Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=3104
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Zu jung fürs Coming-out?


#21 simonAnonym
  • 14.07.2005, 20:20h
  • Auch von mir ein kurzes statement:

    Auch wenn es vielleicht viele nicht glauben wollen, aber an meinem 5. oder 6. geburtstag (genau weiß ich das leider nicht mehr) überreichte mir eine nachbarstochter ein geschenk, mit einem bussi auf den mund. Und ich dachte damals - ungelogen - wieso konnte das jetzt nicht ein bestimmter spielkamerad machen!?

    Erst mit 13 wurde ich mir aber bewusst, dass ich auf jungs stand, mit 18 hatte ich dann meinen ersten freund, und das erste mal sex. Derzeit bin ich 27.

    Zu keinem zeitpunkt hatte ich mit mir selbst ein problem wegen meiner homosexualität, wie das durchaus viele jugendliche haben, wenn sie an sich diese gefühle entdecken.

    Ich finde es interessant und mutig, wenn sich die kids heute mit 13 / 14 ihrer gefühle so sicher sind, dass sie sich vor ihrer familie, vor ihren freunden outen. Das verdient respekt, auch wenn - wie oben schon jemand geschrieben hat - sie sich nicht darauf "festnageln" sollten.

    Und sie brauchen alle unterstützung, die sie nur bekommen können, gerade auch in form der verschiedenen schulprojekte, an denen ich vor einigen jahren selbst auch teilgenommen habe, wobei da hochinteressante diskussionen zustande kamen!!

    Es sollte einem zu denken geben, dass ein ausgesprochen hoher anteil selbstmordgefährdeter jugendlicher (bzw. solche, die versuche unternehmen, bzw. "erfolgreich" in die tat umsetzen) massive probleme mit ihren gefühlen haben, wenn sie erkennen, dass sie mehr für gleichgeschlechtliche menschen empfinden. Und das liegt wiederum an der mangelnden toleranz / akzeptanz der gesellschaft, die auf ein heterosexuelles "weltbild" gemünzt ist...

    Daher bedarf es nach wie vor großen engagements aller schwulen, lesben, transgenders, usw. damit sich jugendliche selbstbewusst und in achtung ihrer gefühle entwickeln können!!
  • Antworten » | Direktlink »
#22 hab ich per mail bekommen....Anonym
  • 15.07.2005, 12:55h
  • Herrn Präsidenten
    Romano PRODI
    Europäische Kommission

    Brüssel
    Belgien
    Wien, 29.05.2001


    Betrifft: Vorschlag für einen Rahmenbeschluß des Rates zur Bekämpfung der sexuellen
    Ausbeutung von Kindern und der Kinderpornographie (2001/C 62 E/25,
    ABl. C 62 E/327-330)

    Sehr geehrter Herr Präsident!

    Mit großer Sorge haben wir den o.a. Vorschlag der Kommission zur Kenntnis genommen. Wir begrüßen es sehr, dass nun auch auf Unionsebene gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern vorgegangen und Maßnahmen ergriffen werden sollen, die national nicht oder nur unzureichend getroffen werden können.

    Die konkrete von der Kommission ergriffene Initiative erachten wir zu diesem Zweck jedoch als ungeeignet, ja selbst als potentielle Gefährdung des Wohls der minderjährigen Unionsbürger. Der vorgeschlagene Rahmenbeschluß schützt das Recht von Kindern und Jugendlichen auf sexuelle Autonomie, Integrität und Selbstbestimmung nicht umfassend. Während einerseits die Maßnahmen zur Bekämpfung des Missbrauchs und der Ausbeutung von Kindern unzureichend und lückenhaft bleiben, wird andererseits in die Lebensrealität von Jugendlichen massiv eingegriffen und ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung in eklatantem Ausmaß beschnitten.

