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"Ich wollte sofort Film mit Spacey drehen"

Bernardo Bertolucci verteidigt Kevin Spacey

Der Regisseur von "Der letzte Tango in Paris" findet den Umgang mit Kevin Spacey nach den Missbrauchsvorwürfen unmöglich.


Kevin Spacey wird wegen der Missbrauchsvorwürfe nicht mehr Präsident Frank Underwood in der letzten Staffel von "House of Cards" spielen (Bild: Netflix)

Dutzende Männer beschuldigen den zweifachen Oscar-Preisträger Kevin Spacey sexueller Übergriffe. Dennoch nimmt einer der weltweit angesehensten Filmemacher den US-Schauspieler in Schutz: Der 77-jährige Italiener Bernardo Bertolucci hat laut dem Magazin "Hollywood Reporter" bei der Premiere einer restaurierten Fassung seines Kinoerfolgs "Der letzte Tango in Paris" am Samstag in Bari seinen Unmut darüber gezeigt, dass Spacey in Hollywood auf der schwarzen Liste steht.

Bertolucci, der unter anderem die von Kritikern hochgelobten Filme "Der letzte Kaiser" und "Little Buddha" inszeniert hatte, kritisierte seinen Regie-Kollegen Ridley Scott, weil dieser im schon abgedrehten Film "Alles Geld der Welt" Spacey nach dem Bekanntwerden des Skandals kurzerhand mit dem 88-jährigen Christopher Plummer ersetzte. Als Bertolucci davon erfahren habe, habe er Scott über dessen Schnittmeister ausrichten lassen, "dass er sich schämen soll". "Und dann wollte ich sofort einen Film mit Spacey drehen", ergänzte der italienische Regisseur. Laut dem "Hollywood Reporter" erhielt Bertolucci für diese Aussage viel Applaus. Er erklärte dennoch weiter, dass er ein Anhänger der #MeToo-Bewegung sei.


Bernardo Bertolucci ist ein bekennender Spacey-Fan, auch nach dessen Missbrauchsskandal (Bild: laurentius87 / flickr)

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Bertolucci stand ebenfalls in der Kritik

Auch Bertolucci hatte wegen eines sexuellen Vorfalls in der Kritik gestanden, allerdings aus anderen Gründen als Spacey: Er hatte vor einigen Jahren enthüllt, dass er bei der Vergewaltigungsszene in "Der letzte Tango in Paris" der Schauspielerin Maria Schneider nichts vom Inhalt der Szene gesagt habe, damit diese "geschockt" reagiert. Bereits vor elf Jahren hatte die 2011 verstorbene Schauspielerin zu der angesprochenen Szene mit Marlon Brando gesagt: "Ich hätte meinen Agenten anrufen oder meinen Anwalt zum Set kommen lassen sollen, weil man jemanden nicht zwingen kann, etwas zu tun, was nicht im Drehbuch steht. Aber zu dieser Zeit wusste ich das nicht." Sie habe sich damals "etwas vergewaltigt" gefühlt, sowohl von Brando als auch von Bertolucci.

Gegen Spacey wird derzeit wegen verschiedener Missbrauchsvorwürfe in London, im US-Bundesstaat Massachusetts und in Los Angeles behördlich ermittelt (queer.de berichtete). Die Welle der Vorwürfe um den bis zum Herbst letzten Jahres hoch angesehenen "House of Cards"-Darsteller ausgelöst hatte der Schauspieler Anthony Rapp ("Star Trek: Discovery"). Der 46-Jährige berichtete, dass er vor mehr als drei Jahrzehnten als 14-Jähriger von einem angetrunkenen 26-jährigen Spacey bedrängt worden sei. Daraufhin veröffentlichte Spacey eine umstrittenen Stellungnahme, in der dieser sich für die möglicherweise begangene Tat entschuldigte und sich als schwul outete (queer.de berichtete). Als immer mehr Männer von angeblichen Übergriffen des Schauspielers berichteten, wurde Spacey in der Filmwelt zur Persona non grata. (dk)



