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DFB zieht Konsequenzen

Steffi Jones als Bundestrainerin gefeuert

Wegen sportlicher Misserfolge wird Steffi Jones nicht weiter die Fußballfrauen trainieren. Die lesbische Sportlerin hatte das Nationalteam erst vor anderthalb Jahren übernommen.


Steffi Jones ist nicht mehr Trainerin der deutschen Frauenfußballnationalmannschaft (Bild: Sven Mandel / wikipedia)

Der Deutsche Fußball-Bund hat am Dienstag die Entlassung von Steffi Jones als Trainerin der Frauennationalmannschaft bekannt gegeben. DFB-Präsident Reinhard Grindel dankte der ersten offen lesbischen Bundestrainerin via Twitter für ihr Engagement und ihren Einsatz.

Twitter / DFB_Praesident

Das Frauen-Team soll nun für die nächsten beiden Spiele am 7. April gegen Tschechien und drei Tage später in Slowenien interimsweise von Horst Hrubesch trainiert werden. Hrubesch hatte die deutsche Männerauswahl 2016 zu Olympia-Silber in Rio de Janeiro geführt.

EM-Aus im Viertelfinale und WM-Quali-Niederlage gegen Island

Auf dfb.de heißt es zu den Hintergründen der Entlassung der 45-jährigen Frankfurterin: "Der Entscheidung über eine Trennung war eine intensive Analyse der vergangenen Monate durch die sportlich verantwortlichen Köpfe im DFB vorausgegangen. Dabei wurden die Auftritte der Mannschaft ausgewertet." Die Fußballfunktionäre kreideten Jones an, dass ihr Team als Titelverteidiger vergangenes Jahr bei der Europameisterschaft bereits im Viertelfinale ausgeschieden sei. Außerdem hätten die deutschen Frauen in der WM-Qualifikation gegen Island verloren. Dadurch brauche man nun einen Sieg, um sich sicher für die Weltmeisterschaft 2019 in Frankreich qualifizieren zu können. Das Fass zum Überlaufen brachte wohl, dass Jones' Team Anfang März beim SheBelieves-Cup in den Vereinigten Staaten den letzte Platz belegt hatte – nach Niederlagen gegen die USA und Frankreich sowie einem Unentschieden gegen England.

Steffi Jones hatte den Trainerinnenposten erst im September 2016 übernommen – kurz nachdem ihre Vorgängerin Silvia Neid mit dem Nationalteam Olympia-Gold holen konnte. Jones besitzt seit 2007 eine Trainerlizenz, war das Amt der Nationaltrainerin aber ohne vorherige Erfahrung als Team-Coach angetreten.

Als Spielerin hatte Jones zu den erfolgreichsten Fußballerinnen der Welt gehört. Sie spielte 111-mal für die deutsche Nationalmannschaft und wurde mit ihr ein Mal Weltmeisterin und drei Mal Europameisterin. Mit ihren Teams FSV Frankfurt und 1. FFC Frankfurt gewann sie außerdem sechs Mal die deutsche Meisterschaft.

Jones hatte sich im Februar 2013 beim "Ball des Sports" in Wiesbaden als lesbisch geoutet und ihre Freundin vorgestellt, die Bankerin Nicole Parma (queer.de berichtete). Im Juni 2014 ging das Paar eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein. (dk)



#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 13.03.2018, 16:50h
  • Schade, tut mir leid für sie. Aber als Fußballspielerin ist sie sehr gut. Dann kommt eben eine neue Aufgabe.
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#2 Gerlinde24Profil
  • 14.03.2018, 03:27hBerlin
  • Wenn ein Männerteam nur verliert, wird der Trainer erst mal nicht gefeuert. Verliert ein Frauenteam, wird die Trainerin gefeuert, so, als wäre es die (alleinige) Schuld der Trainerin. Aber, wenn ein Team schlecht spielt, oder nicht gewinnt, kann es an vielem liegen. An Problemen innerhalb des eigenen Teams, an der Stärke des anderen Teams, an Vorgesetzten der Trainerin, die sich weigern, Veränderungen zuzulassen. Ich finde es vom DFB unfair, sie zu entlassen, da sie kaum Zeit hatte, ein vernünftiges Team auf die Beine zu stellen.
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#3 Gerlinde24Profil
  • 14.03.2018, 03:29hBerlin
  • Antwort auf #1 von BuntesUSchoenes
  • Sie sollte den Verein verklagen! Schließlich war es nicht allein ihre Schuld, dass unser Team so schlecht abgeschnitten hat! Wo auf dem Spielfeld der Kampfes-und Siegerwille fehlt, kann auch eine Trainerin nichts machen.
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#4 zur SacheAnonym
#5 LorenProfil
  • 14.03.2018, 09:03hGreifswald
  • Antwort auf #2 von Gerlinde24
  • "Wenn ein Männerteam nur verliert, wird der Trainer erst mal nicht gefeuert."

    Aktuell mal bei Bernd Hollerbach nachfragen, ob das so zutrifft. Frau Jones hatte nach der WM 2017 mit sehr mäßigen Leistungen ihres Teams gerade ihre zweite Chance und es hat sich keinerlei Fortschritt gezeigt. Schlechter Fußball mit mäßigen Ergebnissen und -unter dieser Trainerin- offenbar wenig Hoffnung beim Verband auf positive Entwicklungen. Da wird dann branchenüblich die Reißleine gezogen.
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#6 TheDadProfil
  • 14.03.2018, 10:06hHannover
  • Antwort auf #3 von Gerlinde24
  • Hübsch wie hier Mythen stilisiert werden..

    Es gab schon mal eine Saison in der 1.Bundesliga innerhalb derer es zu 36 Trainerwechseln kam, statistisch also Einem bei jedem der dort spielenden Vereine..

    Man muß also auch nicht unbedingt verlieren um gefeuert zu werden..

    Der DFB ist dann auch kein "Verein" den man verklagen könnte, sondern der "Ober-Verein", sprich der Dachverband aller Fußball-Vereine der Republik..

    Welche Gründe es geben könnte den wegen der Entlassung aus dem Vertrag zu verklagen erschließen sich mir hier grad nicht..

    Denn für meine Begriffe hätte die Entlassung schon nach der WM im letztem Jahr erfolgen müssen..

    Natürlich gibt es immer noch andere Gründe als nur die Trainerin wenn eine Mannschaft schlecht spielt..

    Allerdings geht man seit langer Zeit in solchen Fällen den geringsten Weg des Widerstandes, denn die Spielerinnen komplett auszutauschen ist auch nicht gerade einfach..
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#7 Gerlinde24Profil