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Einzelkommentar zu:
Warum wir uns für die Abschaffung des §175 nicht bedanken müssen


#13 JadugharProfil
  • 18.03.2018, 19:22hHamburg
  • Zu bedanken brauchen wir für die Abschaffung des §175 wirklich nicht. Besonders dann nicht, daß ein wenige Tage vor der Abschaffung jenes unrühmlichen Paragraphen ein Verurteilter 14 Jahre lang inhaftiert war und für ihn alle Gnadengesuche abgelehnt wurden. Es dauerte ungefähr zwei Jahrzehnte, bis man die Rehabilitation unter größten Widerstand durchsetzte, so spät, daß viele Betroffenen schon verstorben waren. Die wenigen Überlebenden, denen man eine Rehabillitierung gönnte, wurden mit einen lächerlichen Almosen abgespeist, die extrem weniger ist, als eine gewöhnliche Haftentschädigung. So geht die Diskriminierung munter weiter!
    Untersuchungshäftlinge ohne Verurteilungen wurden gar nicht berücksichtigt, obwohl sie für den Rest ihres Lebens einen massiven Schaden erlitten, wie beispielsweise Wolfgang Lauinger. Noch heute hetzen viele Kirchen gegen Menschen, die nicht heterosexuell sind.
    In meinen Bekanntenkreis wurden viele nach ihren Outing massiv geschädigt! Die meisten verloren ihren Beruf oder ihre Existenz! Noch nicht einmal ihre Familien gaben ihnen Rückendeckungen und bezeichneten sie als Verbrecher, wo sie gnadenlos vor die Tür gesetzt wurden. Wenn man das alles so erlebt, fühlt man sich als Mensch zweiter Klasse! und das wirkt bis zum Rest des Lebens in der Psyche nach! Ich persönlich empfinde es heute so, daß die Gesellschaft um mich Nichtheterosexualität für nicht selbstverständlich empfindet. Bis heute verteidige ich nahezu täglich Homo- und Transsexuelle gegen die verbalen Angriffe.
    Aus diesen Gründen sind die Errungenschaften auf diesen Sektor in Bezug auf Menschenrechte und Gleichberechtigung ein sehr fragiles Gebilde, um das wir uns sorgen müssen.
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