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Brigitte Zypries: "Es ist nichts dabei, lesbisch zu sein"

Die scheidende Bundeswirtschaftsministerin und SPD-Politikerin wurde vom RedaktionsNetzwerk Deutschland auf angebliche Homo-Gerüchte angesprochen.


Scheidet am Mittwoch aus dem Amt: Brigitte Zypries (SPD) trat 2017 die Nachfolge von Sigmar Gabriel als Bundesministerin für Wirtschaft und Energie an. Von 2002 bis 2009 war sie Bundesministerin der Justiz (Bild: NEXTConf / flickr)

Die scheidende Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat sich in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) als heterosexuell geoutet. Zuvor hatte sie der Berliner Chefkorrespondent Dieter Wonka auf angebliche Homo-Gerüchte angesprochen, die selbst der queer.de-Redaktion nicht bekannt waren.

Konkret fragte Wonka: "Der Tratsch lautet: Eine ledige und kinderlose Frau, die ist natürlich lesbisch. Ärgert Sie das?" Zypries reagierte vorbildlich: "Es ist nichts dabei, lesbisch zu sein", stellte die SPD-Politikerin klar. "Aber ich bin es nicht und hatte auch langjährige Beziehungen mit Männern."

Ihr aktuelles Singlesein sei vielleicht "auch der Preis der Macht", ergänzte die 64-Jährige. "Als Ministerin kann man ja nicht einfach parshippen." Es sei "bei diesem öffentlichen Job" nicht so leicht, jemanden kennen zu lernen. Lachend meinte Zypries: "Aber das ändert sich ja jetzt, und dann werden wir sehen."

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Langjähriger Einsatz für LGBTI-Rechte

Als Bundesministerin der Justiz von 2002 bis 2009 hatte sich Zypries sowohl unter Rot-Grün als auch Schwarz-Rot für LGBTI-Rechte eingesetzt. Für ihre Mitwirkung bei der Überarbeitung des Lebenspartnerschaftsgesetzes erhielt sie 2007 den Rosa-Courage-Preis. Zwei Jahre später wurde vom CSD Berlin mit dem Zivilcouragepreis ausgezeichnet, der u.a. ihren Einsatz für das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) würdigte.

Auch im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland verwies Zypries auf die queerpolitischen Fortschritte in der Bundesrepublik. "In meinen 20 Jahren in der Politik hat sich das Land sehr verändert. Erst 1994 wurde der Paragraf 175 StGB abgeschafft, der Homosexualität unter Strafe stellte, heute gibt es die Ehe für alle", sagte die Sozialdemokratin. "In der Gleichstellung insgesamt ist eine Menge passiert, wir sind aber noch lange nicht am Ziel." (mize)



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#1 Miss VerständlichAnonym
  • 14.03.2018, 07:59h
  • "AUCH langjährige Beziehungen mit Männern"

    Na, DAS ist natürlich ein schlagender Beweis für Heterosexualität :-)

    Aber ernsthaft:

    1994 stellte der § 175 StGB nicht Homosexualität an sich unter Strafe. In der zuletzt gültigen Fassung setzte er lediglich für schwulen Sex mit einem jüngeren Partner ein höheres Schutzalter an als für heterosexuellen.

    Damit diskriminierte er eindeutig Schwule. Aber ich wundere mich doch, dass sich eine Juristin und Ex-Justizministerin hier so missverständlich (bzw. polemisch) ausdrückt.
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#2 AFD-WatchAnonym
#3 Miss VerständlichAnonym
#4 SchwulerMannAnonym
#5 Miss VerständlichAnonym
#6 AFD-WatchAnonym
#7 TheDadProfil
  • 14.03.2018, 10:17hHannover
  • Antwort auf #3 von Miss Verständlich
  • ""Generell stellte er sexuelle Handlungen unter Strafe. Und nicht eine sexuelle Orientierung an sich.""..

    Ich halt eine solche Aussage mindestens für missverständlich, denn ohne die Sexuelle Orientierung kann man die Handlungen gar nicht generell unter Strafe stellen..

    Dabei ist es nämlich völlig unerheblich ob ein Betroffener selbst dann "Homosexuell" ist oder nicht..

    Verurteilt wurde er dann für diese "homosexuelle" Handlung..
    Selbst dann wenn er angab doch eigentlich Heterosexuell zu sein..
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#8 habemus_plemplem
  • 14.03.2018, 10:22h
  • Antwort auf #1 von Miss Verständlich
  • Die Diskriminierung steht im Strafgesetzbuch in einem transitiven Verhältnis zur Bestrafung und deshalb sind die beiden unterm Strich dasselbe, nämlich: Eine homosexuelle Handlung wurde bestraft, die ansonsten identische heterosexuelle Handlung hingegen nicht. Insofern kann man sehr wohl sagen, dass bis 1994 Menschen aufgrund ihrer Homosexualität verurteilt wurden, denn Homosexuelle durften ihre Sexualität eben nicht genau gleich ausleben wie Heterosexuelle.

    Homosexualität als Identitätsmerkmal, ohne jede Konsequenz im Handeln und Wirken der jeweiligen Person, wurde m.W. selbst zwischen 1945 und 1969 nicht direkt bestraft, denn das Delikt bestand auch damals schon im So-Handeln und nicht im So-Sein. Wenn es dabei ausschließlich um die homosexuelle Orientierung an sich ginge, dann wäre sie in der BRD nicht nur 1994, sondern niemals illegal gewesen. Korrigiert mich, wenn ich irre!
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#9 Homonklin44Profil
  • 14.03.2018, 12:43hTauroa Point
  • """Der Tratsch lautet: Eine ledige und kinderlose Frau, die ist natürlich lesbisch.""

    Genau gleich doof, als zu sagen, ein lediger Schwuler, der noch keine Sexkontakte hatte, kann nur versteckt hetero sein.

    Aber wann hat Tratsch schon mal richtig gelegen. Öfter als falsch nicht.
    Warum man aus Leuten herausquetschen will, ob sie nun hetero, bi oder lesbisch / homo empfinden ... das ewige Graben der medialen Neugierden.
    Warum kann eine Person eigentlich nicht mehr einfach 'nichts' sein? Oder 'nur' Ally in dem Fall. Warum ist hetero nicht auch okay? Müssen denn alle wenigstens für Bi erklärt werden, wenn Angaben über Heterobeziehungen im Raum stehen? Wobei Bi nichts ist, das man 'wenigstens' ist, sondern eine eigene Orientierung.

    Allies welcome!
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#10 Petrus48Anonym
  • 14.03.2018, 18:18h
  • Perfekt reagiert finde ich, Frau Zypries.

    Und wenn ein Mensch dies so äußert, ist es auch so zu akzeptieren und anderslautende Unterstellungen sind "daneben".

    Wer einer Person Heterosexualität oder Homosexualität unterstellt, sollte zumindest Indizien vorlegen, da reicht aber nicht die Tatsache, das ein Mensch Single ist.

    -----
    Bei Herrn Almaier aber bewerte ich dies mittlerweile anders; es gibt Indizien, wie sein "verschwurbeltes" BILD-Interview, die berechtigten Raum für seine sexuelle Orientierung geben.
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