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Anja Karliczek ignoriert Studien

Neue CDU-Bildungsministerin: Regenbogenfamilien schlecht für Kinder

Aus der SPD gibt es Kritik an der designierten Bildungs- und Forschungsministerin, weil sie Kindern aus Regenbogenfamilien pauschal unterstellt, sich schlechter zu entwickeln als Kinder aus "traditionellen" Familien.


Anja Karliczek will als Bildungsministerin offenbar keine wissenschaftlichen Studien anerkennen, die ihrer Ideologie widersprechen (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Unter Sozialdemokraten regt sich Widerstand gegen die künftige Bildungs- und Forschungsministerin Anja Karliczek, die von ihrer Christlich Demokratischen Union für das Amt nominiert worden war. Hintergrund ist eine Aussage der 46-jährigen Abgeordneten aus Steinfurt während der Debatte um die Ehe für alle im letzten Sommer.

Karliczek lehnte – wie auch drei Viertel ihrer Fraktion – im Bundestag die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht ab. Sie begründete das damals mit den Worten: "Im Gegensatz dazu wie immer behauptet wird, gibt es keine Langzeitstudien zu den Auswirkungen auf Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Meine Einschätzung als Mutter dreier Kinder ist die, dass es für die Entwicklung von Kindern wichtig ist, das emotionale Spannungsfeld zwischen Vater und Mutter zu erleben."

Spanier-Oppermann: Ministerin leugnet wissenschaftliche Studien

Die NRW-Landtagsabgeordnete Ina Spanier-Oppermann, die auch eine Sprecherin für die Arbeitsgemeinschaft SPDqueer ist, übte scharfe Kritik an der gegen Regenbogenfamilien gerichteten Haltung der CDU-Politikerin: "Eine designierte Bildungsministerin, die mehr als 75 eindeutige und anderslautende Studien zu dem Thema Regenbogenfamilien leugnet, hat eine eigensinnige Vorstellung zu ihrem zukünftigen Arbeitsbereich", so Spanier-Oppermann am Mittwoch.

Es könne nur zwei Gründe für die Haltung Karliczeks geben: "Kraliczek scheint entweder bewusst Stimmung gegen gleichgeschlechtliche Eltern und auch zu Lasten von Kindern in Regenbogenfamilien zu machen, um ein erzkonservatives Wähler*innen-Milieu anzusprechen. Oder es handelt sich um die Rückkehr des Bauchgefühls, das schon die Kanzlerin dazu bewog, eine aktive Gleichstellungspolitik der SPD zu blockieren."


Ina Spanier-Oppermann an ihrem Arbeitsplatz, dem Landtag in Düsseldorf (Bild: SPD NRW)

Spanier-Oppermann versprach, dass diese Haltung mit der SPD nicht umzusetzen sei. "Die SPD wird dafür Sorge tragen, dass Frau Kariliczeks Einschätzungen nicht die Gleichstellungspolitik der kommenden Legislatur bestimmen können. Denn wir wissen längst, was alle Studien belegen: Für das Wohlergehen eines Kindes ist die Beziehung zu den Eltern und nicht deren Geschlecht entscheidend", so die Landtagsabgeordnete.

Mit der homophoben Aussage Karliczeks hatte sich bereits vor einer Woche der Tagesschau-Faktenfinder auseinandergesetzt. Hier kam man zu einem eindeutigen Ergebnis: "Dass das 'emotionale Spannungsverhältnis zwischen Vater und Mutter', auf das sich Karliczek aus ihrer persönlichen Erfahrung bezieht, für die Entwicklung von Kindern wichtig sei, ist durch Forschungsergebnisse nicht belegt. Die große Mehrzahl der Untersuchungen kommt zu dem Schluss, dass es Kinder bei gleichgeschlechtlichen Eltern keinesfalls schlechter haben." (dk)



#1 TimonAnonym
  • 07.03.2018, 12:49h
  • Wie kann eine Person, die wissenschaftliche Fakten leugnet und ohne jeden theoretischen oder empirischen Beleg stur das Gegenteil behauptet, ausgerechnet Ministerin für Bildung und Forschung werden?

    Da wird der Bock zum Gärtner gemacht.
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#2 stromboliProfil
#3 TimonAnonym
  • 07.03.2018, 12:54h
  • "Aus der SPD gibt es Kritik an der designierten Bildungs- und Forschungsministerin"

    Wer koaliert denn mit solchen Leuten? Wer hat denn alle LGBTI-Themen in den Koalitionsverhandlungen komplett aufgegeben um entgegen der eigenen Versprechen weitere 4 Jahre Schoßhündchen der homo- und transphoben Union zu sein?

    Die SPD.

