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Vor Treffen mit Mike Pence

Irischer Premier: USA nicht mehr führend bei LGBTI-Rechten

Bei seinem Besuch in den USA bedauert der irische Regierungschef, dass die US-Regierung an Minderheitenrechten kein Interesse hat.


Leo Varadkar veröffentlichte auf seiner Twitter-Seite ein Foto mit der irischen Dragqueen Panti Bliss (Bild: Twitter / @campaignforleo)

Leo Varadkar, der offen schwule Premierminister der Republik Irland, hat in einer Diskussionsrunde in Austin (US-Bundesstaat Texas) erklärt, dass die Vereinigten Staaten nicht mehr führend bei LGBTI-Rechten seien. Nach Angaben der "Irish Times" möchte er das Thema bei US-Vizepräsident Mike Pence ansprechen, den er am Freitag treffen wird. Pence gilt als erbitterter Gegner von LGBTI-Rechten, der in der Vergangenheit für Homo-"Heilung" geworben hat.

"Wir haben Amerika immer als Leuchtturm der Freiheit angesehen. Das ist das Land der freien Menschen und die Heimat der Wackeren – hier hat die Bewegung für Homosexuellenrechte begonnen", so Varadkar. "Es ist wirklich hart, wenn man sieht, dass ein Land, das auf individueller Freiheit aufgebaut wurde, in diesem Bereich nicht mehr der Anführer der Welt ist. Ich denke, die meisten Amerikaner würden mir in dieser Einschätzung zustimmen, auch wenn die Mehrheit der Regierung dies nicht tut."

Premierminister wird Stonewall besuchen

Varadkar kündigte auch an, dass er den Ort der Stonewall-Proteste in New York City besuchen möchte. Der Aufstand in der Christopher Street im Jahr 1969 – dreitägige Straßenschlachten zwischen Homosexuellen sowie Transpersonen und der New Yorker Polizei – gilt als Beginn der weltweiten LGBTI-Bewegung.

Bereits letzte Woche hatte Varadkar im irischen Parlament erklärt, er stimme vielen von Trumps Ansichten nicht zu. Als Themenbereiche nannte er die Einwanderungspolitik, den Klimawandel, die Unterstützung von freiem Welthandel, Frauenrechte sowie "die Rechte von Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell oder trans sind".

In dem Gespräch in Texas äußerte sich der erste indischstämmige Regierungschef der Grünen Insel auch zur Einwanderungspolitik: "Ich lebe jetzt in einem Land, in dem 17 Prozent der Bevölkerung nicht in Irland geboren wurden. Wir stehen deshalb besser da", sagte der 39-Jährige. "Es ist ein großer Bonus für ein Land, wenn junge Menschen mit Talenten einwandern und ihr Können mitbringen."


Im vergangenen Jahr besuchte Varadkar gemeinsam mit seinem kanadischen Amtskollegen den CSD in Montréal

Der irische Regierungschef besucht traditionell im März die USA. Anlass ist der in Amerika beliebte St. Patrick's Day, mit dem irischstämmige US-Bürger traditionell ihre Herkunft mit viel Bier und anderen meist grün gefärbten alkoholischen Getränken feiern.

Im vergangenen Jahr wurde Varadkar, ein Mitglied der konservativen Partei Fine Gael, zum ersten offen schwulen Regierungschef gewählt – 23 Jahre, nachdem Homosexualität im tiefkatholischen Land legalisiert wurde (queer.de berichtete). (dk)



#1 Patroklos
  • 12.03.2018, 13:08h
  • Ein mutiger Mann, der sich mit Pence trifft und ihm mal ordentlich die Meinung sagen sollte.
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#2 AndyJennerAnonym
  • 12.03.2018, 13:18h
  • Amerika? In der vergangenheit führend in LGBT-Rechten? Danke für den Lacher des Tages ;D
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#3 Tommy0607Profil
  • 12.03.2018, 16:15hEtzbach
  • Wo er Recht hat , hat er Recht!
    Die USA ist seit einiger Zeit nicht mehr das Land der unbegrenzten Möglichkeiten .
    Freiheiten , Toleranz und Gleichheit fehlen dort etwas .
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#4 ThomasMucAnonym
  • 12.03.2018, 17:53h
  • Stonewall war nicht 1968,sondern 1969.
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  • Anm. d. Red.: Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.
#5 xxxxAnonym
  • 12.03.2018, 19:39h
  • Erster schwuler Regierungschef? Von Irland ja, aber sonst gab es schon welche in Belgien und Luxemburg.
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#6 Gerlinde24Profil
  • 13.03.2018, 04:59hBerlin
  • Das die USA nicht mehr die Nummero Uno ist, haben wir den dort ansässigen Religioten, den Republikanern, und Donals "ich grabsche allen an die Pussy" Trump zu verdanken.
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#7 Gerlinde24Profil
#8 RobinAnonym
  • 13.03.2018, 10:38h
  • Da hat er leider vollkommen recht.

    Mit Trump marschieren die USA stramm zurück in dunkelste Vergangenheit und entfernen sich immer mehr von Demokratie und Rechtsstaat.

    Selbst die US-Verfassung ist denen nicht mehr viel wert, wo die Gleichheit aller Bürger angemahnt wird, aber jetzt soll in immer mehr Bereichen die Diskriminierung von LGBTI gesetzlich legitimiert werden.
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#9 TheDadProfil
  • 13.03.2018, 11:02hHannover
  • Antwort auf #7 von Gerlinde24
  • ""Pence ist nicht selbst homophob, er benutzt die Homophobie nur, um gewählt zu werden, was für mich schlimmer ist!""..

    Ich würde mir solche Sätze sehr genau überlegen..
    Vor allem weil die Lebensgeschichte des Mr.Pence diametral gegen diese Aussage steht..

    Frei nach dem Motto, der "Papst" ist ja nicht "katholisch", das macht ja nur sein Amt..
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#10 Carsten ACAnonym
  • 13.03.2018, 11:28h
  • Antwort auf #8 von Robin
  • Und wenn man dann noch bedenkt, dass die Mehrheit der Amerikaner Clinton gewählt hat und Trump nur Präsident geworden ist, weil nicht die Mehrheit der Gesamt-Stimmen, sondern die Mehrheit der Wahlmänner aus den Bundesstaaten zählen und innerhalb der Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht gilt (selbst wenn es nur eine Stimme Vorsprung ist, bekommt dieser Kandidat alle Wahlmänner dieses Wahlkreises)...

    Und die halten sich auch noch für die "größte und tollste Demokratie der Welt".
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