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Kommentare zu:
Warum wir uns für die Abschaffung des §175 nicht bedanken müssen


#1 BEARAnonym
  • 18.03.2018, 14:06h
  • Danke, Johannes, für dieses wichtige Buch, das genau zur richtigen Zeit gekommen ist!
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#2 Patroklos
#3 BEARAnonym
#4 ReyMAnonym
#5 von_hinten_genommenAnonym
#6 BEARAnonym
#7 Tommy0607Profil
  • 18.03.2018, 16:08hEtzbach
  • Menschen müssen endlich mal verstehen lernen , dass es ganz egal ist ; welche Religion, Herkunft oder Sexualität man hat. Diskriminierungen gibt es noch genug . Solche Paragraphen sind wieso unmenschlich : Darum gibt es auch nichts zu danken für die Abschaffung. Die Menschheit ist so modern , aber oft benehmen sich Menschen noch : Als wären sie in der Steinzeit!
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#8 TheDadProfil
  • 18.03.2018, 17:31hHannover
  • Antwort auf #7 von Tommy0607
  • Deine irgendwie ""leidenschaftslose"" Interpunktion ist mindestens obskur..

    Beschäftige Dich mal bitte mit der Tastatur Deines Gerätes, ich nehme hier mal zu Deinen Gunsten an, irgendein Phone mit Android und US-Amerikanischem Zeichensatz..

    Das kann man ändern..

    Inhaltlich jedoch will ich Dir hier ausdrücklich zustimmen, denn es bedarf niemals eines "Dankes" dafür nicht verfolgt zu werden..

    Insofern ist es dann auch irgendwie "Spookie" (wie Dame Edna es nennen würde) wenn hier dann ausgerechnet "Patroklos" das Buch rühmt, und es als "kommt 20 Jahre zu spät" bezeichnet, während er andere User noch unlängst dazu aufgefordert hat der SPD gegenüber doch gefälligst Dankbarer für die Ehe-Öffnung zu sein..

    Ob hier dann Arschkriecherei die Mutter des Gedanken ist, oder einfach nur die "Tagesform" über die Inhalte der eigenen Kommentare entscheiden ?
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#9 von_hinten_genommenAnonym
  • 18.03.2018, 17:36h
  • Antwort auf #7 von Tommy0607
  • Nein, sie tun es, weil sie wissen, dass es möglich ist, sich so zu verhalten und sich so zu äußern. Sie wissen, dass sie noch von zu vielen geschützt, gedeckt, und indirekt unterstützt werden. Und sie fühlen sich als ein Teil der Mehrheit, und es ist ihnen bewusst, dass sie nur schwer verurteilt werden können, wenn sie entsprechende "Methoden" verwenden.
    Ich bin immer noch der Überzeugung, dass Diskriminierung strafbar werden muss und das nicht nur in Einzelfällen und nicht nur unter bestimmten Voraussetzungen. Das AGG ist viel zu unkonkret und ist zu wirkungslos in Bezug auf das GG.
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#10 RobinAnonym
  • 18.03.2018, 17:36h
  • "[...] fordert Johannes Kram mehr Ungeduld der queeren Community"

    Da kann ich mich ihm nur anschließen.

    Auch nach der Eheöffnung gibt es noch genug zu tun:

    - Aufnahme der geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung in Art. 3 GG (ersteres bezieht sich auf Trans- und Intersexualität, letzteres auf Homo- und Bisexualität
    - Reform des AGG, so dass das AGG nicht mehr Sonderregeln für Kirchen erlaubt
    - Reform des Transsexuellenrechts
    - Verbot von Zwangs-OPs an Intersexuellen
    - Reform des Abstammungsrechts, so dass die durch die Eheöffnung entstandene Diskriminierung von Lesben mit Kindern endlich beendet wird
    - Verbot sog. "Konversionstherapien", die schwerste psychische Schäden verursachen und bis zum Selbstmord führen können
    - generelles Asylrecht für verfolgte LGBTI
    - nationaler Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie
    - mehr Aufklärung und Förderung von Vielfalt an Schulen
    - etc. etc. etc.

