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queer-refugees.de

LSVD startet Online-Beratungsangebot für queere Flüchtlinge

Viele queere Geflüchtete leiden auch in Deutschland unter Gewalt und sozialer Isolation. Diese und andere Probleme soll queer-refugees.de lösen.


Die Seite informiert unter anderem auf Arabisch und Russisch (Bild: LSVD)

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hat sein Online-Beratungsangebot für LGBTI-Geflüchtete ausgeweitet und ist mit seiner Webseite www.queer-refugees.de online gegangen. Darin können sowohl Geflüchtete als auch Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe in acht verschiedenen Sprachen Infomaterialien, etwa zu Asylverfahren, abrufen und Kontakte zu anderen knüpfen.

Bereits Ende letztes Jahres hatte der LSVD das Projekt "Queer Refugees Deutschland" ins Leben gerufen. Ziel ist es, deutschlandweit Flüchtlinge, die sexuellen oder geschlechtlichen Minderheiten angehören, zu vernetzen, zu unterstützen und zu beraten (queer.de berichtete). Das Projekt wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Informationen "entscheidend für den Verlauf des Asylverfahrens"

"Schnelle und verlässliche Informationen sind besonders für LSBTI-Geflüchtete wichtig, da sie entscheidend für den Verlauf des Asylverfahrens sind", erklärte LSVD-Projektleiter Patrick Dörr. "Auf der neuen Webseite lassen sich die relevanten Informationen und Kontaktadressen nun auch diskret und einfach mit dem Mobiltelefon abrufen."

Das Projekt unterstützt gemeinsam mit den LSVD-Strukturen auf Landesebene queere Flüchtlinge bei der Selbstorganisation und beim Aufbau eigener Netzwerke. Das Projekt bietet auch eine eigene Rechts- und Sozialberatung für geflüchtete LGBTI an und versteht sich als Lotsenstelle, über die Hilfesuchende Unterstützung erhalten und schnell und unbürokratisch an die nächstgelegene Anlaufstelle verwiesen werden können.

Wie wichtig diese Initiative ist, begründete Lilith Raza, die bundesweit Vernetzungstreffen von queeren Flüchtlingen organisiert: "Viele LSBTI-Geflüchtete in den Unterkünften leiden unter Gewalt und sozialer Isolation". Erschwerend komme hinzu, "dass sie oft gar nicht ihre Rechte kennen und nicht wissen, dass die Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität in Deutschland ein Asylgrund ist." Raza selbst hatte ihre Heimat Pakistan aufgrund ihrer Trans-Identität verlassen müssen. (pm/dk)



#1 AndreasKAProfil
  • 09.05.2018, 09:55hKarlsruhe
  • Das Beratungsangebot für LGBTI*** das die Politik bzw. öffentliche Hand anbietet reicht weder für Menschen, die hier im Land leben aus, noch für Menschen, die sogar vor der Unterdrückung genau deswegen aus ihrer Heimat geflohen sind.

    Wer wenn nicht der LSVD sollte dann sonst auch dieses Beratungsangebot liefern?

    Mir passt es aber nicht, dass in diesem Fall wieder mal nur eine Organisation der Betroffenen (LGTBI***) herhalten muss, um blinde Flecken der Politik/Öffentlichkeit zu bearbeiten. Die einzige Hoffnung ist, dass der LSVD so in Erscheinung tritt, dass er immer wieder solche Fälle publik macht und damit mehr Bewusstsein schafft.

    In Zusammenhang mit dem konkreten Thema hier zu queeren Flüchtlingen halte ich das Motto unter dem in diesem Jahr der CSD am 2. Juni bei uns in Karlsruhe läuft für sehr aktuell.

    Es lautet "verliebt, verlobt, verfolgt".

    Damit in die Öffentlichkeit zu gehen, dürfte zumindest für die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit eröffnen, sich mit diesem Thema mal näher zu beschäftigen.
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