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Polizeibericht

Berlin-Neukölln: 16-Jähriger tritt auf Schwulen ein

Der alkoholisierte Jugendliche griff – laut Polizei "möglicherweise aus einem homophoben Grund"- einen 28-Jährigen an, der mit seinem Ehemann unterwegs war.



Im Berliner Stadtteil Neukölln könnte es am Freitagabend erneut zu einer Gewalttat aus Homophobie gekommen sein. Wie die Berliner Polizei am Samstag mitteilte, alarmierte ein 28-Jähriger kurz nach 21.15 Uhr die Polizei zur Richardstraße Ecke Kirchgasse.

Den Einsatzkräften gegenüber gab er an, dass er mit seinem gleichaltrigen Ehemann zu Fuß unterwegs war und an dieser Ecke plötzlich von einem zunächst unbekannten Jugendlichen laut angeschrien und bedroht wurde. Dann sei der stark alkoholisierte junge Mann auf ihn zugekommen und habe ihn gegen den Unterschenkel getreten, so dass er stürzte und sich leicht verletzte. Weitere körperliche Angriffe sollen durch den unbekannten Begleiter des Jugendlichen verhindert worden sein.

Polizisten des Abschnitts 54 suchten die nähere Umgebung ab und nahmen den 16-jährigen Tatverdächtigen, der durch das Paar identifiziert werden konnte, fest. Er wurde zur Feststellung seiner Personalien und zur Blutentnahme in ein Polizeigewahrsam gebracht. Auf Grund der starken Alkoholisierung musste der Jugendliche anschließend mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gefahren werden, wo er stationär aufgenommen wurde. Seine Mutter wurde verständigt.

Die Polizei spricht derzeit von einer Tat "möglicherweise aus einem homophoben Grund". Weitere Angaben zu den Beteiligten machte sie wie bei Erstmeldungen üblich zunächst nicht. Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

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Mehrere Vorfälle in wenigen Wochen

Zu dem Angriff kam es einen Tag nach dem Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, der in Berlin an mehreren Orten mit Kundgebungen begangen wurde. Wenige Tage zuvor, am 11. Mai, hatten rund 1.000 Menschen speziell in Neukölln gegen homo- und transfeindliche Gewalt demonstriert (queer.de berichtete). Für den 26. Mai hat die Bar Ludwig zusammen mit einigen Szenegrößen zudem zu einem Tuntenspaziergang durch den Stadtteil aufgerufen.

Den Kundgebungen waren mehrere Gewaltfälle vorausgegangen. Am 5. Mai war eine 53-Jährige Transfrau an einer Bushaltestelle an der Sonnenallee von einem Unbekannten spontan angegriffen und mit Schlägen gegen den Kopf und einem Fußtritt gegen den Kehlkopf verletzt worden (queer.de berichtete). Mitte April war zudem ebenfalls auf der Sonnenallee ein 23-Jähriger aus einer Gruppe von rund 15 Personen beleidigt, angegriffen und mit Reizgas besprüht worden (queer.de berichtete). Ähnliche Vorfälle hatte es in Neukölln wie auch anderen Stadtteilen Berlins in den letzten Monaten immer wieder gegeben.

Laut einer vorläufigen Statistik der Berliner Polizei kam es im letzten Jahr in der ganzen Stadt zu insgesamt 161 angezeigten Taten im Bereich "sexuelle Orientierung"; die Statistik umfasst u.a. auch Beleidigungen und Propagandadelikte. Im Vorjahr waren es 164 Vorfälle, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Schöneberg und Neukölln. Untersuchungen der Fälle zeigten sehr unterschiedliche Motive. Das Überfalltelefon Maneo kam in seiner vor wenigen Tagen vorgestellten eigenen Statistik für das letzte Jahr auf 324 Fälle mit homo- oder transphobem Hintergrund, was einen Anstieg von zwölf Prozent bedeuten würde (queer.de berichtete). (nb/pm)



