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Aids-Diagnose als Schlüsselerlebnis

Landtagswahl Hessen: Felix Martin muss zittern

Der 22-jährige Schwule aus dem Werra-Meißner-Kreis, der offen mit seiner HIV-Infektion umgeht, wurde von den hessischen Grünen auf den unsicheren Listenplatz 18 gewählt.


Felix Martin will im Landtag u.a. dafür kämpfen, dass die Verbände und Vereine der LGBTI-Community in Hessen mehr Geld bekommen (Bild: Promo)

Die hessischen Grünen haben am Samstag in Fulda ihre Liste für die Landtagswahl am 28. Oktober bestimmt. Dabei scheiterte Felix Martin in einer Kampfabstimmung mit dem Versuch, den noch aussichtsreichen Listenplatz 16 zu ergattern. Die Delegierten wählten den 22 Jahre alten HIV-positiven Schwulen jedoch auf den darauffolgenden Männerplatz 18.

Bei der Landtagswahl 2013 hatten die hessischen Grünen mit einem Ergebnis von 11,1 Prozent 14 Mandate geholt. In aktuellen Umfragen liegt die Ökopartei bei 13 bis 14 Prozent. Sollten die beiden Spitzenkandidaten – Umweltministerin Priska Hinz und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir – auch nach der Wahl der Regierung angehören, kämen vermutlich Nachrücker zum Zug.

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Felix Martin war bereits an Aids erkrankt

Felix Martin engagiert sich seit vielen Jahren bei den Grünen, eine schwere Lungenentzündung wurde jedoch zu einem persönlichen Schlüsselerlebnis. Sie war Folge seiner HIV-Infektion, mit unter 100 Helferzellen war er bereits an Aids erkrankt. Der junge Abgeordnete im Werra-Meißner-Kreistag wolle nun zeigen, dass auch "ganz normale Leute" HIV-positiv seien, dass man mit dem Virus "ganz normal leben" und auch als Positiver in der Politik "was werden" könne (queer.de berichtete). Als Landtagsabgeordneter wäre Martin nach Carsten Schatz, der für die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, der zweite offen HIV-positive Landespolitiker in Deutschland.

Mit Kai Klose und Vanessa Gronemann wählten die hessischen Grünen zwei weitere queere Kandidaten auf die Liste zur Landtagswahl im Oktober. Grünen-Landeschef Klose, der auch Bevollmächtigter der schwarz-grünen Landesregierung für Integration und Antidiskriminierung ist, bekam ohne Gegenkandidaten den sicheren Listenplatz 6. Die Studentin Gronemann, die seit 2016 Sprecherin der Kasseler Ratsfraktion für LSBTTIQ ist, kandidiert auf Listenplatz 17.

Auf ihrem Parteitag in Fulda legten sich die Grünen auf keine Koalitionsaussage fest. Man wolle "eigenständig, selbstbewusst" in den Wahlkampf ziehen, erklärte Kai Klose. "Dann schauen wir, mit wem wir die meisten grünen Inhalte umsetzen können." (mize)

Twitter / Kai_Klose | Kai Klose twitterte ein Selfie mit den beiden anderen "Regenbogen-Kandidaten"

Wöchentliche Umfrage

» Würdest du deine HIV-Infektion öffentlich machen?
    Ergebnis der Umfrage vom 16.04.2018 bis 23.04.2018


#1 ElefantinAnonym
  • 22.04.2018, 21:23h
  • Wirklich toll! Kleine Anmerkung: bei den Grünen gibt es meine Männerplätze, nur offene Plätze, wo also Menschen mit allen Geschlechtern kandidieren können!
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#2 herve64Ehemaliges Profil
  • 22.04.2018, 23:45h
  • Antwort auf #1 von Elefantin
  • Das bringt es halt auch nicht, weil das Gesamtkontingent an Listenplätzen nun mal beschränkt ist, und da nützt eben auch keine Quote wirklich etwas.

    ManN wird nicht umhinkommen, die Bündnisgrünen zu einem Statement darüber zu zwingen, warum ein HIV-Positiver Abgeordneter plötzlich in diese unsichere Grauzone manövriert wird, die seine Wahl allenfalls zur Glücksache macht.

    Und, BTW: hätten sich die Bündnisgrünen das auch getraut, wenn es sich um eine Kandidatin gehandelt hätte?

    Diesbezüglich sind glaubhafte Antworten zu verlangen, und kein Herumscharwenzeln wie bei der legendären Katze, die um den heißen Brei schleicht. Also Butter bei die Fische, liebe Bündnisgrüne.
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#3 TheDadProfil
  • 23.04.2018, 00:27hHannover
  • Antwort auf #1 von Elefantin
  • ""Wirklich toll! Kleine Anmerkung: bei den Grünen gibt es meine Männerplätze, nur offene Plätze, wo also Menschen mit allen Geschlechtern kandidieren können!""..

    Was die innerparteilichen Plätze betrifft, so kandidiert immer erst eine Frau, dann ein Mann, dann wieder eine Frau, und so weiter..