    Das alles ist enorm wichtig. Und auch wenn rechtliche Gleichstellung noch nicht automatisch gesellschaftliche Akzeptanz bringt, so ist es doch Vorraussetzung dafür.

    Deswegen verstehe ich auch nicht, dass viele immer noch die SPD in Schutz nehmen, obwohl die alle LGBTI-Versprechen in den Koalitionsverhandlungen aufgegeben haben. Das bedeutet weitere 4 Jahre Stillstand obwohl es noch so viel zu tun gäbe, wofür man jetzt den Schwung der Eheöffnung hätte nutzen können.
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#11 Ith_Anonym
  • 18.03.2018, 18:09h
  • Danke dafür... wollte diesen Sonntag nach dem letzten durchgearbeiteten Wochenende was Sinnvolles, und Entspannendes tun, und hab's beim Lesen dieses Buches gefunden.

    Formal würd ich vorab gerade mal kurz meckern, von wegen kein Inhaltsverzeichnis: Es gibt ja durchaus Überschriften, ergo wäre es für die Kindle-Version auch technisch nicht soo schwer, daraus ein Inhaltsverzeichnis zu machen. Machte das Navigieren in einem E-Book sehr viel leichter, besonders, wenn man mal was nachlesen möchte.

    Aber zum Inhalt:
    Ich finde mich da auch als trans*-Person an vielen Stellen wieder, zumindest wenn ich mir homophob durch transphob ersetzt vorstelle. Und auch wenn ich um Selbstreflektion bemüht bin - ich denke gerade das erste Mal kritisch darüber nach, wie sehr ich mich selbst zensiere, in mehrfacher Hinsicht. Stacheldraht im Kopf.. befremdlich, das festzustellen.

    Ich schreibe ja schon ewig meine Vampir-Stories, alles bloß für mich selbst, und irgendwie denke ich gerade das erste Mal darüber nach, ob das nicht bedenklich ist, wie schlimm ich es finde, dass meine Protagonisten schwul sind. Also die, die mir nahe sind insbesondere.
    Ich meine, irgendjemand könnte merken, wie ernst ich das meine, damit, dass ich mich als schwuler Kerl identifiziere, was ich aus offensichtlichen Gründen nicht darf: Weil ich nicht als Mann auf die Welt gekommen bin, und damit krank, wenn ich es doch tue .. und wenn schon, dann aber nicht mit Interesse an Männern.
    Und dann schäm ich mich natürlich noch ganz besonders für deren Sexualität.. wenn man schon schwule Charaktere hat, dann soll's da wenigstens um Schwänze gehen, oder? Nicht bloß um SM und Zärtlichkeit und Liebe...

    Und wie schlimm ich diese meine Innenwelt entgegen den Ansprüchen der Realität finde, und wie viel selbstverständlicher ich wohl meinen Kram schon lange mal zu einer Sammlung von Kurzgeschichten zusammengepackt und veröffentlicht hätte, wenn (das alles heteronormal wäre..) ich nicht wirklich gut wüsste, wie unnormal meine inneren Welten sind... und wenn ich mir nicht sehr sicher wäre, wie eklig andere Menschen mich und meine Gedanken wohl finden würden, wenn sie irgendetwas davon zu sehen bekämen.

    Tja, ich bin halt wohl echt ein Freak.. und ich denke gerade das erste Mal darüber nach, dass es vielleicht wirklich nicht bloß meine eigene Schuld ist, dass und wenn ich mich so sehe, und das ist irgendwie ein gutes Gefühl. Auch wenn eine Betroffenheit zurückbleibt, am Ende des Buchs, bei der es schwerfällt, sich nicht als Opfer zu fühlen.. einige Dinge hat man an dem Punkt vielleicht besser verstanden als vorher.