    Der Grundfehler des vorliegenden Entwurfs der Kommission scheint uns in der undifferenzierten Gleichsetzung von Kindern und Jugendlichen unter dem einheitlichen Begriff „Kind“ zu liegen. 5jährige Kinder und 17jährige Jugendliche können, insb,. in sexueller Hinsicht, nicht über einen Leisten geschlagen werden. Keine Sprache der Welt hat jemals den Begriff „Kind“ für Personen verwendet, die den frühen Teens entwachsen sind. Tut man dies, wie der vorliegende Entwurf, dennoch und setzt 5jährige Kinder und 17jährige Jugendliche hinsichtlich des Schutzes vor sexuellem Missbrauch gleich, zeitigt dies absurde und gefährliche Folgen.

    Keine Mindestaltersgrenzen

    So sieht der Entwurf keine verbindlichen Mindestaltersgrenzen für die Wirksamkeit der Einwilligung in sexuelle Handlungen vor, obwohl sämtliche Mitgliedstaaten der Union, ja darüber hinaus sämtliche Staaten in Europa und außerhalb Europas solche Altersgrenzen vorsehen, die nirgendwo unter 12 Jahren und zumeist bei 14 oder 15 Jahren liegen (vgl. Helmut Graupner: Sexual Consent - The Criminal Law in Europe and Overseas, Archives of Sexual Behavior, Vol. 29 (5) 415-461, NY: Plenum (2000), in Kopie anbei). Nach dem vorgeschlagenen Rahmenbeschluß müssten sexuelle Handlungen mit Kindern lediglich im Zusammenhang mit Pornographie, Prostitution und Gewalt sowie dann unter Strafe gestellt werden, wenn ein Kind „verleitet“ wird (Art. 2). Findet keine „Verleitung“ statt, so ist ein Straftatbestand nicht vorgeschrieben. Diese Lückenhaftigkeit des vorgeschlagenen Schutzes erscheint uns unannehmbar, könnten die Mitgliedstaaten der Union demnach doch pädophile Kontakte sogar entkriminalisieren, soweit keine „Verleitung“ des Kindes erfolgt.

    Auch ein Verbot der Beaufsichtigung von Kindern für wegen sexuellen Missbrauchs Verurteilte müssen die Staaten nur „prüfen“, nicht jedoch verpflichtend vorsehen (Art. 5 Abs. 5). Dies erscheint uns ebenso unverständlich und defizitär wie dass Opfern nur (ganz unbestimmt) ein „angemessener“ Rechtsschutz und eine „entsprechende“ Stellung im Gerichtsverfahren eingeräumt werden soll (Art. 9) und dass nur privatrechtliche, nicht aber öffentlich-rechtliche Körperschaften für zu ihren Gunsten begangene Delikte haftbar gemacht werden müssen (Art. 1 lit. d, Art. 6 & 7).

    Die zögerlichen und unzureichenden Maßnahmen bei Kindern stehen in auffallendem Gegensatz zu den geradezu drakonischen Einschränkungen, die für das Sexualleben von Jugendlichen vorgeschrieben werden.


    Strafbarkeit von Verführung

    Ist die Strafbarkeit des „Verleitens“ zu sexuellen Handlungen bei Kindern für einen wirksamen Schutz vor sexuellem Mißbrauch nicht ausreichend, so schießt ein solcher Tatbestand für Jugendliche weit über das Ziel hinaus. „Verleiten“ oder „Verführen“ ist ein essentieller Bestandteil sexueller Beziehungen zwischen Menschen. „Verführung“ macht intime Kontakte erst interessant. Ohne „Verführung“ wäre die menschliche Sexualität ein armseliges geschäftsmäßiges Aushandeln bar jeder Erotik. Wer in diesem Sinne nicht zu „verführen“ vermag, ist ein Fall für die Sexualtherapie. „Verführung“ bei geschlechtsreifen und sexuell voll erlebnisfähigen Menschen jenseits der frühen Teens unter Strafe zu stellen, die Strafbarkeit ihrer intimen Kontakte davon abhängig zu machen, von wem die Initiative zu diesen Kontakten ausgeht, grenzt, nicht zuletzt auch wegen der dann notwendig werdenden weitwendigen und gerichtsöffentlichen diesbezüglichen Untersuchungen und Erörterungen, an das Absurde und Unmenschliche.

