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Pseudo-Wissenschaftler

Unterstützer der "Demo für alle" planen Familienkonferenz

Gleichstellungsgegner um den Verein "Agens" wollen sich in der Universität Frankfurt treffen. SPD und Grüne fordern Konsequenzen, Studierende protestieren.


Die Goethe-Uni in Frankfurt/Main (Bild: Universität Frankfurt)

Zu Update springen: Amendt beklagt "Kampagne" gegen seinen Kongress

Bei einer Familientagung an der Frankfurter Goethe-Universität werden Gegner der Gleichstellung von LGBTI mit Verbindung zur "Demo für alle" als Redner auftreten. Die Tagung mit dem harmlosen Namen "Familienkonflikte gewaltfrei austragen" soll vom 13. bis 15. April in den Räumlichkeiten der Universität stattfinden.

Veranstalter der Tagung ist die "AG Familienkonflikt". Hinter diesem Namen verbirgt sich der ehemalige Professor Dr. Gerhard Amendt, der sich mehrfach als Gegner der Ehe für alle und des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche positioniert hat. Mitorganisator ist Tom Todd, der gleichzeitig zweiter Vorsitzender des Vereins Agens e.V. ist.

Agens e.V. gilt als ein maßgeblicher Akteur der antifeministischen Männerrechtsbewegung im deutschsprachigen Raum, warnt vor der "Ausbreitung der Homosexualität" und kooperiert mit der rechtsoffenen "Demo für Alle". Er ist außerdem Mitglied im christlich-fundamentalistischen Bündnis "Rettet die Familie", welches 2014 zu den Demonstrationen gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg aufgerufen hatte (queer.de berichtete).

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Umstrittener Soziologe als "Wissenschaftlicher Leiter"

Als "Wissenschaftlicher Leiter" der Tagung fungiert Amendt. Er hatte in der Vergangenheit Frauenhäuser als "Hort des Männerhasses" bezeichnet und deren Schließung gefordert. Amendt betreibt einen eigenen Verlag, der bis vor kurzem noch in Frankfurt-Bockenheim ansässig war. Darüber hinaus ist er als Autor für das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) tätig, das unter anderem die Position vertritt, das Homosexualität durch sogenannte Konversionstherapien "heilbar" sei.

Amendt selbst spricht im Zusammenhang mit Homosexualität von "Perversen". Diese beeinflusse seiner Ansicht nach den Rest der Gesellschaft: In einem Artikel auf der Webseite des DIJG versucht Amendt ebenso zu erklären, warum "homosexuelle Fortpflanzung" bei Kindern "Identitätsverwirrungen auslöst". An anderer Stelle rückt Amendt Homosexualität in die Nähe zur Pädophilie.

Studierendenrat und Kommunalpolitiker kritisieren Universität

Seit dem Bekanntwerden der Tagung durch einen Bericht des Nachrichtenportals "Merkurist" vom Montag steht die Goethe-Universität in der Kritik. Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) hat inzwischen die Absetzung der Veranstaltung gefordert. Dem schlossen sich das "Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt" und die "Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität" an.

Universitätspressesprecher Olaf Kaltenborn erklärte in der "Frankfurter Rundschau", dass der Campusservice GmbH, die für die Vermietung von Universitätsräumlichkeiten zuständig ist, zum Zeitpunkt der Vermietung die Hintergründe der Organisatoren nicht bekannt waren. "Aufgrund der im Veranstaltungsexposé vorgelegten Referenzen hat die Campusservice GmbH keinen Zweifel daran gehabt, dass es sich dabei um eine Veranstaltung mit seriösem Hintergrund handelt", so Kaltenborn. Gegenwärtig werde der Vermietungsvertrag "im Licht der zutage getretenen Erkenntnisse" juristisch geprüft.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rathaus der Stadt, Manuel Stock, spricht von einem "homosexuellenfeindlichen Kongress". Kritik kommt auch von der SPD: "Vielleicht gibt es ja noch die Chance, die Tagung von der Universität fernzuhalten, anstatt sie mit diesem Veranstaltungsort aufzuwerten. Nach Presseberichten hat der Veranstalter bei der Anmietung mit falschen Angaben gearbeitet, das müsste doch Folgen haben", sagte der SPD-Stadtverordnete Thomas Bäppler-Wolf. "Jetzt und in Zukunft sollte die Universität externe Veranstaltungsanfragen noch kritischer prüfen, damit homophobe Positionen keine repräsentative Plattform erhalten."

Mittlerweile hat der Asta der Uni zu einer Demonstration gegen die Veranstaltung aufgerufen. Sie soll am 14. April unter dem Motto "Für Akzeptanz und Vielfalt" stattfinden.

 Update  29.03.18 09.45h: Amendt beklagt "Kampagne" gegen seinen Kongress
Gerhard Amendt sieht sich und die Konferenz als Opfer einer "Kampagne". In einer Stellungnahme heißt es: "Zurzeit wird in Frankfurt von Grünen, SPD und anderen Gruppen der Versuch unternommen, den Kongress Familienkonflikte gewaltfrei austragen in Misskredit und dessen Verantwortlichen, Prof. Amendt, mit repressiver Gesundheitspolitik gegen Homosexuelle in Verbindung zu bringen." Behauptungen, die in anderen Medien genannt wurden, dass er sogenannte "Konversionstherapien" an Homosexuellen anbiete, seien unzutreffend. Auch sei er kein Mitarbeiter der DIJG. Er kündigt an: "Gegen die Falschbehauptungen werden wir juristisch vorgehen."



#1 TimonAnonym
  • 28.03.2018, 18:59h
  • Eine Universität sollte ein Ort der Bildung, der Fakten und der Wissenschaft sein.