    Danke dafür!
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#12 OrthogonalfrontAnonym
#13 JadugharProfil
  • 18.03.2018, 19:22hHamburg
  • Zu bedanken brauchen wir für die Abschaffung des §175 wirklich nicht. Besonders dann nicht, daß ein wenige Tage vor der Abschaffung jenes unrühmlichen Paragraphen ein Verurteilter 14 Jahre lang inhaftiert war und für ihn alle Gnadengesuche abgelehnt wurden. Es dauerte ungefähr zwei Jahrzehnte, bis man die Rehabilitation unter größten Widerstand durchsetzte, so spät, daß viele Betroffenen schon verstorben waren. Die wenigen Überlebenden, denen man eine Rehabillitierung gönnte, wurden mit einen lächerlichen Almosen abgespeist, die extrem weniger ist, als eine gewöhnliche Haftentschädigung. So geht die Diskriminierung munter weiter!
    Untersuchungshäftlinge ohne Verurteilungen wurden gar nicht berücksichtigt, obwohl sie für den Rest ihres Lebens einen massiven Schaden erlitten, wie beispielsweise Wolfgang Lauinger. Noch heute hetzen viele Kirchen gegen Menschen, die nicht heterosexuell sind.
    In meinen Bekanntenkreis wurden viele nach ihren Outing massiv geschädigt! Die meisten verloren ihren Beruf oder ihre Existenz! Noch nicht einmal ihre Familien gaben ihnen Rückendeckungen und bezeichneten sie als Verbrecher, wo sie gnadenlos vor die Tür gesetzt wurden. Wenn man das alles so erlebt, fühlt man sich als Mensch zweiter Klasse! und das wirkt bis zum Rest des Lebens in der Psyche nach! Ich persönlich empfinde es heute so, daß die Gesellschaft um mich Nichtheterosexualität für nicht selbstverständlich empfindet. Bis heute verteidige ich nahezu täglich Homo- und Transsexuelle gegen die verbalen Angriffe.
    Aus diesen Gründen sind die Errungenschaften auf diesen Sektor in Bezug auf Menschenrechte und Gleichberechtigung ein sehr fragiles Gebilde, um das wir uns sorgen müssen.
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#14 rollawayAnonym
  • 18.03.2018, 19:40h
  • wir haben 92 AFD Leute im Bundestag es kann nur schlimmer werden für Minderheiten hierzulande
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#15 von_hinten_genommenAnonym
  • 18.03.2018, 21:57h
  • Antwort auf #14 von rollaway
  • Außer denen gibt es auch noch kompetente Abgeordnete von den Grünen, LINKE, und einzelne der SPD. Die Bürger müssen aufwachen und verstehen, dass nur sie(!) was verbessern können. Wahlenthaltung bringt nichts und Protestwahl ebenfalls nichts. Wer die Union wählt, lässt die AfD an die Türe klopfen. Und wer die FDP wählt, lässt Heuchelei im Bundestag zu.
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#16 Patroklos
#17 Julian SAnonym
  • 18.03.2018, 22:39h
  • Ich finde auch, dass viele LGBTI sich mit viel zu wenig zufrieden geben. Viele sind schon zufrieden, dass wir nicht staatlich verfolgt werden und heiraten dürfen.

    Dann kommt oft der Vergleich, man könne froh sein, dass man nicht in Uganda & Co lebe. Ja, sind wir, aber solche Staaten sind doch wohl kein Maßstab für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

    Und schon wenn man an Mobbing an Schulen oder teilweise Arbeitsplätzen denkt oder an Gewalttaten, dann bekommt die heile Welt schon Risse.

    Dabei gibt es noch so viel, was zu echter Gleichstellung fehlt: von Art. 3 GG und Verbot von Gehirnwäsche-"Therapien" zur Umpolung, über AGG und Abstammungsrecht bis hin zur rechtlichen Lage von Trans- und Intersexuellen.

    Wir wollen nur Gleichstellung - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    100% Gleichstellung - mit weniger können und dürfen wir uns nicht zufriedenstellen...
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#18 Julian SAnonym
#19 herve64Ehemaliges Profil
  • 18.03.2018, 23:44h
  • Antwort auf #13 von Jadughar
  • Stimmt, und zwar nicht nur, weil die Abschaffung dieses unsäglichen Paragraphen mehr als überfällig war. Es gibt hier mehr als genug Baustellen für unsereins und mehr als genug geschehenes Unrecht, das nach Wiedergutmachung regelrecht schreit.