    Auf die Spitze getrieben wird dies, wenn der vorgeschlagene Rahmenbeschluß diesen Straftatbestand sogar für Kontakte zwischen Jugendlichen untereinander (etwa für den 14jährigen, der seine 17jährige Freundin „verführt“) und sogar zwischen Ehepartnern zwingend vorschreibt, liegt doch das Ehemündigkeitsalter in den Mitgliedstaaten der Union teilweise (weit) vor dem 18. Lebensjahr. Bedenkt man weiters, dass die „Verführung“/“Verleitung“ sogar bei fahrlässiger Begehung unter Strafe gestellt werden muß (im Gegensatz zum Tatbestand der Kinderpornographie (Art. 3) findet sich in Art. 2 keine Beschränkung auf vorsätzliche Handlungen), drängt sich der dringende Verdacht auf, dass die Autoren des Entwurfs die Konsequenzen dieser Bestimmungen nicht gewollt haben können, vielmehr unbedacht (groteske) Tatbestände formuliert haben, die auch in keinem einzigen Mitgliedstaat eine Entsprechung finden (vgl. Graupner. aaO). In den Erläuterungen der Kommission zu der vorgeschlagenen Maßnahme findet sich für diese weitgehenden Tatbestände auch nicht die geringste Begründung.


    Nicht geldwerte Vergütung

    Ebenso unbegründet bleiben andere völlig unbestimmte Tatbestände, wie „sonstige“ (über Nötigung, Verleitung, Ausbeutung und Gewinnerzielung hinausgehende) „die Kinderprostitution begünstigende Handlungen“ (Art. 2 lit. a). Es bleibt völlig unklar, welche Verhaltensweisen damit erfasst werden sollen, zumal die Hauptursachen von Jugendprostitution neben wirtschaftlicher Not vor allem in Defiziten (insb. emotionaler Verarmung, Lieblosigkeit, Mißhandlung, Alkoholismus) in den Herkunftsfamilien und (im Falle der gleichgeschlechtlichen Prostitution) in der Diskriminierung und (Selbst)Verleugnung jugendlicher Homosexualität liegt. Ebenso unerfindlich bleibt, was mit „sonstigen“ (nicht geldwerten) „Vergütungen“ (Art. 2 lit. b) ii)) oder mit „Einfluss auf ein schutzbedürftiges Kind“ (Art. 2 lit. b) iii)) gemeint ist. Unter diesen Begriffen kann alles und jedes verstanden werden. Solche uferlosen Tatbestände, die als Folge jede intime Beziehung von Jugendlichen a priori mit Kriminalitätsverdacht belegen, sind eines modernen, auf den demokratischen Grundwerten der Pluralität, Weltoffenheit und Toleranz basierenden Rechtsstaates des 21. Jahrhunderts unwürdig. Zudem entspricht es gesichertem sexualwissenschaftlichen Erkenntnisstand, dass die Probleme im Zusammenhang mit Jugendprostitution durch Repression verschlimmert und nur durch niedrigschwellige akzeptierende Sozialarbeit gelöst werden kann.


    Strafbarkeit erotischer Darstellungen

    Den vorgeschlagenen Bestimmungen zur Kinderpornographie müssen wir insofern entgegentreten, als sie jede, auch nichtkommerzielle, ja selbst von Jugendlichen selbst aufgenommene, erotische Abbildung von unter 18jährigen unter Strafe stellen, die eine „aufreizende Zurschaustellung“ der Schamgegend (geschweige denn der Geschlechtsorgane) beinhaltet. Demnach wäre jeder 17jährige als Kinderpornoproduzent strafbar, der im Urlaub am Strand seine 17jährige Freundin im knappen Bikini (geschweige denn nackt) in einer erotischen Pose fotografiert. Dies gewollt zu haben, können wir den Autoren des Entwurfs nicht unterstellen, zumal sich auch hiefür keine Begründung im Entwurf findet. Erkennbar beruht diese Vorschrift auf der unkritischen Übernahme der entsprechenden (ganz wortgleichen!) US-amerikanischen Vorschrift (§ 2256 (2) U.S. Federal Criminal Code), ohne die absurden und grotesken Auswirkungen zu bedenken, die diese Vorschrift in den USA gezeitigt hat.

