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Tag der lesbischen Sichtbarkeit

Doppeldiskriminierung von Lesben bekämpfen

Zum Tag der lesbischen Sichtbarkeit am 26. April fordern LGBTI-Aktivistinnen und -Aktivisten, dass sich die Politik mehr um die spezifischen Belange von Lesben in ihren unterschiedlichen Lebenslagen kümmern müsse.


Außerhalb des CSD sind Lesben oft unsichtbar, beklagen LGBTI-Aktivistinnen (Bild: Robert Couse-Baker / flickr)

"Lesben sollten in jedem Lebensalter und in ihren unterschiedlichen Lebenslagen, in ihrer Vielfalt und ihrer Power, mit ihren Themen und Interessen, ihren Beiträgen zu Kultur und Geschichte und insbesondere zu Geschichte der Frauenemanzipation sichtbar sein." Das ist die Forderung von LSVD-Vorstandsmitglied Ulrike Schmauch anlässlich des Tags der lesbischen Sichtbarkeit, der seit ein paar Jahren am 26. April begangen wird, bislang aber wenig öffentliche Beachtung findet.

Anlässlich des Tages verlangte Schmauch von der neuen Bundesregierung auch politische Initiativen – etwa ein "modernes Familien- und Abstammungsrecht, das Lesben und ihre Familien anerkennt und rechtlich absichert". Bei lesbischen Regenbogenfamilien sei etwa trotz der Öffnung der Ehe bis heute eine "langwierige und diskriminierende Stiefkindaoption" notwendig, da die Ehefrau einer lesbischen Mutter nicht automatisch als Co-Mutter anerkannt wird. Ein neues LSVD-Projekt mit dem Namen "Miteinander stärken – Lesbengruppen vernetzen" solle die Sichtbarkeit von Lesben in Politik und Gesellschaft verbessern und damit ihren politischen Forderungen mehr Ausdruck verleihen.

LGBTI-Aktivistinnen beklagen, dass Lesben grundsätzlich einer Mehrfachdiskriminierung aufgrund ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Identität unterliegen würden. "Schwarze Lesben, Lesben of Color, migrantische Lesben, körperlich und geistig beeinträchtigte Lesben, Lesben aus der Arbeiter*innenklasse, Lesben mit Fluchterfahrung, alte und /oder transgeschlechtliche Lesben" seien von zusätzlicher Diskriminierung betroffen, so Schmauch.

Twitter / ulle_schauws | Auch die Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws erinnert an den "besonderen Tag"

Twitter / marcel_dams | Der schwule LGBTI-Aktivist Marcel Dams fordert Solidarität anlässlich des Tages der lesbischen Sichtbarkeit

Twitter / ImaanLGBTQ | Die in Großbritannien ansässige islamische Organisation Imaan LGBTQI wünscht allen queeren muslimischen Frauen einen fröhlichen Tag der lesbischen Sichtbarkeit

Berlin vergibt Preis für lesbische Sichtbarkeit

Das Land Berlin hat anlässlich des Tages erstmalig einen "Preis für Lesbische* Sichtbarkeit" ausgelobt. Die Auszeichnung soll ab 2018 zweijährig vom Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung vergeben werden. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Die Nominierungsphase läuft ab sofort bis zum 26. Mai. Die Behörde erbittet daher Vorschläge aus der Öffentlichkeit. Mehr Infos und ein Online-Nominierungsformular gibt es auf der Website der Senatsverwaltung.

"Lesbisches Leben gehört zur Geschichte und Gegenwart unserer Stadt", so begründete Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) die Aktion. "Lesbische Menschen haben Berlin positiv und nachhaltig verändert und unverzichtbare Spuren hinterlassen, die bisher nicht ausreichend gewürdigt werden. Oder aber ihre sexuelle Identität wird bewusst verschwiegen. Unsichtbarkeit und das Verschwinden lesbischer Kultur, von Orten der Selbstbehauptung und des sozialen Miteinanders sind die Folge. Dem möchte sich der Senat entgegenstellen."

Aktionstag im Europäischen Parlament

Weltweit gibt es mehrere Aktionen zum Sichtbarkeitstag – so auch im Europäischen Parlament in Brüssel. Beim "Lesbian Visibility Day in the EP", der von der überparteilichen Parlamentariergruppe LGBTI-Intergroup mitorganisiert wurde, debattieren LGBTI-Aktivistinnen und Politikerinnen über das Thema. Geleitet wird die Veranstaltung von der schwedischen Linkspolitikerin Malin Björk und der deutschen Grünenpolitikerin Terry Reintke.

"Themen, die in Europa und anderswo Lesben betreffen, bleiben meist unsichtbar im politischen und öffentlichen Bereich", so Björk anlässlich des Events. "Die Frauenbewegung auf der einen Seite und die LGBTI-Bewegung auf der anderen Seiten konzentrieren sich häufig nicht auf die Belange von Lesben. Unsere Veranstaltung soll eine Erinnerung daran sein, dass das Europäische Parlament alle Bürgerinnen und Bürger in der EU vertritt – und dass Lesben, wie auch jeder anderen Person, zugehört werden sollte. Sie sollten ein Mitspracherecht haben bei den Gesetzen, die sie betreffen."