#1 VielLärmUmNichtsAnonym
  • 02.05.2018, 20:35h
  • ich finde diese Hexenjagd unerträglich. Alles unbewiesene Anschuldigung, aber er wäre nicht der erste Mann, dessen Karriere dadurch beendet wurde, das sie verleumdet wurden. Und sind seine Filme auf einmal schlechter.
    Ich finde es peinlich, diese gespielte Aufregung.
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#2 queergayProfil
  • 02.05.2018, 21:33hNürnberg
  • Die armen belästigten Männer sind wohl nicht Mann genug um erotische Avancen eines anderen Mannes abwehren zu können?
    Nach unserer Gesetzgebung darf auch ein 14-jähriger sexuellen Kontakt zu erwachsenen Männern haben, wenn es freiwillig geschieht und kein Abhängigkeitsverhältnis vorliegt und keine Zahlungen geleistet werden.
    Ich meine, das hier vieles dramatisiert wird. Erotische Anmach-Versuche sind ganz natürlich und so alt wie die Menschheit selber.
    Besser schön cool bleiben.
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#3 Homonklin44Profil
  • 03.05.2018, 02:03hTauroa Point
  • Antwort auf #2 von queergay
  • Das hängt davon ab, wie weit dabei über eine gewisse Schwelle von Anstand und Fairness hinaus gegangen wird.
    Leute, die meinen, grabbeln zu müssen,. da hat in der Regel die gute alte Ohrfeige schon geholfen.

    Anscheinend wird heute viel übertrieben und auch auf Züge aufgesprungen, und aus Erfahrungen, die man sonst verdrängt hätte, Aufmerksamkeit erheischt. Auch klar.

    Aber wirkliche sexuelle Belästigung braucht kein Mensch. Wenn einer von mehreren Leuten beschuldigt wird, muss man eben auftrennen, ob die sich alle gegen ihn verschworen haben, oder ob dahinter wirkliche Erfahrungen stehen. Und da scheint Spacey weniger Credibilität zugestanden zu werden, als seinen Anklägern.

    Ein Ridley Scott handelt da wahrscheinlich eher im eigenen Interesse. Der hat karrieretechnisch noch Einiges vor und will keinen Flecken auf dem Kittel, falls Spacey's Ungnadeposition bleibt. Und Christopher Plummer ist ein würdiger Ersatz. Über 60 Jahre Theater, Film und Fernsehpräsenz, der Kanadier.
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#4 Ith_Anonym
  • 03.05.2018, 08:47h
  • Ohja, diese armen Täter...

    Vergreifen sich jahrzehntelang an anderen Menschen, erzeugen mit ihrer Bekanntheit und Machstellung den Druck dazu, dass diese Menschen die Klappe halten, und wenn sich dann endlich mal so viele Unterdrückte finden, die das erdulden mussten, dass man anfängt, den Einzelnen zu glauben, dann sind es nicht die Begrapschten, die mit ihrer Scham und Schande leben müssen, die man gern knuddeln will... sondern natürlich die Menschen, deren Machtposition zu wanken beginnt, die sie bis dato dazu genutzt haben, sich an anderen Menschen zu bedienen.

    Es ist so ekelhaft.
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#5 TheDadProfil
  • 03.05.2018, 10:47hHannover
  • Wie in anderen Kommentaren schon angemerkt wurde, handelt es sich um eine "Hexenjagd"..

    Das Beispringen von Bertolucci dient dann hier auch dazu, dem Menschen Spacey ein Weiterarbeiten zu ermöglichen, auch nach einem Skandal, denn unabhängig von einer immer noch zu klärenden Schuldfrage muß man den Menschen ermöglichen ihren Lebensunterhalt mit dem zu verdienen, was sie können..

    Was Spacey kann und auch auszeichnet ist die Schauspielerei, und am Ende wird das Publikum entscheiden, ob sie sich einen weiteren Film mit Spacey anschauen würde..

    Ich würde..

    Was mich an der Sache aufregt, ist die Tatsache, daß hier versucht wurde eine absolut notwendige gesellschaftliche Debatte über das Verhalten von HETERO-Männern aus ihrer Positionen heraus gegenüber Frauen die sich in schwächeren Positionen befinden, auf Schwule Männer "auszudehnen", ohne auch nur den Versuch zu wagen diese beiden Themen-Komplexe getrennt für sich in die Diskussion zu bringen, denn es mag hier sicher Überschneidungen geben, das Verhalten von Schwulen Männern hat aber vollständig andere Auslöser, die betrachtet vor dem Hintergrund der Zeit des Geschehens, in der gesellschaftlichen Unterdrückung der Schwulen Männer liegen, während sich Hetero-Männer aus ihrer "Arroganz des Patriarchats" heraus einfach scheiße benehmen, weil sie andere Menschen einfach als "verfügbar" betrachten..

