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Frankreich

TV-Kommentator beschimpft Leipziger Fußballer als "Schwuchteln"

Nach heftiger Kritik in sozialen Medien wurde Denis Balbir von seinem Sender suspendiert.


Denis Balbir (l.) redete sich nach dem Spiel im Gespräch mit seinem Kollegen Jean-Marc Ferreri in Rage

Ein französischer Fußball-Kommentator hat am Donnerstag nach einem Europa-League-Spiel die Fußballer des deutschen Bundesligaclubs RB Leipzig unter anderem homophob beschimpft.

Denis Balbir hatte die Spieler beim Auswärtsspiel gegen Olympique Marseille für ihre vermeintliche Arroganz kritisiert und dabei u.a. als "Schwuchteln" und "Arschlöcher" bezeichnet. Entgegen manchen deutschen Presseberichten liefen die Äußerungen nicht live über den Sender – ein Mitschnitt des Off-Air-Ausbruchs schaffte es aber in soziale Netzwerke, wurde dort in wenigen Stunden über 500.000 Mal angesehen und führte zu heftiger Kritik.

Twitter / lep4risien | Der geleakte Mitschnitt

Der zur M6-Gruppe gehörende Privatsender W9 teilte am Freitag mit, dass Balbir bis auf Weiteres als "Vorsichtsmaßnahme" suspendiert worden sei. Man wolle darauf hinweisen, "dass Respekt vor dem Gegner unter allen Umständen unumgänglich" sei, hieß es in einer knappen Pressemitteilung.

Auf Twitter betonte Balbir am Freitag, er entschuldige sich für die "unpassenden Worte". Zugleich betonte er, dass diese nicht ausgestrahlt wurden und dass die Verbreitung des privaten Gesprächsausschnitts "besonders bösartig" sei.

Twitter / balbir_denis

Am Freitagnachmittag ergänzte er in einem weiteren Tweet, dass er sich, während er sich erneut enschuldigen wolle, für die Unterstützung u.a. von Fußballfans, Spielern, Trainern oder Kollegen diverser Medien bedanken wolle.

Wer das Video in die Öffentlichkeit geleaked hat, ist noch unklar. Der scharfen Kritik an Balbir tat das keinen Abbruch. So betonten viele Nutzer auf Twitter, die Worte seien auch bei einem privaten Gespräch inakzeptabel. Der Begriff "unpassend" trivialisiere zudem Menschenfeindlichkeit.

Der RB Leipzig, der das Hinspiel mit 1:0 gewonnen hatte, nach der 2:5-Niederlage am Donnerstag aber aus dem Wettbewerb ausschied, hat mit den "Rainbow Bulls" einen eigenen schwul-lesbischen Fanclub. Wie vom Club selbst gibt es von ihnen bislang noch keine Reaktion zu dem Ausfall Balbirs. (cw)



#1 RobinAnonym
  • 13.04.2018, 18:39h
  • Gut, dass der suspendiert wurde. Der sollte komplett entlassen werden.

    Für Homohass darf in den Medien kein Raum sein.
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#2 TechnikerAnonym
  • 14.04.2018, 14:32h
  • Verstehe ich das richtig? Der Herr Reporter ist nicht auf Sendung und bezeichnet die Mannschaft im persönlichen Gespräch mit einem Kollegen als Arschlöcher und Schwuchteln? Korrekt?

    Dann verstehe ich die Aufregung nicht. Wenn ich für jede private Unterhaltung, in der ich dumme, nervige Weiber, dusselige Neigungsgenossen oder allgemein Unsympathen mit angemessen unflätigen Worten bedachte, 10 Euro bekäme, wäre ich reich.
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#3 PeerAnonym
  • 14.04.2018, 19:15h
  • Antwort auf #2 von Techniker
  • Es geht darum, dass jemand, der friedliche Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe als "Perverse" oder was auch immer ansieht, nicht geeignet ist, in den Medien Dinge zu kommentieren. Erst recht nicht, wenn es um die Leute geht, die er als Perverse ansieht.

