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Antrag auf Teilnahme zurückgezogen

Toronto: Polizei beim CSD nicht erwünscht

Weil die Polizeibeamten laut den Pride-Organisatoren queere Menschen nicht ausreichend schützen, sollen sie in diesem Jahr nicht bei der Parade dabei sein.


Vor zwei Jahren zeigten sich Polizisten in Toronto noch stolz in Regenbogenuniformen (Bild: bettie_xo / flickr)

Die Polizei von Toronto folgt einer Aufforderung der örtlichen CSD-Organisatoren, ihre Teilnahme an der Pride-Parade abzusagen. Die Veranstalter des Pride Toronto hatten am Dienstag in einer öffentlichen Erklärung als Begründung angeführt, dass die Polizisten einen Serienkiller nicht stoppen konnte, der in der kanadischen Metropole mindestens sieben schwule Männer ermordet hatte (queer.de berichtete). Der mutmaßliche Täter Bruce McArthur wartet derzeit auf den Beginn seines Gerichtsverfahrens.

Twitter / PrideToronto

Der städtische Polizeichef Mark Saunders erklärte, er werde dem Wunsch der CSD-Organisatoren nachkommen: "Ich ziehe den Antrag zur Teilnahme bei der Pride-Parade zurück", so Saunders kurz nach der Veröffentlichung des CSD-Aufrufs. "Ich hoffe, dass dieser Schritt als konkretes Beispiel wahrgenommen wird, dass ich die Anliegen der Community ernst nehme."

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Polizei verhaftete beim 1. CSD mehr als 300 Teilnehmer

Die CSD-Parade in Kanadas größter Stadt war einst aus Protest gegen Polizeiwillkür ins Leben gerufen worden – als Reaktion auf Razzien in Schwulensaunen. 1981 gingen daher Homosexuelle in der "Operation Soap" auf die Straße – die Polizei reagierte gereizt und nahm damals mehr als 300 Menschen fest. In der Erklärung der CSD-Organisatoren ist von "weiterhin bestehender, tiefsitzender, historischer Traumatisierung" die Rede.

Auch bei der Jagd nach dem Serienkiller machten die Beamten offenbar viele Fehler – und nahmen Anzeigen und Hinweise aus dem Gay Village nicht ernst. Noch im Dezember erklärte die Polizei, es gebe "keine Beweise" für einen Serienkiller in der LGBTI-Community – einen Monat später wurde Bruce McArthur verhaftet. Außerdem wurden seit letztem Sommer zwei Transfrauen in Toronto ermordet – einen der Fälle konnten die Beamten bislang nicht aufklären.

Direktlink | Kurz-Dokumentation der CBC zum Fall des mutmaßlichen Serienkillers Bruce McArthur

2016 kam es bereits zu Spannungen wegen der Teilnahme der Polizei beim CSD, als Aktivisten der Bewegung "Black Lives Matter", die sich für die Gleichbehandlung von Afrokanadiern und -amerikanern engagieren, einen Sit-in-Protest organisierten. Damit wollten sich die Aktivisten gegen Polizeischikanen und Rassismus innerhalb der LGBTI-Community wehren.

Die CSD-Organisatoren erklärte, man wolle nun den Dialog mit der Polizei verstärken, um die Probleme zu lösen. Notwendig seien eine "nachhaltige institutionelle Veränderung" und "sinnvolle Aktionen" der Polizei, um das Leben sexueller und geschlechtlicher Minderheiten in Toronto sicherer zu machen.

Die CSD-Parde in Toronto wird dieses Jahr am 24. Juni stattfinden. (dk)



#1 TimonAnonym
  • 05.04.2018, 13:38h
  • Das finde ich nicht richtig.

    1. Ob LGBTI besser geschützt werden oder nicht ist ganz gewiss nicht Entscheidung der Polizisten, die dort teilnehmen wollten, sondern eher ihrer Chefs, der Aufsichts-Behörden, der Politik, etc. Wieso soll man dann Leute, die nichts dafür können ausschließen?!

    2. Wir sollten froh sein, wenn Leute sich solidarisch zeigen wollen statt auszuschließen. Gerade wir sollten doch gegen Ausschlüsse und Diskriminierung sein.

    3. Gerade die Teilnahme der Polizei wäre ein wichtiges Zeichen.
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#2 HaradloAnonym
  • 05.04.2018, 16:17h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Durchgedrehte queere EInhörner, die sich fürchten, ihre Feindbilder zu verlieren und deshalb sinnvolle Allianzen aufkündigen. Danke, mit dieser hysterischen, selbstgerechten Community will ich nichts zu tun haben. Die Entwicklung geht auch in Deutschland in die gleiche Richtung. Selbsternannte Aktivisten, die mit dem Arsch einreißen, was jahrzehntelang aufgebaut wurde. Identityscheiss at its best.
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#3 call it like it isAnonym
  • 05.04.2018, 16:21h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • 1. Einzelne Polizisten dürfen in zivil teilnehmen wenn sie das wollen. Die Polizei als solche ist ausgeschlossen und darf nicht an der Parade teilnehmen. Die Uniform ist Symbol für die gesamte Polizei, welche insgesamt schlechte Arbeit für LGBTIQ leistet.