    Zu weitgehend erscheint es uns auch, bloße Zeichnungen und andere fiktive Darstellungen zwingend europaweit unter Strafe zu stellen. Soweit es um geschlechtsreife Jugendliche geht ist zu vermerken, dass ein sexuelles Interesse an dieser Altersgruppe weder pathologisch noch per se abzulehnen ist. Sexuelle Beziehungen sind für Jugendliche heute ein zentraler und zumeist positiv erlebter Bestandteil ihrer Lebenswirklichkeit. Die Abbildung solcher Beziehungen ohne dass ein Jugendlicher tatsächlich pornographisch agierend tätig wird und an der Herstellung mitwirkt (wie bei bloßen Zeichnungen etc.) kann daher auch kein strafwürdiges Unrecht sein. Soweit es um Kinder geht erscheint es uns wiederum nicht zielführend, Pädophilen jede Möglichkeit zu nehmen, ohne Gefährdung eines Kindes, ein Ventil für ihre Neigungen zu finden. Andernfalls läuft man Gefahr durch Verschließung jeder Ausdrucksmöglichkeit (sogar durch bloße harmlose Zeichnungen in der privaten Abgeschlossenheit der eigenen Privatheit, ohne dass diese Zeichnungen weitergegeben werden) der Begehung tatsächlicher Sexualdelikte Vorschub zu leisten.

    Auch die Beweislastumkehr hinsichtlich des Alters der Darsteller können wir nicht akzeptieren, bedeutete diese doch im Zusammenhalt mit der Altersgrenze von 18 Jahren einen permanenten Kriminalitätsverdacht von pornographischen Produkten, soweit die Darsteller nicht über die Mitte ihrer zwanziger Jahre hinausgewachsen sind, kann doch bei nur den allerwenigsten Personen unter 25 ausgeschlossen werden, dass sie (auch) unter 18 sein könnten. Dies gilt selbst für die bloßen Besitzer pornographischer Filme, kann doch gerade der Letztkonsument in den allerseltensten Fällen einen Beweis über das tatsächliche Alter der Darsteller führen. Die vorgeschlagene Vorschrift kommt daher einer Totalprohibition von Pornographie (mit Darstellern unter 25) sehr nahe, was wir mit Nachdruck ablehnen.


    Recht auf umfassende sexuelle Autonomie

    Zusammenfassend lehnen wir die vorgeschlagenen Rahmenbeschluß daher ab, weil er, so er angenommen würde, das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und Autonomie in seinen beiden Seiten verletzte: sowohl das Recht auf wirksamen Schutz vor ungewollter Sexualität als auch das Recht auf Freiheit zu gewollter Sexualität. Während der Entwurf einerseits sogar die Entkriminalisierung der (nicht verführenden) Pädophilie zuließe, nimmt er andererseits nicht darauf Bedacht, dass es im Falle von Jugendlichen, wie es das britische Royal College of Psychiatrists ausdrückte, nicht auf das Alter der Partner, sondern auf die Qualität ihrer Beziehung ankommt. Wenn der Entwurf 5jährige Kinder und 17jährige Jugendliche gleichsetzt, untergräbt er die Autorität der so notwendigen Schutzbestimmungen, indem er sie der Lächerlichkeit preisgibt.

