Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?30931

Indonesien

Vier Personen droht Auspeitschung wegen Homosexualität

Drei Männer und eine Frau könnten in Aceh eine öffentliche Folterstrafe erhalten, weil sie gleichgeschlechtlichen Sex gehabt haben sollen.


In Indonesien werden mittelalterliche Folterstrafen öffentlich durchgeführt

In der indonesischen Provinz Aceh sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" drei Männer und eine Transfrau wegen Verdachts auf Homosexualität festgenommen worden. Den Angeklagten droht eine Folterstrafe: Sie könnten im Extremfall öffentlich mit 100 Stockhieben gezüchtigt werden.

Die Personen waren in zwei unterschiedlichen Aktionen am 12. März und am 29. März in der Provinzhauptstadt Banda Aceh festgenommen worden. Bei der ersten Razzia drang die Scharia-Polizei in einen Haarsalon ein und verhaftete einen Mann und eine transsexuelle Frau. Man habe "Beweise" für gleichgeschlechtliche Handlungen gefunden, so die Behörden. Dazu zählten Kondome und Geld, mit dem angeblich die Transfrau für den Sexakt bezahlt worden war.

Am 29. März drangen aufgebrachte Bürger in eine Privatunterkunft ein und riefen die Scharia-Polizei, die zwei Universitätsstudenten wegen gleichgeschlechtlichem Sex festnahm. Als Beweise stellten die Beamten Kondome, Handys und eine Matratze sicher.

Menschenrechtler fordern sofortige Freilassung

"Diese Razzien und willkürlichen Festnahmen zeigen, wie diskriminierend die Gesetze in Aceh sind", erklärte Graeme Reid, der Leiter des LGBT-Programms von "Human Rights Watch". "Die Behörden sollten die vier sofort freilassen und vor räuberischen selbsterklärten Ordnungshütern schützen, die es auf gefährdete Minderheiten abgesehen haben."

In der erzkonservativen Provinz Aceh im Norden Sumatras ist vor zweieinhalb Jahren ein Gesetz in Kraft getreten, das homosexuelle Handlungen unter Männern und Frauen nach dem islamischen Scharia-Recht bestraft (queer.de berichtete). Vergangenes Jahr wurden erstmals zwei Männer öffentlich mit über 80 Peitschenhieben gezüchtigt, nachdem sie ein Scharia-Gericht der Homosexualität für schuldig befunden hatte (queer.de berichtete).

In den letzten Jahren mehrten sich nicht nur in Aceh, sondern in ganz Indonesien Übergriffe auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten – obwohl Homosexualität im Land eigentlich legal ist. Inzwischen nehmen aber die Forderungen nach einer Kriminalisierung von sexuellen Minderheiten zu (queer.de berichtete).

Erst im Dezember wurden in der Hauptstadt Jakarta zehn Mitarbeiter einer Schwulensauna zu Haftstrafen verurteilt (queer.de berichtete).

Bundesregierung besorgt

Die deutsche Bundesregierung erklärte Ende Februar auf eine schriftliche Anfrage des Grünenabgeordneten Sven Lehmann, man verfolge die Entwicklung zu LGBTI-Rechten in Indonesien "mit Sorge". Daher habe der deutsche Botschafter in Jakarta gemeinsam mit Vertretern anderer Staaten Anfang des Jahres Gespräche mit dem indonesischen Menschenrechtsminister und dem für Strafrechtsreformen zuständigen Parlamentsausschuss geführt. Dabei habe man die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Orientierungen kritisiert. (dk)



#1 Petrus48Anonym
  • 04.04.2018, 16:29h
  • Tja mit Indonesien, - einst ein eher als gemäßigt geltendes islamisches Land eingestuft - "geht es immer weiter den Bach runter".

    Da schaue ich lieber zum katholisch geprägten Nachbarstaat Philippinen, wo der Präsident angekündigt hat, die Ehe für alle zu ermöglichen.

    ---

    Interesssant finde ich derzeit die "leichten" Liberalisierungsschritte in Saudi-Arabien unter dem dortigen künftigen König, der zwar bei LSBTI noch Nichts gebracht hat, aber immerhin bei den Frauenrechten kommt dieses absolutistisch regierte Land ein wenig voran und erstmals wurde seitens Saudi-Arabien ein Existenzrecht Israels anerkannt... das ist schon ein "Kracher" und wird in den Medien viel zu wenig beachtet, wie schnell dort derzeit in Saudi-Arabien Reformen und Umwälzungen kommen. Da kann man nur hoffen, dass dieser neue Königsanwärter noch ein paar Jahre länger macht, damit die Achse Saudi-Arabien/Israel sich verstärkt.

    Aber klar immer noch "liegt" Saudi-Arabien bei LSBTI und anderen Menschenrechten weit zurück, was für viele islamisch geprägte Staaaten weltweit der Fall ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 von_hinten_genommenAnonym
  • 04.04.2018, 17:06h
  • :'-( Interveniert Amnesty International bezüglich dieser Foltereien? Es muss aufhören.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 intervenösAnonym
#4 herzesEhemaliges Profil
  • 04.04.2018, 18:58h
  • Antwort auf #1 von Petrus48
  • Das triff auf viele islamische Länder zu? Auf alle. Es gibt kein islamisches Land, in dem auch nur ansatzweise Queers toleriert werden.
    Und die Toleranz gegenüber Queers unter Muslimen in Deutschland ist nur selten besser.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TheDadProfil
  • 04.04.2018, 21:54hHannover
  • Antwort auf #1 von Petrus48
  • ""Da schaue ich lieber zum katholisch geprägten Nachbarstaat Philippinen,""..

