Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?30769

Akzeptanz von Homosexualität

Schwuler Judas-Priest-Sänger: Heavy Metal ist wie Fußball

Rob Halford vergleicht die Akzeptanz von Homosexualität in seinem Musikgenre mit der im Fußball. Außerdem glaubt er, dass Donald Trump nur den Homo-Hasser mimt.


Rob Halford war jahrzehntelang ein Hardrock-Idol, das seine Homosexualität versteckte – darunter habe er "fürchterlich" gelitten, sagt der Brite heute (Bild: Mark Coatsworth / wikipedia)

Judas-Priest-Veteran Rob Halford hat in einem Interview mit der "Schwäbischen Zeitung" darüber spekuliert, warum Homosexualität in der Heavy-Metal-Szene nach wie vor ein Tabu ist: "Ich würde sagen, es ist ähnlich wie beim Fußball: Es ist eine traditionelle Männer-Sache – und alles, was von der Regel abweicht, wird von der breiten Masse nicht akzeptiert. Man muss da einfach bestimmten Parametern entsprechen, sonst ist man nicht Teil davon", erklärte der 66-Jährige.

Das sei "zwar traurig, aber Realität". Es bedeute aber nicht, "dass es keine schwulen Metal-Musiker und keine schwulen Metal-Fans gibt. Auch Homos hören Metal."

Halford war zwischen 1972 und 1991 Judas-Priest-Mitglied und ist nach einer Pause seit 2003 erneut in der Band. 1998 outete er sich gegenüber "MTV News" als schwul.

Im neuen Interview erklärte der Engländer, der seit mehreren Jahren in der Wüste von Arizona lebt, er habe "fürchterlich" darunter gelitten, nicht früher offen über seine sexuelle Orientierung gesprochen zu haben. "Wegen dieser Lebenslüge hatte ich ein Alkohol- und Drogenproblem. Und deswegen habe ich Priest zwischenzeitlich verlassen – weil ich es nicht mehr ertragen habe, mich als jemand auszugeben, der ich nicht bin", so Halford. "Natürlich liebe ich die Musik – aber ich bin kein Metal-Tier, sondern ein schwuler Mann, der lange Zeit in einem regelrechten Gefängnis saß. Ich hatte Angst, mich zu outen, weil ich dachte, das würde der Band schaden. Deshalb habe ich mich erst geoutet, als ich solo unterwegs war."

Spekulationen über Donald Trump

Im Interview äußerte Halford sich auch zu Präsident Donald Trump – und deutete an, dass dieser in Wirklichkeit nicht so LGBTI-feindlich sei, wie er sich gebe. "Er haut verbal mächtig auf den Putz, aber ich denke, das ist nur Säbelrasseln für seine rechten Freunde. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass Trump etlichen schwulen Hochzeiten in New York beigewohnt hat, ehe er in die Politik gegangen ist", sagte Halford.


Betreibt US-Präsident Donald Trump nur "Säbelrasseln für seine rechten Freunde", ist aber in Wirklichkeit gar nicht homophob?

Auf die Nachfrage, ob Trump "auch schwul oder zumindest liberaler" sei, als er sich gebe, antwortete der Hardrocker: "Ich denke, dass er nur schauspielert – was für viele Politiker gilt. Da muss man das nach außen verkörpern, wofür man auf dem Papier steht. Wir sehen nur die Fassade, die er uns sehen lassen will. Aber wer weiß, wer er wirklich ist?"

Bereits vergangenen Monat hatte Halford schwule Metal-Fans in einem Interview mit einem deutschen Magazin aufgefordert, sich öffentlich zu zeigen. Ein Coming-out sei "das Beste, was man für sich selbst tun kann", so Halford (queer.de berichtete).

Die Band Judas Priest wird am Freitag mit "Firepower" ihr 14. Studioalbum veröffentlichen. Die erste Singleauskopplung aus der neuen Platte war "Lightning Strike". (dk)

Direktlink | Das ist nicht für Helene-Fischer-Fans: Rob Halford und seine Band lassen es beim Blitzeinschlag krachen