    Wieso bietet die Universität Frankfurt fanatischen Pseudo-Wissenschaftlern ein Forum für deren krude Thesen, deren Volksverdummung und deren Hetze?!
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#2 von_hinten_genommenAnonym
  • 28.03.2018, 20:02h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Weil angeblich niemand was dagegen tut und sie offensichtlich nichts von Seite der Justiz zu befürchten haben, oder sie das eben als "Meinungsäußerung" verkaufen :-/
    Ein weiterer Beweis dafür, dass es Verbesserungsbedarf gibt.
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#3 Dont_talk_aboutProfil
  • 28.03.2018, 20:32hFrankfurt
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Bei anderen zahlenden Veranstaltern wird sicher auch nicht so genau geprüft, ob eventuell einem Pseudo-Wissenschaftler ein Forum geboten werden könnte.

    Bleibt also bitte fair und messt mit einem Maß
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#4 JadugharProfil
  • 28.03.2018, 20:58hHamburg
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Die Universität kann durchaus ein Forum für krude Thesen und Theorien bieten und danach diese kruden Thesen und Theorien öffentlich systematisch widerlegen und aufzeigen, was sie wirklich beinhalten und bezwecken, um Klarheit zu schaffen. Damit kann man die Haltung jener Organisatoren in Grund und Boden stampfen, denn ein Ort von Glaubensüberzeugungen, Lügen und Dogmen wird die Universität nie sein! Es kann nicht sein, daß Leute mit akademischen Titeln diesen Titel mißbrauchen, um Narrenfreiheiten zu haben. Wenn es dem so ist, sollte man deren akademischen Titel wieder aberkennen, da er ja für wissenschaftliche Zwecke dienen sollte.
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#5 TheDadProfil
  • 28.03.2018, 22:12hHannover
  • ""Veranstalter der Tagung ist die "AG Familienkonflikt". Hinter diesem Namen verbirgt sich der ehemalige Professor Dr. Gerhard Amendt, der sich mehrfach als Gegner der Ehe für alle und des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche positioniert hat.""..

    Da geht der Riss mitten durch die Familie, denn der Zwillings-Bruder dieses Herrn Prof erem. Dr. Gerhard Amendt ist der Aufklärer, Sozial-und Sexualwissenschaftler und Autor Dr. Günter Amendt, der am 12. März 2011 in Hamburg zusammen mit anderen Personen auf dem Gehweg von einem Auto erfasst wurde, und verstarb..

    ""Amendt bezeichnete sich selbst als einen Mann, der aus seiner Homosexualität keinen Hehl macht.""..

    de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Amendt
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#6 Gerlinde24Profil
  • 29.03.2018, 06:46hBerlin
  • Das dieser "Verein" sich mit falschen Angaben den Vertrag erschlichen haben, wird für sie ohne Konsequenzen bleiben, siehe NPD, AfD, und andere rechte Gruppierungen. Am besten ist es, in den Vertragstext aufzunehmen, dass der Vertrag wirkungslos wird, wenn fremdenfeindliche, rassistische, anti-semitische, oder homopobe/transphobe Aussagen dort gemacht werden. Dass dann der Saal sofort zu räumen sei. Oder noch besser, sich vorab zu informieren. Dank Google hätten die Verantwortlichen sofort gewusst, welche Laus sie sich da in ihren Pelz holen.
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#7 liberalissimoAnonym
#8 goddamn liberalAnonym
  • 29.03.2018, 08:39h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • "Da geht der Riss mitten durch die Familie, denn der Zwillings-Bruder dieses Herrn Prof erem. Dr. Gerhard Amendt ist der Aufklärer, Sozial-und Sexualwissenschaftler und Autor Dr. Günter Amendt"

    Die fast schon manische Homophobie des überlebenden Zwillings ist eine Art symbolischer Brudermord am schwulen Vorkämpfer Günter Amendt, dessen (überlebens-)wichtige Werke ich seit meiner Jugend kenne.

    Das Austoben von Familienneurosen hat nichts mit Wissenschaft zu tun und gehört nicht in eine Uni.
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#9 Homonklin44Profil
  • 29.03.2018, 09:55hTauroa Point
  • ""Ausbreitung der Homosexualität""

    Was soll denn das bitte sein? Wenn sich Homosexuelle über "homosexuelle Fortpflanzung" (nee, ne?) massenhaft vermehren?
    Ja, wartet noch ein paar Runden Gen-Editing und Reproduktionsmedizin ab, ihr homophoben Angsthasen!

    Familienkonflikte - ja, wenn einer aus persönlichen Antipathien zum Bruder eine Dyssophie konstruiert ... da müssten sich ja viele Geschwister extra Feindseligkeitskongresse antun.

    Ja man müsste eben alle diese Gastveranstaltungen auf ideologische Hintergründe prüfen, bevor die an Universitäten tagen dürfen.
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#10 Rosa SoliAnonym
  • 29.03.2018, 11:36h
  • Antwort auf #9 von Homonklin_@_NZ
  • Natürlich ist der Begriff "Ausbreitung von Homosexualität" nur ein Code. Schließlich ist die Homosexualität keine Infektionskrankheit.

    Gemeint ist wohl vielmehr die vermehrte Sichtbarkeit Homosexueller, die heute eben ein freies und offenes Leben führen können und sich nicht mehr verstecken müssen.

    Und wenn der werte Professor mit der Sichtbarkeit von Homosexualität konfrontiert ist, dann fühlt er sich bedroht.

    Wer gegen die Sichtbarkeit von Homosexuellen ankämpft, der verfolgt im Grunde genommen Auslöschungsfantasien. Das sind doch altbekannte psychodynamische Mechanismen.

    Schlimm, wenn sich sowas auch noch einen akademischen Touch geben darf.
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