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Aufklärungskampagne

"Demo für alle" will "Sex-Werbung der BzGA" stoppen

Homo-Hasser wollen eine Aufklärungskampagne stoppen – mit der Begründung, dass Plakate, die für die Nutzung von Kondomen oder den Gang zum Arzt werben, zu mehr Geschlechtskrankheiten führen würden.


Vorsicht: Laut "Demo für alle" erhöht der Anblick dieses Plakates die Wahrscheinlichkeit, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit anzustecken (Bild: BZgA)

Seit den Achtzigerjahren wehren sich Moralapostel gegen Kondomwerbung – jetzt geht der Streit in die nächste Runde: Unter dem Motto "Jugendgefährdende Sex-Werbung der BZgA stoppen" gehen die Gleichstellungsgegner der "Demo für alle" auf ihrem Petitionsportal "CitizenGo" seit Mittwochmorgen gegen die "Liebesleben"-Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vor.

Die homofeindliche Organisation richtet ihr Anliegen an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Anlass sind neue Motive der 2016 gestarteten Kampagne, die sich sowohl an verschieden- als auch an gleichgeschlechtliche Paare richten. Binnen sechs Stunden haben bereits über 2.000 Personen die Petition unterzeichnet.



Die BZgA hat insgesamt 18 neue Plakate mit Cartoons kreiert, die sich an verschiedene Zielgruppen richten. Auf einen der Poster mit schwulen Motiven sieht man etwa zwei Männer, die nachts an einer Bushaltestelle rummachen. "Zu dir? Oder zu mir?", heißt es im Text. Und: "Benutzt Kondome." Auf dem anderen Motiv tanzt ein männlicher Stripper vor männlichem Publikum unter der Headline "Im Tanga kratzt der Tiger? Dein Arzt hilft." Für die "Demo für alle" sind das lediglich "sexualisierte Comic-Bilder und vulgäre Slogans" – und eine Gefahr für Kinder.

"Die Plakate verletzen das Schamgefühl und die Intimsphäre der Kinder und Jugendlichen massiv und missachten den Kinder-Jugendschutz. Damit erfüllen sie den Straftatbestand der Jugendgefährdung und müssten von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien eigentlich als "unsittlich" indiziert und damit verboten werden, argumentierten die Autoren der Petition.

"Kampagne propagiert genau das promiskuitive Verhalten"

In der Petition schreiben die "Demo für alle"-Aktivisten, dass Aufklärung über Safer Sex und Co. zu einer höheren Rate an sexuell übertragbaren Krankheiten führen werde: "Die BZgA-Kampagne ist nicht nur unwirksam, sie erhöht vielmehr das Risiko, sich mit einer gefährlichen Geschlechtskrankheit anzustecken! Kein Wunder, denn die Kampagne propagiert genau das promiskuitive Verhalten, welches eine der Hauptursachen für sexuell übertragbare Krankheiten und kaputte Familienbeziehungen ist."

Freilich ist die Gleichung "Aufklärung führt zu mehr Geschlechtskrankheiten" wissenschaftlich nicht nachvollziehbar – was auch ein Blick in Länder wie Russland, die etwa die sexuelle Aufklärung von Homosexuellen verbieten, zeigt. Im Putin-Reich infizieren sich im Jahr inzwischen mehr als 100.000 Menschen mit HIV – in Deutschland, wo ein wenig mehr als halb so viele Menschen leben – sind es lediglich 3.200. Dass Deutschland gerade bei den HIV-Infektionszahlen viel besser dasteht als die meisten anderen europäischen Länder, wird auch der jahrzehntelangen Aufklärungskampagne der BzGA zugeschrieben.

Twitter / LIEBESLEBEN_DE | "Liebesleben" ist auch in sozialen Netzwerken aktiv

Bereits 2016 protestierte die "Demo für alle" gegen die "Liebesleben"-Aufklärungskampagne, die damals bereits mit ähnlichen Motiven an den Start gegangen war (queer.de berichtete). Damals wurde eine Petition an den damaligen Gesundheitsminister Hermann Gröhe 27.000 Mal unterzeichnet. Die AfD-Jugendorganisation stellte sogar Strafanzeige gegen die Kampagne (queer.de berichtete).


Déjà-vu: Gegen dieses Plakatmotiv protestierte die "Demo für alle" bereits vor zwei Jahren erfolglos



#1 SchleicheRAnonym
  • 09.05.2018, 16:44h
  • Haha, man sind das hammer Comics! "Erstaunlich Einfach" -LOL
    Mehr davon bitte *g*

    Die geistige Umnachtung der "Demo für alle" muss ja ja nicht weiter kommentieren. Allein ihre Art zu argumentieren disqualifiziert sie als klar denkende Menschen.
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#2 qwertzuiopüAnonym
  • 09.05.2018, 17:43h
  • Es muss wohl jede Generation für ihre Freiheiten neu kämpfen. Hat auch was für sich. :)
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#3 von_hinten_genommenAnonym
#4 von_hinten_genommenAnonym
  • 09.05.2018, 20:57h
  • Was soll man da noch sagen:
    dumm, dümmer, Demo für alle. Treiben ihre prüde Haltung auf die Spitze. Von wegen Sex-Werbung.
    Es geht um Aufklärung: Sex ohne Kondom ist das, was auf den Plakaten zu sehen ist. Für das Kondom gibt es übrigens schon seit Jahrzehnten Werbung.

    Also beruhigt euch, grey heads.
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#5 Alexander_FAnonym
  • 09.05.2018, 23:08h
  • Mit Kondomen hält man eben Gottes Willen auf. Zu dem gehören ungewollte Schwangerschaften ebenso wie Geschlechtskrankheiten und deren Folgen. Die sind verglichen mit dem, was der liebe Herrgott im Alten Testament so alles fordert, ja noch harmlos. Als echt gläubiger Christ darf man sich und anderen solche Prüfungen daher nicht vorenthalten.

    Ansonsten sind die Plakate echt gar nicht übel, muss ich persönlich sagen.
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#6 JadugharProfil
  • 10.05.2018, 01:32hHamburg
  • Ich frage mich, wie die Leute von der Demo für alle reagieren, wenn ihr männlicher Säugling beim Windelwechseln eine Erektion bekommt? Wahrscheinlich drehen sie dabei durch!
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#7 Gerlinde24Profil
  • 10.05.2018, 08:29hBerlin
  • Alles verkorkste Spaßbremsen! Ich finde die Bilder witzig, und den dadurch erzielten Effekt besser, als wenn jemand mit der Moralkeule kommt.
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#8 DesasterAnonym
  • 10.05.2018, 15:10h
  • Kann man Gehirn und sinnlose Organisation nicht einfach verbieten die ohne Erfolg sinnlos Polizeikräfte binden bei erfolglose Demos und dann noch Steuergelder verschwenden, wenn man ich würde der Organisation den Einsatz der Polizei in Rechnung stellen.
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#9 TimonAnonym
  • 10.05.2018, 19:02h
  • Das beweist nur wieder mal deren Realitätsverlust, wenn die ernsthaft glauben, Kondome und Ärzte würden zu mehr statt weniger Geschlechtskrankheiten führen...
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#10 PeerAnonym
  • 10.05.2018, 21:21h
  • Es war immer schon Bestreben aller totalitären Kräfte, alles was ihnen nicht passt, verbieten zu wollen.

    Mein Vorschlag:
    wenn die keine Kondome nutzen wollen, können sie gerne darauf verzichten und sich sonst was holen.

    Aber sie können anderen nicht vorschreiben, welche Werbung sie sehen dürfen und welche nicht.
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