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Neukölln

Berlin: Schwuler mit Messer angegriffen und verletzt

Der 24-Jährige, der zusammen mit seinem Freund unterwegs war, erlitt bei dem Angriff durch zwei Jugendliche einen Stich in den Oberschenkel und einen Schlag gegen den Kopf.


Symbolbild für die Berliner Polizei, die mögliche homo- oder transphobe Hintergründe einer Tat in ihren Presseberichten immer wieder aufgreift (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

  • 9. März 2018, 19:09h 7 2 Min.

Die Berliner Polizei hat am Freitagabend einen von ihr als homophob bezeichneten Übergriff öffentlich gemacht. Er trug sich demnach bereits in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in Neukölln zu, als ein 24-Jähriger gegen 23.40 Uhr zusammen mit seinem 27-jährigen Lebensgefährten in der Mainzer Straße unterwegs war.

Die beiden Männer, die ihre Arme untergehakt hatten, wurden von zwei Jugendlichen angesprochen und nach Zigaretten gefragt, woraufhin sie ohne zu reagieren weitergingen. Die beiden Unbekannten folgten ihnen und der Jüngere bekam plötzlich einen Schlag gegen den Kopf und anschließend einen Messerstich in den Oberschenkel. Der Verletzte rettete sich zusammen mit seinem Partner, der nicht angegriffen wurde, in eine nahegelegene Bar, wo Gäste einen Rettungswagen und die Polizei alarmierten. Der 24-Jährige kam in ein Krankenhaus, wo die Stichwunde versorgt werden musste. Lebensgefahr besteht nicht.

Die Angreifer flüchteten unerkannt. Wie in Fällen von vermuteter Hasskriminalität üblich hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Weitere Angaben zu Opfer und Tätern oder einen Aufruf nach Zeugen enthielt der Polizeibericht zunächst nicht.

Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Laut einer vorläufigen Statistik wurden den Beamten in Berlin 2017 insgesamt 161 Vorfälle im Bereich "sexuelle Orientierung" gemeldet – die Statistik umfasst u.a. auch Beleidigungen und Propagandadelikte. Im Vorjahr waren es 164 Vorfälle, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Schöneberg und Neukölln. Untersuchungen der Fälle zeigten sehr unterschiedliche Motive. (nb/pm)

#1 RobinAnonym
  • 09.03.2018, 20:24h
  • Bei jeder solcher Meldungen könnte ich kotzen. Nicht nur über die Täter, sondern auch über die Bundesregierung, die weiterhin rechtliche Geichstellung, besseren Schutz vor Diskriminierung, Bildungsprogramme und Aktionspläne, etc. blockiert.

    Und damit meine ich ausdrücklich die gesamte Bundesregierung:

    Die CDU/CSU dafür, dass sie bei allen LGBTI-Themen aus Prinzip blockiert.

    Und die SPD dafür, dass sie alle Wahlversprechen aufgegeben hat und dieser Union (inkl. einer Bildungsministerin, die LGBTI als Gefahr für Kinder ansieht) zur Macht verhilft.
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#2 Carsten ACAnonym
  • 09.03.2018, 20:44h
  • Wir brauchen endlich volle rechtliche Gleichstellung, Diskriminierungs-Schutz, etc. Das führt nicht automatisch zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz, ist aber Vorraussetzung, dass sich überhaupt mal was ändern kann.

    Und dann brauchen wir auch noch mehr Sichtbarkeit und mehr Selbstverständlichkeit: bei den Medien, aber auch bei uns selbst. Denn nur dann wird das selbstverständlich und die Leute sehen die Menge und Vielfalt an GLBTI.
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#3 GerritAnonym
  • 09.03.2018, 21:49h
  • Wenn man mal sieht, wieviele homo- und transphobe Überfälle es alleine schon in Berlin gibt, kann man hochrechnen, wieviel das in ganz Deutschland sein müssen...

    Aber während dankenswerterweise die Berliner Polizei homo- und transphobe Gewalttaten explizit erfasst, geschieht das leider nicht deutschlandweit.

    Grüne und Linke fordern das seit langem, damit man überhaupt mal weiß, wie groß das Problem ist, ob es sich irgendwo häuft, etc., was ja sehr wichtig wäre. Aber das wird leider schon seit Jahren von der schwarz-roten Bundesregierung (und davor der schwarz-gelben) blockiert.

    Wahrscheinlich wollen Union und SPD gar nicht, dass das wahre Ausmaß bekannt wird - denn dann würde man sehen, wie tatenlos Union und SPD dabei zusehen und dann könnten die gezwungen werden, endlich zu handeln, was die wohl scheuen.
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