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Wissenschaftlicher Durchbruch

Neues Aids-Medikament ist wirksamer als je zuvor

"Trogarzo" soll Patienten behandeln, bei denen andere Medikamente wegen Resistenzen nicht weiterhelfen. Das schafft es mit einem neuen Therapie-Ansatz. Jetzt wurde es in den USA zugelassen.


Die meisten HIV-positiven Menschen haben durch Medikamente eine fast normale Lebenserwartung. Nur bei einem kleinen Prozentsatz helfen gewöhnliche Mittel nicht (Bild: Deutsche Aids-Hilfe)

  • 18. März 2018, 10:10h 23 2 Min.

Es ist eine rettende Nachricht für rund 25.000 Patienten in den Vereinigten Staaten. Dort wurde das Medikament "Trogarzo" zugelassen. Es soll HIV-positiven Menschen helfen, bei denen gewöhnliche Aids-Medikamente nicht mehr anschlagen.

Gleichzeitig ist es ein bemerkenswerter medizinischer Fortschritt: Trogarzo ist das erste kommerziell vermarktete HIV-Medikament mit einem neuen Wirkprinzip seit fast zehn Jahren: Es setzt Antikörper ein. Gleichzeitig ist es das erste HIV-Medikament, das nicht täglich eingenommen werden muss.

Am 6. März wurde es von der US-Medikamentenbehörde (FDA) zugelassen. "Trogarzo ist das erste Mittel in einer neuen Kategorie von antiretroviralen Medikamenten, das einen nachweisbaren Vorteil für die Patienten haben wird, die keine Behandlungsoptionen mehr haben", sagte Jeff Murray, Vize-Chef der Abteilung für antivirale Produkte des Forschungszentrums der Medikamentenbehörde.

Für Patienten mit Resistenzen entwickelt

Die meisten HIV-positiven Patienten können erfolgreich mit einer Kombination von zwei oder mehr antiretroviraler Medikamente behandelt werden. Allerdings ist ein kleiner Prozentsatz der Infizierten gegen die bisher verfügbaren Medikamente resistent. Die Krankheit schreitet dann bei ihnen voran und wird lebensbedrohlich.

Trogarzo (Substanzname: Ibalizumab) kann ihnen nun helfen. Es muss im Gegensatz zu bisherigen Mitteln nicht täglich, sondern nur alle 14 Tage verabreicht werden. Ärzte können es dann intravenös spritzen. Es darf jedoch erst verschrieben werden, wenn gewöhnliche Medikamente bei einer Person nicht mehr ausreichend anschlagen. Trogarzo wird dann weiterhin mit Medikamenten kombiniert, die zumindest teilweise wirken.

Noch unbekannt, ob es in Deutschland zugelassen wird

Die US-Behörde hat das Medikament als "wissenschaftlichen Durchbruch für die Therapie" bezeichnet. Es wurde in einer klinischen Studie an Patienten getestet, denen mit mindestens zehn bisher verfügbaren Medikamenten nicht mehr geholfen werden konnte. Die Studie ergab gute Ergebnisse: Bei 43 Prozent der Teilnehmenden konnte die Viruslast gesenkt werden. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Durchfall, Benommenheit, Übelkeit und Hautausschlag.

Die schlechte Nachricht: Bisher ist unklar, ob und wann es in der Europäischen Union zugelassen wird. In Deutschland leben etwa 85.000 Menschen mit HIV. Diejenigen, bei denen die Medikamente wirken, haben meist eine normale Lebenserwartung. (cw)

-w-

#1 PatroklosEhemaliges Profil
  • 18.03.2018, 11:22h
  • Es wäre wünschenswert, wenn es in Deutschland so schnell wie möglich auch zugelassen würde, und zwar zu einem erschwinglichen Preis.
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#2 la_passanteAnonym
  • 18.03.2018, 12:52h
  • Sind die lukrativen Patente schon wieder abgelaufen?
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#3 TheDad
  • 18.03.2018, 16:52hHannover
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • ""und zwar zu einem erschwinglichen Preis.""..

    Wann genau hat man eine solche "Forderung" dann schon mal für die Zulassung eine neuen Präparates für Diabetes oder Rheuma oder gar Brust-Krebs gehört ?

    Voltaren-Schmerz-Gel..
    300 gr. für 32,70 in der Apotheke..

    Diclophenac-Schmerz-Gel..
    100 gr. 4,99..
    Also 14,97 für die gleiche Menge..

    Und immer noch halten sich die Gerüchte hartnäckig wonach Generika "anders" wirkten, oder gar "schlechter"..

    Interessanterweise werden dann teure "Originale" häufig an Privat Versicherte verschrieben, während Generika für AOK-Versicherte "ausreichen" müssen, ohne darüber zu reflektieren ob hier die Diskussion über eine Zwei-Klassen-Medizin angemessen ist..

    Oder man sich nicht endlich mal darauf konzentrieren soll die teuren "Originale" überhaupt nicht mehr zu verschreiben um das Gesundheits-System insgesamt zu entlasten..
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