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LGBTI-Beziehungsratgeber

Treu, nicht treu oder vielleicht ein bisschen?

In seinem neuen Buch "Abschied vom Mythos Monogamie" plädiert der Psychologe Tim K. Wiesendanger für Wahlfreiheit in queeren Beziehungen.


Offene Beziehungen sind nicht immer einfach (Bild: Sasha Kargaltsev / flickr)

In vielen Beziehungen taucht früher oder später – ob ausgesprochen oder unausgesprochen – das Thema "Fremdgehen" auf. Auch innerhalb der queeren Community sind ein spontaner One-Night-Stand außerhalb der Partnerschaft oder selbst ein kurzer Quickie im Dampfraum Anlass für Drama, Tränen und Trennungen.


Das Buch ist im März im Berliner Querverlag erschienen

Doch was heißt es eigentlich, "treu" zu sein? Würde es sich nicht lohnen, eine Neugestaltung des bisherigen Beziehungsmodells zu wagen, ohne dass sich Eifersucht und schlechtes Gewissen aufdrängen? Wieso ist sexuelle Ausschließlichkeit in einer Partnerschaft überhaupt erstrebenswert? Könnten nicht gerade wir LGBTI-Menschen unsere Beziehungen bewusst anders gestalten?

In seinem neuen, im Berliner Querverlag erschienenen Buch "Abschied vom Mythos Monogamie" hat der Psychologe Tim K. Wiesendanger keine pauschale Antwort auf diese Fragen, die für alle Queers gleichermaßen gilt. Er plädiert für Wahlfreiheit im Sinne authentischer Beziehungsformen – ob sich diese weiterhin monogam oder aber seriell monogam, polygam oder polyamourös ausgestalten mögen.

Wiesendanger arbeitet seit gut 20 Jahren überwiegend mit LGBTI und hat im Laufe seines Berufslebens als Therapeut, mit Praxis in Zürich, Paare und Singles immer wieder bei ihrem Ringen um das Thema offene Partnerschaft unterstützt. Deswegen setzt er sich in diesem Sachbuch für eine vorurteilsfreie und ernsthafte Diskussion rund um den seit Jahrhunderten überlieferten "Mythos Monogamie" ein. (cw/pm)

Infos zum Buch

Tim K. Wiesendanger: Abschied vom Mythos Monogamie: Wege zur authentischen Beziehungsgestaltung. Sachbuch. 176 Seiten. Querverlag. Berlin 2017. Taschenbuch: 14,90 € (ISBN: 978-3-89656-264-7). Ebook: 9,99 €


#1 herzesEhemaliges Profil
  • 09.04.2018, 19:11h
  • Was für ein sinnfreies Buch.
    Das jeder seine Art von Beziehung selbst bestimmen kann ist doch klar. Das muss mir keiner psychologisch erklären, oder gar Tips geben.
    Oder ist das wieder die Aufforderung als queerer Mensch gefälligst eine offene Beziehung zu führen, damit man ja nicht dem Hetero ähnelt.
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#2 remixbeb
  • 09.04.2018, 20:12h
  • "Könnten nicht gerade wir LGBTI-Menschen unsere Beziehungen bewusst anders gestalten?"

    Ja! Könnten wir, wenn wir es wollten. Aber wir müssen es nicht. Dennoch wird subtil angedeutet, dass wir es sollten.. Diese Einstellung geht mir so auf den Sack!! (und bevor hier gleich wieder das Gejammer anfängt: mir geht nicht auf den Sack, dass oder wenn Leute beschließen, so ihre Beziehung zu führen. Sondern vielmehr, dass nur eine Form der Beziehung als hip, modern, aufgeklärt, progressiv etc. Propagiert wird)
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#3 Ith_Anonym
  • 09.04.2018, 20:28h
  • Ich mag 'alternative' Beziehungsformen. Ich habe schon monogame Beziehungen an ihrer eigenen Kleingeistigkeit zugrunde gehen sehen, und die Selbstverständlichkeit, mit der man in der Heteronormativität glaubt, Besitzansprüche auf die Geschlechtsorgane eines anderen Menschen stellen zu dürfen, bloß weil man den als Partner/in bezeichnet, fand ich schon immer abstoßend.

    Wenn ich jemanden liebe, neide ich so einer Person nicht ihren Spaß und ihre Freude, und wenn jemand mich liebt, erwarte ich, dass er/sie das genauso hält. Dass man gewisse Grundfreiheiten traditionell anscheinend erst dann zurückerhält, wenn man eine Beziehung beendet, ist ja irgendwo schon traurig.

