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"Aus queer-politischer Sicht nicht nachvollziehbar"
NRW: CDU-geführte Regierung stellt Förderung für homochrom ein
Nach dem Machtwechsel in Düsseldorf ist offenbar kein Geld mehr da für das queere Filmfestival.
- 16. April 2018, 15:00h 2 Min.
Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Förderung des queeren Filmfestivals homochrom abgelehnt. Das teilte Organisator Martin Wolkner am Montag mit. Damit ist die Zukunft der seit 2009 bestehenden Veranstaltungsreihe offen. Das letzte Festival fand vergangenen Oktober in Köln und Dortmund statt (queer.de berichtete).
Wolkner meinte gegenüber queer.de, homochrom könne "einfach fortgesetzt werden, indem ich mich wie in den vergangenen Jahren weiter selbst ausbeute und in prekärer Armut weiterlebe. Aber ich habe letztes Jahr gesagt, dass ich nicht mehr so miserabel leben möchte, und das meine ich auch". Der Organisator hatte in Interviews betont, er habe bislang "für ein Jahr Arbeit 10.000 Euro verdient, wovon noch Steuern, Krankenkasse etc. abgehen" (queer.de berichtete).
+++ Kurzmeldung +++ Nach zwei Jahren Förderung hat das land.nrw unter der neuen CDU/FDP-Führung eine diesjährige Förderung des Filmfests homochrom vollständig abgelehnt. homochrom.de/filmfest-2018
Gepostet von homochrom am Montag, 16. April 2018
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Die Ablehnung hatte Wolkner bereits erwartet, "zumal ich z.B. miterlebe, wie die CDU-geführte BKM (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Red.) die vom Bundestag bewilligte Förderung des deutschen Festivalverbandes QueerScope seit 16 Monaten zu blockieren und auszusitzen scheint". Der Veranstalter beklagte weiter, dass es auch von der Zivilgesellschaft in den letzten Jahren kaum Unterstützung gegeben habe und auch die Stadt Köln "vor Kurzem nur die Hälfte der beantragten Summe in Aussicht gestellt" habe.
SPDqueer: Ende von homochrom wäre ein großer Verlust
Scharfe Kritik an der Ablehnung des Förderantrags kommt von den oppositionellen Sozialdemokraten. Dieser Schritt sei "aus queer-politischer Sicht nicht nachvollziehbar", erklärte Sascha Roncevic, der stellvertretende Landesvorsitzende und kulturpolitische Sprecher von der Arbeitsgemeinschaft NRWSPDqueer. Sollte dieses für Nordrhein-Westfalen bedeutende Filmfestival entfallen, sei "das ein Verlust, der aufgrund der bundesweiten Strahlkraft von homochrom über die Landesgrenze hinaus wirkt". Anfangs habe es zwar ausgesehen, als ob die im Sommer letzten Jahres ins Amt gekommene CDU/FDP-Landesregierung die rot-grüne Förderpraxis "zumindest fortsetze", jetzt werde aber deutlich, "dass bei queeren Projekten durchaus gekürzt wird".
Der neue CDU-Ministerpräsident Armin Laschet hatte sich im Wahlkampf im letzten Jahr als Oppositionsführer als Gegner der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht inszeniert. In einem Interview behauptete er etwa, dass das Grundgesetz die "Ehe als Verbindung von Mann und Frau" definiere (queer.de berichtete). (dk)















