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Geschworene waren sich einig

Bill Cosby wegen sexuellen Übergriffs auf Lesbe schuldig gesprochen

Der 80-jährige TV-Entertainer muss wohl den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen.


Schuldig: Bill Cosby könnte bis zu 30 Jahre im Gefängnis verbringen (Bild: The World Affairs Council of Philadelphia / wikipedia)

  • 26. April 2018, 19:24h 19 2 Min.

Eine Jury in Norristown im US-Bundesstaats Pennsylvania hat den Komiker Bill Cosby am Donnerstag wegen eines Übergriffs auf die lesbische Universitätsmitarbeiterin Andrea Constand schuldig gesprochen. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass der Star aus TV-Serien wie "Tennis, Schläger und Kanonen" und der "Bill Cosby Show" vor 14 Jahren in seinem Haus in Philadelphia die Frau mit Tabletten betäubt und sich an ihr vergangenen hatte.

Ein Strafmaß steht noch nicht fest, dem Entertainer drohen bis zu 30 Jahre Haft. Ein Anwalt des 80-Jährigen erklärte, man werde Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Mehrere andere Frauen hatten im Verfahren ebenfalls ausgesagt, dass ihnen das gleiche widerfahren sei. Viele dieser Fälle waren aber verjährt oder waren schwer zu beweisen – daher hat die Staatsanwaltschaft Cosby lediglich in einem Fall angeklagt.

Constand outete sich 2015

Constand hatte 2006 im Zuge einer außergerichtlichen Einigung von Cosby 3,4 Millionen Dollar erhalten. Als immer mehr Frauen Cosby der Vergewaltigung bezichtigten und ihre Gerichtspapiere öffentlich wurden, sagte sie ebenfalls aus. Die inzwischen 44-Jährige outete sich 2015 öffentlich als lesbisch, um Cosbys Argumentation, dass er nur die geheimen Wünsche von Frauen erfülle und daher keine sexuellen Übergriffe begangen habe, zu widersprechen. In im selben Jahr veröffentlichten Gerichtspapieren aus dem Jahr 2005 gab Cosby zu, dass er von Constands Homosexualität nichts wusste, bis ihn die Polizei darüber informierte.


In US-Nachrichtensendungen ist Andrea Constand inzwischen ein bekanntes Gesicht (Bild: CBS Philly)

Ein erstes Verfahren im Fall Constand war vergangenes Jahr gescheitert, weil sich die Geschworenen nicht einigen konnten; damals noch in der Vor-MeToo-Ära. Daraufhin musste der Prozess völlig neu aufgerollt werden.

Direktlink | Der Nachrichtenkanal MSNBC berichtet über den Schuldspruch
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2015 hatte Sängerin Janis Ian ("At Seventeen") Cosby Homophobie vorgeworfen: Die zweifache Grammy-Preisträgerin erklärte, dass der Entertainer sie in den Sechzigerjahren bei Fernsehsendern denunziert hätte, weil er sie für eine Lesbe hielt – er soll Fernsehmanager davor gewarnt haben, dass Ian als Homosexuelle kein "Familienunterhaltung" bieten könne und daher vom Fernsehschirm verbannt werden müsse (queer.de berichtete). Die Sängerin outete sich schließlich im Jahr 1993. (dk)

#1 JamboAnonym
  • 26.04.2018, 21:32h
  • Ein Maß das auch die deutsche Justiz einmal anwenden könnte.

    Besonders wenn es um die körperliche Unversehrtheit von Personen geht.

    Erst heute lass ich in der Zeitung, dass eine Bande von 4 jungen Männern nachdem sie dem Untersuchungsrichter vorgeführt waren wieder au freien Fuß gesetzt worden waren, bis es eindeutige Beweise gibt.
    Ein weiterer Schlag ins Gesicht für die Opfer von so was.
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#2 Alexander_FAnonym
  • 26.04.2018, 22:38h
  • Bill Cosby hat schon einen ganz schön traurigen Abstieg hinter sich. Erst Amerikas beliebtester Fernseh-Daddy, und dann der gruselige Grabschonkel, von dem keiner am Familientisch reden möchte. Er wird wohl Zeit genug haben, sich über seine Fehler Gedanken zu machen.
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#3 OrthogonalfrontAnonym
  • 26.04.2018, 23:12h
  • Constand hatte bereits 3 Millionen Dollar von Cosby für ihr Schweigen angenommen und ihn jetzt schlussendlich doch hinter Gitter gebracht. Das finde ich zumindest sehr bemerkenswert.
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