Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?30890

Geplanter Auftritt in Regensburg

Bounty-Killer-Manager: "Er ist nicht mehr homophob"

Der Tour-Manager versucht gegenüber queer.de zu erklären, dass der umstrittene Reggae-Sänger keine Hass-Rede mehr verbreite. Der Club prüft derweil, ob das Konzert abgesagt werden kann.


Bounty Killer (Bild: Stefan Klauke / wikipedia)

Zu Update springen: Grüne fordern Innenminister Seehofer zu Einreiseverbot auf (19:50h)

Nachdem bekannt geworden war, dass der Reggae-Künstler Bounty Killer im Mai in Regensburg auftreten soll (queer.de berichtete), gab es teils heftige Reaktionen von Veranstaltern, Managern und Aktivisten. Die Betreiber des Clubs "Mischwerk", in dem das Konzert stattfinden soll, erklärten in einer Pressemitteilung, den Fall prüfen zu wollen. Man sei nicht der Veranstalter, werde sich aber mit den Verantwortlichen in Verbindung setzen und die Problematik besprechen.


Die Veranstaltung auf Facebook (Bild: Screenshot)

Man möchte jedoch vorab mitteilen, "dass es mit jedem Fremdveranstalter Verträge gibt, in denen festgehalten wird, dass keinerlei diskriminierende, menschenrechtsverletzende oder zur Gewalt aufrufende Propaganda betrieben werden darf". Man kannte den Künstler Bounty Killer vorher nicht und werde jetzt die Verträge überprüfen.

- Werbung -

Vereinbarung mit Reggae-Künstlern in Belgien

Der belgische Manager von Bounty Killer, Mike De Herdt von "Music Got Soul", äußerte sich gegenüber queer.de in einem langen Statement: "Bounty verwendet keine Liedtexte mehr, die Hass oder Gewalt gegenüber Schwulen verbreiten." Er habe sich in den letzten Jahren in seiner persönlichen Einstellung gewandelt. Liedtexte seien umgeschrieben worden. In vielen Fällen seien Zeilen wie "gunshot fi dem" oder "fire pon dem" (erschiesst sie) nun nicht mehr gegen Schwule gerichtet, sondern gegen Gangs, korrupte Unternehmer, schwache Politiker und andere Künstler, die Verrat begangen hätten. Welche Lieder oder Liedtexte aber konkret geändert wurden, konnte De Herdt auf Anfrage nicht sagen.

Er verweist jedoch auf eine Vereinbarung in Belgien aus dem Jahr 2012 zwischen mehreren lokalen LGBTI-Organisationen und Reggae-Künstlern. Mit dieser soll "homophobe Hassrede endlich – und vorzugsweise weltweit – aus der Reggae-Musik eliminiert werden", heißt es darin. Die Vereinbarung sieht eine "einmalige Amnestie" für "Hassrede und homophobe Äußerungen in der Vergangenheit" vor. Im Gegenzug verpflichten sich die Künstler, dies in Zukunft zu unterlassen: "Künstler, die nach Verabschiedung dieser Erklärung weiterhin darauf beharren, verletzende Liedtexte irgendwo in der Welt aufführen zu wollen, werden nicht länger auf unseren Bühnen und in unserer Reggae-Szene willkommen sein."

Diskussion über den Fall von manchen unerwünscht

Deswegen findet Manager De Herdt, dass über die Homophobie von Bounty Killers Songtexten nicht mehr geredet werden soll, da diese vor über 20 Jahren geschrieben worden seien. Vielmehr ist er verärgert, dass bis heute darüber berichtet wird: "Einige extreme LGBT-Gruppen scheinen einfach ein Thema gefunden zu haben, um das Profil ihrer Organisation damit zu schärfen, so wie manche Politiker."

Dass der Arbeitskreis queer der Universität Regensburg über Facebook den Fall öffentlich gemacht hat, gefiel auch anderen Personen nicht. Der Organisator der lokalen Queer-Party "Candilicious" habe die Angelegenheit lieber im Stillen regeln wollen und dem Arbeitskreis wegen der Veröffenlichung in einer privaten Nachricht "Hetze" vorgeworfen.

Annika Gruber vom AK queer Regensburg verteidigte das Bekanntwerden des Falls: "Bounty Killer verbreitet in seinen Texten homosexuellenfeindliche Aussagen bis hin zum Mordaufruf an Schwulen. Künstlerische Freiheit ist aber kein Freifahrtschein für menschenverachtende Botschaften", sagte sie auf Anfrage. "Hier sind auch die Clubbetreiber in der Verantwortung, die diskriminierenden Inhalten keine Bühne bieten sollten."

Aktivist Werner Gaßner findet, dass sich am Fall Bounty Killer typischerweise zeige, dass sich die LGBTI-Communtity bei Veranstaltungen oft spalte. "Dann stehen diejenigen im Kreuzfeuer der Kritik, die beispielsweise auf homosexuellenfeindlich Akteur*innen wie diesen Sänger hinweisen", sagt Gaßner. "Menschen, die sich für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft und gegen Hass einsetzen, sind dann plötzlich innerhalb der Szene die Störfeuer." Er findet, dass es richtig und wichtig war, dass der AK queer Regensburg auf den Hass-Sänger im Mischwerk hingewiesen hat und dass die Debatte öffentlich geführt wird. Denn: "Hass-Sänger haben in keinem Club etwas verloren."

 Update  19.50h: Grüne fordern Innenminister Seehofer zu Einreiseverbot auf
Ulle Schauws, die queerpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, hat nun einen Brief an Innenminister Horst Seehofer geschrieben. Darin bittet sie ihn, die Einreise des Sängers zu verhindern. Das berichtet der Tagesspiegel. "Wer zu Mord an Schwulen aufruft, hat in unserem Land und in Europa nichts verloren. Das ist in einem Rechtsstaat wie Deutschland strafbar", sagte Schauws der Zeitung.
Das Einreiseverbot aus dem Jahr 2009 für Bounty Killer sei inzwischen erloschen. Daher heißt es in dem Brief: "Ich bitte Sie, den Sänger erneut zur Nicht-Einreise auszuschreiben. Es kann nicht sein, dass Hassprediger und Hasssänger ihre Botschaften in Deutschland verbreiten können." Der Sänger soll im Mai nicht nur in Regensburg, sondern auch in Wuppertal und im Dortmunder Club Junkyard auftreten.

-w-

-w-

-w-

#1 ursusEhemaliges Profil
  • 28.03.2018, 15:46h
  • na, wenn sich die mordaufrufe nur noch gegen irgendwelche anderen menschen richten, dann ist doch alles in ordnung.
    *augenroll*
  • Direktlink »
#2 Roman BolligerAnonym
  • 28.03.2018, 15:57h
  • Bounty Killer? Sein Manager?

    Ich sehe keinen Unterschied zwischen den Beiden. Die Boshaftigkeit und das Lügen haben die in den Genen.

    Keine Konzerte für solche Idioten!
  • Direktlink »
#3 Steve2Anonym
  • 28.03.2018, 16:05h
  • "In vielen Fällen seien Zeilen wie "gunshot fi dem" oder "fire pon dem" (erschiesst sie) nun nicht mehr gegen Schwule gerichtet, sondern gegen Gangs, korrupte Unternehmer, schwache Politiker und andere Künstler, die Verrat begangen hätten."

    Ach so, nun sollen also nicht Schwule erschossen werden, sondern andere Menschen aus Gangs und Politiker?!

    UNFASSBAR!
  • Direktlink »