    Die angeblichen "Rehabilitierungen" und Entschädigungen für die Opfer dieses Unrechtsparagraphen sind ein schlechter Witz, und diese verschämte Totschweigerei der Bundesregierungen seit 1994 sind ein Bombenfurz, der zum Himmel stinkt.
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#20 AnonymAnonym
  • 18.03.2018, 23:50h
  • Warum nicht? Weil hintenrum noch genau so weiterverfolgt wird, als gäbe es ihn noch?
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#21 Homonklin44Profil
  • 19.03.2018, 01:00hTauroa Point
  • Antwort auf #7 von Tommy0607
  • Solange Religionen darauf einwirken, die Selbstemanzipation und Integritätsfindung, freie Selbstentfaltung von Menschen zu verhindern, das Leben von Menschen zu bestimmen, zu beeinflussen, sich ihrer zu bemächtigen und insbesondere Menschen einschüchtern, unterdrücken, ausgrenzen, die nicht ins religiöse Weltbild passen, wegen ihrer Natur, wegen ihres Wesens und persönlicher Asüekte, finde ich das gar nicht egal.

    Egal ist vielleicht, um welche Religion es dabei geht - das machen nahezu alle davon.
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#22 Homonklin44Profil
  • 19.03.2018, 01:58hTauroa Point
  • Für die Abschaffung des $175 sollten wir uns deswegen nicht bedanken müssen, weil sie so selbstverständlich sein sollte, wie die Anerkennung von Menschen mit Behinderung als richtige Menschen, oder die von Frauen als gleichwertig. Erstaunlich bloß, dass das so lange Zeit dauern musste, ähnlich wie der Zugang zur Möglichkeit, ggf. seinen Mann zu ehelichen.

    In der aktuellen Zeit dürfen wir, denke ich, doch aber froh sein, wenn man uns (angesprochen fühle sich, wer mag ) weiterhin noch nerven lässt, denn die Toleranzspannbreite wird wieder enger gezurrt. Wir mussen eine Balance in unseren Anliegen anstreben, und den Intensitätsparameter unserer Nervensäge feinabstimmen, sonst kann uns drohen, dass der Löwe Allgemeinheit seine liebste Pranke hebt, und uns als pieksendes Insekt platt drückt.

    Klar ist, dass der Kampf um Selbstverständlichkeit, um Gleichwertigkeit, um Akzeptanz und gesellschaftliche Integration weiter gehen muss. Da hat man mit der Möglichkeit, Ehen zu schließen, eben noch lange nicht alles erreicht.

    Ob man das damit schafft, sich selbst und jeden anderen als Homophoben zu betrachten? Und wodurch wird das abgelöst, wenn wir eine neue Umgangsform lernen, durch Heterophobie?
    Wo ist die Grenze der Tragweite dieser Begriffe? Wo hören sie auf, zu greifen?

    Entfalten ja, aber nach der vorgegebenen Erträglichkeitsgrenze, die von der Heteronormative herausgegeben wird. Sehe ich auch so, habe mich selbst daran gehalten.
    Meine Geschichten gibt es ein Mal mit schwuler Romantik für mich selbst, und einmal hetero-angeglichen und zurecht frisiert für draußen. Meine zweite und dritte Geschichte über Forbidden Love und Gay City habe ich Mitte der Achtziger sogar verbrannt, zu groß war die Angst, und als Jugendlicher hätte ich mir doch nie zu träumen gewagt, was die Zukunft an Gnade erwägt.
    Ja, dieser Gefangenschaft in heimlichen Enklaven waren sicher viele unterworfen und sind es noch heute, auch in der kulturschaffenden Zunft.

    Dennoch muss man es mit Sorgfalt, Überlegtheit und Besonnenheit angehen, will man in dieser seltsamen Welt den grünen Zweig erobern.
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#23 Miguel53deProfil
#24 TheDadProfil
  • 19.03.2018, 10:59hHannover
  • Antwort auf #16 von Patroklos
  • ""Die SPD wird deshalb in Schutz genommen, um die in die Schranken zu weisen, die gegen diese Partei immer noch hetzen, obwohl sie für die Öffnung der Ehe für Alle gestimmt hat.""..

    Bullshit-Bingo nächste Runde..

    Die SPD hat die Ehe-Öffnung über mehr als 3 Jahre im Bundestag verhindert !
    Zusammen mit der UNION..

