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Reise in die USA

Irlands schwuler Premierminister auf Werbe-Tour für LGBTI-Rechte

Er spricht nicht nur mit dem Homo-Hasser Mike Pence. Regierungschef Leo Varadkar traf nun einen Aktivisten des Stonewall-Aufstandes und marschierte auf der einst homophoben St.-Patricks-Day-Parade.


Premierminister Leo Varadkar (r.) traf den 79-jährigen ehemaligen Stonewall-Aktivisten Tree Sequoia (Bild: Twitter @campaignforleo)

Irlands offen schwuler Premierminister Leo Varadkar besucht die USA und lässt keine Gelegenheit aus, ein Zeichen gegen die Diskriminierung von LGBTI zu setzen. Zunächst traf er sich am Freitag mit dem erzkonservativen und evangelikalen Vize-Präsidenten Mike Pence. Dieser ist ein entschiedener Gegner der Gleichstellung von LGBTI, deswegen sprach Varadkar das Thema an. Doch Pence war das offenbar unangenehm: Er hatte angeordnet, dass Medienvertreter das Treffen zwischen ihm und dem Premierminister nicht begleiten dürfen.

Von dem Treffen mit Pence, US-Präsident Trump und weiteren Mitgliedern der Regierung im Weißen Haus in Washington veröffentlichte Varadkar trotzdem ein Foto auf Twitter. Anschließend betonte er, die Rechte von LGBTI als zweites Thema angesprochen zu haben. Außerdem habe er es geschafft, "privat mit ihnen über Gleichberechtigung und meine Unterstützung für die Rechte von Frauen und der LGBTIQ-Community hier in Amerika und Irland zu sprechen." Im März hatte Varadkar noch erklärt, dass die Vereinigten Staaten nicht mehr führend in Rechten von LGBTI seien (queer.de berichtete).


Varadkar beim Treffen mit US-Präsident Trump. Bild: White House

Er habe auch seine persönliche Geschichte erzählt und erwähnt, dass sein Partner in Chicago lebe, so Varadkar. Das hätten die Mitglieder der Regierung schon gewusst: "Sie waren gut informiert." Varadkar und sein Partner wären in Zukunft in ihrem Haus sehr willkommen, habe Pence betont. Der Vize-Präsident habe ihn eingeladen, den nächsten St.-Patricks-Day mit seinem Partner Matt zu besuchen.

Treffen mit Aktivisten des "Stonewall Inn"

Nach dem offiziellen Termin besuchte Varadkar am Freitag das Stonewall-Nationaldenkmal in New York City. In dem Bereich um den Christopher Park und die Christopher Street hatte 1969 der Stonewall-Aufstand begonnen. Dieser gilt heute als Beginn der modernen westlichen LGBTI-Bewegung. Zu seinem Besuch schrieb Varadkar auf Twitter: "Mein erster Besuch am Stonewall-Denkmal. Ich bin wirklich stolz, hier zu sein."


Premier Varadkar am Stonewall-Denkmal in New York. Bild: @campaignforleo / Twitter

Außerdem traf er den Aktivisten Tree Sequoia. Der heute 79-Jährige arbeitete damals im Stonewall Inn und war bei den ersten Protesten dabei. Mit ihm machte der Premier ein gemeinsames Foto.

Erstmals auf einst homophober Parade

Schließlich der Höhepunkt: Am Samstag lief Varadkar auf der St.-Patricks-Day-Parade mit. Diese findet jährlich am 17. März statt, die größten Paraden in den USA finden in New York und Boston statt. Der Gedenktag gilt dem Heiligen Patrick, dem Schutzpatron Irlands.

Zuvor hatte der irische Premier Pressevertretern gegenüber erzählt, dass er sehr stolz sei, an der Parade teilzunehmen: "Ich bin nun in der Lage, mit meinem Partner an der Parade mitzulaufen. Das ist ein Zeichen des Wandels und der grossen Vielfalt – nicht nur in Irland, sondern auch in der grossen Community hier."

Noch vor zwei Jahren waren Regenbogenfahnen auf der Parade der katholischen Veranstalter unerwünscht. Diese Diskriminierung hatte New Yorks neu gewählten Bürgermeister Bill de Blasio auf den Plan gerufen: "Ich lehne die Position der Organisatoren dieser Parade, bestimmte Menschen in dieser Stadt auszuschliessen, einfach ab", sagte er vor zwei Jahren der dpa. Er rief zu einem Boykott des traditionellen Umzugs auf und marschiert stattdessen auf der Parade "St Pat's for All" mit, deren Veranstalter die Diversität aller Teilnehmer feierten.

Leo Varadkar wurde im Juni 2017 zum irischen Regierungschef gewählt (queer.de berichtete). Der Konservative hatte sein Coming-out noch als Gesundheitsminister im Jahr 2015, wenige Monate vor einem Referendum über die Ehe-Öffnung (queer.de berichtete). Die Ehe für alle wurde im katholischen Irland dann im selben Jahr eingeführt (queer.de berichtete).



#1 Patroklos
#2 AnonymAnonym
#3 RobinAnonym
  • 20.03.2018, 10:50h
  • Jedem, der sich für unsere Rechte einsetzt, ist gar nicht genug zu danken. Egal ob selbst LGBTI oder hetero. Und egal ob Politiker, Sportler, sonstiger Promi oder Unbekannter.
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#4 Shinkaishi
  • 21.03.2018, 17:59h
  • Ich finde es toll, dass er sich dort einsetzt.

    Und ich finde es besonders wichtig und richtig, gerade auf die Homophoben zuzugehen und sie zu Akzeptanz zu bewegen.

    Wenn Mike Pence einen homosexuellen Staatschef mit Partner zu sich einlädt, wäre das denke ich wirklich ein sehr tolles Zeichen.

    Je weniger Mann für Menschen der unverstandene "Andere" ist, desto schwerer fällt es Ihnen meist, einen zu diskriminieren.

    Außerdem verliert man doch schnell das Gesicht, wenn man auf Freundlichkeit mit Abweisung oder Gemeinheit reagiert.
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#5 TheDadProfil
  • 21.03.2018, 21:54hHannover
  • Antwort auf #4 von Shinkaishi
  • ""Wenn Mike Pence einen homosexuellen Staatschef mit Partner zu sich einlädt, wäre das denke ich wirklich ein sehr tolles Zeichen.""..

    Wenn Leute wie Mike Pence das tun, dann ist das wie Bulimie..

    Erst Kreide fressen und danach sofort kotzen gehen..
    Oder wahlweise "beichten" weil man sich "im Auftrag des Staates" mit einem Schwulen treffen mußte..
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