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Eingeständnis

Sarah Jessica Parker: "Sex and the City" war nicht fair zu queeren Menschen

"Sex and the City" lief vor 20 Jahren im US-Fernsehen an. Die Behandlung von LGBTI-Themen ließ damals zu wünschen übrig, meint die Hauptdarstellerin heute.


Sarah Jessica Parker als Carrie Bardshaw in "Sex and the City 2" (Bild: New Line Cinema)

  • 18. Mai 2018, 12:34h, noch kein Kommentar

Die "Sex and the City"-Hauptdarstellerin Sarah Jessica Parker hat bei einer Diskussionsveranstaltung vergangene Woche in New York City eingeräumt, dass die bahnbrechende Fernsehserie zu wenig Fokus auf queere Menschen gelegt habe. Die Darstellungen der Serie seien nicht repräsentativ gewesen: "Es gab keine farbigen Frauen und keine wesentliche Diskussion über die LGBTQ-Community", so die 52-Jährige beim "Future of Everything Festival", das von der Tageszeitung "Wall Street Journal" veranstaltet wurde.

Würde "Sex in the City" im Jahr 2018 statt 1998 Premiere haben, wäre die Serie völlig anders, ist sich Parker sicher. New York City habe sich in den vergangenen 20 Jahren "politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich enorm verändert".

In der Vergangenheit war die Serie allerdings auch für ihre LGBTI-Repräsenation gelobt worden. So sagte Schauspieler Willie Garson im Jahr 2016, dass "Sex and the City" im Vergleich zu anderen US-Serien vorbildlich gewesen sei. Garson hatte die schwule Nebenrolle Stanford Blatch dargestellt. LGBTI-Figuren seien im US-Fernsehen der Neunzigerjahre stets "im Schatten" aufgetaucht, so Garson. "Sex and the City" startete in den USA dreieinhalb Monate vor der bahnbrechenden Sitcom "Will & Grace".

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Kritik an Bi- und Transphobie

Amerikanische LGBTI-Aktivisten haben "Sex and the City" in den letzten Jahren immer wieder kritisiert. So habe die Serie zwar insbesondere schwule Männer als Mainstream dargestellt – beispielsweise hätten die Hauptdarstellerinnen immer wieder in Schwulenbars gefeiert, der zweite Film zeigte zudem eine gleichgeschlechtliche Eheschließung.

Allerdings seien viele Aspekte problematisch, etwa die Behauptung der Hauptfiguren in Staffel drei, dass Bisexualität nicht existiere und nur ein "Zwischenstopp zum Schwulsein" sei. Als Samantha (Kim Catrall) mit einer Frau Sex hatte, lästerten die ihre Freundinnen und behaupteten, das sei nur eine Phase.

Auch die Darstellung von Transpersonen wurden als problematisch erachtet. So wurden drei schwarze Transfrauen – immerhin in einer Serie, in der kaum Schwarze vorkommen – klischeehaft als Prostituierte in die Handlung eingebaut. Carrie nannte diese Charaktere in einem Hintergrundkommentar "halb Mann, halb Frau und ganz nervig".

"Sex and the City" war vom schwulen TV-Produzenten Darren Star ("Melrose Place", "Beverly Hills, 90210") entwickelt worden und lief von 1998 bis 2004 im amerikanischen Bezahlfernsehen, in dem auch Kraftausdrücke und Nacktheit erlaubt sind. Nach 94 Episoden folgten 2008 und 2010 zwei Kinofilme. Insbesondere der zweite Teil erhielt jedoch niederschmetternde Kritiken. (dk)