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"A Very English Scandal"

Hugh Grant spielt eine Klemmschwester

Mehr als 30 Jahre nach dem Klassiker "Maurice" übernimmt Hugh Grant wieder eine schwule Rolle – dieses Mal in einer Fernsehserie.


Hugh Grant und Ben Whishaw sind die Hauptdarsteller in "A Very English Scandal" (Bild: BBC)

Der britische Hollywoodstar Hugh Grant wird in der auf wahren Begebenheiten dreiteiligen Miniserie "A Very English Scandal" einen schwulen Politiker spielen, der beschuldigt wird, einen Killer auf seinen Liebhaber angesetzt zu haben. Die Rolle des Liebhabers übernimmt der offen schwule Schauspieler Ben Whishaw, der unter anderem auf Netflix in der Thriller-Serie "London Spy" und als Waffenmeister Q in den James-Bond-Filmen zu sehen ist. Die BBC hat diese Woche den ersten Trailer für "A Very English Scandal" veröffentlicht.

Der Film handelt von der sogenannten Thorpe-Affäre in den Siebzigerjahren, die die politische Karriere des Spitzenpolitikers Jeremy Thorpe (Grant) beendete. Der Politiker hatte 1967 den Parteivorsitz der Liberalen übernommen. Was die Öffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Der verheiratete Politiker führte ein Doppelleben; öffentlich gab er sich als treuer Ehemann, lebte aber seine Homosexualität heimlich mit dem elf Jahre jüngeren Stalljungen Norman Scott (Whishaw) aus – zu einer Zeit, als Homosexualität in England noch illegal war.

In den Siebzigern fühlte sich Scott von Thorpe schlecht behandelt und immer mehr Details zur Affäre kamen in die Öffentlichkeit. Schließlich wurde Scott 1976 von einem Mann mit einer Waffe bedroht, der dann dessen Hund erschoss – laut Scott habe der Mann auch ihn umbringen wollen, seine Waffe habe aber Ladehemmungen gehabt. In Folge dieses Verbrechens kamen immer mehr Details über die Affäre ans Tageslicht, wodurch Thorpe im trotz der Legalisierung von Homo-Sex noch immer extrem homophoben England der Siebzigerjahre schließlich zum Rücktritt gezwungen wurde. Es kamen außerdem Gerüchten auf, dass der Politiker den Killer angeheuert hatte. 1979 wurde er gar wegen Anstiftung zum Mord angeklagt, aber von einer Geschworenenjury freigesprochen. Bis zu seinem Tod im Jahr 2014 sprach Thorpe nie öffentlich über seine sexuelle Orientierung.

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Echter Norman Scott kritisiert Verfilmung

Der inzwischen 78-jährige echte Norman Scott zeigte sich inzwischen über die Verfilmung der Begebenheiten nicht amüsiert – und kritisierte in einem Interview mit dem Boulevardblatt "Mail on Sunday" insbesondere die Darstellung seiner Person als "armer, zimperlicher, kleiner Homosexueller". Er sei außerdem empört, dass "A Very English Scandal" zu viel Comedy zulasse. "Man hat die Serie bereits einigen ausgewählten Kritikern gezeigt und die Produzenten waren sehr zufrieden, weil permanent gelacht worden sein soll. Aber meine Geschichte ist keine Komödie – es geht um die vollständige Vernichtung meiner Person."

Das Drehbuch der Miniserie adaptierte Russell T. Davies nach einer Buchvorlage. Davies ist der Schöpfer, Produzent und Autor der britischen Kultserie "Queer as Folk" und zeigte sich später auch für andere britische Erfolgsproduktionen wie die Neufauflage von "Doctor Who" sowie "Torchwood" verantwortlich. Vor wenigen Jahren kreierte er auch die "Queer as Folk"-Nachfolgeserien "Cucumber" und "Banana" (queer.de berichtete).


Hugh Grant spielte bereits im schwulen Filmklassiker "Maurice" aus dem Jahr 1987 einen Schwulen im homophoben England des frühen 20. Jahrhunderts (hier mit James Wilby, der seinen Liebhaber darstellt). Außerdem schlüpfte Grant 1992 im Fernsehfilm " Laß mich nicht alleine, Mutter!" in die Rolle eines schwulen Mannes, dessen Freund an Aids stirbt – seine Mutter wurde von Julie Andrews dargestellt (Bild: Merchant Ivory Productions)

Die Regie übernahm der 76-jährige Stephen Frears, der seit Jahrzehnten mit Filmen wie "Grifters", "High Fidelity" oder zuletzt "Florence Foster Jenkins" Erfolge feiert. Er war auch Regisseur des schwulen Liebesfilms "Mein wunderbarer Waschsalon" aus dem Jahr 1985.

