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Abschied vom Kondom

Raging Stallion zeigt künftig Bareback-Sex

Nach 20 Jahren verzichtet Raging Stallion Studios erstmals in einem Film auf die Nutzung von Kondomen.


Eddy Cetee (li.) und Kurtis Wolf (re.) sind zwei der Darsteller im ersten Barebackporno von Raging Stallion (Bild: Twitter / @iamstevecruz)

Das 1998 gegründete amerikanische Pornolabel Raging Stallion Studios dreht erstmals einen pornografischen Film ohne Kondome. Das bestätigte ein Sprecher des Labels gegenüber dem schwulen Pornoblog Str8UpGayPorn. "Ich kann bestätigen, dass wir derzeit einen Raging-Stallion-Film mit dem Titel 'Raw Power' drehen. Dabei handelt es sich um eine Barebackproduktion, die im Mai auf den Markt kommen soll." Man werde künftig sowohl Szenen mit als auch ohne Kondome produzieren.

Gerüchte über den ersten Barebackfilm des Labels aus San Francisco waren letzte Woche aufgekommen, als der Regisseur auf Twitter Bilder vom Set veröffentlichte und dabei den Hashtag #rawpowerxxx verwendete. "Raw" (roh) wird in der Pornoindustrie ebenso wie "bareback" (Reiten ohne Sattel) als Codewort für kondomlosen Sex genutzt.



Über Jahre war kondomloser Sex bei den größten schwule US-Pornolabels verpönt. Regisseurin Chi Chi LaRue sagte etwa 2008, dass Bareback-Pornodarsteller "falsche Vorbilder" seien und steigende HIV-Infektionszahlen provozieren könnten (queer.de berichtete). 2012 hat die Stadt Los Angeles die Produktion von Filmen, bei denen keine Kondome genutzt werden, verboten (queer.de berichtete). Ein kalifornienweites Verbot wurde aber in einem Volksentscheid 2016 abgelehnt (queer.de berichtete).

In den letzten Jahren haben aber immer mehr Pornolabels auch kondomlose Filme gedreht, da diese in der Regel erfolgreicher waren – und viele US-Firmen Marktanteile an europäische Anbieter verloren haben, die weniger Berührungsängste mit Bareback-Filmen hatten. Vor kurzem fing etwa auch das US-Label CockyBoys damit an, Bareback-Szenen zu produzieren. Laut Str8UpGayPorn beharren nur noch vier amerikanische Pornoproduzenten generell auf Kondome – dabei handelt es sich um GayHoopla, GayRoom, Titan und PrideStudios.

Befürworter eines Bareback-Verbots in kalifornischen Pornos argumentieren, dass nur so die Darsteller vor gesundheitlichen Schäden geschützt werden könnten. Gegner behaupten dagegen, dass mit der Kondompflicht die Pornoproduktion in den Untergrund gedrängt werde und damit die bereits existierenden kalifornischen Gesundheitsstandards umgangen werden könnten. Außerdem habe sich Safer Sex weiterentwickelt, da nun auch Schutz durch Therapie oder PrEP zur Verfügung stünden.

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Trump- und Waffen-Fan spielt bei "Raw Power" mit

Neben der Kondomfrage könnte "Raw Power" noch wegen eines anderen kontroversen Themas umstritten sein: Einer der Hauptdarsteller ist Sergeant Miles, der in einer Szene mit Eddy Ceetee zu sehen sein wird. Miles war bereits wegen seiner Unterstützung von Präsident Donald Trump und des Rechts auf Waffenbesitz bei vielen Pornofans in Ungnade gefallen; letzten Monat sorgte er mit Tweets für Proteste, als er Opfern des Schulmassakers von Parkland "Feigheit" vorwarf, weil diese sich in Schränken versteckt hätten, anstatt auf den Attentäter loszugehen. Bei dem Amoklauf hatte ein 19-Jähriger 17 Menschen erschossen und 17 weitere zum Teil schwer verletzt.



Die Aussage von Sergeant Miles hatte zu heftigen Protesten geführt. Selbst Kurtis Woolfe, der ebenfalls bei "Raw Power" mitspielte, kritisierte seinen Kollegen scharf. Auf Twitter schrieb er: "Ich bin so angewidert. Ich kann nicht glauben, dass ich zugestimmt habe, mit diesem Spinner einen Film zu drehen." (cw)



#1 Patroklos
  • 12.03.2018, 20:09h
  • Die vier Studios, die noch Pornos mit Kondomen produzieren, gebührt meinen großen Respekt, da sie diesen Barebackmist nicht mitmachen! Raging Stallion hat sich mit dieser Entscheidung wahrlich keine Freunde gemacht.
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#2 BEARAnonym
#3 daVinci6667
  • 13.03.2018, 11:41h
  • Keine gute Entwicklung finde ich. Natürlich will der Konsument alles bareback sehen. Ist nunmal einfach geiler, selbst nur beim zugucken.