    Das aussprechen oder schreiben von Tatsachen
    IST KEINE HETZE !

    Und am Ende ist es garantiert nicht ausgerechnet an Dir als erklärter Nicht-Wähler der SPD die Kritiker der SPD ""in die Schranken zu weisen"" !
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#25 Homonklin44Profil
  • 19.03.2018, 13:16hTauroa Point
  • Antwort auf #24 von TheDad
  • Bei ihm ist das ein Problem des Wahrnehmungs-Unterschieds, glaube ich.

    Wie auch bei den Anhängern dieser Partei. Kommt halt drauf an, wo man gewichtet, und was man an Details lieber ausblendet, wohl.

    Die AfD-Homos blenden sich etwa selber aus und gewichten auf die Anliegen ihrer Häscher. Da ist das noch einen ganzen Tacken extremer.
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#26 RobinAnonym
  • 19.03.2018, 16:00h
  • Antwort auf #16 von Patroklos
  • 1. Es gibt eben noch viel mehr als nur die Eheöffnung. (Mal ganz abgesehen davon, dass die Initiative zur Eheöffnung von den Grünen und der Linken kam und die SPD sich erst drangehängt hat, nachdem Merkel - wenn auch versehentlich - ihr Okay gegeben hat.)

    2. Wenn man darauf hinweist, dass die SPD von den Diskriminierungen, die auch nach der Eheöffnung noch bleiben, ganz viele abschaffen wollte und diese Versprechen wieder mal gebrochen hat, ist das keine Hetze, sondern dann berichtet man einfach Tatsachen.

    Mach nicht den Überbringer der Nachricht für etwas verantwortlich, was der Verursacher verbrockt hat.
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#27 InnovationAnonym
  • 19.03.2018, 18:02h
  • In diesem Land kann eine Regierungschefin und Parteivorsitzende einer "Volkspartei" zur Prime Time im öffentlich rechtlichen Fernsehen klipp und klar mitteilen, dass sie Bauchschmerzen bei der Vorstellung hat, Schwule ziehen Kinder auf.

    Solange das nicht den gleichen Aufschrei zu Folge hat, wie die es die Aussage, ich habe nichts gegen Farbige oder Juden, aber habe Bauchschmerzen, wenn Farbige oder Juden Kinder aufziehen, vermutlich hätte, solange ist Diskriminierung von Schwulen und Lesben in diesem Land Tatsache.

    Selbstverständlich muss man sich bei den Homophoben nicht auch noch bedanken für die Rücknahme von Diskriminierung.
    So wenig wie man sich bei Angela Merkel bedanken müsste für eine Rücknahme ihrer Homophobie. Sprich einer Erklärung, dass ihre Ablehnung der eingetragenen Partnerschaft, ihre Ablehnung der Homoehe in der entsprechenden Abstimmung im Bundestag, ihre Ablehnung der Gleichstellung im Steuerrecht und ihre Ablehnung des Rechts von Schwulen und Lesben Kinder aufzuziehen gelebte Diskriminierung sind und dass sie das jetzt zurücknimmt und in Zukunft nicht mehr diskriminieren will.
    Aber so eine Erklärung wird man von ihr ohnehin nicht hören, da ist ihr Hass auf Menschen, die schwul oder lesbisch leben, davor. Und wer von Leuten, die mal eben so äussern, sie haben Bauchschmerzen, wenn Homosexuelle Kinder aufziehen, etwas anderes als Diskriminerung erwartet, der ist schlicht blöd.
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#28 TheDadProfil
#30 soon1984Anonym
  • 19.03.2018, 22:36h
  • Antwort auf #27 von Innovation
  • In diesem Land kann eine Regierungschefin und Parteivorsitzende einer "Volkspartei" zur Prime Time im öffentlich rechtlichen Fernsehen klipp und klar mitteilen, dass sie Bauchschmerzen bei der Vorstellung hat, Schwule ziehen Kinder auf.

