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Fußball

Blick auf die WM: Das nächste Fan-Spektakel

Welche Erwartungen können in Russland an den amtierenden Weltmeister gestellt werden?


Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 findet vom 14. Juni bis zum 15. Juli in Russland statt. (Bild: FIFA)

  • 26. März 2018, 10:55h, noch kein Kommentar

Schon in den vergangenen Jahren dauerte es nicht lange, bis die Fanszene in freudiger Erwartung auf die Weltmeisterschaft war. Auch 2018 gibt es längst eine große Begeisterung seitens der Fans, die in unterschiedlichen Bereichen zu spüren ist. Auch LGBT-Fanclubs reihen sich in diese Entwicklung ein – wenn auch mit sehr gemischten Gefühlen angesichts der starken Homofeindlichkeit in Russland. Doch welche Erwartungen können im Putin-Reich tatsächlich an den amtierenden Weltmeister gestellt werden?

Tatsächlich sind die Ansprüche in der Vergangenheit noch einmal gestiegen, an denen die deutsche Mannschaft gemessen wird. Dem Team von Trainer Jogi Löw wird medial das Ziel gesetzt, den Triumph von 2014 noch einmal zu wiederholen. Dabei bleibt eine wichtige Tatsache völlig außen vor. Denn bereits in den vergangenen Jahrzehnten hatte der amtierende Weltmeister nie die Möglichkeit, sich erneut auf dem Thron des internationalen Fußballs zu platzieren. Zuletzt gelang dies der brasilianischen Mannschaft mit dem Ausnahmespieler Pelé, der 1958 und 1962 einen wichtigen Beitrag zum Gewinn des Titels leistete. Selbst hervorragende Mannschaften der letzten Jahre, wie zum Beispiel Italien oder Spanien, konnten ihre Erfolge nicht wiederholen. Auch aus diesem Grund scheint es durchaus angebracht, die Erwartungen etwas zu dämpfen und weniger voreingenommen in das Turnier zu gehen. Bei Wetten auf die WM 2018 schwankt die Quote um einen Wert von etwa 5,5. So ist es zum Beispiel bei XTip schon jetzt möglich, den eigenen Tipp abzugeben.

Feinheiten der Aufstellung

Auch die endgültige Aufstellung, in der Jogis Jungs auf den Platz treten werden, ist noch nicht bekannt. Nach wie vor gibt es zahlreiche strittige Positionen, auf denen der harte Konkurrenzkampf in den kommenden Monaten weiter fortgesetzt wird. Nach wie vor ist nicht entschieden, wer zum Beispiel die linke Seite der Abwehr besetzen darf. Während in der Vergangenheit sogar Innenverteidiger dort außen eingesetzt wurden, scheint Jogi Löw eine lokale Lösung zu bevorzugen. Lange Zeit sah es so aus, als hätte Marcel Halstenberg von RB Leipzig unter diesen Voraussetzungen die Chance, sich selbst einen Platz im Kader zu sichern. Doch ein Kreuzbandriss bremste seine Ambitionen. Nun könnte Jonas Hector vom 1. FC Köln eine Chance bekommen.

Die wichtige Position des Torwarts ist ebenfalls noch nicht endgültig besetzt. Manuel Neuer plagten in der Saison immer wieder schwere Verletzungen, die ihm eine ausreichende Spielpraxis verwehrten. Noch immer ist unklar, ob er unter diesen Voraussetzungen rechtzeitig vor dem Beginn des Turniers in Form kommen kann. Ansonsten wäre Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona bereit, in seine Rolle zu schlüpfen und ihn zu vertreten. Gerade die internationale Erfahrung, die er mit seinem spanischen Klub sammeln konnte, wird ihm bei diesem Vorhaben definitiv zugutekommen.

Auf der anderen Seite bleibt doch zu bedenken, wie sehr sich der Kader der deutschen Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren doch wandelte. Inzwischen gibt es zahlreiche junge Spieler, die den Druck auf die erfahrenen Kräfte immer mehr erhöhen. So wird verhindert, dass ein überaltertes Team an den Start geht, wie dies in den vergangenen Jahren bereits bei Italien oder Spanien nach ihren WM-Siegen beobachtet werden konnte. Vielleicht ist es also gerade die neu gewonnene Dynamik im Team, die einen wichtigen Teil zum Erstarken der Leistungen beiträgt. So bleibt zu hoffen, dass sich damit ein neues Selbstbewusstsein innerhalb der Mannschaft ausprägt. Gerade im Laufe der Qualifikation war dies trotz der sehr guten Ergebnisse hin und wieder vermisst worden. Vielleicht gelingt es also rechtzeitig zum Beginn der Endrunde, zum altenfußballerischen Selbstverständnis zu finden und die eigene Rolle auf diese Weise klar unter Beweis zu stellen.

Brasilien mit guten Chancen

Gleichsam lohnt sich der Blick auf die Konkurrenz, der in Russland ebenfalls gute Chancen zugeschrieben werden. Bei den Buchmachern nimmt Brasilien, der Gastgeber der vergangenen WM, hier eine wichtige Rolle ein. Mit Ausnahmespielern wie Neymar, Coutinho oder Gabriel Jesus sind auch hier zahlreiche spielerische Möglichkeiten vorhanden. In der Abwehr sollen derweil Marquinhos und Marcelo für eine entsprechende Stabilisierung sorgen. Gelingt es den Stars, ihre gute Form zu halten und ein gemeinsames Kollektiv zu bilden, so kann Brasilien womöglich zum ersten Mal seit 16 Jahren Weltmeister werden.

Frankreich

Auch Frankreich blickt nach einer starken EM 2016 hoffnungsvoll auf die Weltmeisterschaft. Besonders in der Offensive stehen dem Trainer Didier Dechamps völlig neue Möglichkeiten zur Verfügung. Zu nennen sind hierbei Stars wie Antoine Griezmann oder Kylian Mbappé, die zuletzt mit besonderen Leistungen auf sich aufmerksam machen konnten. Auch im Mittelfeld rücken rund um Paul Pogba zahlreiche junge Kräfte nach, die dem Kader eine zusätzliche Stärke verleihen könnten. In der Summe steckt in diesen Spielern durchaus die Fähigkeit, beim Turnier entscheidende Akzente zu setzen und sich so in den Vordergrund zu spielen.

Spanien

Der spanischen Mannschaft gelang es bei der WM 2014 nicht, zurück zu den eigenen Stärken zu finden. Das Ausscheiden in der Vorrunde zeigte in beeindruckender Art und Weise, wie sich der hohe Druck auf einen amtierenden Weltmeister auswirken kann. Nachrückende junge Spieler, die für eine Verjüngung sorgten, werden so zu den großen Hoffnungsträgern beim Turnier 2018. (ak)