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Commonwealth Games

Britische Kolonial-Olympiade: Tom Daley fordert Aufhebung des Homo-Verbots

Nach dem Gewinn einer Goldmedaille bei den Commonwealth Games erinnert der offen schwule Sportler daran, dass 37 frühere britische Kolonien Homosexualität nach wie vor unter Strafe stellen.


Bei den Commonwealth Games in Gold Coast präsentiert sich Goldjunge Tom Daley (li.) stolz mit seinem Sprungpartner Dan Goodfellow (Bild: Twitter / @tomdaley1994)

Der englische Turmspringer Tom Daley hat am Freitag bei den Commonwealth Games in Australien mit seinem Partner Dan Goodfellow die Goldmedaille im Synchronspringen vom Zehn-Meter-Sprungturm gewonnen – und seinen Sieg dazu genutzt, Homophobie im früheren britischen Kolonialreich anzuprangern.

"37 der Staaten, die um Medaillen kämpfen, kriminalisieren LGBT+", schrieb er nach dem Sieg auf Twitter neben einem Bild, das ihn und seinen Partner mit der Goldmedaille zeigen. "Ich kann mich glücklich schätzen, dass es mir möglich ist, ohne Angst offen zu leben. Ich hoffe, das eines Tages jeder Athlet aus jedem Land im Commonwealth so frei und offen zu sich stehen kann." Daley hat bereits vier Goldmedaillen bei den Commonwealth Games gewonnen, die erste 2010 im Alter von 15 Jahren bei den Spielen im indischen Delhi.

Die Commonwealth Games sind eine Sportveranstaltung, die alle vier Jahre stattfindet und an der sich alle ehemaligen britischen Kolonien beteiligen dürfen. Viele der teilnehmenden Länder, etwa Malaysia, Indien oder Jamaika, drohen Homosexuellen mit teils langen Haftstrafen. Die diskriminierenden Gesetze gehen dabei auf die britische Kolonialzeit zurück. Während Großbritannien die Gesetze gegen Homosexuelle zwischen 1967 (England und Wales) und Anfang der Achtzigerjahre (Schottland und Nordirland) abschaffte, sind sie in den meisten Ex-Kolonien noch heute gültig, in Ländern wie Nigeria teilweise sogar in verschärfter Form. In Trinidad und Tobago beschloss am Donnerstag immerhin das Höchstgericht, die entsprechenden Strafrechtsparagrafen für ungültig zu erklären (queer.de berichtete).

Sorge über Wettkampf im homophoben Russland

Daley ist seit 2013 mit dem US-Filmemacher und Oscarpreisträger Dustin Lance Black liiert. Das Paar heiratete im Frühjahr 2017 nahe Daleys Geburtsort in der Grafschaft Devon im Südwesten Englands (queer.de berichtete). Im Februar diesen Jahres gaben die Eheleute bekannt, das sie in wenigen Monaten via Leihmutterschaft Eltern werden (queer.de berichtete).

Gegenüber der britischen Presse äußerte sich Daley auch besorgt, dass der Wettkampf "World Diving Series" in Mai im russischen Kasan stattfindet – und damit in einem Land, in dem wegen des Gesetzes über Homo-"Propaganda" LGBTI die Festnahme droht. "Nach Russland zu gehen ist angsteinflößend. Ich muss vor vielen Leuten mein Bestes geben, die wissen, dass ich einen Ehemann habe", so der 23-Jährige. "Man muss da wohl durch, wenn man versucht, etwas zu ändern. Viele Dinge verändern sich wohl nur sehr langsam, aber ich denke, zumindest innerhalb des Commonwealth könnten wir einigen Nationen einen Anstoß geben, um ihre homophoben Regeln aufzuweichen." (dk)



#1 PeerAnonym
#2 giliatt 2Anonym
  • 16.04.2018, 02:31h
  • Ich vergöttere Tom Daley, weil er ein Ausnahmetalent ist und eine grundehrliche Person.

    Sein gesamtes bisheriges Leben hat er seinem Sport gewidmet. Sein Trainer war sein geliebter Vater, der verstarb. Diese enge Verbindung ließ ihn nie los.
    Dennoch war er mutig genug, in einem Vide an seine Fans zu bekennen, dass er schwul empfindet.

    Danke, Tom Daley.
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