"A Very English Scandal" soll noch in diesem Jahr im ersten Programm der BBC gezeigt werden. Ob und wann die Serie in Deutschland zu sehen sein wird, ist noch nicht klar. (dk)



#1 maenneAnonym
  • 10.05.2018, 11:48h
  • Es ist immer wieder prickelnd, wie sich die Community über Homophobie in den Medien und überall empört, aber in den eigenen Reihen mit Herabwürdigungen nicht zimperlich ist. "Klemmschwester" ist so ein Begriff und einfach nur herabwürdigend und dämlich. Für etwas Fortbildung empfehle ich
    www.schwule-vaeter.org.
    Deutschlandweit gibt es Selbsthilfegruppen, die dieses Thema aufgreifen. Und wenn Männer, die sich vielleicht gerade "auf dem Weg" befinden, lesen, wie sie in der Community angesehen sind, ist das für sie alles andere als hilfreich.
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#2 TheDadProfil
  • 10.05.2018, 15:25hHannover
  • Antwort auf #1 von maenne
  • "Klemmschwestern" befinden sich weder "auf dem Weg", noch sind sie überwiegend "Schwule Väter"..

    "Klemmschwester" ist ein Begriff der Schwule Männer bezeichnet, die sich "homosexuell" nur in den eigenen 4 Wänden verhalten, und ansonsten aufs äußerste darauf bedacht sind "heterosexuell" zu wirken..
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#3 LaurentEhemaliges Profil
#4 TheDadProfil
  • 10.05.2018, 23:16hHannover
  • Antwort auf #3 von Laurent
  • ""Wie hat man sich denn, dieser unmaßgeblichen Definition nach, außerhalb der eigenen vier Wände "homosexuell" zu verhalten, um ja nicht "heterosexuell" zu wirken?""..

    Man merkt doch immer wieder wie sehr Du dich anstrengst zu provozieren..
    Ob das dann außerhalb Deines 4-Zimmer-Schrankes auch so ist, gälte es einmal zu klären..

    Wie wäre es, um Deine Frage zu beantworten, mit Authentizität ?
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#5 LaurentEhemaliges Profil
  • 11.05.2018, 08:45h
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Wer hier provoziert, ist offensichtlich:
    Bei mir "gilt" es nichts "zu klären", und schon mal gar nicht durch dich.

    Die Fragestellung in #3 war notwendig, um die Absurdität deiner Behauptung/Aussage herauszustellen.

    Wer meint, mit seinen persönlichen "Vorgaben" Begriffe bestimmen zu können, ist anmaßend.

    Wie hat sich denn diese Authentizität DEINER Meinung nach konkret darzustellen, welche Unterschiede z.B. bei Kleidung, Sprache, Gestik sollten/müssen denn gegeben sein, um für dich als homosexuell/als nicht heterosexuell zu wirken/durchzugehen?

    Abgesehen davon, dass dieser Begriff abwertend ist und daher von mir kaum gebraucht wird:

    Klemmschwestern sind nach gängiger Auffassung insbesondere Männer, die nicht dazu stehen/es abstreiten, schwul zu sein und vorgeben, heterosexuell zu sein.

    Wer als schwuler Mann bei authentischem Verhalten 'heterosexuell wirkt' und offen mit seinem Schwulsein umgeht, steht zu seiner sexuellen Orientierung und kann keine Klemmschwester sein.
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#6 stromboliProfil
  • 11.05.2018, 09:21hberlin
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • ist doch einfach, dass mit dem sich zeigen..
    Auf Queer.de anmelden , über bildfunktion sich vor gardinen mit goldrand, mittels selfie abfotografieren!
    Vielleicht noch ein tischschen mit gedenk utensilien gedeckt.. homo-hochzeitstorte und verlobungsfoto.

    Inhaltlich dann von sich selbst als unauffällig daherkommender durchschnitt mit anspruch auf in der mitte angekommener glaubwürdigkeit schwadronieren, und sich als " gefühlte stimme der mehrheit" selbst feiern...

    So wird der schrankhomo zum zukünftigen ausstellungsstück in schwulen museumsvernissagen und als
    ausstellungsstück #175 "der geklonte hetero" ,zukünftige besucher über die einfältigkeit vormaliger zeitgenossen schmunzeln lassen.
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#7 LaurentEhemaliges Profil
  • 11.05.2018, 10:31h
  • Antwort auf #6 von stromboli
  • Ich will das mit den Gardinen und dem Foto vom Büro-Beistelltisch, das Normalität im Alltag verdeutlicht, nicht weiter vertiefen, halte aber fest:

    "Normalität" und damit Akzeptanz erreicht man nicht durch bewusste Abgrenzung, auf die ihr "Berufs-Schwule" setzt, um euch weiterhin im Opferstatus bemitleiden lassen zu können.

