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Kommentare zu:
Bi-Gruppe erstellt Unterrichtsmaterialien


#1 Alexander_FAnonym
  • 06.04.2018, 15:46h
  • Es wäre ja schon schön, wenn man überhaupt einmal anerkennen würde, dass es unsereinen gibt und wir keine Lügner und Feiglinge sind, die sich nur nicht trauen, sich "richtig" zu outen.

    Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass man irgendwie glaubt, Schwulsein müsse eine Art Seuche sein, von der man entweder völlig befallen sei oder gar nicht. Auch nicht wenige Schwule und Lesben scheinen das meiner Erfahrung nach selbst so zu sehen.
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#2 PansexualContinuumAnonym
  • 06.04.2018, 16:05h
  • Antwort auf #1 von Alexander_F
  • Ich werde wohl nie verstehen, was für ein borniertes Menschenbild dahintersteht, wenn man sich und/oder seine Mitmenschen nur betrachtet unter dem Aspekt ihrer Zugehörigkeit zu irgendeiner (willkürlich herausgepickten bzw. definierten) Gruppe.

    @topic: Was kann es denn noch Freieres, Idealeres, die Individualität Feiernderes geben als Bisexualität bzw. Pansexualität?
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#3 von_hinten_genommenAnonym
#4 HugolinoAnonym
  • 06.04.2018, 19:15h
  • Ich bin dringend dafür, einer 4-Jährigen in der Kita das Konzept der Pansexualität zu erläutern.

    Nicht.

    Leute, ich bin Grundschullehrer, ich bin schwul, und ich bringe Kindern noch in Klasse 2 das Lesen der Uhr und Binden der Schuhe bei. Dies und das sowie das Alphabet, der Zahlenraum, die Grundrechenarten, das richtige Halten des Stifts und 300 andere Sachen haben erstmal Vorrang. Und natürlich trage ich in allen Unterrichtsgesprächen dazwischen und in der Pause dazu bei, Kindern nahezubringen, dass Familie mehr als Mama und Papa sein können. Aber alles andere zu seiner Zeit.
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#5 Bi_neAnonym
  • 06.04.2018, 20:04h
  • Antwort auf #4 von Hugolino
  • "Ich bin dringend dafür, einer 4-Jährigen in der Kita das Konzept der Pansexualität zu erläutern."

    Musst Du nicht. Sie ist als 4-jährige pansexuell. Sie befindet sich gerade an der Schwelle zur heterosexuellen Normierung.

    "Nicht."

    Von jetzt an beginnt das Problem...

    "Alles zu seiner Zeit."

    Die wann ist?
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#6 TheDadProfil
  • 06.04.2018, 22:13hHannover
  • Antwort auf #4 von Hugolino
  • ""Leute, ich bin Grundschullehrer, ich bin schwul, und ich bringe Kindern noch in Klasse 2 das Lesen der Uhr und Binden der Schuhe bei. Dies und das sowie das Alphabet, der Zahlenraum, die Grundrechenarten, das richtige Halten des Stifts und 300 andere Sachen haben erstmal Vorrang.""..

    Du verwechselst hier was, denn Schleifchen binden ist der Job der Eltern, so man denn verpennt hat, daß herumlaufen mit offenen Schnürsenkeln gerade so dermaßen trendig ist, das 10-Jährige sogar die Klettverschlüsse, die als Kompensation für mangelhafte Fingerfertigkeiten angeschafft wurden, offen lassen..

    Es gibt keine Gewichtung in "wichtiges" und "unwichtiges", wenn das Wissen über Diversität dann vor allem dazu dient Konfliktpotentiale innerhalb der Gruppe oder Klasse zu entschärfen..

    Man kann natürlich auch weiterhin darauf bestehen aus einem "a" ein schnökeliges Etwas zu gestalten, und darüber sich die Knirpse einander mit
    "du kannst ja gar nicht schreiben, du schwule sau"
    beschimpfen lassen, weil es ja angeblich so viel wichtiger sei schreiben zu lernen anstatt ein anständiges Sozialverhalten auszubilden..

    Verändern wird man damit allerdings dann auch nichts..
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#7 Alexander_FAnonym
  • 06.04.2018, 23:27h
  • Antwort auf #3 von von_hinten_genommen
  • "Bisexualität ist was völlig selbstverständliches.
    Das sage ich als lesbische Frau :-)
    Es sind nicht alle stigmatisierend."

