellen Queerfraktion gehören. Zum Vergleich: Die Grünen stellen gerade mal 67 MdBs.

Nun hat die "Süddeutsche Zeitung" ganz eigene Berechnungen angestellt. In einer durchaus lesenswerten Analyse, inwieweit der 19. Bundestag das Volk repräsentiert, kommen die Kollegen zum Schluss, dass 52 Nicht-Heterosexuelle dem Parlament angehören müssten, um ihren Bevölkerungsanteil widerzuspiegeln. Dies entspricht 7,3 Prozent.

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Nicht-Heterosexuelle "nominell gut repräsentiert"

Die zweite Zahl der "Süddeutschen" überrascht noch viel mehr: "43 Abgeordnete sind nicht heterosexuell, damit fehlen im Verhältnis zur gesamten Bevölkerung nur neun Personen", schreibt das Blatt. Homosexuelle und Bisexuelle würden damit "nominell gut repräsentiert". Dies sei bei Frauen, Alten, Jungen, Migranten, Muslimen, Menschen mit Behinderung oder mit Hauptschulabschluss, Alleinstehenden sowie Dorfbewohnern ganz anders.

Haben wir aber wirklich den queersten Bundestag der deutschen Geschichte? Wie die "SZ" auf 43 nicht-heterosexuelle MdBs kam, bleibt ihr Geheimnis, Namen werden natürlich nicht genannt. Auch den detaillierten Fragebogen, den das Blatt für ihre Studie an alle 709 Abgeordneten verteilt hat, haben nur 280 zurückgeschickt. Uns selbst sind nur etwa zwei Dutzend MdBs bekannt, die offen schwul oder lesbisch sind, und selbst von denen outen sich nicht alle auf ihrer Homepage.

Wirklich entscheidend ist allerdings eh nicht, wie groß oder klein nun die Queerfraktion im Parlament ist. Wir sollten besser darauf schauen, wie viele Abgeordnete aus welcher Partei sich für LGBTI-Rechte einsetzen, und da spielt die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität keine Rolle. Während etwa die lesbische AfD-Fraktionschefin Alice Weidel die Ehe für alle aktiv bekämpft, wählte die Linke mit Doris Achelwilm eine engagierte Frau, die in einer gemischtgeschlechtlichen Partnerschaft lebt, zu ihrer queerpolitischen Sprecherin.



#1 felix-cgnAnonym
  • 01.03.2018, 08:11h
  • Die Hetzer und Verschwörungstheoretiker über eine angebliche Homo-Lobby sowie die `es-ist-alles-erreicht- die-sollen-jetzt-still-sein´-Gegner*innen werden sich bedanken.

    Ja, es stimmt: so eine vermeintliche Analyse ist sinnloser Quatsch - und wem dient sie? siehe oben.

    Dass man sich in München nicht viel mehr mit bayerischer Homo- und Transfeindlichkeit beschäftigen mag, ist Staatsräson. Bis zum Herbst. Dann sind Landtagswahlen und wahrscheinlich wird diese Ignoranz der CSU dann gebrochen, leider mit Hilfe der AfD.

    Zum Glück werden sie mit denen nicht koalieren. Noch nicht.
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#2 RaffbiAnonym
  • 01.03.2018, 08:24h
  • Was soll denn das heißen "repräsentiert"? Nur weil ein Politiker eine nicht-heteronormative sexuelle Orientierung hat vertritt er damit automatisch sexuelle Minderheiten politisch im Bundestag? What the F?
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#3 RobinAnonym
  • 01.03.2018, 11:52h
  • "[...] um ihren Bevölkerungsanteil widerzuspiegeln. Dies entspricht 7,3 Prozent."

    Ich kenne auch die Statistiken, die von 7-8 Prozent ausgehen. Aber die sind wohl eher am unteren Rand anzusiedeln, denn gerade bei dieser Frage gibt es eine sehr große Dunkelziffer von versteckt lebenden Homo- und Bisexuellen.

    Ich kann mich noch gut an meine Cruising-Zeiten erinnern und wieviele Autos mit Kindersitzen habe ich da an den einschlägigen Treffpunkten gesehen. Alles junge Familienväter, die ihre heimlichen Lüste dann dort auslebten. Entweder weil sie heimlich bi waren oder Schwule, die nur aus Alibi geheiratet und Kinder gezeigt haben, weil ihr Umfeld (Familie, Freunde, Kollegen, etc.) das so erwartet hat.

