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USA
Prominenter Anwalt für LGBTI-Rechte setzt sich selbst in Brand
Mit dem Suizid habe er auf Umweltverschmutzung aufmerksam machen wollen, schrieb David Buckel in einem Abschiedsbrief.
- 15. April 2018, 11:30h 3 Min.
In den USA hat sich ein bekannter Aktivist für Umweltschutz und früherer Anwalt der LGBTI-Organisation Lambda Legal das Leben genommen. Passanten hatten am Samstagmorgen die Leiche von David S. Buckel im Prospect-Park des New Yorker Stadtteils Brooklyn gefunden.
"Mein Name ist David Buckel und ich habe mir gerade im Rahmen eines Protest-Suizids das Leben genommen", hatte der 60-Jährige auf einen Zettel geschrieben, der in der Nähe der Leiche gefunden wurde. "Ich entschuldige mich für das Durcheinander."
Buckel hatte sich offenbar mit einem fossilen Brennstoff überschüttet und selbst angezündet. An mehrere Medien hatte er zuvor auch einen Abschiedsbrief versandt: "Luftverschmutzung verwüstet unseren Planeten, beeinflusst Luft, Boden, Wasser und Wetter und führt zu einer Unbewohnbarkeit. Die meisten Menschen atmen Luft ein, die durch fossile Brennstoffe gesundheitschädlich wurde, und viele werden einen verfrühten Tod sterben", zitiert ihn die New York Times. "Mein früher Tod durch fossile Brennstoffe spiegelt wieder, was wir uns selbst antun."
Architekt des Kampfes um Ehe-Öffnung
Buckel, der zuletzt bei einem Kompostierungsprojekt in New York tätig war, wurde in den USA bekannt als Hauptanwalt in einem Verfahren um den 1993 vergewaltigten und ermordeten transsexuellen Studenten Brandon Teena, dessen Leben später im Film "Boys Don't Cry" mit Hilary Swank in der Hauptrolle erzählt wurde. In dem Verfahren wurde ein Bezirks-Sherriff, an den sich Teena vor der Tat gewandt hatte, wegen Nachlässigkeit verurteilt.
/ LambdaLegalThe news of David Buckels death is heartbreaking. This is a tremendous loss for our Lambda Legal family, but also for the entire movement for social justice. https://t.co/SL9XZ2cYTR
Lambda Legal (@LambdaLegal) April 14, 2018
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Als Mitarbeiter von Lambda Legal suchte Buckel fortan immer wieder, den Schutz von LGBTI-Personen zu verbessern. Der Absolvent der Cornell Law School erzielte etwa 1996 im Fall Nabozny v. Podlesny eine Verurteilung eines Schulbezirks, weil eine Schule einen jungen Schüler nicht vor homofeindlichen Mobbing durch Mitschüler schützte – das Urteil etablierte letztlich eine entsprechende Pflicht.
Später leitete Buckel das "Projekt Marriage" von Lambda Legal und kämpfte u.a. vor Gerichten in New Jersey und Iowa für die Ehe für alle. Der Supreme Court in Iowa öffnete schließlich in dem Verfahren regional die Ehe, 2009 als erst dritter US-Bundesstaat. "Er war einer der Architekten der Freedom-to-Marry-Bewegung", lobte ihn seine frühere Lamda-Legal-Kollegin Susan Sommer, die nun für den New Yorker Bürgermeister arbeitet.
Der Tod von Buckel sei "herzzerbrechend", würdigte ihn Lambda Legal. "Das ist ein enormer Verlust für unsere Lambda-Legal-Familie, aber auch für die gesamte Bewegung für soziale Gerechtigkeit. David war ein unermüdlicher Anwalt und Aktivist, und auch ein treuer und liebevoller Freund für so viele. Er wird für seine Freundlichkeit, Hingabe und Vision für Gerechtigkeit in Erinnerung bleiben." Man werde sein Leben in Ehre halten, in dem man weiter "für eine bessere Welt kämpfen" werde.
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Das erinnert mich an diesen einen Geistlichen dieser unsäglichen "Manif pour tous", der sich vor dem Altar in Notre Dame in Paris aus Protest gegen die Eheöffnung für Alle in Frankreich die Kugel gegeben hat, um ein Fanal zu setzen. Oder an die Selbstverbrennung eines Pastors Oskar Brüsewitz anno 1976 in Zeitz, um ein Zeichen gegen das DDR-Regime zu setzen..
Solche Aktionen ist nur noch pathetischer blinder Aktionismus, der niemandem nützt.