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Pilot weigerte sich
Schwuler Nigerianer wehrt sich erfolgreich gegen Abschiebung
Obwohl Schwule in Nigeria wegen ihrer sexuellen Orientierung weggesperrt werden können, schiebt Deutschland weiterhin in den afrikanischen Staat ab. Ein 23-Jähriger konnte sich aber gegen die Ausweisung wehren.

Verfolgte Homosexuelle können sich nicht immer auf das deutsche Asylrecht verlassen (Bild: flickr / brx0 / by 2.0)
- 3. April 2018, 14:35h 3 Min.
Ein schwuler Nigerianer konnte vergangene Woche nur durch lautstarke Proteste seine Abschiebung aus Deutschland verhindern. Nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" wehrte sich der von den Polizisten mit Handschellen gefesselte 23-Jährige am Frankfurter Flughafen mit lauten Rufen dagegen, nach Italien ausgeflogen zu werden. Er befürchtete, danach in sein Heimatland Nigeria weitergeleitet zu werden, in dem ihm wegen seiner sexuellen Orientierung eine langjährige Haftstrafe oder Schlimmeres droht. Der Grund für das Scheitern der Abschiebung: Der Pilot weigerte sich, den protestierenden Mann mitzunehmen.
Laut Stefan Kräh vom Verein Vielbunt hatten Beamte am Montag vor einer Woche den 23-Jährigen um 5 Uhr morgens aus der Darmstädter Erstaufnahemeinrichtung für Flüchtlinge mitgenommen – er bewohnte dort ein Zimmer mit seinem Freund, mit dem er wegen der homophoben Haltung in seinem Heimatland via Italien nach Deutschland geflüchtet war.
Die Polizisten seien unangemeldet erschienen und hätten dem 23-Jährigen nur zwei Minuten Zeit zum Packen gegeben – letzteres wird allerdings von einem Sprecher des Polizeipräsidiums dementiert. Der Sprecher gab allerdings zu, dass der Flüchtling auf der Polizeiwache an einem Stuhl gefesselt worden sei. Er erklärte weiter, der junge Mann habe seinen Anwalt in der Frühe nicht erreichen können, außerdem sei ihm sein Mobiltelefon abgenommen worden.
Nach der fehlgeschlagenen Abschiebung hätten Polizisten den Mann zurück nach Darmstadt gefahren. Seine noch gültigen Aufenthaltspapiere habe der Mann nicht zurückerhalten.
10 Jahre Haft auf Küssen, 14 Jahre Haft auf Heiraten
Aus Nigeria gibt es immer wieder Berichte über staatliche Verfolgung Schwuler und Lesben. Erst 2014 hatte die homophobe Staatsführung die Strafen für Homosexualität verschärft (queer.de berichtete). Gleichgeschlechtliche Küsse können seither mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden – wer eine gleichgeschlechtliche Ehe oder Lebenspartnerschaft eingeht, dem drohen 14 Jahre im Gefängnis. In mehreren islamischen Regionen im Norden des Landes sind nach Scharia-Recht für "Unzucht" außerdem Peitschenhiebe oder sogar die Hinrichtung per Steinigung vorgesehen.
Laut europäischem Recht müssten eigentlich Homosexuelle, denen in ihrem Heimatland Verfolgung oder gar der Tod droht, Asyl erhalten. 2013 hatte etwa der Europäische Gerichtshof geurteilt, dass Schwule und Lesben eine "soziale Gruppe" seien, die bei Verfolgung in der Heimat EU-weit Anspruch auf Asyl haben. Von ihnen dürfe nicht verlangt werden kann, in ihrer Heimat ihre sexuelle Orientierung geheim zu halten (queer.de berichtete). Trotzdem verschickt das Bundesamt für Migration immer wieder ablehnende Bescheide, in denen behauptet wird, die Antragsteller könnten ihre Homosexualität in ihren Heimatländern verstecken (queer.de berichtete). (cw)















Das Problem an der Sache ist hier aber oft, das Rechtsmittel nicht ausgeschöpft werden, weil Rechtsvertretungen nicht erreichbar sind (kann man auch morgens um 4 uhr nicht unbedingt erwarten), oder laufende Verfahren einfach mal ignoriert werden, wie bereits ergangene Urteile..
Denn wenn EIN Schwuler Mann nicht nach Nigeria abgeschoben werden darf weil ihm dort nachweislich lange Haftstrafen drohen, dann dürfen andere Schwule Männer dorthin AUCH NICHT abgeschoben werden..
Das ist auch für Leute in der BAMF zu verstehen !