    Es klang hier dann schon an :
    ""Ohja, diese armen Täter...""..

    Nein..
    Aber alle diese ""armen Täter"" sind dann auch alle arme Opfer einer Gesellschaft die Sexualität verdrängt und tabuisiert, die Heteronormativität predigt, worunter nicht nur LGBTTIQ*-Menschen zu leiden haben, sondern auch die Hetero-Menschen in der Gesellschaft, weil ihnen dadurch AUCH erklärt wird, es wäre "in Ordnung" sich anderen Menschen gegenüber despektierlich zu verhalten, sich anderer Menschen einfach so zu bedienen, andere Menschen auszunutzen, sie zu diskriminieren, sie zu vergewaltigen, und vieles andere mehr..

    Gesellschaft hat nämlich nicht nur Opfer..
    Gesellschaft MACHT auch Täter, um sich dann in einer "moralischen Entrüstung" zu fragen, woher das wohl alles komme, und sich dann weigert die auf dem Tisch liegenden Antworten zur Kenntnis zu nehmen..
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#6 ReyMAnonym
  • 03.05.2018, 15:41h
  • Antwort auf #4 von Ith_
  • Von einem "Täter" spricht man erst nachdem der Beweis gegen ihn erbracht wurde und das wurde es nie! Von daher hast du kein Recht ihn so zu nennen. Leute, die andere durch falsche Anschuldigungen schädigen - egal wie mächtig sie auch sein mögen - sind übrigens genauso Täter wie Vergewaltiger.
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#7 von_hinten_genommenAnonym
  • 03.05.2018, 21:54h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Jetzt wirfst du alle Hetero-Männer in einen Topf und das ist falsch. Nicht alle Hetero-Männer benehmen sich sexuell asozial. Es sind aber deutlich mehr Heteros als nicht-Heteros.
    Das mit der patriarchischen Arroganz trifft so ziemlich auf alle Hetero-Männer zu, das stimmt.
    Einiges hat auch mit der Erziehung zu tun. Es ist nicht alles auf der sexuellen Ebene begründet. Die Art der Erziehung wirkt sich entsprechend auf das spätere Verhalten aus.
    Es gibt zu viele Paare, die nicht wissen wie sie ihre Kinder erziehen sollen. Und die Zahl der Kinder mit Gewalterfahrung ist immer noch viel zu hoch.
    Das alles spielt eine bedeutende Rolle bei der Frage: wie kommt es zu solchen Vorfällen?

    Bei Spacey war es bekanntlich so, dass sein Vater ihn sexuell missbrauchte. Eines muss erwähnt werden: nicht jede sexuell missbrauchte Person wird zum angeblichen "Täter." Da muss man differenzieren. Es gibt bei Spacey also noch etwas anderes, was ihn zum angeblichen "Täter" werden ließ. Was das ist, weiß ich nicht. Aber ich denke folgendes:
    Er hatte die Verantwortung, rechtzeitig Therapie in Anspruch zu nehmen, und nicht erst dann, wenn die Vorwürfe bereits gemacht wurden. Offensichtlich steht ein Verhalten im Raum, das nicht angemessen war. So ganz vom Himmel gefallen sind die Anschuldigungen garantiert nicht. Es sind mehrfache, nicht ein einziger.
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#8 TheDadProfil
  • 03.05.2018, 22:50hHannover
  • Antwort auf #7 von von_hinten_genommen
  • ""Jetzt wirfst du alle Hetero-Männer in einen Topf und das ist falsch.""

    Wo steht das ?

    ""Nicht alle Hetero-Männer benehmen sich sexuell asozial.""..

    Das habe ich auch nicht behauptet !

    ""Es sind aber deutlich mehr Heteros als nicht-Heteros.""..

    Das habe ich nicht in Abrede gestellt..

    ""Einiges hat auch mit der Erziehung zu tun.""..

    Wir sind ALLE das Produkt unserer Erziehung..
    Nun erklär mal wieso diese Erziehung, die nicht allein durch Eltern geschieht, und sich deshalb Sozialisation nennt, bei so vielen Hetero-Männern dann zur "sozialen Arroganz des patriarchalen Arschlochs" führt, von der Du dann sogar behauptest, das träfe auf so ""ziemlich alle Hetero-Männer"" zu ?

