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Neue Zahlen

Über 1.000 Ehe-Schließungen unter Schwulen und Lesben in Berlin

In der Hauptstadt wurden bislang die meisten gleichgeschlechtlichen Ehen eingegangen, dicht gefolgt von Hamburg. In Nordrhein-Westfalen ist Köln die Hochburg der Hochzeiten.


Zwei Drittel der homosexuellen Ehen in Berlin wurden von Männern geschlossen (Bild: Amaury / flickr / by-nd 2.0))

Die Ehe für alle findet unter Schwulen und Lesben weiter Zuspruch. Vom 1. Oktober 2017 bis Ende März 2018 heirateten weit mehr als 1.000 gleichgeschlechtliche Paare in Berlin. Das berichtet die Tageszeitung "B.Z.". Etwa drei Viertel davon lebten demnach schon vorher in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und ließen diese in eine Ehe umwandeln.

Aus acht Bezirken lagen die Gesamtzahlen bis Ende Februar oder Ende März vor und summierten sich auf 1.069 Ehepaare. In vier Bezirken lagen bislang keine Angaben zu den Trauungen von Januar bis März vor. Diese könnten bei schätzungsweise 100 bis 200 Eheschließungen liegen.

Zwei Drittel sind schwule Paare

Die Standesämter rechnen im Laufe des Jahres mit einem verstärkten Zulauf, da viele schwule und lesbische Paare das Datum ihrer registrierten Lebenspartnerschaft für einen Hochzeitstermin nutzen wollen und bisher noch warten.

Von Oktober bis Ende Dezember 2017 waren 680 homosexuelle Paare den Bund fürs Leben eingegangen. Zwei Drittel davon waren Männerpaare. In dem Zeitraum gab es in Berlin insgesamt 3.670 Trauungen.

Am häufigsten heirateten Schwule und Lesben bisher im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, dem Zentrum der Szene. 252 gleichgeschlechtliche Paare wurden dort getraut. Es folgen Charlottenburg-Wilmersdorf mit 169 Eheschließungen, Friedrichshain-Kreuzberg mit 149 und Steglitz-Zehlendorf mit 126 Hochzeiten. Weniger gleichgeschlechtliche Ehen gab es in Marzahn-Hellersdorf mit 42 und Lichtenberg mit 30.

In NRW ist Köln besonders beliebt

Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die in dieser Woche veröffentlicht wurde, ergab, dass die Ehe für alle in Nordrhein-Westfalen in Köln am beliebtesten ist. In der Stadt, die ebenso eine große LGBTI-Community hat, wurden seit Oktober 91 neue Ehen geschlossen und 553 eingetragene Lebenspartnerschaften in Ehen umgewandelt, wie das Kölner Standesamt erklärte.

In Düsseldorf gaben sich nach Angaben der Stadt in den vergangenen sechs Monaten 44 Paare das Jawort, 148 ließen ihre Lebenspartnerschaften umwandeln. Die Dortmunder Behörden zählten bislang 33 neue Ehen und 147 Umwandlungen. In Wuppertal und Bielefeld ließen sich jeweils 13 Paare trauen, Dutzende wandelten in den beiden Städten ihre Lebenspartnerschaften in Ehen um.

900 gleichgeschlechtliche Ehen in Hamburg

In Hamburg haben sich nach dpa-Angaben 900 gleichgeschlechtliche Paare getraut. Die Hälfte von ihnen lebte bereits in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und ließ diese in eine Ehe umwandeln.

In München gaben sich seit dem 1. Oktober letzten Jahres 105 lesbische und schwule Paare erstmals das Ja-Wort, 372 feierten ein "Upgrade" ihrer Lebenspartnerschaft. In Frankfurt am Main ließen sich bis zur dritten Märzwoche 216 gleichgeschlechtliche Paare trauen. Aus Hannover wurden 158 homosexuelle Hochzeiten gemeldet.

Dank einer Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur wurde in dieser Woche ebenso die Zahl der Eheschließungen aus dem Südwesten der Republik bekannt (queer.de berichtete). (mk)



