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Antrag auf Teilnahme zurückgezogen
Toronto: Polizei beim CSD nicht erwünscht
Weil die Polizeibeamten laut den Pride-Organisatoren queere Menschen nicht ausreichend schützen, sollen sie in diesem Jahr nicht bei der Parade dabei sein.

Vor zwei Jahren zeigten sich Polizisten in Toronto noch stolz in Regenbogenuniformen (Bild: bettie_xo / flickr)
- 5. April 2018, 11:17h 2 Min.
Die Polizei von Toronto folgt einer Aufforderung der örtlichen CSD-Organisatoren, ihre Teilnahme an der Pride-Parade abzusagen. Die Veranstalter des Pride Toronto hatten am Dienstag in einer öffentlichen Erklärung als Begründung angeführt, dass die Polizisten einen Serienkiller nicht stoppen konnte, der in der kanadischen Metropole mindestens sieben schwule Männer ermordet hatte (queer.de berichtete). Der mutmaßliche Täter Bruce McArthur wartet derzeit auf den Beginn seines Gerichtsverfahrens.
/ PrideTorontoJoint public statement about police participation in Pride Toronto's 2018 parade. Signed by The 519, Toronto People With AIDS Foundation, Sherbourne Health Centre, ASAAP, Black Coalition for AIDS Prevention (Black CAP) and Pride Toronto. #prideto pic.twitter.com/oG5XFyaD5B
Pride Toronto (@PrideToronto) April 3, 2018
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Der städtische Polizeichef Mark Saunders erklärte, er werde dem Wunsch der CSD-Organisatoren nachkommen: "Ich ziehe den Antrag zur Teilnahme bei der Pride-Parade zurück", so Saunders kurz nach der Veröffentlichung des CSD-Aufrufs. "Ich hoffe, dass dieser Schritt als konkretes Beispiel wahrgenommen wird, dass ich die Anliegen der Community ernst nehme."
Polizei verhaftete beim 1. CSD mehr als 300 Teilnehmer
Die CSD-Parade in Kanadas größter Stadt war einst aus Protest gegen Polizeiwillkür ins Leben gerufen worden – als Reaktion auf Razzien in Schwulensaunen. 1981 gingen daher Homosexuelle in der "Operation Soap" auf die Straße – die Polizei reagierte gereizt und nahm damals mehr als 300 Menschen fest. In der Erklärung der CSD-Organisatoren ist von "weiterhin bestehender, tiefsitzender, historischer Traumatisierung" die Rede.
Auch bei der Jagd nach dem Serienkiller machten die Beamten offenbar viele Fehler – und nahmen Anzeigen und Hinweise aus dem Gay Village nicht ernst. Noch im Dezember erklärte die Polizei, es gebe "keine Beweise" für einen Serienkiller in der LGBTI-Community – einen Monat später wurde Bruce McArthur verhaftet. Außerdem wurden seit letztem Sommer zwei Transfrauen in Toronto ermordet – einen der Fälle konnten die Beamten bislang nicht aufklären.
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2016 kam es bereits zu Spannungen wegen der Teilnahme der Polizei beim CSD, als Aktivisten der Bewegung "Black Lives Matter", die sich für die Gleichbehandlung von Afrokanadiern und -amerikanern engagieren, einen Sit-in-Protest organisierten. Damit wollten sich die Aktivisten gegen Polizeischikanen und Rassismus innerhalb der LGBTI-Community wehren.
Die CSD-Organisatoren erklärte, man wolle nun den Dialog mit der Polizei verstärken, um die Probleme zu lösen. Notwendig seien eine "nachhaltige institutionelle Veränderung" und "sinnvolle Aktionen" der Polizei, um das Leben sexueller und geschlechtlicher Minderheiten in Toronto sicherer zu machen.
Die CSD-Parde in Toronto wird dieses Jahr am 24. Juni stattfinden. (dk)
Links zum Thema:
» Homepage Pride Toronto















1. Ob LGBTI besser geschützt werden oder nicht ist ganz gewiss nicht Entscheidung der Polizisten, die dort teilnehmen wollten, sondern eher ihrer Chefs, der Aufsichts-Behörden, der Politik, etc. Wieso soll man dann Leute, die nichts dafür können ausschließen?!
2. Wir sollten froh sein, wenn Leute sich solidarisch zeigen wollen statt auszuschließen. Gerade wir sollten doch gegen Ausschlüsse und Diskriminierung sein.
3. Gerade die Teilnahme der Polizei wäre ein wichtiges Zeichen.