    Das will ich auch nicht behauptet haben, nur dass eben solche Vorstellungen auch in der Community verbreitet sind. Wenn du das als Selbstverständlichkeit betrachtest, freut mich das allemal, aber ich glaube viele hier werden bestätigen können, dass es das bei Weitem nicht immer ist.

    Die Leugnung der Tatsache, dass es Bisexualität gibt, ist eben tatsächlich ein spezifisches Phänomen, mit dem wir zu kämpfen haben und das als "bisexual erasure" auch einen Namen hat. Dies ist auch einer der Hauptgründe, weshalb viele Bisexuelle sich entweder gar nicht oder wie ich erst spät outen, aus Angst, in die falsche Schublade gesteckt zu werden oder in keine zu passen.

    Ich sage das alles nur, um darauf hinzuweisen, dass der Weg nach Buffalo noch weit ist. Die Klage, unsereiner werde in Kitas zu selten erwähnt, ist deshalb wirklich noch das geringste Problem.

    @Hugolino

    Man kann sich sicher darüber streiten, ab welcher Jahrgangsstufe solche Inhalte am besten rübergebracht werden sollten und auch verstanden werden. Da du als Grundschulpädagoge vielleicht auch besser weißt, ab wann das der Fall ist, hast du in diesem Punkt möglicherweise Recht.

    Es wäre aber im Rahmen einer Diskussion über sexuelle Vielfalt durchaus wünschenswert, auch auf unsere Existenz hinzuweisen.
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#8 HugolinoAnonym
  • 07.04.2018, 06:31h
  • @Bi_ne:
    "Musst Du nicht. Sie ist als 4-jährige pansexuell. Sie befindet sich gerade an der Schwelle zur heterosexuellen Normierung."

    Selbst wenn sie an der Schwelle wäre, kann das 4-jährige Mädchen das kognitiv noch nicht erfassen. Sie wird auch mit 5 und 6 Jahren noch nicht bewusst über ihre eigene Sexualität reflektieren. Sie weiß auch mit 7 noch nicht, dass sie sowas hat.
    Es ist wichtig, sich in der Gesellschaft zu orientieren (lesbische Tanten vielleicht, schwule Männer bei Freunden sehen; offene Lehrer haben, die zwischendurch mal anmerken, dass auch zwei Frauen ein Paar sein können).
    Weißt du, ich denke nicht nur, dass es unwichtig ist, Unterrichtsmaterial über Bi-/Pansexualität einem 4-jährigen Kind zu bieten. Ich bin sogar überzeugt davon, dass Kinder erst ab 6 Jahren mit Unterrichtsmaterial generell konfrontiert sein sollten, um vorher Kreativität und Selbstständigkeit auszubilden. Schule statt bewusst später.
    Englisch, Mandarin und pansexuell-sensible Früherziehung in der Kita halte ich pädagogisch für falsch.

    @TheDad:
    "Du verwechselst hier was, denn Schleifchen binden ist der Job der Eltern, [...]"
    Nein, du verwechselst was: Anspruch und Realität.
    Eigentlich ist es Aufgabe der Eltern, ja. Falls versagt, wäre es Aufgabe der Kita (statt sexueller Früherziehung). Aber rate mal, auf wen ich in Klasse 1/2 treffe. Ich kann dann von Klasse 1 bis 4 dem Kind subtil wissen lassen, dass es etwas nicht kann, Fehler macht und ihm das Gefühl geben, blöd zu sein. Oder ich bringe es ihm bei. Ich hab mich für Letzteres entschieden.

    Auf deine weitere Ausführung zum Thema Schule gehe ich nicht ein, weil du augenscheinlich keinerlei Ahnung davon hast. Ja ja, ich weiß schon, besser unterrichten als Lehrer können wir alle, waren wir doch selbst in der Schule... *gähn*
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#9 von_hinten_genommenAnonym
  • 07.04.2018, 10:52h
  • Antwort auf #7 von Alexander_F
  • Leider ist das so, ja. Was ich aber sehr schade finde.
    Grundschulpädagogin bin ich nicht :-) Hatte im Kindergarten gearbeitet. Aufklärung und Information ist ab dem Kindergarten-Alter völlig in Ordnung und ich hoffe, dass es bald bundesweit umgesetzt wird. Zumindest wird es in Berlin mit der tollen Broschüre schon mal vorgeschlagen.
    Selbstverständlich muss JEDE Identität der LSBTTIQ angesprochen werden, es darf keine übergangen werden. Es ist mir schleierhaft, weshalb überhaupt manche sich mit einer Identität schwer tun, vor allem innerhalb der Community. Für mich ist jede Identität völlig selbstverständlich und freue mich jedes Jar, alle zusammen beim CSD zu sehen :-)
    Zusätzlich ist mein Freundeskreis bunt gemischt, so dass ich dieses Zusammengehörigkeitsgefühl umso mehr empfinde.