    ""Er hatte die Verantwortung, rechtzeitig Therapie in Anspruch zu nehmen""..

    Das halte ich für obskur, und zu einem Teil sogar für eine Täter-Opfer-Umkehr, denn KEIN Opfer ist irgendwie "verpflichtet" eine Therapie zu durchlaufen..
    An einer nicht durchlaufenden Therapie trägt man deshalb dann auch keine Verantwortung..

    ""und nicht erst dann, wenn die Vorwürfe bereits gemacht wurden""

    Nachdem die Vorwürfe bekannt wurden, konnten sie auch erst als Problem identifiziert werden..
    Hier dann keine Therapie zu machen, wäre damit also verantwortunglos..

    Wahrscheinlich ist hier dann nur, das ein Ansprechen der Vorwürfe vor 30 Jahren das Problem schon beschrieben hätte, was dann vor 30 Jahren schon zu einer Therapie hätte führen müssen..
    Daran trägt aber NIEMAND "Schuld", und deshalb auch keiner eine Verantwortung..

    Doch das alles hat dann auch immer noch nichts damit zu tun, das eine notwendige Diskussion der Hetero-Gesellschaft auf Schwule Männer "umgeleitet" wurde, anstatt zwei voneinander unabhängige Diskussionen zu führen..
    Ob das dann überhaupt noch möglich war, ist aber auch eine völlig andere Frage..
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#9 AndreasKAProfil
  • 04.05.2018, 10:55hKarlsruhe
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • Hi TheDad,

    ich sehe keine großen Unterschiede zwischen Homo- und Heterosexuellen bei sexuellem Missbrauch wie im vorliegenden Fall, dass ein "einflussreicher, mächtiger" Mensch sich an einem anderen, der mehr oder weniger von dessen "good-will" abhängig ist, vergeht.

    Ich sehe ja selber, wie fishy die Geschichte mit dem Teenie der vor 30 Jahren von Spacey angegangen wurde, ist und habe da kein wirklich klares Bild, was ich davon halten soll. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass Übergriffe auch in jüngerer Zeit thematisiert werden. Das Ganze verdichtet sich und Spacey selbst hat das so nie dementiert.

    Aus diesem Grund nehme ich an, dass da Dinge gelaufen sind, die nicht gerade ein Ausweis von Spaceys Integrität in dieser Hinsicht sind. Integer handelt er m.E. jetzt dadurch, dass er zumindest keine Anwälte auf die Beschuldigenden hetzt und versucht, diese zu diskreditieren.

    Sicher, Unterschiede zwischen homo- und heterosexuellem Sexgebaren sehe ich auch. Ich erlebe, dass etwa Schwule offensiver baggern und die meisten Angebaggerten auch resoluter und souveräner Angebote ablehnen. Die meisten, nicht alle - das ist alles eine Sache der Erfahrung in solchen Situationen.

    Mir kommt der Umgang mit Sex(angeboten) bei uns spielerischer vor - etwas, das ich klasse finde, weil damit Sex nicht so dämonisiert wird. Vor drei Tagen auf einer Wanderung (schwul-lesbischer Verein) bin ich selbst zu meiner größten Überraschung sogar mal angemacht worden - wenn auch in einem launigen Rahmen und ich stand mit dem Mann in keinerlei Abhängigkeit. So war es umso einfacher, ihm einen Spruch reinzureichen und der Fall war erledigt.

    Aber nicht nur Spacey lässt mal, wie zu lesen war, seinen Schwanz aus der Hose hängen. Weinstein war da, so das Getratsche, nicht weniger deutlich.

    In genau diesem Punkt gleicht sich das Verhalten - es sind beides Männer in Machtpositionen die davon auch mit ihren Sex-Abenteuern profitieren und die nicht danach fragen, ob der abgebaggerte Partner/die abgebaggerte Partnerin mitmacht, weil er /sie einfach Bock hat, oder weil er/sie fürchtet, bei Verweigerung berufliche Nachteile zu haben.

    Und damit sind wir exakt bei der MeeToo Debatte.

    Und - by the way - ich finde den Begriff "Hexenjagd" in einem solchen Zusammenhang absolut unzutreffend.

