Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?30975

Festsaal Kreuzberg zieht Reißleine

Berlin: Konzert von Bounty Killer abgesagt

Nach scharfen Protesten lädt der Festsaal Kreuzberg den Hass-Sänger Bounty Killer aus. "Homophobie, Rassismus, Sexismus und Antisemitismus dulden wir bei uns nicht", so die Begründung.


Nicht willkommen: Solange Bounty Killer an seinen Mordaufrufen für Homosexuelle festhält, darf er im Kreuzberger Festsaal nicht auftreten

Wenige Stunden, nachdem der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg eine Absage des Bounty-Killer-Konzerts in der Hauptstadt gefordert hatte, zog der geplante Veranstaltungsort Festsaal Kreuzberg am Mittwochnachmittag die Reißleine. Das für den 10. Mai angekündigte Konzert wird nicht wie geplant in dieser Location stattfinden.

Björn von Swieykowski, der Geschäftsführer des Veranstaltungsortes, nannte als Begründung die homophoben Texte des 45-Jährigen, der in mehreren Songs zur Ermordung von Schwulen aufgerufen hatte – und sich bislang nicht von diesen Songs distanziert hat.

"Unser Anspruch ist es, einen diskrimierungs- und angstfreien Raum für Veranstaltungen aller Art zu schaffen. Homophobie, Rassismus, Sexismus und Antisemitismus dulden wir bei uns nicht", so begründete er die Absage. Diese Tabus würden auch von den Veranstaltern, die sich im Festsaal einmieteten, vertraglich garantiert.

- Werbung - Video (60s): KLM – Wir sind eine Airline

"Situation falsch eingeschätzt"

Bei Bounty Killer "haben die Veranstalter und wir die Situation falsch eingeschätzt", so von Swieykowski. "Denn in diesem Fall reicht eine vertragliche Zusicherung, dass keine menschenverachtenden Aussagen auf dem Konzert getroffen werden, nicht aus. Die Tatsache, dass Bounty Killer den 'Reggae Compassionate Act' nicht unterschrieben hat, sich nicht öffentlich von den Aussagen aus seinen alten Songs distanziert und dass er mit diesen immer noch Geld verdient, rechtfertigt unseres Erachtens definitiv die Absage des Konzertes."

Zwar müsste auch Dancehall-Künstlern eine Entwicklung zugestanden werden und Fehler, "die vor über 10 Jahren begangen wurden, nicht zwangsläufig maßgeblich für eine Bewertung in der Gegenwart sein. Aber gerade vor dem "Hintergrund des extrem menschenverachtenden Gehalts der Aussagen" sei die Sensibilität der Öffentlichkeit "begrüßenswert und richtig". Andere Künstler aus demselben Genre hätten vorgemacht, "wie ein Umgang mit der eigenen Vergangenheit vernünftigerweise aussehen kann".

Bounty Killer muss sich von Homophobie distanzieren

Solange sich Bounty Killer nicht von den Aussagen seiner homophoben Songs öffentlich distanziere und den "Reggae Compassionate Act" unterzeichne, "ist der Festsaal Kreuzberg nicht die richtige Adresse für ihn", so von Swieykowski.

Der Hintergrund: Mehrere umstrittene Sänger wie Beenie Man hatten 2012 den "Reggae Compassionate Act" unterzeichnet, mit dem sie sich von ihren homophoben früheren Werken distanzierten und versprachen, diese nicht mehr aufzuführen. Bounty Killer weigerte sich nicht nur, dieses Dokument zu unterzeichnen, sondern beteuerte gar in einem Interview, dass er eine generelle Abneigung gegenüber Homosexuellen habe. Trotzdem behauptete etwa der Manager des jamaikanischen Künstlers, dass dieser nicht mehr homophob sei (queer.de berichtete).

Noch ist unklar, ob die Veranstalter einen anderen Veranstaltungsort in Berlin finden werden, in dem die Homophobie von Bounty Killer keine Rolle spielt. Noch immer sind im April und Mai mehrere weitere Konzerte im deutschsprachigen Raum geplant. In Regensburg gab es bereits Proteste gegen einen geplanten Auftritt (queer.de berichtete). Außerdem will der Hass-Sänger in Dortmund und Wuppertal sowie in Zürich und Wien Konzerte geben. (dk)

+++Konzert mit Rodney Price a.k.a. Bounty Killer im Festsaal Kreuzberg abgesagt+++ Das für den 10.05.2018 angekündigte…

Gepostet von Festsaal Kreuzberg am Mittwoch, 11. April 2018
Facebook / Festsaal Kreuzberg | Das gesamte Statement des Festsaals Kreuzberg



#1 herzesEhemaliges Profil
#2 easykeyProfil
#3 Alexander_FAnonym
#4 andreAnonym
  • 11.04.2018, 21:24h
  • Nicht zu früh freuen. Da steht lediglich, daß das Konzert, nicht in dieser Lokation stattfindet. Ich kann mich erinnern, vor einigen Jahren, gabs Auftrittsverbote, fast monatlich. queer.de hat ständig davon berichtet. Das war auch die Zeit, als es "Chiemsee-Reggae noch gab. Ich glaube, es war auch in Berlin. Da wurde, nach Protesten, lediglich die Lokation gewechselt.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 DimaAnonym
  • 11.04.2018, 22:18h
  • Dass darüber überhaupt diskutiert werden muss, ist ja schon ein Unding.
    Dass der in der freien Welt überhaupt noch öffentlich auftreten kann und nicht wegen Anstiftung zum Mord hinter Gittern sitzt, ist mir schon lange ein Rätsel.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Homonklin44Profil
  • 12.04.2018, 00:04hTauroa Point
  • Denke auch, dass die ihn einfach wo anders singen lassen werden. Der Tickethandel will sich wahrscheinlich nicht mit unzufriedenen Kunden abgeben, und der Manager hat wohl schon Geld gesehen.

    Das Unterzeichnen des Compassionate Act müsste mandatory für solche "Artists" sein. Hätte er sich gesinnungsmäßig tatsächlich weiter entwickelt, kann das Unterschreiben kein Problem für ihn sein. Umkehrschluss .. go figure
  • Antworten » | Direktlink »
#7 MannsbildAnonym
  • 12.04.2018, 06:43h
  • Laßt Ihn Auftreten! - und schaut Euch die Besucher an - dann hat der Feind wenigstens ein Gesicht und wir wissen wer uns haßt. Ich bin wirklich und absolut gegen jede 'political correctness', ich will wissen, sehen und hören, wer mein Feind ist!!!!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 ursus
  • 12.04.2018, 10:27h
  • Antwort auf #7 von Mannsbild
  • "ich will wissen, sehen und hören, wer mein Feind ist!!!!!!"

    um dann nichts gegen ihn zu unternehmen?

    ich kann dein argument verstehen, dass es bisweilen schwieriger ist, mit versteckter homophobie und mit heuchelei umzugehen als mit offenem hass. aber soll die konsequenz sein, dem hass dann nicht zu begegnen und hetzer_innen überall gewähren zu lassen? nur, damit wir deren hass schön sehen können?
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Anna1Lena227Anonym
  • 12.04.2018, 13:32h
  • Dass das Konzert im Festsaal nun endlich abgesagt wurde, empfinde ich eher als Selbstverständlichkeit. Gewundert und verärgert hat es nicht eher, dass es so lange gedauert hatfgw8c
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Petrus48Anonym