#1 Musica AeternaAnonym
  • 06.03.2018, 16:22h
  • Naja, die Frage ist halt auch: Mit was wird man konfrontiert in seinem Leben?
    Metal ist, generell, eher eine Art "Nischen-Genre", also eines, welches generell schon nicht stark rezipiert wird. Wenn man dann noch anteilig Homosexuelle bzw. Bisexuelle davon nimmt, dann ist es klar, dass hier anteilmäßig nicht sonderlich viele queere Menschen zu finden sind.
    Jedoch denke ich, dass auch die Musikkultur der LGBTTIQ*-Szene bzw. der schwulen und bi-männlichen Szene eher wenig Kontakt mit dieser Musik hatte. Wenn man mal so durch die Profile von Dating-Websites scrollt, kommt Metal nicht sonderlich häufig in der Musikangabe vor. Meiner Überlegung nach ist speziell Metal in der Szene eher kaum, bis gar nicht vorhanden. Ich habe auch noch nicht gehört, dass auf einem CSD oder einer Gay-Party mal Slayer, Children of Bodom, Nightwish oder wenigstens Iron Maiden, Motorhead, etc. gespielt wurden, wohlgemerkt in der "Originalversion" und nicht als Techno- oder Elektro-Remix.

    Zur Metal-Szene kann ich persönlich hauptsächlich positive Dinge berichten. Sicherlich gibt s auch hier "konservative" Strömungen, etc. beruhen, teilweise sogar welche mit nationalsozialistischen Hintergründen, allerdings muss ich für mich persönlich sagen, dass ich in der Metalszene eher aufgenommen wurde, als in der Schwulenszene. In meinen Augen gibt es kaum eine andere Szene, welche derart offen und tolerant gegenüber der Homosexualität ist, wie die Metalszene, sogar noch mehr, als die Schwulenszene, in welcher ich eher merkwürdig beäugt wurde, mit meinen schwarzen Klamotten und meinen langen Haare, welche nun mal nicht dem schwulen Stereotypen entspricht und ich nun mal kein "Durchschnittshomo" bin, wenn ich das hier mal so polemisch ausdrücken darf, wenngleich ich es in Siegen sogar wahrscheinlich noch vergleichsweise glücklich getroffen habe.

    Generell herrscht auch hier immer noch das Bild einer sehr männlich dominierten Szene vor, was sicherlich auch teilweise durchaus noch so ist, allerdings wird gerade damit oftmals gespielt und von den Anhängern der Szene überspitzt und komisch-klischeehaft betrieben.

    Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich von meinen Erfahrungen Kenntnissen ausgehe, die ich gesammelt habe. Wie das in der Metalszene in anderen, eher konservativen Ländern aussieht, weiß ich nicht; ich bin jetzt von der deutschen Szene ausgegangen, welche ich bisher als recht tolerant und offen "uns" gegenüber empfunden und wahrgenommen habe. Ich glaube, dass Veganer bzw. Vegetarier und Anti-Alkoholiker es hier wesentlich schwerer haben, als wir Homos ;)

