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Frankreich

TV-Kommentator beschimpft Leipziger Fußballer als "Schwuchteln"

Nach heftiger Kritik in sozialen Medien wurde Denis Balbir von seinem Sender suspendiert.


Denis Balbir (l.) redete sich nach dem Spiel im Gespräch mit seinem Kollegen Jean-Marc Ferreri in Rage

  • 13. April 2018, 16:28h 12 2 Min.

Ein französischer Fußball-Kommentator hat am Donnerstag nach einem Europa-League-Spiel die Fußballer des deutschen Bundesligaclubs RB Leipzig unter anderem homophob beschimpft.

Denis Balbir hatte die Spieler beim Auswärtsspiel gegen Olympique Marseille für ihre vermeintliche Arroganz kritisiert und dabei u.a. als "Schwuchteln" und "Arschlöcher" bezeichnet. Entgegen manchen deutschen Presseberichten liefen die Äußerungen nicht live über den Sender – ein Mitschnitt des Off-Air-Ausbruchs schaffte es aber in soziale Netzwerke, wurde dort in wenigen Stunden über 500.000 Mal angesehen und führte zu heftiger Kritik.

/ lep4risien | Der geleakte Mitschnitt
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Der zur M6-Gruppe gehörende Privatsender W9 teilte am Freitag mit, dass Balbir bis auf Weiteres als "Vorsichtsmaßnahme" suspendiert worden sei. Man wolle darauf hinweisen, "dass Respekt vor dem Gegner unter allen Umständen unumgänglich" sei, hieß es in einer knappen Pressemitteilung.

Auf Twitter betonte Balbir am Freitag, er entschuldige sich für die "unpassenden Worte". Zugleich betonte er, dass diese nicht ausgestrahlt wurden und dass die Verbreitung des privaten Gesprächsausschnitts "besonders bösartig" sei.

/ balbir_denis
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Am Freitagnachmittag ergänzte er in einem weiteren Tweet, dass er sich, während er sich erneut enschuldigen wolle, für die Unterstützung u.a. von Fußballfans, Spielern, Trainern oder Kollegen diverser Medien bedanken wolle.

Wer das Video in die Öffentlichkeit geleaked hat, ist noch unklar. Der scharfen Kritik an Balbir tat das keinen Abbruch. So betonten viele Nutzer auf Twitter, die Worte seien auch bei einem privaten Gespräch inakzeptabel. Der Begriff "unpassend" trivialisiere zudem Menschenfeindlichkeit.

Der RB Leipzig, der das Hinspiel mit 1:0 gewonnen hatte, nach der 2:5-Niederlage am Donnerstag aber aus dem Wettbewerb ausschied, hat mit den "Rainbow Bulls" einen eigenen schwul-lesbischen Fanclub. Wie vom Club selbst gibt es von ihnen bislang noch keine Reaktion zu dem Ausfall Balbirs. (cw)

#1 RobinAnonym
  • 13.04.2018, 18:39h
  • Gut, dass der suspendiert wurde. Der sollte komplett entlassen werden.

    Für Homohass darf in den Medien kein Raum sein.
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#2 TechnikerAnonym
  • 14.04.2018, 14:32h
  • Verstehe ich das richtig? Der Herr Reporter ist nicht auf Sendung und bezeichnet die Mannschaft im persönlichen Gespräch mit einem Kollegen als Arschlöcher und Schwuchteln? Korrekt?

    Dann verstehe ich die Aufregung nicht. Wenn ich für jede private Unterhaltung, in der ich dumme, nervige Weiber, dusselige Neigungsgenossen oder allgemein Unsympathen mit angemessen unflätigen Worten bedachte, 10 Euro bekäme, wäre ich reich.
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#3 PeerAnonym
  • 14.04.2018, 19:15h
  • Antwort auf #2 von Techniker
  • Es geht darum, dass jemand, der friedliche Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe als "Perverse" oder was auch immer ansieht, nicht geeignet ist, in den Medien Dinge zu kommentieren. Erst recht nicht, wenn es um die Leute geht, die er als Perverse ansieht.

    Das hat überhaupt nichts damit zu tun, ob er seine Positionen auch öffentlich kundtut oder nur privat. Fakt ist, dass solche Menschen auch eine Verantwortung tragen.
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