    Alle seriöseren Studien gehen eher von 10-15 Prozent aus.
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#4 TheDadProfil
  • 01.03.2018, 12:35hHannover
  • Antwort auf #2 von Raffbi
  • ""Was soll denn das heißen "repräsentiert"? Nur weil ein Politiker eine nicht-heteronormative sexuelle Orientierung hat vertritt er damit automatisch sexuelle Minderheiten politisch im Bundestag? What the F?""..

    Originär..

    Vertreten denn nicht auch Abgeordnete vom Dorf die ländlichen Interessen und "Katholiken" dann "katholische Interessen" ?

    Nun ja..
    Bis eben auf Frau Weidel..
    Die vertritt dann wohl zukünftig "schweizer interessen"..
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#5 Carsten ACAnonym
  • 01.03.2018, 12:55h
  • Aber was bringt das schon, wenn auch diese Abgeordneten im Zweifel die Partei-Räson über alles andere stellen und sich nicht für LGBTI-Rechte einsetzen?
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#6 userer
  • 01.03.2018, 13:18h
  • So, so, das also ist investigativer Journalismus bei der "Süddeutschen". So brisant wie durchs Schlüsselloch gucken.

    1) Nicht ich will repräsentiert werden, sondern meine Ziele.

    2) Kurz gesagt: Spahn ist schwul, aber ich fühle mich von diesem ultrachristlichen Faschistenfreund mit AfD-Sprech nicht repräsentiert.
    Am anderen politischen Ende ist Gisy, der nicht schwul ist, von dem ich mich aber durchweg repräsentiert gefühlt habe, auch wenn ich seiner Partei- und sonstigen Linie nicht wirklich folgen mag.
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#7 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#8 Tommy0607Profil
  • 01.03.2018, 16:21hEtzbach
  • Gut so! Denn so eine Zeit sollte nie vergessen werden ; und sowas darf nicht wieder kommen !
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#9 johannbAnonym
  • 01.03.2018, 16:41h
  • Als ob ein Abgeordnete/r seine sexuelle Orientierung angeben müsste.
    Die Zeitung verkennt, dass, wie übrigends auch in der Befölkerung, es Homosexuelle gibt, die sich nicht outen. Und auch nicht outen müssen.
    Davon sind mir im Bundestag mindestens eine Person bekannt.
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#10 Paulus46Anonym
  • 01.03.2018, 17:20h
  • Antwort auf #9 von johannb
  • Also mir sind NUR 18 LGBTI-Abgeordnete im Bundestag mit Namen bekannt; aber ich lasse mich gerne "eines Besseren" belehren, wenn ich eine/n Abgeordneten "vergessen" habe.

    * 1949 Thomas Sattelberger (MdB, FDP, Bayern)
    * 1952 Barbara Hendricks (MdB, Umweltministerin, SPD, Nordrhein-Westfalen)
    * 1958 Peter Altmaier (MdB, Bundeskanzleramtsminister, CDU, Saarland)
    * 1962 Harald Petzold (MdB, Linkspartei, Brandenburg)
    * 1963 Anja Hajduk (MdB, Grüne, Hamburger Senatorin)
    * 1963 Johannes Kahrs (MdB, SPD, Hamburg)
    * 1964 Achim Kessler (MdB, Linkspartei, Hessen)
    * 1965 Ursula Schauws (MdB, Grüne, NRW)
    * 1969 Stefan Kaufmann (MdB, CDU, BaWü)
    * 1970 Michael Roth (MdB, SPD, Hessen)
    * 1972 Gerhard Schick (MdB, Grüne, BaWü)
    * 1975 Matthias Höhn (MdB, Linkspartei, Sachsen-Anhalt)
    * 1977 Kai Gehring (MdB, Grüne, NRW)
    * 1979 Alice Weidel (MdB, Baden-Württemberg, AfD)
    * 1979 Sven Lehmann (Grüne, Köln)
    * 1980 Jens Spahn (MdB, CDU, NRW)
    * 1976 Jens Brandenburg (MdB, FDP, Baden-Württemberg)
    * 1989 Konstantin Kuhle (MdB, FDP, Niedersachsen)
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