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Stichwort: Homosexualität

Jens Spahn fordert katholische Kirche zum Umdenken auf

Der Gesundheitsminister kritisiert, dass seine Kirche ihn wegen seiner Homosexualität verdamme. Der CDU-Politiker ist sich sicher, "dass Gott mich so nimmt, wie ich bin".


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kann mit der Haltung seiner Kirche gegenüber Schwulen und Lesben wenig anfangen (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die katholische Kirche aufgefordert, ihre Haltung gegenüber Schwulen und Lesben zu überdenken. Der schwule Katholik kritisierte in der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" die Weigerung der Kirche, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Damit mache die Glaubensgemeinschaft "so viel kaputt", sagte der 37-Jährige.

Als schwuler Mann wie auch als Katholik könne er mit dem Teil der katholischen Lehre, der Homosexuelle zur Enthaltsamkeit aufruft, wenig anfangen. Der Grund: "Weil ich überzeugt bin, dass Gott mich so nimmt, wie ich bin. Weil mein Glaube so selbstverständlich zu mir gehört wie mein Schwulsein." Von einer Kirche, die "mich verdammt für das, was ich bin", fühle er sich nicht respektiert.

Anfang des Jahres hatte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode eine Debatte um Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren losgetreten. Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz regte an, über eine derartige Segnung nachzudenken (queer.de berichtete). Der Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx betonte jedoch wenige Wochen später, ein solcher Schritt stehe nicht zur Debatte (queer.de berichtete).

Mehrere weitere katholische Würdenträger bekräftigten, dass sie Homo-Paare keinen Segen zukommen lassen könnten, weil diese Beziehungen schlicht "nicht gut" seien, wie Weihbischof Dominikus Schwaderlapp ausführte (queer.de berichtete). Dagegen ist das Segnen von Haustieren wie Hunden oder Meerschweinchen in der katholischen Kirche gang und gäbe.

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Spahn stärkt CSU-Regierung im Kreuzstreit den Rücken

In dem Interview kritisierte Spahn auch, dass es aus seiner Kirche Kritik am Beschluss der CSU-Alleinregierung in Bayern gegeben habe, ein christliches Kreuz in jeder Amtsstube aufzuhängen. "Ich finde es irritierend, wenn hohe Kirchenvertreter plötzlich Anstoß nehmen am Kreuz", so Spahn. Das Kreuz sei eine Einladung an Menschen; auch für Atheisten oder Andersgläubige sei es "beruhigend, in einer Amtsstube auf ein Selbstverständnis zu treffen, das allen Menschen die gleiche Würde zuspricht." Er befürworte es, "wenn zur Abwechslung mal Kreuze auf- statt abgehängt werden."

Spahn, der kurz vor Weihnachten seinen langjährigen Partner Daniel Funke geheiratet hatte, ist unter LGBTI-Aktivisten umstritten, weil er als CDU-Vorzeigekonservativer immer wieder im Streit um Rechte für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten auf die Bremse getreten ist. So forderte er etwa in der aggressiven Auseinandersetzung um den Bildungsplan in Baden-Württemberg oder um die Ehe für alle eine "Abrüstung" auf den jeweiligen "beiden Seiten" und betonte mehrfach, dass eine Ablehnung der Gleichstellung noch keine Homophobie darstelle. Im letzten Jahr warf der LSVD dem Politiker eine "Instrumentalisierung der Themen Homo- und Transphobie" vor, weil er den Eindruck erwecke, "dass nur Muslime Homosexuelle diskriminieren würden" (queer.de berichtete).

Bei der Abstimmung über die Ehe für alle im letzten Sommer votierte Spahn wie ein Viertel seiner Fraktion für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht (queer.de berichtete). (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Was glaubst du: Wird sich die katholische Kirche jemals komplett gegenüber Lesben und Schwulen öffnen?
    Ergebnis der Umfrage vom 07.05.2018 bis 14.05.2018


#1 Petrus 48Anonym
  • 08.05.2018, 14:47h
  • Eine Reihe von römisch-katholischen Laienorganisationen haben mittlerweile Beschlüsse gefasst, in den sie Segnungsgottesdienste für verheiratete homosexuelle Paare fordern: zu nennen ist die Caritasleitung, der Bund der Deutschen Katholischen Frauen, der Bund der deutschen katholischen Jugend, die Organisatione "Kirche von unten" sowie das Zentralkomittee der Deutschen Katholiken.

    Bereits 20111 forderte dies auch im rk Theologeprofessorenmemorandum von über 100 deutschen, schweizerischen und österreichischen Theologieprofessoren im Papier (Kirche 2011 - notwendige Reformen) gefordert.