#1 Von_Vorne_BedientAnonym
  • 30.03.2018, 11:00h
  • Das sind doch endlich gute Neuigkeiten aus Berlin! Dennoch wird es aber auch Zeit, daß die Stadt das Makel der "Metropole der homophoben Übergriffe" ablegt, denn dadurch wurde viele LGBTI-Touristen vergrault!
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#2 andreAnonym
  • 30.03.2018, 11:03h
  • Was mich mal interessieren würde, wie viele aus echter Liebe heiraten und wie viele heiraten, weil sie damit, zum Beispiel im Steuerrecht oder Erbrecht, vermutlich besser gestellt sind, als Singles in einer Lebensgemeinschaft. Was natürlich vollkommen legitim ist. Eine Umfrage in dieser Sache würde, vermutlich, scheitern, weil es niemand zugeben würde. Ich kenne mich da nicht so aus, weil für die die Frage sich nicht stellt als Single. Aber interessieren würde mich das schon.
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#3 PeerAnonym
  • 30.03.2018, 11:36h
  • Diese Zahlen belegen wieder mal, dass die Eheöffnung ein voller Erfolg ist und dass der Bedarf mehr als vorhanden ist.
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#4 SteuerberaterAnonym
  • 30.03.2018, 12:00h
  • Antwort auf #2 von andre
  • Vielleicht mal so viel: Der Steuervorteil beim Ehegattensplitting wird häufig überschätzt. Durchschnittsehepaare sparen 200-300 Euro, mal auch 500 Euro im Jahr. Dafür heiratet niemand in Anbetracht der Hochzeits- und ggf. Scheidungskosten. Es müssen schon ganz konservative Familienmodelle (Partner A verdient ein sehr hohes Einkommen, Partner B nichts, plus Kinder) bestehen, damit Tausender beim Spliting rumkommen. Bei meinen schwulen/lesbischen MandantInnen (Köln) habe ich solch eine Differenz noch nie auf dem Tisch gehabt.

    Wichtiger als die Steuer ist sicherlich der Absicherungsaspekt (Unfall, Rente, Erbe). Aber in der Regel sichert man jemanden an, den man liebt. Und nicht, damit "der Staat" weniger in der Tasche hat.
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#5 Ralph
  • 30.03.2018, 12:21h
  • Antwort auf #2 von andre
  • Verschrobene Denkweise aus dem 19. Jahrhundert. Um jemanden zu lieben, brauch ich ihn nicht zu heiraten. Wenn ich jemanden liebe, muss ich ihn nicht heiraten. Es geht in der Tat darum, das gleiche Paket in Anspruch zu nehmen wie die Heten auch. Mein Mann und ich sehen das nach 31 Jahren Zusammensein sehr nüchtern. Wir wollen diesem Staat nicht ersparen, für den Überlebenden Hinterbliebenenrente zu zahlen. Ganz einfach: Stirbt einer von zweien, halbiert das nicht die laufenden Lebenshaltungskosten. Wir wollen auch alle Rechte haben, die uns erlauben, die Verantwortung, die wir füreinander tragen, auch tatsächlich wahrzunehmen, insbesondere wenn einer von uns ernsthaft krank oder gebrechlich werden sollte. Wir wollen im täglichen Leben einer für den andern handeln dürfen, ohne dafür ständig eine schriftliche Vollmacht zu brauchen. Wir wollen einander beerben können, ohne wie Fremde höchstbesteuert zu werden. Das Einzige, was nichts bringt, ist das Ehegattensplitting. Als Paar müssten wie eigentlich deutlich höhere Einkommensteuer zahlen. Deshalb wählen wir gegenüber dem Finanzamt stets die Einzelveranlagung. Es geht bei der Ehe in der Tat nur um zwei Dinge: einerseits Anerkennung durch die zuständige Behörde, andererseits völlige rechtliche Gleichbehandlung. Allein für die Liebe hätten wir die Ehe nicht gebraucht.
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#6 MusclebeargerAnonym
  • 30.03.2018, 12:48h
  • Antwort auf #2 von andre
  • man hat auch die verpflichtung dann seinem Partner zu helfen und für ihn zu sorgen, wenn es ihm schlecht geht. finanziell und auch gesundheitlich.. wenn nicht das, was soll sonst echte liebe sein?
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#7 von_hinten_bedientAnonym
#8 Rosa SoliAnonym
  • 30.03.2018, 14:13h
  • Ich finde diese Zahlen nicht sonderlich hoch. In Düsseldorf und Dortmund nicht einmal 200, in der Homo-Metropole Köln nicht ganz 650. (Eheschließungen und Umwandlungen jeweils zusammengerechnet).

    In Anbetracht solcher Zahlen kann meiner Meinung nach von einem Boom keine Rede sein. Ich will nicht falsch verstanden werden: Die Eheöffnung finde ich gut und richtig. Aber wenn man die Zahlen mal richtig einordnet, dann finde ich das nicht so dralle. Köln soll mit zigtausend Schwulen und Lesben ein regelrechtes "Homolulu" sein. Und dann nur 650 Eheschließungen und Umwandlungen? Und die anderen Großstädte in NRW wie Düsseldorf, Dortmund, Bielefeld oder Wuppertal noch viel weniger - zum Teil kaum der Rede wert. Da kann man schlecht von einem "Run" sprechen.
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#9 BEARAnonym
#10 von_hinten_genommenAnonym
  • 30.03.2018, 17:10h
  • Antwort auf #8 von Rosa Soli
  • Köln ist schon ein "Homolulu," denn dort begegnest du definitiv mehr Homosexuellen als auf dem Land in einem Dörfchen.
    Aber viele sind halt auch in Köln single.
    Die Eheöffnung ist ja keine Garantie dafür, dass du gleich jemanden hast, den du heiraten kannst. Diese Person gibt es nicht gratis dazu, sondrrn die muss nach wie vor gefunden werden :-))
    Auch in Köln.
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