    Das hat überhaupt nichts damit zu tun, ob er seine Positionen auch öffentlich kundtut oder nur privat. Fakt ist, dass solche Menschen auch eine Verantwortung tragen.
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#4 von_hinten_genommenAnonym
  • 14.04.2018, 21:42h
  • Antwort auf #2 von Techniker
  • "Dann verstehe ich die Aufregung nicht."

    Was ist daran nicht zu verstehen?
    Auch ohne Kameras war er noch am Arbeitsplatz (mit Headset und Mikro), als er diese Schimpfwörter benutzte.

    Das sind dann auch schon alle Infos, die du brauchst, um die Aufregung zu verstehen.
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#5 TheDadProfil
#6 So ist esAnonym
#7 userer
  • 16.04.2018, 09:35h
  • Die wirklich gute Nachricht ist für mich, dass in Frankreich der Kommentator vom Sender suspendiert wurde.

    Ich sehe nicht, dass er diese Konsequenz in Deutschland zu tragen hätte.

    Im Land des rosa Winkels darf die Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein zur besten Sendezeit vor einem Millionenpublikum ungestraft vom "inneren Reichsparteitag" träumen und moderiert trotz dieser Entgleisung weiterhin munter "das aktuelle sportstudio", also das Flagschiff des Sprotfernsehens im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ZDF.
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#8 TechnikerAnonym
  • 16.04.2018, 13:21h
  • Antwort auf #7 von userer
  • Köstlich, "userer"!

    "Im Land des rosa Winkels darf die Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein zur besten Sendezeit vor einem Millionenpublikum ungestraft vom "inneren Reichsparteitag" träumen und moderiert trotz dieser Entgleisung weiterhin munter "das aktuelle sportstudio""

    Erstens ist es schon ziemlich albern, diese olle Kamelle aus der Mottenkiste zu holen, zweitens ist die Formulierung nur für diejenigen anrüchig, die keine Ironie kennen.

    Lektüre für Sie:

    de.wikipedia.org/wiki/Innerer_Reichsparteitag

    "Allerdings sei die Unterstellung innerer Reichsparteitage auch als Sponti-Spruch spöttisch gegenüber Nationalsozialisten verwendet worden und habe genauso schon während der NS-Diktatur Distanzierung von der Propaganda der Machthaber zum Ausdruck bringen können."

    www.swr.de/blog/1000antworten/antwort/17627/woher-kommt-der-
    ausdruck-innerer-reichsparteitag/


    "Klar ist: Es war kein Propagandaausdruck der Nazis, sondern der Ausdruck entstand offenbar bald nach 1933 in der Studentenszene, und wurde eher mit einer ironischen Distanz verwendet. Der Ausdruck ist auch fast schon zu absurd, um ernst gemeint zu sein. Wenn jemand sagt: Das ist mir ein innerer Reichsparteitag bringt das ja zum Ausdruck, was die Reichsparteitage faktisch waren: Pompöse Selbstbeweihräucherungs- und Jubelveranstaltungen."

    Nebenbei toll hier, wie ein privat geäußertes "Schwuchtel" mit Homophobie und Rassismus gleichgesetzt wird. Im Kontext des Fußballspiels sollte es sicher beleidigend sein - aber ob der Moderator wirklich was gegen Schwule hat, wissen wir nicht. Nebenbei: Ich kenne Homosexuelle, die das Wort verwenden - gern für andere Homos, für die die sich fremdschämen.
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#9 userer
#10 TechnikerAnonym
  • 16.04.2018, 14:38h
  • Antwort auf #9 von userer
  • Nein, " userer"...

    "Sehe ich es vor dem Hintergrund Ihrer Äußerung richtig, dass Sie auch den diesjährigen Echo-Preis für die "Battle Rapper", die offen KZ-Opfer verhöhnen, als unproblematisch erachten?"

    Äpfel und Birnen gibt vielleicht lecker Kompott, aber unpassende "Vergleiche"...

    Für Sie die Langfassung:
    1. Sportmoderator hat die Äußerung eben nicht auf offener Bühne getan; er hat niemand Bestimmtes als "Schwuchtel" beschimpft, in bestimmten Kreisen ist die Vokabel ein Synonym für Warmduscher.

    2. Der "innere Reichsparteitag" ist Ironie.

    3. Die "Rapper" lassen ihren Seich völlig unironisch auf offener Bühne ab.
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