    Was die binären Konzepte nicht wirklich durchbricht..

    Auch in den Landes-Parteien die die Plätze für die Wahl-Listen zusammenstellen funktioniert das nicht wirklich anders..
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#4 AuswandererAnonym
  • 23.04.2018, 05:49h
  • "Dabei scheiterte Felix Martin in einer Kampfabstimmung mit dem Versuch, den noch aussichtsreichen Listenplatz 16 zu ergattern"

    Im Grunde wird in diesem Artikel beklagt, dass ein Mensch mit HIV-Infektion keinen sicheren Listenplatz bekommen hat.

    Gegenfrage: Wieso sollte er? Ist seine Infektion eine Kompetenz, die seine Aufstellung auf einen aussichtsreicheren Listenplatz unabdingbar macht?

    Was hier geschieht, ist positiver Sexismus! Schon allein die fehlende Aufklärung über die "Kampfabstimmung" spricht Bände. Möglicher Weise war der andere geeigneter? Kompetenter, fach- oder sachkundiger oder oder oder?!

    Wenn das einzige Argument für einen Kandidaten letztlich seine Sexualität und seine Blutwerte sind, dann gute Nacht.
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#5 herve64Ehemaliges Profil
  • 23.04.2018, 08:37h
  • Antwort auf #4 von Auswanderer
  • "Wenn das einzige Argument für einen Kandidaten letztlich seine Sexualität und seine Blutwerte sind, dann gute Nacht.":

    Das Gleiche gilt aber auch, wenn das Geschlecht der kandidierenden Person das einzige Argument ist.
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#6 Homonklin44Profil
  • 23.04.2018, 09:14hTauroa Point
  • Das wird - hoffentlich - eher mit seinen beruflichen Qualitäten oder Einschätzungen zu diesen zusammen hängen, und nicht an seiner Krankenakte hängen..

    Zu den "unter 100 Helferzellen" hätte man vielleicht schreiben können, ob die nun alle einzeln gezählt wurden, oder ob das vielleicht einem bestimmten Messwert entstammt.
    So entstehen gern mal seltsame Auffassungen bei Leuten, die kein Kompaktwissen über Autoimmunerkrankungen mit sich führen.
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#7 JarJarProfil
  • 23.04.2018, 11:56hKiel
  • Antwort auf #2 von herve64
  • Warum sollte man die Grünen dazu zwingen zu sagen warum der Listenplatz für Herrn Martin schlecht ausgefallen ist. Es gibt eine Wahl die bestimmt welchen Listenplatz man bekommt. altgediente Leute kommen da halt vor einem Newcomer. War immer so und ganz ehrlich wie qualifiziert ist denn ein 22 jähriger für Politik? Lebenserfahrung ist da zumindest noch nicht so viel vorhanden. Auch auf dem Arbeitsmarkt hat man sich mit 22 bisher kaum bewährt.
    Sexuelle Identität hin und Krankheit her, ich hätte auch eher Leute gewählt von denen ich weiß dass die Sachverstand in ihren Themengebieten haben. Ein so junger Mensch sollte erstmal unterstützend in einer Partei mitwirken, sich da einen Namen machen und anschließend kann er dann auf bessere Plätze bei einer Liste hoffen.
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#8 andreAnonym
  • 23.04.2018, 12:54h
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • Er ist noch jung und es wäre, nicht mal, ein Rückschlag. Wenn man so will "Lehrgeld zahlen".
    "Kopien/ml". Kann man sicher googln wenns noch genauer sein soll. Gibt allerdings, verschiedene Meßmethoden. Immer mit anderen Werten und die klaffen weit auseinander. Nach dem, in Deutschland, am meisten verwendeten Test, hatte ich 29 als es, zufällig, festgestellt wurde. Ca. bei 500 beginnt der grüne Bereich sagt der Doc.
    Symptome, ein dunkler Fleck am Arm, wegen dem ich eigentlich und nichts ahnend zum Hautarzt gegangen bin. Und ständig stark müde, wofür ich keine Erklärung hatte. Ob Müdigkeit aber ein Symptom ist, weiß ich nicht.
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#9 AuswandererAnonym
  • 23.04.2018, 18:20h
  • Antwort auf #5 von herve64
  • Wieso man darauf beharrt?! Frag die Grünen! Bei denen zählt Geschlecht mehr als Eignung. Was bedauerlich ist, denn letztlich geht es bei guter Politik um gute Entscheidungen. Und die trifft in der Regel der Geeignetere am besten, und nicht der männlichere oder die weiblichere
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#10 herve64Ehemaliges Profil
  • 24.04.2018, 22:34h
  • Antwort auf #9 von Auswanderer
  • Tja, DAS musst du mir nicht sagen, denn das sehe ich eben genau so. Aber sag das mal hier öffentlich, und -bimbam- schon wirst dun als "Sexist" und "Reaktionär" verunglimpft. Soviel zum Thema "Wir sind ja ach-so-generell gegen Cyber-Mobbing, aber..."
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