    In diesem Land gibt es - Gott sei Dank - ein Recht auf eine eigene Meinung. Dass eine Regierungschefin keine eigene, weil nicht genehme, Meinung haben sollen darf, das ist der eigentliche Skandal, denn es zeigt sich in dieser Aussage eine klare Tendenz, nur Meinungen zulassen zu wollen die man selbst mag oder die der eigenen Community genehm sind.
    Wenn es jetzt so weit ist, dass es nicht mehr möglich sein soll sich so zu äußern wie man möchte, dann ist es nicht mehr weit bis zur nächsten Diktatur. Vielleicht sollten Sie sich einfach einmal über das Wesen einer Demokratie informieren, über einen Rechtsstaat, mit Gewaltenteilung, freier Presse etc. Das Lied "Die Gedanken sind frei" war nicht umsonst ein Lied dass im 3. Reich einen Subtext hatte. Ich will kein Land in dem dieses Lied gesungen wird, weil man nicht anders ausdrücken kann dass man das was man denkt nicht sagen darf. Und ich will kein Land in dem radikale Meinungen wie diese, nämlich die Meinung anderen den Mund verbieten zu dürfen, wieder gesellschaftsfähig werden. So eine Meinung unterscheidet sich in nichts von z.B. der Meinung der AfD, die ÖR-Sender müssten schweigen, wären abzuschaffen oder sollten anders berichten. Anders heisst in dem Zusammenhang so, wie die AfD es will. Und in dem hier zugrunde liegenden Kommentar manifestiert sich exakt die gleiche Idee der Meinungsunterdrückung...
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#31 TheMumProfil
#32 habemus_plemplem
  • 20.03.2018, 19:56h
  • In diesem Buch sind viele wichtige Geschehnisse, Debatten, mediale Ereignisse und historische Gegebenheiten der letzten Jahre festgehalten. Schon allein als Logbuch ist das Buch sehr wertvoll. Johannes Kram liest sehr sorgfältig zwischen den Zeilen. Klug und nachvollziehbar macht er auf Subtexte aufmerksam, die andere leicht überlesen - oder gelernt haben, sie zu ignorieren.

    Oft äußert sich Kram in seinem Buch über einzelne Personen, die für die jeweiligen Debatten prägend waren. Dabei geht es ihm nicht darum, die Personen als homophobe Person zu entlarven, sondern das Homophobe in deren Aussagen herauszustellen. Das Entlarven als homophobe Person erübrigt sich, weil Kram sich selbst und grundsätzlich alle und jede_n für mehr oder weniger homophob hält, als Folge einer homophoben Erziehung und Sozialisation, die von allen geteilt wird.

    Krams Ausführungen kann ich größtenteils nachvollziehen oder ihnen zustimmen, allerdings wäre mein Text über Volker Beck durchwachsener ausgefallen. Bei allem Respekt und aller Dankbarkeit für Becks Verdienste um die rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz sexueller Minderheiten finde ich, man kann nicht einerseits für die geschlechtliche und körperliche Selbstbestimmung von trans- und intersexuellen Menschen auf die Straße gehen und gleichzeitig andererseits mit einer blinden Vehemenz wie Volker Beck auf ein Elternrecht zur Knabenbeschneidung bestehen. Das geht mit emanzipatorischen Idealen von Selbstbestimmung und persönlicher Freiheit absolut nicht zusammen. Zumindest nicht in meinem Kopf. Hier betrachtet Beck es vielmehr als Geschenk für einen kleinen Jungen, so voll und ganz in der Religion seiner Eltern aufwachsen zu dürfen, wie diese es auch immer für richtig halten mögen. Ich kann dem nicht folgen. Wenn Gott nach Blut verlangt, dann verlangt er immer zuviel! Immer! Ich könnte deshalb keine solche Laudatio über Volker Beck schreiben, wenngleich ich seine Verdienste für LGBTI anerkennen und respektieren möchte. Nun gut, dieser Aspekt wäre zugegebenermaßen etwas am Thema des Buches vorbeigegangen und vielleicht kann Johannes Kram einfach die Dinge besser voneinander trennen als ich.