    ""Der Islam erreichte die südlichen Philippinen erstmals Ende des 14. Jahrhunderts und breitete sich bis zum 16. Jahrhundert auf den ganzen Philippinen aus. Die Verbreitung des Islams endete mit der Ankunft der Spanier. Heute ist er nur noch im Westen von Mindanao und den Inseln in der Sulusee verbreitet. Etwa vier Millionen Filipinos gehören dem Islam an.""..

    Woran erinnert mich das bloß ?
    Ach ja..
    An die
    ILLEGALE MASSEN-EINWANDERUNG
    die das Land überflutet um die Bevölkerung zu "katholisieren"..
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Shinkaishi
  • 05.04.2018, 11:09h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Mich erinnert das eher daran, dass wir allgemein Kolonialismus, militärische Eroberungen, Zwangsmissionierungen etc. als etwas schlechtes ansehen. Als historische Übel, mit denen oftmals eine moralische Verantwortung verknüpft ist.
    Wenn du hier eine Parallele zu den Programmpunkten rechter Bewegungen, Parteien, etc. siehst ( interpretiere ich deine Wortwahl da richtig?), bedeutet das dann auch, dass du gegenwärtige Migrationsprozesse dann auch parallel zu Kolonialismus und dergleichen siehst?

    So oder so, wenn ich niemanden vergesse, sind wir momentan auf dem Stand, dass die Türkei (immer noch) das LGBTI freundlichste islamisch geprägte Land ist. Angesichts der dortigen Entwicklungen ist das nicht unbedingt sehr ermutigend.
    ...es sei denn Erdogan möchte in seinen neo-osmanischen Tendenzen auch auf die bezüglich Homosexualität relativ tolerante Vergangenheit der Türkei anknüpfen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 AndreasKAProfil
  • 05.04.2018, 14:05hKarlsruhe
  • Antwort auf #1 von Petrus48
  • Au Backe - wann kommst du eigentlich aus deiner Glitzerkiste heraus?

    Du kannst doch nicht allen Ernstes die Philippinen unter Duerte als fortschrittliches Beispiel einer toleranten Gesellschaft heran ziehen! Wieviel Ignoranz braucht man denn dazu?

    Und wenn ein Kronprinz in einem feudalistischen streng islamischen Staat nun trippelschrittweise Frauen seines Volkes einen Bruchteil dessen erlaubt, was in unseren ach so säkularen Gesellschaften selbstverständlich ist, heißt das doch noch lange nicht, dass hier Türen für "queere Rechte" aufgehen.

    Ich habe den Eindruck, dass du in einer echten Märchenwelt lebst die nur deswegen bestehen kann, weil du alles was dort nicht hinein passt ausblendest. Meinetwegen, jeder hat das Recht auf sein eigenes Weltbild. Aber so manches was dann hier von dir so landet kann ich nicht ohne Kommentar lassen, auch wenn ich mir den Großteil dessen verkneife, um dir nicht noch mehr Gewicht zu schenken.

    Optimismus ist eine gute Sache und ich selbst suche wirklich immer erstmal das Positive in Menschen oder gesellschaftlichen Entwicklungen. Aber den Blick fürs Ganze versuche ich dabei denn doch noch zu behalten.

    Und so finde ich, dass du deinen Optimismus hier wahrhaft oft übersteigerst.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 TheDadProfil
  • 05.04.2018, 22:34hHannover
  • Antwort auf #6 von Shinkaishi
  • ""( interpretiere ich deine Wortwahl da richtig?)""..

    Nöö..
    Aber die enthaltene Ironie war nun auch wirklich nicht einfach zu verstehen, wie man an Deinem Einstieg lesen kann..

    ""Mich erinnert das eher daran, dass wir allgemein Kolonialismus, militärische Eroberungen, Zwangsmissionierungen etc. als etwas schlechtes ansehen. Als historische Übel, mit denen oftmals eine moralische Verantwortung verknüpft ist.""..

    Eigentlich kann man das nicht zutreffender formulieren, auch wenn Du damit etwas vollständig reziprok-konträres auszudrücken versucht hast..

    Denn in der Verantwortung fehlt bis Heute die Übernahme dieser durch die "Conquistadores", und in der militärischen Eroberung die mit dem Kolonialismus untrennbar verbunden ist, fehlt die notwendige Kompensation in Form von wenigstens finanzieller Reparations-Zahlungen..

    ""So oder so, wenn ich niemanden vergesse, sind wir momentan auf dem Stand, dass die Türkei (immer noch) das LGBTI freundlichste islamisch geprägte Land ist.""..

    Für den Speckgürtel Europas ist das sicher so..
    Aber die Philippinen sind da schon weiter, wie "Petrus48" schon anmerkte, und das TROTZ des bestehenden hohen Grades an "Katholizismus" im Land, der kaum besser für die Menschenrechte ist als der "Islam"..

    Aber hey..
    Da gibt es auch noch Albanien..
    Aber selbst im Vatikan-Staat ist "Homosexualität" inzwischen legal, und da die Italienisches Recht über die Lateran-Verträge anwenden, 1929 mit Mussolini geschlossen, wird dann wohl die ELP bald auch für "Priester" möglich sein, wer weiß ?
  • Antworten » | Direktlink »