    Nunmehr haben sich die ersten rk Bischöfe und Kardinäle wie Franz-Josef Bode in Osnabrück, Bischof Ackermann in Trier, De Kees in Brüssel öffentlich zu Wort gemeldet, die eine Reform des Katholischen Katechismus fordern und Segnungsgottesdienste befürworten; die große Mehrheit der Rk Bischöfe/Kardinäle aber schweigt und dafür melden sich auf der Gegenseite lautstark Rk Bischöfe/Kardinäe zu Wort, die jede Reform -egal bei welchem Thema - ablehnen und die eine regelrechte Wut auf Papst Franziskus haben, der bereits bei anderen Themen "alte Zöpfe" abgeschnitten hat.

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    Da lobe ich dann heute die Methodisten, die mit dem befürwortenden Votum ihres Bischofsrates in Chicago gestern Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare befürwortet haben und wo die berechtigte Hoffnung besteht, das kommendes Jahr die Synodalen Ihren Bischöfen bei der Abstimmung dann folgen werden.
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#2 habemus_plemplem
  • 08.05.2018, 15:08h
  • Wie an anderer Stelle schon geschrieben: Gesund ist das nicht. Das müsste der Mann eigentlich als Gesundheitsminister doch wissen!

    Ob es ihm nun passt oder nicht: Das Kreuz in den Amtsstuben steht u.a. auch für genau die Homophobie, die er an der katholischen Kirche kritisiert. Es ist nicht ausgerechnet seine Gottes-Wunschvorstellung, die damit symbolisiert wird! Und aus genau diesem Grund fühle ich mich ausgesprochen unwohl, wenn ein Kreuz irgendwo hängt, wo ich mich als Staatsbürger unterzuordnen habe.

    Bei Herrn Spahn scheint die Schizophrenie ja schon weit fortgeschritten zu sein.
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#3 Fromme NonneAnonym
#4 KirchenaustrittAnonym
  • 08.05.2018, 15:17h
  • www.kirchenaustritt.de

    Kein Mensch braucht Kirchen oder Sekten, die die Menschen verdummen.

    Woher alles kommt und was der Sinn von allem ist, wissen wir gegenwärtig schlicht nicht und es ist unwahrscheinlich, dass wir es in naher Zukunft wissen. Das sollte man einfach mal akzeptieren.

    Kirchen und Sekten versuchen aber die Ängste der Menschen rund um diese Frage auzunutzen und darauf eine einfache Antwort zu geben, indem sie willkürlich irgendeinen Märchengeschichte als Wahrheit verkaufen.

    Allein die Tatsache, dass es unterschiedliche Kirchen und Sekten gibt, die uns unterschiedliche Märchengeschichten als Wahrheit verkaufen wollen, sollte doch dem gesunden Menschenverstand sagen "Da stimmt was nicht".

    In Wahrheit wollen Kirchen und Sekten vor allem an das Geld der Leute rankommen, aber sie missbrauchen den "Glauben" der Menschen auch um Macht auszuüben. Der Machtmissbraucht der Kirchen hat beispielsweise dazu geführt, dass Frauen bis vor einigen Jahrzehnten weniger Rechte hatten als Männer. Auch die Versklavung von Schwarzen in den USA wurde lange Zeit mit Religion begründet. Immer bremsen die Kirchen gesellschaftliche Entwicklungen aus und picken sich eine soziale Gruppe als Sündenbock heraus. Erst Schwarze, dann Frauen, dann Homosexuelle.

    Die Behauptung, dass es einen liebenden, allmächtigen "Gott" gibt, kann man schon dadurch widerlegen, dass viele unschuldige Kinder qualvoll sterben. Ein liebender, allmächtiger "Gott" würde soetwas nicht zulassen. Also kann es keinen liebenden, allmächtigen "Gott" geben.

    Religion hat in der Geschichte der Menschheit nur Schaden angerichtet und zu Hass und Krieg geführt. Auch in der Gegenwart stehen sich religiöse Gruppen feindselig gegenüber und ihre Mitglieder töten sich gegenseitig. Daran sieht man wie Religion den Menschen schadet.

    Für ein menschliches Miteinander braucht man keine Religion, sondern schlicht und einfach Menschlichkeit. Insbesondere braucht man keine Kirche und erst Recht kein Geld für Glauben bezahlen.

    www.kirchenaustritt.de
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#5 Alexander_FAnonym
  • 08.05.2018, 15:31h
  • Meine lieber Spahn,
    treten Sie doch einfach aus dem Verein aus. Manche Ihrer Ansichten sind schon so fragwürdig genug, da müssen Sie nicht noch einen solch vergeblichen Eiertanz hinlegen.
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#6 TraumzerstörerYnAnonym
  • 08.05.2018, 16:05h
  • Antwort auf #4 von Kirchenaustritt
  • Ah WTF? Was wenns doch solche Götter wie den Herrn Jehova gibt, die sind aber nun mal extrem bösartig und stürzen die Welt ins Unglück?