    LG Musica
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LorenProfil
  • 06.03.2018, 18:45hGreifswald
  • Ich freue mich schon auf das neue Album des "Metal Gods", wie Mr. Halford auch in "Szenekreisen" genannt wird. Heavy Metal: Immer mal wieder gut um die verknarzten Gehörgänge durchzublasen. I like it.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 AlicalinoAnonym
  • 06.03.2018, 19:44h
  • Lieber Musica Aeterna,
    ich stimme Dir voll zu.
    Die Metalszene ist trotz des "harten" und "wilden" Aussehens ihrer Angehörig*innen toleranter als so manche homo-Community. Das ändert sich gerade aber stark in der Szene die Auffassung von Toleranz zu mehr Toleranz, doch herrschte lange Zeit ein gewisser Typ- und Kleidungsstil vor den Mann oder Frau zu bedienen hatte. Dabei hatte ich immer das Gefühl, dass es bei den Männern enger gesehen wurde als bei uns Frauen.
    Ich wüsste nicht, dass es mal zu Schlägereien oder ähnlichem gekommen ist - unter diesen "Wilden". Die sind gechillt, haben die Musik zum abgehen und trotz Alk in Hülle und Fülle und Zehntausende auf einem Gelände die da auch Zelten, gibt's keine Prügeleien.
    Nur, dass Metal keine Frauensache sein soll, da kann ich nicht anders als zu widersprechen: Joan Jett and The Black Hearts (vorher The Runnaways), Doro, Nightwish, EPICA, Within Temptation, Evanesence, Xandria, Lacuna Coil, Sirenia, Dark Princess, Arch Enemy, Warlock, Existtrace, Tristania, Blondie, ...
    und vielen Bands geben Frauen erst die Stimmen und den typischen Klang.
    Einige Heavy Metler haben immer mit den Geschlechtergrenzen gespielt Alice Cooper, Dio, Ozzi Osbourne, ...
    Kennt ihr die längst zum Kult gewordene "Rocky Horror Picture Show" etwa nicht?
    Außerdem kennen LGBTIQ, Metler, Punker und Goth den Begriff "Stino" und benutzen ihn auch in ähnlicher Weise!
    Metal und Schwarze Szene, da braucht man als homo, trans, queer keine Sorgen haben ausgegrenzt oder dumm angemacht zu werden, und noch etwas: "Schwarz kann sehr sehr bunt sein :-)"
    Wer Metal mit dem leider immer noch frauenverachtenden und leider immer noch homophoben Fußball gleich setzt hat's einfach nicht begriffen.
    Frauenverachtend weil : Weltmeistern wir im Frauenfußball in Serie!! (das hat keine Deutschland-Männer-Mannschaft je geschafft und wird sie auch nicht!!!!), sind die Nachrichten nicht voll davon, hupen nicht Autos hinter Autos durch die Innenstädte, hängen nicht überall die Deutschlandfahnen und die der anderen Länder an Autos, aus den Fenstern, es gibt auch keine 1001 Interviews und Analysen, Lokale und ganze Straßenzüge sind nicht in Feierlaune, Mann trifft sich selten bis gar nicht in Kneipen um gemeinsam Frauenfußball zu gucken, Public Viewing für Frauenfußballweltmeisterschaften gibt es nochmals wo?, und und und - sind ja nur Frauen, die da gewonnen haben, die da spielen: Na, viel mitbekommen von Deutschland / Island im Endspiel?
    Sind die Fußballfragen in den Quizshows jemals über Frauenfußball gewesen? Welche beiden Frauenmannschaften standen sich in der letzten Europameisterschaft im Halbfinale gegenüber?
    Wer war Bundestrainerin zur Jahrtausendwende der deutschen Frauenfußballmannschaft? Wen meint man mit "Unsere Elf hat wieder grandios gespielt!"
    Können sich die Fußballkerle nicht für ihre Frauen freuen, die haben auch für Deutschland gespielt und sich nichts dabei geschenkt und sie teilen die Begeisterung für den selben Sport, was ich von mir nicht behaupten kann: Frauen die Fußball spielen find ich gut, doch Männer die Fußball spielen, das ist langweilig. Süß ist wenn sie sich alle lieb haben wenn einer ein Tor geschossen hat - das war es aber dann auch schon.
    Fazit:
    Metal, Goth, Punk und LSBTIQ, das passt, die haben viele Gemeinsamkeiten.
    Metal und Fußball, das sind verschiedene Welten - Fußball ist extrem Intollerant und es ändert sich nur ganz langsam etwas.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LorenProfil
#5 RyluriAnonym
  • 07.03.2018, 07:06h
  • Der Vergleich mit Fußball ist eher unpassend finde ich, da die Metal Szene sehr tolerant ist. Zur Schwulen Szene kann ich nichts sagen da ich nicht der Mensch bin der oft feiern geht. Ich war aufgrund meiner Kindheit mal in der Klappse und da kann man dann halt nicht so Sachen wie Katy Perry hören , da in den Texten "Tabuthemen" wie Depressionen und dunklere Themen gar nicht behandelt werden und die Musik gar nicht an einen rann kommt. In dem Sinne: Meddl Loide!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 BernerAnonym
  • 07.03.2018, 09:17h
  • Antwort auf #1 von Musica Aeterna
  • Ja ich habe sogar mal an einem Delain Konzert ein schwules Metal-Bärchen-Pærchen gesehen. Voll süss...
    Ja die Metaller sind schon eher offen und tolerant, so wie auch die ganze new-wave und gothic-szene auch...
  • Antworten » | Direktlink »
#7 ImdruilAnonym
  • 08.03.2018, 09:57h
  • Antwort auf #1 von Musica Aeterna
  • Ich kann tatsächlich nur zustimmen. Ich bin seit vielen Jahren in der Szene unterwegsund toleranter/weltoffener als die schwarze Szene resp. Metalszene resp. Mittelalter/LARP-Szene geht es fast nicht mehr.
    Klar, man wird am Anfang auch beäugt wenn man als Mann Herrenröcke trägt, aber mittlerweile ist das akzeptiert (und nebenbei sehr bequem!).

    Zum Thema lange Haare: Lange Haare sind an Männern einfach unfassbar sexy und, das ist meine Meinung, sehr maskulin.
    Ich stehe da voll drauf ;)
    In diesem Sinne: Bleiben wir so, wie wir sind und freuen uns an schönen, langhaarigen Männern...
    PS: In der Metalszene gibt es auch immer mehr Männer, die sich wieder Pelz wachsen lassen.
    Auch das finde ich sehr geil und männlich.
  • Antworten » | Direktlink »