    Insofern: Schön, wenn jemand zum Thema schreibt und mehr Menschen zum Nachdenken bringt. Mehr offene Beziehungen brächten sicherlich auch sehr viel mehr Liebe in die Welt :-)
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#4 schwulenaktivist
  • 09.04.2018, 20:29h
  • Egal welche Art von Beziehung zu leben versucht wird, jede hat ihre spezifischen Probleme. Das sollte sich jeder bewusst werden.
    Ich finde generell, dass nicht die "hochedlen" Formen die erstrebenswerten Beziehungen sind, sondern diejenigen, die sich im Alltag praktizieren lassen. Mönche sollten wir keinesfalls werden müssen. Beziehung ist keine Religion! Amen
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#5 lindener1966Profil
  • 09.04.2018, 20:40hHannover
  • Ich finde, mit offenen Beziehungen ist das so eine Sache. Ich hatte offene Beziehungen und das hatte ja auch seinen Reiz und habe das auch selbst reichlich genutzt. ABER ich bin selber auch unglaublich eifersüchtig und das passte einfach nie zusammen. Diesen Spagat habe ich nie richtig hinbekommen. Das war immer ein Problem für mich. "Was ich mir gönne, gönne ich auch dir" ist einfacher gesagt als getan. Ich hatte mal einen Freund in Berlin und wenn wir dort dann gemeinsam in einen Club gegangen sind, kamen dann Typen an, mit denen er offensichtlich was hatte, und das war dann immer eine hochnotpeinliche Situation, vor allem für meinen Freund, der es zwar offen wollte, aber möglichst so, dass ich davon nichts mitbekomme. Und zwischen Eifersucht und Neid (diese unschöne Mischung kann es nur in queeren Beziehungen geben) ist nur ein ganz schmaler Grad und irgendwie ziemlich ätzend. Denn diese Typen waren natürlich alle sehr hübsch, hübscher als ich mich selbst gesehen habe. Man muss wirklich sehr viel Vertrauen und vor allem Selbstvertrauen haben. Für mich war das nichts. Ich finde nicht, dass man das zu einem allgemeinen Ideal erheben sollte, weil das einen ganz schön unter Druck setzen kann, das genauso zu machen.
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#6 herzesEhemaliges Profil
  • 09.04.2018, 20:46h
  • Antwort auf #3 von Ith_
  • Das kannst du auch alles so leben und finden wie du es willst.
    Dabei musst du aber nicht glauben, dass deine Art zu Leben die Utima Ratio ist und alle anderen nur zu unreflektiert sind, um das zu erkennen.
    Ich wünsche dir alles Glück im Leben. Wünschst oder gönnst du das auch deinen monogamen Genossen.

    Ach ich habe Beziehungen erlebt, die im Alltag nicht funktioniertem, weil es den Einen tierisch angenervt hat, dass der Andere ständig seinen Schwanz woanders drin hatte und sonst kein Hobby kannte.
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#7 Anon4Anonym
  • 09.04.2018, 20:49h
  • "Könnten nicht gerade wir LGBTI-Menschen unsere Beziehungen bewusst anders gestalten?"

    Warum denn "gerade wir LGBTI-Menschen"? Alle Menschen können doch ihre Beziehungen bewusst anders gestalten. Mit welchem Argument sollte die bewusst andere Gestaltung denn für LGBTI-Menschen irgendwie erstrebenswerter sein als für Heteros?

    Außerdem:
    Die plakativ in den Raum geschmissene Wahlfreiheit wird ja schon durch den suggestiven Buchtitel und den ganzen Duktus des Artikels konterkariert. Das hat nichts mit ehrlicher Beziehungsberatung zu tun, sondern wirkt mit Begriffen wie "Mythos Monogamie" einfach nur wie eine Abwertung von einem Lebensmodell, das Menschen für sich bewusst und einvernehmlich gewählt haben. Muss das sein?

    Ich bin freue mich für alle Beziehungen, die für sich "ihr" funktionierendes Modell gefunden haben, aber das ständige Suggerieren oder Betonen poly oder mono sei irgendwie "besser" als das jeweils andere, geht mir absolut auf den Geist.
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#8 herve64Ehemaliges Profil
  • 09.04.2018, 21:16h
  • Was mich an diesem Satz "Könnten nicht gerade wir LGBTI-Menschen unsere Beziehungen bewusst anders gestalten?" nervt, ist mal wieder diese verallgemeinernde Kollektivierung. HALLO, hier ist von Beziehungen die Rede, und deren Gestaltung liegt in der ureigensten Hoheit der jeweils an diesen Beziehungen Partizipierenden. Und da hat jeder seine eigenen Vorstellungen davon.

    Eines gilt aber für jede Beziehung: Außenstehende haben da schlicht und ergreifend kein Mitspracherecht, also sollten sie nicht einmal daran denken, dies auch nur zu versuchen.
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#9 von_hinten_genommenAnonym
  • 09.04.2018, 21:21h
  • Wenn das ein LGBT Ratgeber sein soll, dann ist das Artikelfoto falsch gewählt.

    Zum Thema:
    Ich denke, jede erwachsene Person kann und darf selbst entscheiden, wie sie ihre/er seine Beziehung führen möchte. Einen Ratgeber brauche ich dafür nicht.
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#10 ursus
  • 09.04.2018, 21:45h
  • Antwort auf #7 von Anon4
  • ohne das buch gelesen zu haben: das schlagwort "mythos monogamie" würde ich nicht unbedingt so verstehen, dass es angeblich monogamie gar nicht gibt oder dass sie was schlechtes sei, sondern so, dass sie in weiten teilen unserer gesellschaft immer noch als angeblich universelles ideal tief verankert ist.

    vom rechtssystem über die religionen bis hin zum pop wird das ideal sexuell exklusiver und (lebens-)langer beziehungen immer noch über andere beziehungsmodelle gestellt. diese aufwertung und tiefe eingebundenheit in unsere kultur hat durchaus etwas mythen-artiges, denn weder ist sie rein rational begründet noch ergibt sie sich einfach von natur aus (die behauptung, der mensch "an sich" sei von natur aus monogam wäre für mich ein beispiel für das "mythische" daran).

    klar, heute sind andere formen lebbar und nicht mehr ganz so stark abgewertet wie früher, aber von einer wirklichen gesellschaftlichen gleichwertigkeit kann man doch beim besten willen (noch?) nicht reden, daran ändern diskussionen in manchen subkulturen nichts.
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