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"Unter uns"-Star
Lars Steinhöfel von Erpresser zum Coming-out gedrängt
Der RTL-Seriendarsteller erzählt, dass sein Coming-out als schwuler Mann vor vier Jahren nicht ganz freiwillig war.

Lars Steinhöfel stellt seit inzwischen 13 Jahren Ingo "Easy" Winter in der Seifenoper "Unter uns" dar (Bild: RTL)
- 19. April 2018, 13:04h 2 Min.
Der 32-jährige Schauspieler Lars Steinhöfel hat gegenüber RTL erklärt, dass sein Coming-out die Folge einer Erpressung war: "Mein Bekenntnis zur Homosexualität kam tatsächlich von jemandem, der der RTL-Presse geschrieben hat, er hätte Fotos von mir", sagte der gebürtige Berliner, der seit 2005 Ingo "Easy" Winter in der RTL-Seifenoper "Unter uns" spielt.
"Es ist kein schönes Gefühl, ohnmächtig zu sein", so Steinhöfel weiter. "Andererseits ist es vielleicht auch ein guter Weg, um zu sagen, dass der Zeitpunkt gekommen ist." Anlass für das Interview war das Coming-out von Conchita Wurst als HIV-positiv, das ebenfalls Folge einer Erpressung war (queer.de berichtete).
Coming-out im Jahr 2014
Steinhöfel hatte im Januar 2014 erstmals in der "Bild"-Zeitung öffentlich über seine Homosexualität gesprochen (queer.de berichtete). Damals sagte der Schauspieler, er möchte "mit diesem Bekenntnis Jugendlichen Mut machen, zu ihrer Sexualität zu stehen". Weiter gab er zu, dass er Angst gehabt habe, dass der Schritt in die Öffentlichkeit seiner Karriere schaden könnte.
Steinhöfels Rolle in der Soap "Unter uns", die es seit Herbst 1994 inzwischen auf über 5.800 Folgen gebracht hat, war zunächst als Frauenschwarm angelegt – nach seinem Coming-out im echten Leben verliebte sich auch seine Serienfigur Ende 2017 in einen Mann (queer.de berichtete).
Eine im vergangenen Monat ausgestrahlte Folge mit der Rolle hatte erneut für Schlagzeilen gesorgt, nachdem Steinhöfel mit seinem Schauspielkollegen Timothy Boldt eine Szene dafür am Kölner Hauptbahnhof gedreht hatte – und die beiden übel beschimpft wurden, als sie sich küssten. "Vereinzelt gab es Personen, die uns wüst beschimpft haben", erklärte Schauspieler Lars Steinhöfel damals. "Beleidigungen, die man durchaus auch zur Anzeige bei der Polizei hätte bringen können" (queer.de berichtete). Nach der Ausstrahlung der Folge habe es aber überwiegend positive Reaktionen aus aller Welt gegeben (queer.de berichtete). (dk)
Unter uns, Mo.-Fr. 17.30 Uhr bei RTL
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Abgesehen von der generellen Erleichterung, weil man endlich kein riesiges Lügengebäude mehr aufrechterhalten muss, nimmt dies Erpressern schlichtweg auch ihre Grundlage. Denn der "Grund" der Erpressbarkeit hat sich in Luft aufgelöst.
Ich sage nicht, dass ein selbstbestimmtes Coming-out immer einfach ist. Mein eigenes war in den 1980er Jahren noch viel schwieriger, als Mancher das heute erahnen kann.
Aber es ist notwendig.
Nicht nur für die Person selbst, sondern natürlich auch gesellschaftspolitisch.
Ich würde mir wünschen, noch eine Zeit erleben zu dürfen, in der wir solche Schlagzeilen nicht mehr lesen müssen.