    Hexenjagd bezeichnet im Ursprung die Hetze auf Frauen, die eines Verhaltens beschuldigt werden, das sie gar nicht begehen können, weil es Hexerei nicht gibt. Der Irrglaube an dieses "Teufelswerk" stürzte Tausende ins Verderben. Der Mob wurde verführt.

    Auch wenn hier etwa in den Kommentaren die Entrüstungsfraktion nach meinem Geschmack weit über das Ziel hinaus schießen mag, sehe ich den Grundton in der Auseinandersetzung mit dem Phänomen "sexueller Missbrauch durch Machtpersonen". Und da sind nun mal Spacey und Weinstein tätig gewesen, unrühmlich, und haben Menschen geschadet.

    Mich interessiert nun, wie es mit beiden weitergeht. Wie der eine und der andere damit umgeht. Ob Einsichten reifen oder alles abgestritten oder bagatellisiert wird. Ob die Geschädigten in irgendeiner Weise "ent-schädigt" (sorry, finde gerade nur diesen blöden Begriff in meinem Gipskasten) werden.
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#10 TheDadProfil
  • 04.05.2018, 12:23hHannover
  • Antwort auf #9 von AndreasKA
  • ""ich sehe keine großen Unterschiede zwischen Homo- und Heterosexuellen bei sexuellem Missbrauch wie im vorliegenden Fall, dass ein "einflussreicher, mächtiger" Mensch sich an einem anderen, der mehr oder weniger von dessen "good-will" abhängig ist, vergeht. ""..

    Das stimmt..
    Ich sehe hier aber noch andere Aspekte, die dann innerhalb einer LGBTTIQ*-Community diskutiert werden müssen..

    Denn die Idee eines Kevin Spacey sich als Schwuler Mann analog zu Hetero-Männern genauso scheiße zu benehmen, entsteht aus anderen Gründen heraus, an der die Vorstellung es "geschafft" zu haben, und als Mensch eine "Macht-volle" Position erreicht zu haben, und das trotzdem man ein Schwuler Mann ist, signifikant Anteil trägt..
    Hier kann es dann also nicht nur darum gehen das Problem-Feld Macht-Gefälle bearbeiten zu müssen, sondern auch noch das Problem-Feld der hier immer mal wieder auch eingebrachten "schwulen assimilation" und deren Auswirkungen..

    Denn wenn eine Gleichstellung und Gleichberechtigung am Ende dazu führte, das sich Schwule Männer im Gedanken an ihre "assimilation" einfach nur "gleich scheiße" benehmen, und das dann als "formuliertes ziel" Eingang in die Community fände, dann sind die formulierten Ziele der Community dringend zu überdenken, und neu zu diskutieren..

    ""Hexenjagd bezeichnet im Ursprung die Hetze auf Frauen""..

    Was die männlichen Opfer außer Acht läßt..
    Analog zur sexualisierten Gewalt gegenüber Kindern missachtet man dann männliche Opfer durch nicht-wahrnahme..
    Das ist nicht hilfreich..
    Zumal der Begriff dann von Bertolucci eingebracht wurde, dürfen wir den hier auch anbringen..

    ""Auch wenn hier etwa in den Kommentaren die Entrüstungsfraktion nach meinem Geschmack weit über das Ziel hinaus schießen mag, sehe ich den Grundton in der Auseinandersetzung mit dem Phänomen "sexueller Missbrauch durch Machtpersonen".""..

    Ich sehe hier die Gefahr daß bei Schwulen Männern deutlich häufiger "Missbrauch" gerufen wird, weil die Schwule Sexualität in der Gesellschaft sowieso schon dem Nimbus des Hedonismus unterliegt, und zusätzlich immer noch als "pervers" angesehen wird..
    Man kann also davon ausgehen das hier eine ungleiche Diskussion um eigentlich gleiches Vorgehen geführt werden soll..
    Was beides gleich scheiße ist, aber nicht automatisch aus den gleichen Gründen heraus entstanden ist..
    Es gilt dann hier die zusätzlichen Gründe als auslösenden Faktor mit zu bearbeiten, sehe dann hier aber die Gefahr, daß das wegen einer zeitgleich stattfindenden reflektorischen Verteidigungs-Strategie der Community unterbleibt..
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