    Schönes Wochenende dir :-)
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#10 Bisexueller LehrerAnonym
  • 08.04.2018, 14:10h
  • Antwort auf #8 von Hugolino
  • 1. Nirgendwo steht, dass in der Kita seitenweise Arbeitsblätter zum Thema Bisexualität bearbeitet werden sollen. Aber wie Du selbst zugibst, ist eine selbstverständliche kindgerechte Aufklärung sinnvoll: Nicht indem man alles theoretisiert, sondern indem man eben auch von gleichgeschlechtlichen Paaren redet und dass Kinder sich später in Jungs oder Mädchen oder beides verlieben können. Und nicht die heteronormative Mann-Frau-Beziehung als einziges Vorbild zeigt. Mehr muss es im Kindergarten ja nicht sein. Und natürlich sollte man Kinder stark machen, ihnen beibringen, NEIN zu sagen. Das ist schon wichtig.

    2. Auch in der Oberstufe fällt im Unterrichtsgeschehen niemals das Wort "Bisexualität" oder "Pansexualität". Und wenn, dann nur um es in einem halben Satz (wahrscheinlich falsch) zu erklären. Das sollte sich ändern. Die Unterrichtsmaterialien sind für "ab Klasse 6" und für "ab Klasse 9" empfohlen. Also nicht ab "Kita".
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#11 TheDadProfil
  • 08.04.2018, 15:19hHannover
  • Antwort auf #8 von Hugolino
  • ""Selbst wenn sie an der Schwelle wäre, kann das 4-jährige Mädchen das kognitiv noch nicht erfassen. Sie wird auch mit 5 und 6 Jahren noch nicht bewusst über ihre eigene Sexualität reflektieren. Sie weiß auch mit 7 noch nicht, dass sie sowas hat.""..

    Das ist falsch..
    Natürlich weiß sie was sie ist, und sie reflektiert darüber auch..
    Allein es fehlen ihr die Worte um das den Mitmenschen in ihrer Umgebung dann auch mitteilen zu können..
    Und mit ihnen darüber zu kommunizieren !
    Fragen zu stellen und Beantwortung zu finden..
    Alternativ kann man natürlich auch warten bis sich beim Kind eine Depression manifestiert, die angeblich so wichtigen "schulischen Leistungen" ins unterirdische fallen, und man den Zugang vollständig verloren hat..

    Aufklärungs-Unterricht dient nicht dazu wirklich etwas über Sex zu lernen, denn im Gegensatz zur Physik werden hier Schüler*innen stringent von Experimenten und den damit verbundenen eigenen Erfahrungen fern gehalten..
    Aufklärungs-Unterricht dient dazu den Schüler*innen Sprache zu vermitteln, Begriffe um zu beschreiben worum es dann am Ende gehen soll..
    Mehr dann aber auch schon nicht mehr..
    Denn zusätzlich ist dieser Aufklärungs-Unterricht stark tendenziös strukturiert, vor allem dann wenn LGBTTIQ*-Menschen und deren Bedürfnisse gar nicht, oder nur marignal am Rande angesprochen sind, oder wie sehr viel häufiger vorkommend, als "Abweichungen von der Norm" besprochen werden..

    Das gilt es zu verändern..
    Wie man am vorhergehendem Kommentar von Dir dann auch lesen kann, sind Lehrkörper oft mit ihren täglichen Aufgaben der Wissens-Vermittlung schon überfordert, weil sie offensichtlich nicht in der Lage sind den Seiltanz zwischen pädagogischer Kompetenz, und dem Lehrplan zustande zu bringen, und ihnen die Idee im Kopf herumschwirrt, man müsse die vorgegebenen Inhalte der Lehrpläne bis zur nächsten Zeugnis-Konferenz unbedingt unterbringen, denn sonst drohe ja Ungemach durch das Schulamt..

    Dabei wird konsequent vergessen das bestehende Defizite abzuarbeiten wie das nicht Binden können von Schnürsenkeln, nicht der eigene Job ist, der selbst dann wenn man diese Fremd-Aufgabe übernähme, auch noch lange nicht das Schul-Halbjahr dauert, sondern eingebunden in entsprechende Inhalte wie dem Schul-Sport tatsächlich auch "mal so nebenbei" erledigt werden kann..