    Ich selbst habe in meinem Leben nur wenige Male Kondome verwenden müssen. Ich mag diese glitschigen, gummigen Dinger wirklich nicht. Trotzdem sage ich, es gibt auch eine Verantwortung gegenüber den Darstellern und deren Partnern. Und es gibt nicht nur HIV. Würde euer Partner dieser Arbeit nachgehen, würdet ihr eine Kondompflicht auch befürworten.

    Wir sollten nicht alles nur immer dem höheren Profit opfern. Die Gesundheit der Darsteller geht meiner Meinung nach klar vor.
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#4 ursus
  • 13.03.2018, 12:12h
  • Antwort auf #3 von daVinci6667
  • das wort "bareback" war vielleicht noch einigermaßen sinnvoll, als damit vor allem sex zwischen wissentlich hiv-positiven schwulen gemeint war. schon als es zur abwertung (tatsächlich oder auch nur vermeintlich) verantwortungsloser schwuler verwendet wurde (wenn der papst den verzicht auf verhütung propagiert, ist seltsamerweise ja nie von "bareback" die rede), bekam dieses wort einen unangenehm aggressiven moralischen geschmack. spätestens seit es mit der PrEP die möglichkeit gibt, sich auch ohne kondom vor HIV zu schützen, ist dieses wort für mich obsolet geworden.

    dass der schutz vor anderen STIs natürlich nicht vernachlässigt werden darf (regelmäßige tests können das aber heute ganz gut gewährleisten), steht außer frage.
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#5 Pharma-LobbyAnonym
  • 13.03.2018, 12:45h
  • Applaus!

    Je mehr Menschen dauerhaft abhängig von unseren Cocktails sind

    oder sich durch raffiniertes Marketing abhängig machen lassen, desto mehr klingeln die Kassen!

    Nebenwirkungen egal bzw. werden gar nicht erst untersucht! (wir bezahlen die Studien! Und machen die Regeln!)

    Kondome sind von gestern!
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#6 ursus
  • 13.03.2018, 13:13h
  • Antwort auf #5 von Pharma-Lobby
  • "Nebenwirkungen egal bzw. werden gar nicht erst untersucht!"

    natürlich sind die interessen der pharma-industrie kritisch zu beobachten. realitätsferner quatsch wie dieser satz tragen zu einer sachlichen diskussion aber leider nicht bei.
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#7 seb1983
  • 13.03.2018, 20:54h
  • Antwort auf #6 von ursus
  • Da freut sich wer früh investiert hat, wenn die Zulassung überall durch ist und die Pillen einfach in der Apotheke erhältlich sind klingelt die Kasse, leider hab ich einen eher konservativen Mix gewählt aber das sichert bei den Pharmaaktien auf jeden Fall die Dividende in den nächsten Jahren, an Gummis verdient doch keiner was...

    Ein paar Werbekampagnen in Szenemedien können natürlich nicht schaden, Kondome sind so 90er, free and easy, Iphone allnet Flat und dazu die Prep und passende App, schon bestellt für den nächsten Monat...

    Wenns dann noch die Infektionszahlen senkt sind alle glücklich und ich muss das Zeug noch nicht mal selbst schlucken.
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#8 TheDadProfil
  • 13.03.2018, 21:37hHannover
  • Antwort auf #5 von Pharma-Lobby
  • ""Je mehr Menschen dauerhaft abhängig von unseren Cocktails sind

    oder sich durch raffiniertes Marketing abhängig machen lassen, desto mehr klingeln die Kassen!""..

    mal so als Hinweis..
    Die Pharma-Firmen verdienen an den frei verkäuflichen Medikamenten weit mehr als mit Verschreibungspflichtigen..

    Die Einnahme eines Medikamentes mit nur einem Wirkstoff ist dann übrigens auch kein "Cocktail"..
    Aber das nur mal so nebenbei..
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#9 TheDadProfil
  • 13.03.2018, 21:45hHannover
  • Antwort auf #6 von ursus
  • ""realitätsferner quatsch wie dieser satz tragen zu einer sachlichen diskussion aber leider nicht bei.""..

    Jedes Mal wenn diese Thematik hier in einem Artikel beschrieben wird tauchen hier Leute auf denen an einer "sachlichen diskussion" nicht gelegen ist..

    Das sind nicht nur alles BOTs, da müssen auch ein paar Deppen zwischen sein..
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#10 SchwulerMannAnonym
  • 14.03.2018, 08:53h
  • Antwort auf #7 von seb1983
  • Dir wäre es also lieber, andere infizieren sich beim Sex mit dir mit HIV?
    Da du ja sagst das du die Pillen nicht nehmen musst, weil andere das tun, hast du also ungeschützten Verkehr ohne Kondom.
    Da müssen wir davon ausgehen das du HIV-Positiv bist und es nicht weißt bzw. nicht wissen willst.
    Jemand der die Prep nimmt schützt sich vor jemand wie dir. (Ironie off)
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