Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?30877

Homophober Reggae

Hass-Sänger soll in Regensburg auftreten

Bounty Killer, der in Songs zur Ermordung von Schwulen aufruft, kommt wieder nach Deutschland. Aktivisten fordern, dass das Konzert abgesagt wird.


Bounty Killer (Bild: Stefan Klauke / wikipedia)

  • Von Markus Kowalski
    26. März 2018, 09:00h 33 2 Min.

Ein Sänger, der in seinen Lieder seit Jahren zum Töten von Homosexuellen aufruft, will erneut nach Deutschland kommen. Am 11. Mai soll der jamaikanische Dancehall-Star Bounty Killer in Regensburg im "Mischwerk" auftreten. Der Club gab sich in der Vergangenheit queer-freundlich, in seinen Räumen fanden auch LGBT-Partys wie "Candylicious – Pride Party" statt.

Doch nun holt der Club einen krass homphoben Sänger nach Regensburg, als Main Act. In der Veranstaltungs-Ankündigung auf Facebook heißt es, Killer sei "einer der aggressivsten Dancehall Stars der Neunziger Jahre".


Die Veranstaltung auf Facebook (Bild: Screenshot)

- Werbung -

Kritik von Studierenden aus Regensburg

Queer-Aktivist Werner Gaßner forderte den Club auf Facebook auf, den Hass-Sänger sofort auszuladen: "Aufruf zu Hass und Mord an queeren Menschen ist nicht Bestandteil von Kunst und darf in keiner Weise relativiert oder verharmlost werden." Der "Arbeitskreis queer" der Universität Regensburg bezeichnete die Veranstaltung als "Fehlgriff der besonders geschmacklosen Art". Die Veranstalter der "Candylicious"-Party kommentierten auf Facebook: "Wir sind auch nicht darüber begeistert." Man habe das "Mischwerk" bereits informiert und sei im Gespräch.

Bounty Killer hatte in mehreren Liedern die Ermordung von Schwulen gefordert. So rief er im Song "Another Level" dazu auf, Schwule zu verbrennen und zu ertränken, in "Look Good" hieß es: "Lösche die Schwuchtel mit einem Laser-Beam aus". Anders als andere umstrittene Sänger aus Jamaika hat Bounty Killer bis heute nicht den "Reggae Compassionate Act" unterzeichnet, mit denen sich die Künstler von früheren Werken distanzieren und versprechen, diese nicht mehr aufzuführen.

Die Queer-Kollekte
Die queere Community braucht eine starke journalistische Stimme – gerade jetzt! Leiste deinen Beitrag, um die Arbeit von queer.de abzusichern.
Jetzt unterstützen!

Communtity protestiert seit Jahren gegen Auftritte

Seit 2003 wurden Konzerte von Bounty Killer in Europa nach Protesten von queeren Gruppen immer wieder abgesagt (queer.de berichtete). 2011 fand eine Reihe von Konzerten in Deutschland nach Kritik der LGBTI-Community nicht statt (queer.de berichtete), ebenso in Zürich (queer.de berichtete). Zuletzt wurde 2012 ein Konzert in Hamburg abgesagt (queer.de berichtete).

Aktivisten forderten bislang nicht nur die Veranstalter auf, den Sänger wieder auszuladen. 2008 hatten die Grünen im Bundestag erstmals ein Einreiseverbot in den Schengen-Raum durchgesetzt und damit Konzerte in drei deutschen Städten verhindert. 2008 erhob der LSVD Strafanzeige wegen Volksverhetzung. Die Behörden schlossen sich an: Im gleichen Jahr setzte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften einige Alben des Sängers auf den Index (queer.de berichtete).

-w-

#1 Alexander_FAnonym
  • 26.03.2018, 12:08h
  • "Reggae Compassionate Act", lachhaft. Das ist so, als ob Rechtsrocker und NSBMler einer Erklärung gegen Rassismus unterschreiben würden. Homophobie gehört zum Reggae wie der Arsch zum Eimer, etwas anderes kann man von religiösen Fundamentalisten kaum erwarten, auch wenn sie noch so ungepflegt sind und sich noch so viele Dübel reinziehen.

    Ich finde es aber sehr gut, dass diese Konzerte boykottiert wurden, und auch dass die Grünen hier Flagge gezeigt haben.
  • Direktlink »
#2 PeerAnonym
  • 26.03.2018, 12:36h
  • Wieso dürfen Hass-Sänger, die zum Mord an Menschen aufrufen, in Deutschland auftreten?

    Die sollten am besten gar nicht erst nach Europa einreisen dürfen. Und deren Tonträger (bzw. deren Musik bei Streamingdiensten) sollten auch verboten werden.

    Nur so kann man die erreichen. Fakten und Argumente interessieren die nicht - die verstehen nur die Sprache des Geldes.
  • Direktlink »
#3 Homonklin44
  • 26.03.2018, 12:58hTauroa Point
  • Solche sch.... Figuren brauchen wir hier nicht auch noch. Ähnlich diesem Elephantman und Konsorten.
    Mag ja sein, dass Raggae und Dancehall in Symbolismen wie "burn them down" eine lange währende Hassformel belegen, muss aber nicht für alle Zeit so bleiben. Gibt ja noch andere Themen als rastafarische Verblendung.

    Wir haben doch schon genug Hass-Sänger aus der einheimisch rechten Ecke, die hier ihren Schundlärm als Musik verbreiten. Komisch ist sowieso, dass man auch bei denen extra drauf hinweisen muss.
  • Direktlink »