    Wer hier dann am Ende mal einer Einheit "Lebens-praktisches Training" bedarf ist also nicht so ganz offensichtlich die Schülerschaft allein..

    ""Nein, du verwechselst was: Anspruch und Realität.""..

    Nöö..
    Denn ich lebe mit dieser Realität in der Nachmittagsbetreuung von Schüler*innen, und weiß recht gut worum es dann auch geht..
    Nämlich auch zu erklären was zu was genau nutze ist, und damit auch Kausal-Ketten aufzudröseln die sich nicht aus dem Nichts erschließen..

    ""Eigentlich ist es Aufgabe der Eltern, ja. Falls versagt, wäre es Aufgabe der Kita (statt sexueller Früherziehung).""..

    Nöö..
    Eben nicht "statt", sondern eben zusätzlich, dann das auch noch..

    Welch besseren Gesprächs-Einstieg braucht man noch um sich dem Kinde zu nähern, um dann beim Schnürsenkel binden über Gender in Bezug auf Schuhe und den Umgang mit ihnen zu sprechen ?

    ""Auf deine weitere Ausführung zum Thema Schule gehe ich nicht ein, weil du augenscheinlich keinerlei Ahnung davon hast.""..

    Dazu habe ich über die Jahre eine Standard-Antwort entwickelt :

    Es gibt massenhaft Lehrer in den Schulen, wo es Pädagogen braucht..

    Ich kann Deinen Frust verstehen, doch die Konsequenzen daraus nicht billigen, denn die liegen nicht darin anderen für die eigene Untätigkeit die Schuld in die Schuhe zu schieben, und sich frust-betont in die Schmoll-Ecke zu verziehen..

    Überprüft man dann eigene Kompetenzen lautet die Antwort immer noch nicht
    "ich bin lehrer, ich kann das",
    sondern die Frage
    "der ist kein lehrer, was kann der besser als ich, und vor allem warum?"..

    So trifft man dann auch auf Lösungsansätze die man vielleicht schon aus "betriebsblindheit" gar nicht mehr denkt..

    Nehmen wir das Schnürsenkel binden..
    Für Patienten nach einem Schlaganfall sind Schuhe mit Klett-Verschlüßen vielleicht hilfreich..
    Es gibt aber auch Möglichkeiten Schleifen in Schnürsenkeln mit nur einer Hand zu binden, wenn nach einem Schlaganfall die eine Körperhälfte gelähmt ist..
    Ansprechpartner ist hier der Ergo-Therapeut..
    Und in der täglichen Schul-Arbeit wird aus der Idee ein Spiel mit den Kindern, die ihre nicht dominante Hand damit trainieren können Aufgaben zu erledigen die sie beidhändig offenbar nicht gebacken kriegen..

    Und die nächste große Pause wird dann zu einem Multiplikator, denn auf dem Schulhof wird daraus ein Wettkampf..

    Über sich anschließende Videos auf diversen Plattformen braucht man dann hier schon nicht mehr nachdenken..

    Ein kleines pädagogisches Konzept, 5 Minuten Aufwand..

    Was den Artikel dann noch betrifft..
    Das Gespräch zu suchen wo es Not tut, immer dann einzugreifen wenn auffällt das etwas zu bearbeiten ist, ist die Sache der Lehrkräfte, und der schlimmste Satz den sich eine Lehrkraft erlauben kann lautet dann auch
    "das ist jetzt nicht thema, dazu kommen wir dann in klasse 6"..
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#12 bi_neAnonym
  • 08.04.2018, 16:21h
  • Antwort auf #8 von Hugolino
  • "Selbst wenn sie an der Schwelle wäre, kann das 4-jährige Mädchen das kognitiv noch nicht erfassen. Sie wird auch mit 5 und 6 Jahren noch nicht bewusst über ihre eigene Sexualität reflektieren. Sie weiß auch mit 7 noch nicht, dass sie sowas hat."

    Das ist schlichter Unfug. Unglaublich.

    Ich wußte mit 6 Jahren, dass ich Mädchen und Jungen gleichermaßen mag. Eine Freundin, die trans ist, sagte im Alter von drei Jahren, dass sie ein Mädchen ist. Bei beiden von uns hat sich dieses WISSEN ÜBER UNS SELBST nie mehr geändert.

    Das war 1968 bzw 1965. Damals wurde uns gesagt, dass wir das gar nicht "wissen und erfassen können", wir uns gar nicht "bewusst" sein können und wir "sowas" nicht können, weil wir Kinder sind.