Im Oktober 2017 hatten sich bereits 500 lesbische Aktivistinnen, Künstlerinnen, Akademikerinnen, Politikerinnen und Journalistinnen aus 45 Ländern in Wien zur ersten "European Lesbian* Conference" getroffen und einen Bericht verabschiedet, in dem insbesondere eine bessere Sichtbarkeit für Lesben gefordert wird (queer.de berichtete). (cw)



11.30 Uhr: Ergänzt um den "Preis für Lesbische* Sichtbarkeit"



#1 Danny387Profil
  • 26.04.2018, 11:04hMannheim
  • Wie genau wollen Lesben denn sichtbar sein? Ich meine, wenn zwei Frauen Händchen haltend über den Marktplatz laufen, ist das klar. Aber wie denn sonst? Äußerliche Stereotype (Holzfällerhemd, Schulterpolster, breiter Gang) will man doch gerade NICHT reaktivieren, dachte ich. Zudem diese Stereotype von der feministischen Bewegung ohnehin schon längst verweiblicht worden sind ... Schulterzuck.
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#2 ReyMAnonym
  • 26.04.2018, 11:44h
  • "dass Lesben grundsätzlich einer Mehrfachdiskriminierung aufgrund ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Identität unterliegen würden."

    Da es im Deutschland keine systematische Unterdrückung der Frau gibt und auch die systematische Unterdrückung von Homosexuellen sich dem Ende nähert, ist das Quatsch. Da hat wohl jemand Angst um seine Unterdrückungspunkte.
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#3 AndreasKAProfil
#4 JadugharProfil
  • 26.04.2018, 12:02hHamburg
  • Antwort auf #1 von Danny387
  • Was das Händchen halten betrifft, so sind auch Schwule ziemlich unsichtbar. In Hamburg sehe ich überhaupt keine Homosexuellen auf der Straße außer bei einen CSD. In einigen anderen Städten Deutschlands sieht es völlig anders aus.
    Vergleicht man jedoch kulturelle Einrichtung, wie Cafés, Saunen, Kneipen, Discos, und sonstige Einrichtungen, so sind diese für Lesben kaum vorhanden, jedoch für homosexuelle Männer. In Hamburg jedoch verschwinden sie auch langsam. Für Lesben gab es auch einmal Treffpunkte, jedoch sind sie völlig verschwunden. Für die Lesben sind kaum Treffpunkte und öffentliche Einrichtung vorhanden. Der Trend in den letzten Jahren scheint so zu sein, daß sich Homosexuelle ins Private zurückziehen.
    Da könnte etwas mehr getan werden.
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#5 herve64Ehemaliges Profil
#6 daVinci6667
  • 26.04.2018, 13:10h
  • Antwort auf #5 von herve64
  • Für Frauen und Mädchen wird im allgemeinen immer viel mehr getan. Um die wird sich gekümmert, während Jungs und Männer sehen können wo sie bleiben. So war zumindest meine Erfahrung vom Kindergarten an.

    Und doch unterstütze ich selbstverständlich lesbische Anliegen. Im Alltag mögen sie es einfacher haben als Schwule. Das liegt daran dass sie weniger ernst genommen werden. Sie werden deshalb kaum beachtet wenn sie Händchen haltend durch die Strassen gehen.

    Wir hingegen riskieren beim Händchen halten an gefühlt jeder Ecke eins in die Fresse zu kriegen. Mindestens.

    Noch viel schlimmer als wir Schwulen haben es Trans und Intersexuelle. Und dann werden Bildungspläne immer noch nicht umgesetzt...

    Es gibt eben auch nach Eherechten noch so viel zu tun!
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#7 TrollfütterungAnonym
#8 AndreasKAProfil
#9 briaufbroAnonym
  • 26.04.2018, 14:50h
  • Und was ist mit der Dreifachdiskriminierung von bisexuellen Frauen und Männern? Bisexuelle Frauen werden von Heteros und Lesben diskriminiert, und weil sie Frauen sind! Bisexuelle Männer werden von Heteros und Schwulen diskriminiert, und weil sie Männer sind! Immer wieder Vorurteile und Lügen werden verbreitet, und das obwohl Homos und Heteros die eigentlichen Ursachen für diese Vorurteile sind!

    Mehr Awareness schaffen bitte!
    Gibt es da auch schon "Bekämpfungskampagnen"?
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#10 daVinci6667
  • 26.04.2018, 15:38h
  • Antwort auf #9 von briaufbro
  • Owja, ihr seid wirklich die allerärmsten.

    Im Ernst, würde man eine Hitparade erstellen, wer am ärmsten dran ist, sind das wohl eindeutig die Kinder.

    Ihnen werden faktisch alle Rechte genommen. Haben sie Glück, haben sie liebevolle Eltern die sie schützen, gewaltfrei erziehen, ihnen körperliche Unversehrtheit garantieren, sie vor sexuellem Missbrauch schützen und nicht in irgendeine Religion hineinzwingen.

    Den meisten Kindern auf dieser Erde bleiben bereits solche elementarsten Rechte leider vorenthalten.
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