    Besonders schlimm erscheinen uns die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht nur auch deshalb, weil (was für wirkliche Schutzbestimmungen auch notwendig erscheint) vorgeschrieben wird, die Tatbestände in die Schwerkriminalität aufzunehmen und hiefür das Weltrechtsprinzip vorzusehen, sondern vor allem auch, weil von dieser Maßnahme, so sie einmal angenommen ist, nur mehr mit einstimmigen Beschluß des Ministerrats, also möglicherweise niemals mehr, abgegangen werden kann.

    Abschließend sei noch darauf verwiesen, dass die Maßnahme in ihrer derzeit vorgeschlagenen Form unsere seit über einem Jahrzehnt intensive und breit gesellschaftlich unterstützte Arbeit gegen die Kriminalisierung einverständlicher sexueller Kontakte und Beziehungen von 14 bis unter 18jährigen (männlichen) Jugendlichen mit (männlichen) Partnern über 19 Jahren unter dem berüchtigten antihomosexuellen Sonderstrafgesetz § 209 österreichischen Strafgesetzbuches, dessen Streichung etwa das Europäische Parlament seit Jahren nachdrücklich fordert, zunichte machen würde, wenn nun auf gesamteuropäischer Ebene einverständliche sexuelle Kontakte und Beziehungen von 14 bis unter 18jährigen Jugendlichen, wenn auch geschlechtsneutral, unter Kriminalitätsverdacht gestellt würden.

    Weil wir das nicht akzeptieren können, haben wir uns zu diesem Widerspruch entschlossen und ersuchen Sie, den Vorschlag entsprechend zu überarbeiten.


    Univ.-Lekt. Prof. Dr. Rotraud PERNER
    (1.Vorsitzende)

    RA Dr. Helmut GRAUPNER
    (2. Vorsitzender)

    Mag. Johannes WAHALA
    (3. Vorsitzender)

    Mehr infos unter:
    www.rklambda.at/
  • Antworten » | Direktlink »
#23 JWAnonym
  • 15.07.2005, 12:58h
  • Die lieben Kleinen

    Die Angst vor Kindesmißbrauch steigert die Repression. Die neue Gigi widmet sich dem »impotenten Kind«

    Im Dunkeln läßt sich’s gut munkeln. Das, was man sehen kann, ist im Kapitalismus uninteressant, es sei denn, es steht zum Verkauf bereit. Wer Geld bezahlen soll, dem darf man nicht mit realem Elend kommen. Das macht unlocker. Die meiste Angst macht aber das, was unsichtbar ist. Die Angst produziert sich nämlich jeder selbst.

    Allerdings zu den Geschäftsbedingungen allgemeiner Panikattacken. Früher war in der BRD die rote Gefahr aus dem Osten sehr beliebt. Seit sie gebannt wurde, wird globaler gedacht: Der Orient will uns fertigmachen. Selbstmordattentäter sind daran erkennbar, daß sie nicht erkennbar sind. Nun, sie werden vielleicht nicht blond und blauäugig sein. Wer aber exakt so aussieht, der könnte ein Kinderschänder sein. Mitten unter uns. Die Angst hat niemals frei. Die Prozesse gegen Kindesmörder, die Skandale in der belgischen oder portugiesischen Politik oder im österreichischen Katholizismus – da geht einiges. Und dann wird ein Kinderpornoring nach dem nächsten ausgehoben. Die Vorwürfe gegen Michael Jackson. Kinder, Kinder, die Welt ist pervers. Das will man alles gar nicht so genau wissen.

    Sollte man aber. Denn der proklamierte Schutz der lieben Kleinen, denen beispielsweise die USA im Irak vor ihrem Einmarsch einfach mal die Lebensmittelprogramme sperrten, dient hierzulande einer repressiver werdenden Sexualmoral. Früher oder später merkt die jeder. In dem Maße, wie das Individuum sich mangels Arbeit oder staatlicher Förderung bei allem möglichen immer stärker bescheiden soll, haben die Entfaltungsmöglichkeiten der Persönlichkeit weniger zu interessieren. Die Sexualmoral folgt der sozio-ökonomischen Entwicklung hin zur Katastrophe als Dauerzustand. 1970 kam ein Sonderausschuß des Bundestages zur Reform des Sexualstrafrechts zu dem Ergebnis, daß partielle, nichtgewaltsame sexuelle Erlebnisse von Kindern mit Erwachsenen diese nicht automatisch psychisch kaputt machen. Entscheidend wären der soziale Kontext und die Beziehung der Beteiligten. Heute werben dagegen Kinderschutzorganisationen um Spenden mit der Behauptung, daß jedes dritte Kind Opfer sexuellen Mißbrauchs sei. Deshalb werden in Großbritannien kleine Kinder mitunter an der Leine geführt wie Hunde.

