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Folter von Homosexuellen

Anal-Untersuchungen in Kenia für illegal erklärt

Ein Gericht hat festgestellt, dass Tests auf Analsex gesetzwidrig seien. Zuvor wurde versucht, damit nachzuweisen, dass zwei Männer Sex miteinander hatten.


In Kenia bleibt Homosexualität trotz des Verbots von Anal-Untersuchungen weiter illegal

Am Donnerstag hat ein Berufungsgericht in Kenia in einem Urteil festgestellt, dass erzwungene Anal-Untersuchungen gesetzwidrig sind. Diese Art der Untersuchung wird oft in Ländern, in denen Homosexualität illegal ist, benutzt, um Schwulsein zu "beweisen". Von dem Urteil berichtet die Menschenrechtsorganisation OutRight Action International. Die Praktik wird von LGBTI-Organisationen weltweit als menschenverachtend verurteilt.

Im vorliegenden Fall wurden zwei verdächtige Männer im Jahr 2015 verhaftet und gezwungen, Anal-Untersuchungen über sich ergehen zu lassen und HIV-Tests zu machen. Damit sollte festgestellt werden, ob sie einvernehmlichen Geschlechtsverkehr hatten. Die Beschuldigten wurden durch die Nationale Schwul-Lesbische Menschenrechtskommission (NGLHRC) in Kenia vertreten. Die Organisation bietet rechtliche Unterstützung für queere Menschen an. "Wir sind dankbar, dass das Berufungsgericht die Rechte der kenianischen Bürger geachtet hat", sagt Njeri Gateru, Vorsitzender für Rechtshilfe der Organisation. "Mit diesem Urteil erklären die Richter, dass wir alle das Recht haben, in Würde und mit grundlegenden Rechten behandelt zu werden, wie sie die kenianische Verfassung vorgeben."

In Kenia wird gleichgeschlechtlicher Sex weiter kriminalisiert, mit einer Strafe von bis zu 14 Jahren Haft. Derzeit befasst sich das Oberste Gericht des Landes mit einem Fall, der zur Entkriminalisierung von Homosexualität führen könnte. Die nächste Anhörung dazu findet am 26. April statt.

Anal-Untersuchungen werden jedoch weiterhin in anderen Ländern der Welt benutzt, um gegen LGBTI vorzugehen. Neben Kenia sind dies nach einem Bericht von Human Rights Watch derzeit weitere sieben Länder (queer.de berichtete). Erst im Juni 2016 hatte das Oberste Gericht Kenias die Folter-Praktik für rechtmäßig erklärt (queer.de berichtete).

"Erzwungene Anal-Untersuchungen kommen Folter gleich", sagt Jessica Stern, Vorsitzende von OutRight Action International. "Niemand sollte diese inhumane und erniedrigende Praktik erleben müssen. Die kenianische Justiz entschied zugunsten des Völkerrechts und der menschlichen Würde. Andere Länder sollten dem folgen und die in Verruf geratene Praxis beenden."



#1 von_hinten_genommenAnonym
  • 23.03.2018, 18:50h
  • Ach, nachdem so viele Schwule damit gefoltert wurden und es den "Folterern" angeblich wichtig war, nachzuweisen, dass zwei Männer Sex miteinander hatten, musste die Zeit dafür sorgen, dass diese Folter in Verruf gerät.
    Puh.

    Dürfen die Geschädigten nun Anzeige erstatten oder werden sie sonstwie entschädigt, oder hört einfach nur diese Folter auf??

    Ist es möglich, dass die Geschädigten nachweisen können, was mit ihnen geschehen ist, so dass die "Täter" entsprechend ihre Strafe erhalten?