    Dann ist all das Bemühen, den Leuten den Glauben daran auszureden, um sonst.

    Ihr müsstet die ganze Weltgeschichte fälschen, damit niemals jemand wieder in den Einfluss von dem Typen kommt, denn jeder Hinweis auf seine Existenz und das Wirken durch seine Gläubigen, wäre wie ein Funke, der das Feuer der Zerstörung wieder entfachen würde.
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#7 ursus
  • 08.05.2018, 16:21h
  • spahn ist intelligent genug, um zu wissen, dass die rkk nicht "anstoß am kreuz" nimmt, sondern an der art, wie söder es einsetzt. spahn erinnert nicht nur inhaltlich immer wieder an die afd, sondern auch mit dieser gezielten verdrehung von begriffen, tatsachen und zusammenhängen. das ist nicht mit einem aufgeklärten politikverständnis vereinbar, sondern treibt ganz bewusst eine politik des ressentiments voran.

    gestern hörte ich von einem autoren (den namen habe ich leider vergessen), der die frage, ob staaten endgültig ins undemokratische wegkippen oder nicht, vor allem damit in verbindung brachte, ob die jeweiligen KONSERVATIVEN parteien sich für einen demokratischen weg entscheiden oder mit den rechtspopulisten flirten. man könne das an den entwicklungen in europa nachzeichnen.

    unter diesem gesichtspunkt halte ich inzwischen politiker_innen wie spahn für gefährlicher als die afd. das zeitfenster könnte knapper sein als uns lieb ist.
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#8 MarcAnonym
  • 08.05.2018, 17:09h
  • Typisch Spahnscher Dummsprech. Auf wen soll ein Kreuz denn "beruhigend" wirken? Auf die missbrauchten Kinder aus katholischen Kinderheimen? Auf Schwule, die unter diesem Zeichen ausgegrenzt, herabgewürdigt und 'geheilt' wurden? Auf Atheisten? Ein sehr naives, ahistorisches Bild hat er vom Kruzifix, der Herr Spahn...
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#9 OlliAnonym
  • 08.05.2018, 17:23h
  • Ach jetzt auf einmal? Spahn ist einfach nur ekelhaft! Jahrelang hat dieser widerliche Opportunist gegen die Eheöffnung geredet und hatte für jeden aus der kath. Kirche Verständnis, der Schwulen das Leben weiter schwer machen wollte.

    Und jetzt wo diese blöde Klemmschwester heiraten darf, macht er sein Maul auf.

    Spahn geht überhaupt nicht.
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#10 Ith_Anonym
  • 08.05.2018, 19:12h
  • "in einer Amtsstube auf ein Selbstverständnis zu treffen, das allen Menschen die gleiche Würde zuspricht"

    Danke für den Lacher.

    Nichts gegen ein Symbol für ein solches Selbstverständnis, aber das Kreuz steht ja dann doch eher für Ausgrenzung und über die Jahrhunderte hinweg auch immer wieder Unterdrückung und Ermordung Andersgläubiger, manchmal auch Anders- oder Überhaupt-Denkender.

    Wenn Herr Spahn wirklich glaubt, Monotheismus spreche allen Menschen die gleiche Würde zu, möge er sich doch einfach mal mit dessen Grundsätzen befassen. Nicht, dass man die Zehn Gebote unbedingt als christlich betrachten muss, aber das Heulen und Zähneklappern droht selbst Jesus im Neuen Testament noch denjenigen an, die seinen Ideen nicht folgen.

    Ich frage mich bei sowas manchmal, wie lange jemand Politiker sein muss, um solche offensichtlichen Widersprüche in den eigenen Forderungen ertragen zu können. Oder ob es in dem Fall wirklich an der Religion liegt, die es schlichtweg verbietet, das große Ganze zu betrachten, in dem es sehr wohl etwas mit dem Absprechen von Würde zu tun hat, wenn Homosexualität in irgendeiner Weise als minderwertig betrachtet wird.
    Ich schätze, wer als kleines Kind schon beigebracht bekommt, dass Biologie und sonstige anerkannte Bestandteile der äußeren Welt dringend ausgeblendet werden müssen, sobald es um Fragen wie die einer jungfräulichen Geburt geht, bei dem setzt das ganzheitliche Denken vielleicht irgendwann automatisch aus, wenn es um die christliche Religion geht.
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