    Grundgesetz verteidigen

    Die Folgen dieser gesellschaftlichen Erregung verhandelt die neue Ausgabe von Gigi – Zeitschrift für sexuelle Emanzipation. Die Autoren interessieren sich nicht für die Verteidigung pädosexueller Interessen, sondern für die Verteidigung des Grundgesetzes. So wird das Urteil dokumentiert, mit dem das Landgericht Unna einer Wohungsgesellschaft recht gab, jemanden zu kündigen, weil er als Pädophilen-Aktivist bekannt ist. Gegen diese Person lag weder der Verdacht einer Straftat vor, noch hatte er sich der Störung des sogenannten Hausfriedens schuldig gemacht. In einem anderen Beitrag konstatiert Michael Griesemer, daß »Pädophilie – nicht Kindesmißbrauch – als Bedohungspotential« medial festgeschrieben wird. »Die Todesstrafe, die Zwangskastration oder die lebenslange Einsperrung [werden] ... mit Pädophilie – nicht mit dem, was Betroffene getan oder nicht getan haben« begründet. Er glaubt, daß diese »Minderheitenaversion erkennbar plötzlich achtzig Prozent unserer Bevölkerung befallen hat«. Entsprechend hat die Redaktion der Gigi das Heft konsequent bebildert: Mit Szenenfotos aus Fritz Langs Film »M – Eine Stadt sucht den Mörder« von 1931. In ihm flieht Peter Lorre als psychisch gestörter Kindesmörder vor der Polizei, den Medien und dem Mob, dem er schließlich in die Hände fällt. Am Vorabend des Faschismus wird ihm von einem aus Kriminellen gebildeten »Volksgericht« der Schauprozeß gemacht, bei dem er als zur Bestie stilisiertes Objekt gelyncht werden soll.

    Angstphantasie

    Griesemer erinnert daran, daß das Gerede über Kindesmißbrauch Mitte der 80er Jahre »als Breitendiskussion ursprünglich mit intrafamiliärem Mißbrauch des ›Patriarchats‹ (von Vätern an ihren eigenen Töchtern) als bürgerliches ›Syndrom der Geheimhaltung‹ begonnen hatte«, aber wenige Jahre später »auf die Parias der Primärpädophilen – irgendwo ›da draußen‹ am gesellschaftlichen Rand – projiziert worden ist.« Mit einer Angstphantasie werden implizit Menschen behelligt, die politisch kaum mehr artikulationsfähig sind. Im Gegensatz zu den 80er Jahren, als die Forderung, Pädophilie als eine mit Homo- und Heterosexualität gleichrangige sexuelle Orientiertung zu betrachten, noch Landesparteitage der Grünen beschäftigte.

    In dem bemerkenswerten Aufsatz »Das impotente Kind« arbeitet Sebastian Anders heraus, daß der offiziell angestrebte Schutz des Kindes vor sexueller Gewalt diesem tendenziell auch jedwede Sexualität abspricht. »Der ›Kinderschänder‹ ist nicht etwa einer, der Schande über sich, sondern über das Kind bringt. Das ›reine‹ und (sexuell) ›unschuldige‹ Kind wird durch Sexualität mit ›Schande‹ beladen. Wie im vorletzten Jahrhundert wird Sexualität unbewußt in Konzepten wie Schuld oder Schande begriffen«. Eine Pointe besteht darin, daß in den USA beispielsweise die zu schützenden Kinder vor dem Gesetz konstant älter werden. Sie müssen mittlerweile 16 bis 18 Jahre alt sein, um einer sexuellen Handlung zustimmen zu dürfen – auch wenn kein Erwachsener daran beteiligt ist. »Ist ein Sexualpartner jünger, bleibt ihm nur die Wahl auf Sexualität zu verzichten oder sich per Dekret vergewaltigen zu lassen.«