    Dann brauchen die jetzt nicht so scheinheilig Empörung vorzugaukeln.
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#4 Ralph
  • 07.03.2018, 12:55h
  • Wie ich ihrer eigenen Homepage entnehme, hat die Dame Ausbildungen als Bankkauffrau und als Hotelfachfrau absolviert und dann noch Betriebswirtschaft studiert. Politisch hat sie sich vorwiegend mit dem Bund-Länder-Finanzausgleich und mit Haushaltsrecht befasst. Von dem Ressort, das sie leiten soll, und dessen Aufgaben und Inhalten hat sie offenkundig keine Ahnung. Ihre vermeintlichen Sachkenntnisse schöpft sie nur aus ihrer privaten Stellung als Mutter dreier Kinder. Ich gewinne den Verdacht, dass einfach eine 1. Frau und 2. Vertretung ihres Partei-Landesverbandes gebraucht wurde, um den Proporz zu wahren. Sach- und Fachkenntnis sind egal. Wie sie selbst erklärt, hat sie sich in den paar Tagen zwischen ihrer Auswahl zur Ministerin und dem Ergebnis des SPD-Mitgliederentscheids mal so eben über ihre künftigen Aufgaben informiert. Ich will ja nicht sexistisch erscheinen, aber wenn ich mir diese Madame und die Frau Bär von der CSU anschaue, die sich auch gerade der Lächerlichkeit preisgibt, kam es scheint's nur darauf an, jeweils eine Frau jüngeren Lebensalters ins Amt zu hieven. Kompetenz egal.
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#5 Danny387Profil
  • 07.03.2018, 13:01hMannheim
  • Kaum hat BY ein Wort der Vernunft gesprochen (wenn wohl auch nur widerwillig), geht die Hetze von anderer Seite von Neuem los. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn die Homophoben mal für eine Woche den Mund halten.
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#6 stromboliProfil
  • 07.03.2018, 13:05hberlin
  • Antwort auf #1 von Timon
  • tja, das ist eine gute frage.. genau darüber haben die sozialdemokrtaen in ihrer parteieninternen umfrage nicht abgestimmt.

    Nun zugestimmt, sind sie auch den verpflichtenden auflagen einer vereinbarung ausgeliefert.
    Vollpfosten wie der dobrindt z. mussten ertragen werden, und nun werden sie auch diese "frauenpolitikerIn" ertragen müssen.
    Nun, dafür dürfen sie im finanzministerium ja schalten und walten .. so die eigenwerbung.
    Wer das zukünftig vorgeführt wird, ist noch abzuwarten..
    Die ersten minen sind gelegt in form der kanditaturen.. die selbstzerlegung in den gremien und ausschüssen wird kommen.
    Dafür dürfen sozis sich wieder als wächter des haushaltsäckels hervortun... so hat man 1914 die kriegsanleihen begründet..
    So hat man harz 4 instaliert, so wird man zukünftiges instalieren.
    Wer hat uns verraten..?
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#7 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#8 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#9 MettwurstAnonym
  • 07.03.2018, 13:12h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Steinfurt ist übel erzkatholisches Milieu, dort wird natürlich nur geglaubt, nicht gedacht.

    Außerdem ist die Frau nicht nur eine Göttergläubige, sondern lediglich Diplom-Kauffrau, also profitfixierte Buchhalterin, nicht wissensbasierte Akademikerin, was sich sehr negativ auf die Leitung des Bundesbildungsministeriums auswirken dürfte.

    Merkel holt sich im Zuge der Kabinettssbildung übrigens Stellvertreter_innen wie Karliczek und Spahn, damit ihre homophoben Bauchgefühlblähungen auch fürderhin Raum greifen können, ohne dass jemand dirket auf sie mit dem Finger zeigt.

    Ach ja, im Zuge des Genderns weise ich noch darauf hin, dass hier die Ziege zur Gärtnerin gemacht wird.
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#10 AlexAnonym
  • 07.03.2018, 13:16h
  • So eine Herabwürdigung von Regenbogenfamilien ist nicht nur eine Beleidigung für schwule und lesbische Eltern und deren Erziehungsarbeit, die wertvolle Leistung für die gesamte Gesellschaft erbringen. Sondern es ist auch eine Herabwürdigung der Kinder und stellt sie als Menschen 2. Klasse oder gar irgendwelche gestörten Freaks dar.

    So jemand ist für ein Ministeramt gänzlich ungeeignet. Und wer lügt und wissenschaftliche Fakten ignoriert ist erst recht als Bildungs- und Forschungsministerin ungeeignet.

    Hetzen und Kindern schaden soll die anderswo, aber nicht im Kabinett.
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