    Steckenweise zieht sich die Maischberger-Sendung von 2014 zur Bildungsplandebatte in Baden-Württemberg wie ein roter Faden durchs Buch. Dies begrüße ich sehr, da diese Sendung tatsächlich einen Tiefpunkt der Debatte darstellte, der auch mir noch lebhaft in Erinnerung ist. Allerdings habe ich mich beim Lesen gewundert, dass Jens Spahn nicht als Teilnehmer dieser Sendung erwähnt wurde. Gerade das von Kram kritisierte gleichberechtigte Nebeneinanderstellen von Homosexualität und Homophobie als "zwei konträre Meinungen" wurde durch Spahn in der Sendung mitgetragen und verteidigt. Unvergessen ist seine Forderung, es mögen beide Seiten einmal verbal abrüsten. Ich habe ehrlich gesagt nicht begriffen, warum Kram ihn hier nicht erwähnt hat.

    Dennoch: ein gutes Buch, ein wichtiges Buch!
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#33 TheDadProfil
  • 21.03.2018, 11:12hHannover
  • Antwort auf #30 von soon1984
  • ""In diesem Land gibt es - Gott sei Dank - ein Recht auf eine eigene Meinung.""..

    Mit dem Wirken irgendeines "Geist-Wesens" hat diese "Meinungs-Freiheit" in der Verfassung, die sich als Grundrecht und Individual-Recht vom Bürger ausgehend GEGEN den Staat richtet rein gar nichts zu tun..

    ""Dass eine Regierungschefin keine eigene, weil nicht genehme, Meinung haben sollen darf, das ist der eigentliche Skandal, denn es zeigt sich in dieser Aussage eine klare Tendenz, nur Meinungen zulassen zu wollen die man selbst mag oder die der eigenen Community genehm sind.""..

    Da muß man dann mal drüber überlegen..

    Denn hier stellt sich die Frage ob diese Kanzlerin in ihrer Funktion als sich stellende Kandidatin zur Kanzler-Wahl geäußert hat, oder als "private Frau Merkel"..

    Denn in der Funktion der Kanzlerin hat sie ihre "private Meinung und Haltung" und damit auch ihr Bauchgefühl den Erfordernissen die sich als Regierungs-Auftrag aus dem Grundgesetz an sie richten, schlichtweg unterzuordnen..

    Hier gibt es dann einen signifikanten Unterschied zwischen der Kanzlerin Merkel, die einer Regierung vorsteht deren Auftrag aus der Verfassung es ist
    "gleiche Lebensverhältnisse für alle Bürger zu schaffen"
    und
    "die Gleichberechtigung von Mann und Frau"
    durchzusetzen,
    und der Abgeordneten Frau Merkel die ihrem "Gewissen" verpflichtet frei abstimmen darf, wenn es konkrete Gesetzes-Vorlagen betrifft..

    Theoretisch muß sie dann nämlich sogar als Regierungs-Chefin vor das Parlament treten und die Öffnung der Ehe als Errungenschaft einer freien Gesellschaft in einer flammenden Rede verteidigen, darf dann aber als Abgeordnete bei der Abstimmung dagegen stimmen..

    Diesen schizophrenen Vorgang muß sie dann aber mit sich selbst ausmachen, und nicht in ihrer Regierungs-Arbeit oder einem TV-Studio auskämpfen..
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#34 TheDadProfil
  • 21.03.2018, 11:23hHannover
  • Antwort auf #32 von habemus_plemplem
  • Zunächst stimme ich Dir hier mal ausdrücklich zu..

    Will dann aber auch noch den Punkt ansprechen, der mir in vielen Diskussion hier immer mal wieder gegen den Strich geht..

    ""man kann nicht"..

    Doch, kann man..
    Man kann dann aber nicht die anderen "Leistungen" dieser Menschen in den Dreck ziehen, oder anfangen sie irgendwie "anders" zu bewerten, sondern man muß sich dann in diesen einem Punkt mit diesen Menschen streiten..

    Vor allem indem man darauf verweist das es keinen Unterschied in der Selbstbestimmung der einzelnen Bürger, die hier noch Kinder sind, geben darf, egal ob es sich dabei um Knaben oder Intersexuelle Menschen, oder "Trans-Menschen" handelt..

    Denn daß ist meines Erachtens die einzige Richtschnur die es hier einzuhalten gilt..

    Und der Weg ist ja noch nicht zu Ende, die Möglichkeit sich auch mit Volker Beck auch in diesem Punkt weiter zu streiten ist ja noch immer gegeben..
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