    * Gigi Nr. 38, Juli/August 2005, 2,50 Euro. Erhältlich bei Reaktion Gigi, Postfach 080208, 10002 Berlin oder redaktion@gigi-online.de
  • Antworten » | Direktlink »
#24 D.G.Anonym
  • 19.07.2005, 21:28h
  • Online Artikel bei gigi 38 - nur ein Auszug, wegen Autorenrechte:

    Mehr, als Ihnen lieb ist ...

    Am Internationalen Kindertag, dem 1. Juni, präsentierte die VolkswagenStiftung in der Bundespressekonferenz das von ihr finanzierte und von Prof. Dr. Klaus M. Beier geleitete Forschungsprojekt „Prävention von sexuellem Kindesmißbrauch im Dunkelfeld“ des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Berliner Charité. Besitze doch ein Teil der „potentiellen Täter“, die „auf Kinder gerichtete sexuelle Phantasien bekunden“, „ein Problembewußtsein und wünsche therapeutische Hilfe“.
    Kurt Hartmann vom Verein für belletristische und wissenschaftliche Pädoliteratur e.V.“ war dort und durchkreuzte etwas das Konzept. Zu seinen Eindrücken befragte ihn Eike Stedefeldt

    Weiter lesen direkt bei Gigi-Online:

    www.gigi-online.de/Mehr%20als%20Ihnen%20lieb%20ist38.html
  • Antworten » | Direktlink »
#25 MarzipanschweinAnonym
  • 19.07.2005, 21:29h
  • also ich und mein freund wussten auch schon sehr früh dass wir auf junx stehen
    (11Jahre)
    ich denke jeder muss selbst wissen wann er darüber reden und sich informieren und schliesslich auch outen sollte
  • Antworten » | Direktlink »
#26 PeterAnonym
  • 03.08.2005, 20:01h
  • hab alles gelesen.
    Ich werde bald 12 und weis nich was ich tun soll.
    hab angst mich zu auten. Ob ich den 12ten noch erlebe, weis ich nicht.
    Hofentlich haben die anderen eine chance....
    warum kann ich nicht so leben wie ich wil.

    lebt wohl euer peter
  • Antworten » | Direktlink »
#27 queeryAnonym
  • 03.08.2005, 21:44h
  • @peter:

    vielleicht solltest du dich einer gruppe in deiner nähe oder einer person deines vertrauens gegenüber äussern. ansonsten empfehle ich dir mal, den chat unter
    kids.lsvd.de/

    zu besuchen. ich glaube mal, das du da mit deinen problemen etwas eher beraten werden kannst.

    viel erfolg.
  • Antworten » | Direktlink »
#28 PeterAnonym
  • 03.08.2005, 21:54h
  • ich habe schon alles vorbereitet.
    warum mischt sich der staat ein. die haben keine ahnung. Das jugendamt hat gesagt, das ich nicht selbst entscheiden kann.

    danke für alles
  • Antworten » | Direktlink »
#29 40Anonym
  • 03.08.2005, 22:29h
  • also wenn ich mir ansehe, wie jüngere mit uns in der szene und sonstwo (gayromeo usw.) umgehen, frage ich mich allen ernstes, warum wir uns für sie engagieren sollten!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#30 madridEUAnonym
  • 03.08.2005, 22:35h
  • @40 : Nur mal ´ne Idee als Tip für Dich:Bei gayroyal haste das Problem weniger. Da sind die Jungs etwas höflicher.
  • Antworten » | Direktlink »

» zurück zum Artikel