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Ab Mai auf Pro Sieben

Politisches "Will & Grace" bald in deutscher Primetime

Erstmals dürfen deutsche Zuschauer zur besten Sendezeit die schwule Sitcom genießen, die in den USA unter Trump-Anhängern auf wenig Gegenliebe stößt.


Nick Offerman (Mitte) ist einer der Gaststars in der aktuellen "Will & Grace"-Staffel (Bild: NBC)

  • 3. April 2018, 13:27h, noch kein Kommentar

Ab Mai ist die neunte Staffel der US-Erfolgsserie "Will and Grace" auch in Deutschland zu sehen – erstmals in der Hauptsendezeit eines großen Senders. Pro Sieben gab bekannt, dass die nach elf Jahren Pause vergangenen Herbst von NBC wieder ausgegrabene Serie ab dem 9. Mai immer mittwochs um 21.15 Uhr im Anschluss an die Krankenhausserie "Grey's Anatomy" ausgestrahlt wird. Zum Auftakt zeigt der Unterföhringer Privatsender gleich vier Folgen am Stück, in den Wochen danach gibt es Doppelpacks.

"Will & Grace" war von NBC ursprünglich zwischen 1998 und 2006 ausgestrahlt worden – in den USA handelte es sich dabei um die erste Primetime-Serie in einem TV-Network, die schwule Hauptfiguren hatte. Trotz einer teils klischeehaften Überzeichnung Homosexueller galt die Serie als Wegbereiter für die Zunahme von LGBTI-Rollen im US-Fernsehen. In Deutschland zeigten Pro Sieben und später Sat.1 und Sixx die Sitcom in der Synchronfassung – allerdings meist mit moderaten Quoten im Tages- oder Nachtprogramm.

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Viel Trump-Kritik im neuen "Will & Grace"

Konservative Aktivisten kritisierten die Neuauflage in den letzten Wochen als zu politisch und als offen feindlich gegenüber den Republikanern und insbesondere Präsident Donald Trump. Tatsächlich äußerten sich die Figuren wiederholt kritisch über den Präsidenten und den Vizepräsidenten sowie den republikanischen Haussender Fox News. Die letzte in den USA ausgestrahlte Folge handelte davon, dass eine Konditorin keine Torte für eine Party von Donald Trump backen wollte – und deutete an, dass im Weißen Haus Neo-Nazis ein- und ausgingen.

Direktlink | Will und Jack beim Besuch des Weißen Hauses der Trump-Ära

Die vier Hauptdarsteller verteidigten in Interviews wiederholt die politische Haltung der Serie: "Das ist nichts Neues. Wir haben schon immer die Grenzen verschoben und provokativen Humor gezeigt", so Debra Messing ("Grace") gegenüber dem "Hollywood Reporter". Heute gebe es viel mehr zu debattieren als noch vor wenigen Jahren. Eric McCormack ("Will") ergänzte, dass die Figuren Amerika widerspiegeln sollten. "Alles, was sie sagen, sollte lustig sein, aber wir können nicht immer nur leichte Themen zeigen." Auch Sean Hayes ("Jack") und Megan Mullally ("Karen") verteidigten die politischen Themen in der Sitcom.

Serie läuft bis mindestens 2020

NBC zeigte sich mit den Quoten der neunten Staffel, von der bislang 15 von 16 Folgen ausgestrahlt worden sind, hochzufrieden. Bereits vor dem Start der Neuauflage bestellte der Sender eine weitere Staffel (queer.de berichtete). Vergangenen Monat erhöhte NBC die Episodenzahl der neunten Staffel von 13 auf 18 – und bestellte zudem noch eine elfte Staffel mit ebenfalls 18 Episoden. Damit wird "Will & Grace" in den USA mindestens bis 2020 zu sehen sein.

Direktlink | Trailer für das Staffelfinale, das diesen Donnerstag auf NBC ausgestrahlt wird (mit Gaststar Alec Baldwin)

Die "Will & Grace"-Macher engagieren sich auch außerhalb der Serie politisch für LGBTI-Rechte. Produzent Max Mutchnik, der die Serie in den Neunzigerjahren gemeinsam mit David Kohan erfunden hatte, sorgte etwa letzte Woche für Schlagzeilen, als er das Kinderbuch "A Day in the Life of Marlon Bundo" an jede Grundschule im US-Bundesstaat Indiana – der Heimat des homophobe Vizepräsidenten Mike Pence – spendete. Das 40-seitige Bilderbuch ist eine satirische Reaktion auf das zeitgleich erschienene Bilderbuch "Marlon Bundo's – A Day in the Life of the Vice President", das von Pences Tochter Charlotte geschrieben und von dessen Frau Karen illustriert wurde. Beide Bücher handeln von Pences Familien-Kaninchen Marlon Bundo. Der Unterschied ist, dass sich Bundo in der Satireversion in ein anderes männliches Häschen verliebt und dieses am Ende auch heiratet (queer.de berichtete). (dk)