    Ich weiß, dass es dort andere Gesetze gibt und manche, die wur haben, dort nicht existieren.
    Aber wenn sie schon endlich verstanden haben, dass das unmenschlich ist, dann sollten sie wenigstens die Möglichkeit anbieten, wie die Geschädigten zu ihrem Recht und zu ihrer Entschädigung kommen.
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#2 FreitagAnonym
  • 23.03.2018, 19:52h
  • Ein erster Schritt. Ich drücke den betroffenen Menschen die Daumen. Vielleicht gibt es ein umdenken in der Bevölkerung Kenias?!
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#3 JadugharProfil
  • 24.03.2018, 04:06hHamburg
  • Antwort auf #1 von von_hinten_genommen
  • In Deutschland dauerte es nach der Abschaffung des §175 noch 20 Jahre, bis die Opfer mit einen lächerlichen Almosen unter den Wert unschuldig Inhaftierter entschädigt wurden. Man kann davon ausgehen, daß es in Kenia ebenfalls Generationen vergehen, bis man die Einsicht hat, Justizopfer bezüglich der LGBTI's zu entschädigen. Es wäre immer sinnvoll, die Opfer sofort zu entschädigen, wenn ein Gesetz abgeschafft wird, welches gegen Grundrechte verstößt.
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#4 Gerlinde24Profil
  • 24.03.2018, 08:22hBerlin
  • Erst durch die fundamentalistischen Christen aus den USA, sowie der britischen Kolonialzeit, hat sich in Kenia die Homophobie entwickelt. Vorher war es akzeptiert bis geduldet.
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#5 von_hinten_genommenAnonym
  • 24.03.2018, 10:23h
  • Antwort auf #3 von Jadughar
  • Ich weiß. Es macht das ganze so bitter :-/
    Ich hab meinen Kommentar auch als allgemeine Kritik geschrieben. Da erlaubt sich der Staat (übrigens auch in anderen Ländern) etwas unmenschliches und wenn sie dann irgendwann erkennen, dass sie so nicht weitermachen können, hören sie einfach auf und die Geschädigten müssen schauen wie sie damit einerseits leben können und andererseits wie sie zu ihrem Recht kommen.

    Damit rede ich auch über Deutschland, wenn es um Diskriminierung geht und wie mit der Rehabilitation der Opfer des Paragrafen 175 umgegangen wurde.
    Es beginnt allmählich mich zu ärgern.
    Erstmal hat es viel zu lange gedauert, bis sie diese Rehabilitation umgesetzt hatten und zweitens war es fast unverschämt in der Art und Weise der Rehabilitation. Die Entschädigung war zu wenig und die Würdigung ein schlechter Witz.

    Aber es ist mir schon klar, was da dahinter steckt: es wäre ja eine "Zumutung" gewesen, den Opfern zu Lebzeiten eine wurdige Entschuldigung auszusprechen und ihnen gegenüber zu treten, von Angesicht zu Angesicht. Eine persönliche Entschuldigung inklusive einer wurdigen(!) Entschädigung. Das war wohl schon zu viel.
    Und nun scheint es zu viel zu sein, in jeder Gedenkrede über alle Opfer des Nationalsozialismus auch die Homosexuellen einzubeziehen und auch ihnen Würde zukommen zu lassen.
    Da darf man/frau sich schon mal ärgern.

    Es kommt so rüber wie: "Ach, ja, da haben wir wahrscheinlich was getan, was nicht ganz so gut war. Ok, dann werden wir da was tun. Hm, aber was? Genau: sie bekommen Geld. Ach, oh je, sie leben ja noch - peinlich. Hm, dann warten wir besser noch. Puh, jetzt sind so gut wie alle gestorben, nun wird es aber Zeit für die Rehabilitation. Hm, wieviel geben wir ihnen? Hm, wir brauchen jedenfalls ne Menge Geld für die Erweiterung des Breitbandes in der Bevölkerung. Tja, dann bekommen die ehemaligen Verurteilten einen Tausender. Was? Das ist zu wenig? Hm, wir müssen halt sparen, das muss man auch verstehen. Also gut, dann jährlich 500.000 Euro. Hm, aber das Schutzalter müssen wir einschränken. Also dann werden diejenigen ausgeschlossen, deren Partner unter 16 Jahre alt waren. Hm, die Entschädigung ist zu hoch. Oh, nun sind von den circa 50000 Opfern nur noch circa 5000 am Leben. Hm, also jeder bekommt jeder Betroffene 3000 Euro pro Urteil und 1500 Euro pro Jahr eines Freiheitentzuges. Hm, jetzt noch die Gedenkrede. Da warten wir bis 2021, es könnten ja noch einzelne Opfer am Leben sein."