    2. Ich will keine Solidarität von einer Organisation die historisch für die Unterdrückung von Menschen wie mir gesorgt hat und oft weiter sorgt. Zum Punkt "Gerade wir sollten doch gegen Ausschlüsse und Diskriminierung sein." kann ich nur sagen: der Intoleranz gegenüber muss ich nicht tolerant sein, und intolerant ist die Polizei überall was Verfolgung von LGBTIQ angeht.

    3. Die Teilnahme wäre ein wichtiges Zeichen wenn die fortbestehende Ignoranz und Intoleranz der Polizei wirksam bekämpft würde. Bis dahin ist es aber noch ein weiter und unwahrscheinlicher Weg.

    Abgesehen davon: die ganze Welt hasst die Polizei ;)
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#4 DankeAnonym
#5 lucdfProfil
  • 05.04.2018, 16:48hköln
  • Es kann sein, dass die Polizei Mist gebaut hat. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sie bei der Parade mitmacht, um doch ihre Solidarität zu zeigen.
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#6 Homonklin44Profil
  • 05.04.2018, 19:51hTauroa Point
  • Antwort auf #3 von call it like it is
  • Was für ein Quatsch, mit so einem Ausschluss tritt man auf die Polizei eben mal pauschal ein, und trifft gerade auch GLBTIQ*-BeamtIe, die da auch gern mal im Zusammenschluss ( Gay Law Officers bzw. Gay Police Association u. A.) mitlgehen.

    Verfehlungen gegen CSD-TeilnehmerInnen und historische Fehlentscheidungen muss man natürlich auch aufarbeiten.
    Um etwa Serienmörder zu ergreifen, ist die Polizei immer ein gutes Stück auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.

    Die Art, damit zu verfahren, hat etwas von 'Du bist deutsch, also bist du auch schlecht'.

    Schade. Ob die Feuerwehr als Nächste ausgeschlossen wird, weil die nicht genug Brände löschen?
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#7 Patroklos
  • 05.04.2018, 20:05h
  • Die Organisatoren sollten ihre Entscheidung noch einmal gründlich überdenken, denn Polizei ist sehr wichtig, gerade bei Prideveranstaltungen.
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#8 Anon4Anonym
  • 06.04.2018, 07:05h
  • Antwort auf #3 von call it like it is
  • "Ich will keine Solidarität von einer Organisation die historisch für die Unterdrückung von Menschen wie mir gesorgt hat"

    Komisch. Dagegen, dass die DB (oftmals) am CSD in Köln präsent ist, hab ich noch nie Beschwerden gehört, und das ist immerhin die Rechtsnachfolgerin der Reichsbahn.

    Natürlich kann man symbolisch bestimmte Institutionen oder Gruppen von der Teilnahme ausschließen. Beispielsweise finde ich den Ausschluss von Parteien, die im Parlament gegen unsere Gleichstellung Politik machen, durchaus gerechtfertigt. Anderseits kann man eine Teilnahme auch mit Diskussionsveranstaltungen u.ä. gezielt als Werkzeug einsetzen, um auf Veränderungen in den Organisationen zu hinzuwirkwn. In diesem Fall, wo es meinem Verständnis nach, wenige konkrete Verhaltensweisen der Polizei zu kritisieren gibt, wäre das eventuell die bessere Variante gewesen.

    Aber letztendlich können die Pride-Veranstalter in Toronto die Lage wahrscheinlich besser einschätzen als wir von Deutschland aus.
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#9 call it like it isAnonym
  • 06.04.2018, 09:22h
  • Antwort auf #8 von Anon4
  • 1. Ist die DB nicht Legislative, Judikative oder Exekutive, die Paragraph 175 aufrecht erhalten und zur Anwendung gebracht hat.

    2. War die Deutsche Reichsbahn bis 1994 die Staatsbahn der SBZ/DDR/neuen Bundesländern.

    3. Ist die Veranstaltung eine Parade und keine Diskussion vorgesehen.
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#10 call it like it isAnonym
  • 06.04.2018, 09:28h
  • Antwort auf #6 von Homonklin_@_NZ
  • Noch mal: Einzelne Polizisten dürfen in zivil teilnehmen wenn sie das wollen.

    Jeder Polizist steht in Uniform für die gesamte Polizei, das ist verbunden mit dem Amt. Wenn die Polizei schlechte Arbeit macht, fällt das zurück auf den einzelnen in Uniform.

    Und: Wenn die Feuerwehr Brände in der community legt und dann nicht ordentlich löscht würde ich sie auch nicht auf der Veranstaltung wollen.
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