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Limitierte Auflage

Unvergessen: Melitta Sundström

Das Berliner SchwuZ hat alle Songs der 1993 an den Folgen von Aids gestorbenen "Soul-Tunte" auf CD gepresst. Wer eines der nur 500 Alben haben möchte, muss sich beeilen.


Melitta Sundström verkörperte Ende der Achtziger- und Anfang der Neunzigerjahre mit Herz und Schnauze das Lebensgefühl von (West-)Berlins schwuler Community

Jüngere kennen Melitta Sundström vielleicht nur als Café am Berliner Mehringdamm und wundern sich über den komischen Namen. Dabei erinnert der Laden ganz bewusst an die Soulsängerin und Polittunte, die 1993 im Alter von nur 29 Jahren an den Folgen von Aids starb.

Melitta war eine (West-)Berliner Institution. Bespickt mit Akkordeon und ihren Freundinnen Gladys und Melitta Poppe zog sie in Achtzigern von Bar zu Bar, um eigene Texte auf bekannten Melodien zum Besten zu geben. Und obwohl ursprünglich aus Bad Kreuznach, mit waschecht Berliner Herz und Schnauze. Ihre Hauptbühne war das SchwuZ, in dem nicht wenige der uns heute bekannten Szenestars ihre Karriere begannen.


All hail the queen: Auftritt von Melitta Sundström bei einer "Siegessäule"-Party (Bild: Jürgen Baldiga)

Nie ging es ihr darum, perfekte Weiblichkeit abzubilden; Melitta Sundström war der Gegenentwurf zum damaligen Ku'damm-Glamour. Stets einer politischen Agenda verpflichtet, thematisierte sie nach ihrer eigenen HIV-Diagnose auch das Thema Aids in ihren Performances, spielte zahlreiche Benefiz-Konzerte, machte sich über die Verbürgerlichung der Szene lustig und sang sich schnell in die Herzen der alternativen Community.

Von "Die Kaffeetass" bis "Kassel"


"Die Kaffeetass" in der Hand: Anlässlich seines 40. Jubiläums ehrte das Berliner SchwuZ Melitta Sundström mit einer Neuauflage ihrer gesammelten Werke auf CD

Kurz nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums "Sundström" 1993, die der Startschuss für eine große Karriere hätte sein sollen, erlag Melitta den Folgen ihrer HIV-Infektion. Einige ihrer Songs – wie ihre Ode "Kassel" – wurden weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt und sind noch heute unvergessen. Der schwule Abschleppsong "Die Kaffeetass" ist ein echter Ohrwurm.

Zu seinem 40. Jubiläum hat das SchwuZ Ende letzten Jahres das Album "Sundström" in Form einer ganz besonderen Edition neu herausgebracht – mit einem liebevoll gestalteten Booklet samt Fotos, einer kleinen Überraschung sowie Texten von Malte Göbel und Patsy l'amour laLove. Das Highlight ist die A-Seite der CD mit insgesamt sieben von Melittas bisher nur auf Schallplatte erschienen Songs, darunter "Liebe Rita" und "Im Getto".

Das Schmuckstück, das in einer limitierten Auflage von nur 500 Exemplaren gepresst wurde, ist derzeit noch an ausgewählten Berliner Verkaufsstellen wie dem SchwuZ, dem Buchladen Prinz Eisenherz oder dem Schwulen Museum* zu haben. Aus ganz Deutschland kann die CD im SchwuZ-Onlineshop bestellt werden. (cw/pm)

Direktlink | BeV StroganoV hat dieses schönes Mix-Video mit Liedern von Melitta Sundström auf Youtube hochgeladen



#1 LoreleyTVAnonym
  • 15.03.2018, 14:59h
  • man muss es nur verstehen,sich richtig zu verkaufen um Geld zu machen:
    Der Tingel-Tangel von Frau Sundström wird als Kunst dargeboten wie damals das Kunstobjet von Herrn Joseph Beuys "Stuhl mit Fett".
    Das Schmähgedicht über Herrn Erdogan von Herrn Jan Bööhmermann wird Satire genannt und hat ihn somit bekannter gemacht.

    Man muss es nur verstehen, das Ding richtig zu drehen.
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#2 MichaelThAGAnonym