    Heute - ein HALBES JAHRHUNDERT und DREI GERNERATIONEN später, muss ich diesen Unfug, dass Kinder das nicht können, immer noch lesen. Von einem "Pädagogen".

    Grober Unfug! Die z.B. skandinavischen Länder haben das verstanden. Kinder können alles reflektieren, sie tun es unentwegt. Dafür brauchen sie Wörter, die es ihnen zu vermitteln gilt und das Wissen, dass sie so wie sie sind, gesund und richtig sind.

    Hier gibt es keine Kinder, die das nicht reflektieren können. Es gibt hier nur unwillige und wissens-resistente "Pädagogen", die die Erkenntnisse über das Wissen von Kindern über sich selbst nicht wissen wollen und nicht reflektieren wollen.

    Wann immer ich Gespräche mit z.B. "Schlau" führe, erfahre ich, dass Kinder das offen aufnehmen und verstehen können. Bei "Schlau" ist man sich einig, wo das Problem liegt: "Pädagogen", die die Auseinandersetzung mit neuem Wissen scheuen, wie ein Pferd das Hindernis.

    Projekte wie "Schlau" sind nur deshalb notwendig, weil "Pädagogen" versagen und ihrer Aufgabe nicht gerecht werden. "Schlau" kompensiert das Versagen von "Pädagogen". Ist Dir das eigentlich klar? Hast Du das mal reflektiert?

    Die Frage von Kindern nach einem workshop "Warum haben uns die Lehrer das nie in der Schule erklärt?" bringt es auf den Punkt.
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#13 herzesEhemaliges Profil
  • 08.04.2018, 16:42h
  • Früh übt sich.
    Meine Tochter hat mir mit 5 gesagt, dass zwei Männer nicht heiraten können. Das hat sie natürlich im Kindergarten gehört. Bis dahin war es überhaupt kein Problem dass sie eine Mutter, einen Vater, "Theo" den neuen Mann der Mutter und "Franz", meinen neuen Mann hat, die sie alle lieben.
    Das Thema konnte man ihr ziemlich gut erklären und dadurch, dass sie damit aufwuchs, war es nur selten ein Problem.
    Probleme gibt es immer nur durch Umwelt und Mitschüler, die sie ärgern. Diesen Mitschülern muss man früh mit auf den Weg geben, dass jeder so leben kann wie er will, so lange er niemandem weh tut. Das hat auch meine Tochter immer verstanden.
    Zum Glück ist Daddy so cool, dass ihr Umfeld max. einmal einen blöden Spruch bringt. Sonst gibts schwer Mecker bei Eltern und Lehrern/innen. :-)
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#14 TheDadProfil
#15 JadugharProfil
  • 09.04.2018, 02:38hHamburg
  • Antwort auf #4 von Hugolino
  • Wenn ich mich an meine Kindheit zurück erinnere, und daß nach mehr als 65 Jahren, so war für mich das Thema Sexualität bis zum 7. Lebensjahr ohne Bedeutung, obwohl ich schon im frühkindlichen Alter von 3 bis 4 Jahren hin und wieder sexuelle Phantasien hatte. Sie waren homoerotisch. Doch diese Phanasien und Gedanken waren eines von vielen anderen Gedanken und Phantasien, die alle den gleichen Wert und Rang hatten und nichts Besonderes waren und auch keine besondere Bedeutung zugemessen wurden. Man entdeckte einfach die Welt und es wurde bewußt, daß es unterschiedliche Geschlechter gibt, junge und alte Menschen und verschiedene Typen. Neben der Bewußtwerdung kamen dann Fragen hinsichtlich der Eigenschaften, um sie zu verstehen. Man fing an zu fragen, warum die Erdbeere rot ist und nicht blau usw.. Im späteren Alter werden dann den verschiedenen Erlebnisbereichen mehr Bedeutung zugemessen. Brenzlich wurde es, wenn man auf Fragen keine Antworten erhielt, wo man merkte, daß die Fragen ein Tabu berührten. Traumatisch wurde es, wenn man keine Hilfe bei persönlichen Schwierigkeiten hatte, die Tabuthemen berühren. In meiner Jugend war es die Homosexualität, wo sie noch in der Nazi-Fassung des §175 bestraft wurde, ein großes Tabu. Da lies man mich wegen des Tabus ins offene Messer rennen, anstatt daß man mich aufklärte, bezüglich der Strafbarkeit von Homosexualität bzw über die Homosexualität an sich und was es mit ihr auf sich hat! Da herrschte eisernes Schweigen! Man ahnte nur, daß es verboten war im Sinne, daß man darüber nicht reden darf, jedoch nicht daß man dafür ins Gefängnis landen könnte. Das war der Grund, weswegen viele Jugendliche im Gefängnis landeten, nachdem sie ihre ersten sexuellen Erfahrungen gemacht hatten. Andrerseits machten Homosexuelle aufgrund dieser Tabus diese ersten Erfahrungen erst sehr spät im Erwachsenenalter, wenn sie erst mehr als 25 Jahre alt waren, was dann wegen Unwissenheit und Unaufgeklärtheit ebenfalls im Gefängnis enden konnte.
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#16 AndreasKAProfil
  • 09.04.2018, 10:22hKarlsruhe
  • Hui - hier ging es ja ab.