#1 TimonAnonym
  • 19.05.2018, 14:39h
  • Und unsere schwarz-rote Bundesregierung sieht weiterhin "keinen Handlungsbedarf"...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 niccinicciAnonym
  • 19.05.2018, 14:55h
  • vielmehr passt hier: der rot-rot-grüne senat ist ein desaster für diese stadt. nicht umsonst sind 2/3 der berliner unzufrieden damit.
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#3 Petrus48Anonym
  • 19.05.2018, 15:21h
  • Antwort auf #2 von niccinicci
  • Und in allen anderen Städten wie in Köln, in Hamburg oder im Ruhrgebiet gibt es dafür überhaupt keine homophoben Übergriffe, die finden "nur" in Berlin statt (SARKASMUS !).

    Und das liegt daran, dass die anderen großstädtischen Polizeibehörden bisher nicht gewillt sind, die Öffentlichkeit in ihren Polizeiberichten über homophob motivierte Straftaten zu informieren. So gesehen lobe ich die Berliner Polizei, währen die Polizei in Köln, in Hamburg, in Frankfurt oder auch im Ruhrgebiet hier total versagt !

    Das ist ja auch mittlerweile bezeichnend, dass die Queer diese Vorfälle fast nur aus Berlin berichtet, und es in Köln oder im Ruhrgebiet solche Vorfälle "nicht gibt". Liegt wohl eher daran, dass selbst die ansonsten gut informierten Queeredakteure dies auch nicht mitbekommen.... und wie sollten Sie auch, denn die Polizei berichtet es dort nicht.
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#4 tobiasProfil
#5 PhilAnonym
  • 19.05.2018, 18:08h
  • Dass nur über homophobe Übergriffe aus Berlin berichtet wird, liegt daran, dass sie nur dort explizit als solche polizeilich erfasst werden, ihr Schlaumeier.
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#6 Patroklos
#7 schwarzerkater
  • 20.05.2018, 09:16h
  • voll mit drogen oder alkohol zu sein, das ist für mich kein grund eine gewaltdelikt zu rechtfertigen, noch die strafe herunter zu schrauben, ganz im gegenteil.
    jeder weiss, seit dem kindergarten, dass drogen und alkohol die hemmschwelle nach unten setzen. und wer mit 16 schon weiss, wie er sich zudröhnen kann, der darf auch keine mildernden umstände erwarten wenn er verbrechen/gewaltdelikte begeht.
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#8 KindergartenAnonym
  • 20.05.2018, 16:45h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Genau! Alle potentiellen Täter wegsperren - prophylaktisch! Und Kinder U18 abends ebenfalls abends nicht rauslassen. Will die AfD übrigens auch, soviel zum Thema Freiheit!
    Und sicherlich erklärt man mir auch noch, was die Regierung mit 16-jährigen Straftätern zu tun hat! Die gleichen Leute die hier rumpoltern setzen sich an anderer Stelle für die Freigabe von Drogen ein. Und nun die Preisfrage: hatte der junge Mann Drogen genommen? Keine weiteren Fragen
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#9 Markusbln1qAnonym
  • 20.05.2018, 17:04h
  • Gewalt gegen LGBT ist vorranging eine Aufgabe der Bundespolitik, konkret des Heimat- und Innenministeriums. Alles andere ist Flickenteppich ohne Durchschlag.

    Herr Seehofer ist jetzt gefragt.

    Es braucht eine bundesweite Sensibilisierungs- und Antigewaltstrategie, um das Leben von LGBT sicherer zu machen. Das gilt für Kahla und Zittau gleichermassen wie für Berlin und Oberammergau.

    Es braucht zudem einen LGBTI-Beauftragten als administrative Stabstelle direkt bei Herrn Seehofer aufgehängt als Bindeglied zwischen Community und Ministerialspitze. Sicherheit geht auch bei LGBT vor!
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