    So kommt es rüber. Und es ist ärgerlich!
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#6 seb1983
  • 24.03.2018, 11:19h
  • Antwort auf #4 von Gerlinde24
  • Das ist so nicht korrekt.

    Homosexualität in unserem heutigem europäischen Verständnis gab es überhaupt nicht.
    Selbstverständlich hast du eine Frau gehabt und ein Dutzend Kinder wie es in traditionellen Gesellschaften dort üblich war und teils ist.
    Wenn du dann nebenbei mal mit einem guten Freund.... das wurde toleriert solange es mehr oder weniger im verborgenen passiere, wie in den arabischen Ländern auch. Jeder wusste es aber es war ein Tabu über das niemand redet.

    Aber: Mit einem Mann offen zusammenleben, sich öffentlich zeigen, Rechte einfordern? Völlig undenkbar!!
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#7 GoodOldDaysAnonym
  • 24.03.2018, 12:13h
  • Antwort auf #6 von seb1983
  • Ja Gerlinde vermischt hier die nachweisbar einmal vorhandenen animistischen Kleiderwechsel aus religiösen Gründen bei Ritualen, mit wohl vorhandenen angehörigen des sog. ritten Geschlechts in Kenia.

    Einen Nachweis für homosexuelle Beziehungen wie wir sie heute kennen, gibt es nicht in Kenia.

    Man muss auch mal bedenken, dass es früher Clans gab und einen Clanchef in vielen Teilen der Welt. Quasi ein Alpha-Männchen, ein Macker würde man heute sagen. Der hatte das Vorrecht auf mehrere Frauen, so war es kein Problem, wenn manche Männer eben homosexuelle Krieger waren, das sie keinen Frau bekommen haben, hat sie nicht gestört.
    Es konnte gar nicht jeder Mann, eine eigene Frau abbekommen. Rein evolutionär gesehen, macht das also Sinn.
    In dem meisten Gesellschaften gilt auch der Sex mit einem Mann nicht als Schwul, wenn man oben liegt, also der Penetrierende ist. Es ist also durchaus auch denkbar, das einige Clanchefs in Wahrheit homosexuell nach unserem heutigen Verständnis waren.

    Drittes Geschlecht war dafür da, das man selbst als dominanter Mann noch mehr Frauen haben konnte, hauptsächlich für Sex, aber auch für Feld und Hausarbeiten.
    Junge unverheiratete Männer sind oft zum Sex mit dem dritten Geschlecht gegangen, weil die nicht schwanger werden konnten und so kam keine Schande über die Familie der Gefickten.
    Es war das Ideal das gebärfähige Frauen jungfräulich verheiratet wurden, damit die Söhne des Bräutigams auch sicher vom Stammvater sind, deshalb war drittes Geschlecht für Sex wesentlich unkomplizierter.
    Auch fremden Männer die vorbei kamen, hat man solche Leute oder Zweitfrauen angeboten.

    Frauen die früher einem dominanten Mann gehörten und Transsexuelle, arbeiten heute ja oft als Prostituierte. Man kann sogar annehmen, das Prostitution erst so richtig begann zu florieren, wo dieses Clansystem zusammenbrach, denn plötzlich waren viele Leute ohne Gemeinschaft, die sie sonst gestützt hätte. Auch homosexuelle Männer, hatten nicht mehr den Schutz ihres Kriegerverbands und mussten plötzlich die unpassende Rolle eines Familienvaters einnehmen.
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#8 stromboliProfil
#9 In_Dubio_Pro_HomoAnonym
  • 24.03.2018, 18:52h
  • Es bleibt zu hoffen, daß der Oberste Gerichtshof in Kenia die Illegalität von Homosexualität endlich auf den Müllhaufen der Geschichte wirft!
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#10 TheDadProfil