    Mir erscheint die Sache ganz einfach:

    Natürlich müssen für Erzieherinnen und Erzieher aller Altersstufen solide, ja valide Informationen zur Verfügung gestellt werden, die die unterschiedlichen Varianten menschlicher Sexualität vorurteilsfrei darlegen. Und selbstverständlich auch, welche Folgen sich darauf für familiäre Konstellationen ergeben.

    Gerade die (glücklicherweise immer stärker sichtbar werdenden) Familien jenseits des Papa-Mama-Kinder-Bildes beschäftigen die Kinder. Der Zusammenhang, wer wen lieben kann und darf, muss hergestellt werden, ohne die sexuelle Komponente zu leugnen. Also dass auch zwei Papas gern einander küssen und ein Bett teilen. Viel mehr wollen kleine Kinder meiner Erfahrung nach nicht wissen. Konkreter werden die Fragen meist erst mit Beginn der Pubertät.

    Dass das immer (vorwiegend von konservativen Stimmen, der BILD oder solchen Kreisen/Medien) verwechselt wird mit "der Forderung Kleinkinder zu sexualisieren und auf Abwege zu bringen" halte ich für pure Agitation und entspricht nicht der Intention.

    Es geht darum, dass Erziehende gewappnet werden, auf auftauchende Fragen von Kindern kindgerecht und wahrhaftig antworten zu können. Und das muss auch eine erziehende Person können, die ansonsten wenig über Homo-, Bi-, Trans-, A-Sexualität (... bestimmt habe ich was vergessen, sorry ... vielleicht brauche ich auch mal so eine Broschüre) weiß.

    Kinder sind selbstverständlich auch sexuelle Wesen. Sie müssen, wie alles andere auch, ihre eigene Sexualität und die Vorstellungen von Liebe und Körperlichkeit und deren gesellschaftlicher Einbettung in Einklang bringen mit dem Weltbild, das sie kennen lernen und mit dem sie konfrontiert werden. Das geht natürlich nicht mit der Brechstange und erfordert Einfühlungsvermögen darauf, welche Frage das Kind wirklich beschäftigt. Aber das geht schon ganz und gar nicht durch Ignorieren und das Konzentrieren auf "Schleifenbinden oder ABC" (... auch wenn das zweifellos Skills sind, die im Kleinkind- und Grundschulalter beigebracht werden sollen).

    Insofern hoffe ich sehr, dass auch unser Grundschullehrer hier etwas von der Diskussion mitnimmt.
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#17 MaddieAnonym
  • 23.04.2018, 10:07h
  • Liebes queer.de-Team

    bitte hört auf Bisexualität als "eine sexuelle Orientierung, die sich spezifisch auf zwei Geschlechter bezieht" zu beschrieben. Bisexualität bedeutet "Anziehung zu mehr als einem Geschlecht". Für manche Bis bedeutet das vielleicht nur exakt zwei Geschlechter, aber es können auch mehr oder alle Geschlechter sein.

    Maddie, die sehr bi ist und auf mehr als zwei Geschlechter steht.
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#18 HeidinAnonym
  • 18.05.2018, 11:01h
  • Find ich super!
    Als ich noch im Teenageralter war, dachte ich immer, ich muss mich entscheiden, ob ich hetera oder lesbisch bin. Das Internet war keine große Hilfe, weil da jeder etwas reinstellen kann, ob er*sie nun Ahnung hat oder nicht. Um die Wissenschaftlichkeit von Webseiten beurteilen zu können, war ich damals noch nicht reif genug.

    Erst als ein Lehrer von mir das Wort "bisexuell" in einem Nebensatz erwähnt hatte, wurde mir klar, dass mit mir alles in Ordnung ist.
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