    Es wird Zeit, dass ihr, die in Wirklichkeit die Gleichstellung massiv blockiert, mit euren Ansichten so nach und nach in der Versenkung verschwindet.
    Ich bin davon überzeugt, dass eure Zeit nach der Einführung der Ehe für alle, auf deren Blockade ihr insgeheim wohl gehofft habt, abläuft...

    Der Eindruck, dass da auch ein gewisser Neidfaktor dahinterstecken könnte, verdichtet sich aufgrund eures ständigen Lästerns immer mehr.

    Ach ja: Unser Hochzeitsfoto war, heterosexueller Übung und Praxis entsprechend, tatsächlich in der Zeitung. Eine schöne und übliche Geste, Dank auszusprechen.
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#8 userer
  • 11.05.2018, 11:47h
  • Antwort auf #7 von Laurent
  • """Normalität" und damit Akzeptanz erreicht man nicht durch bewusste Abgrenzung, auf die ihr "Berufs-Schwule" setzt, um euch weiterhin im Opferstatus bemitleiden lassen zu können.""

    Wow: bewusste Abgrenzung, Beruf-Schwule, Opferstatus. Drei dreiste Unverschämtheiten in einem Satz. So "argumentiert" nur, wer keine Argumente mehr hat oder posthum von Papi trotz seines sexuellen Makels doch noch lieb gehabt werden will.

    Ohne das , was du verächtlich machst, könntest du deine kleinbürgerliche Existenz - die dir unbenommen sei, solange du sie nicht zum Maßstab der Dinge überhöhen willst - heute gar nicht führen, weil du noch immer mit dem "Zuchthaus" bedroht würdest.
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#9 TheDadProfil
  • 11.05.2018, 14:51hHannover
  • Antwort auf #5 von Laurent
  • ""Bei mir "gilt" es nichts "zu klären", und schon mal gar nicht durch dich.""..

    Wo steht denn das ich derlei klären wollte ?
    (man beachte wie auch beim "gälte" den Konjunktiv!)

    Du verfällst hier in eine Erwartungshaltung, um bei Nicht-Erfüllung derselben angepisst wirken zu dürfen..
    Das bleibt dann Dein Problem..
    Das es aber etwas zu klären gibt, offenbart Deine Frage, denn in Deinem Alter, und aufgrund Deiner bisherigen Äußerungen hier zu diversen Artikeln stellt sich diese Frage nicht mehr, und das nicht nur weil sie Dir schon Dutzendfach beantwortet wurde..

    ""Die Fragestellung in #3 war notwendig, um die Absurdität deiner Behauptung/Aussage herauszustellen.""..

    Rhetorischer Unsinn..

    ""Wer meint, mit seinen persönlichen "Vorgaben" Begriffe bestimmen zu können, ist anmaßend.""..

    Authentizität ist alles andere als eine solche "persönliche Vorgabe"..
    Das sollte selbst Dir inzwischen klar sein..

    ""Wie hat sich denn diese Authentizität DEINER Meinung nach konkret darzustellen, welche Unterschiede z.B. bei Kleidung, Sprache, Gestik sollten/müssen denn gegeben sein, um für dich als homosexuell/als nicht heterosexuell zu wirken/durchzugehen?""..

    Was genau hindert Dich nun immer noch daran Dir diese überflüssigen Fragen selbst zu beantworten ?

    ""Wer als schwuler Mann bei authentischem Verhalten 'heterosexuell wirkt' und offen mit seinem Schwulsein umgeht, steht zu seiner sexuellen Orientierung und kann keine Klemmschwester sein.""..

    Echt ?
    Was genau hat das dann mit der Figur im Film, dargestellt von Hugh Grant zu tun ?
    Nichts..
    Aber an der Figur und an der Darstellung hat sich die Frage entwickelt, deren Antwort dann Authentizität lautet..
    Eigentlich sehr einfach zu verstehen..
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#10 TheDadProfil
  • 11.05.2018, 15:00hHannover
  • Antwort auf #7 von Laurent
  • """Normalität" und damit Akzeptanz erreicht man nicht durch bewusste Abgrenzung, auf die ihr "Berufs-Schwule" setzt, um euch weiterhin im Opferstatus bemitleiden lassen zu können.""..

    Huih..
    Und da ist sie wieder, die "Anpassungs-Attitüde"..

    Oxymoroner Unsinn..
    In der Akzeptanz liegt ganz sicher KEINE "Normalität" begraben !

    Warum es Dir unmöglich scheint dies zu begreifen, ist ein Mysterium der besonderen Art..

    Aber es geht ja noch besser :
    ""Es wird Zeit, dass ihr, die in Wirklichkeit die Gleichstellung massiv blockiert, mit euren Ansichten so nach und nach in der Versenkung verschwindet.""..

    Voilá..
    Die Forderung nach der Unsichtbarkeit allzu auffälliger Menschen, die das "eigene Versinken in die Banalität des Unerreichbaren" nachhaltig stört, kann gar nicht offensiver formuliert daherkommen..
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